Börsenfrage: Änderung einer langfristigen Strategie aufgrund der aktuellen Sitation erforderlich?
Hallo in die Runde,
auch wenn ich nach wie vor der Meinung bin, dass "Ruhe die erste Bürgerpflicht ist", kann ich mich von dem Gefühl der allgemeinen Ohnmacht nicht befreien. Normalerweise gehe ich nach einer Überportion "Angstporn" einmal an die frische Luft, aber da traf ich gestern auf frisch zugeführte Neubürger und mein Einkaufsladen an der Ecke hat seit einer Woche einen Sicherheitsdienst engagiert. Das "Problem" ist jetzt direkt und unmittelbar in meinem Leben angekommen.
Zur Frage: Ich bin seit einigen Jahren (vor Abgeltungssteuer) passiver Anleger mit einem diversifiziertem ETF-Portfolio nach der Kommer-Bibel. Ich investiere also in die Welt-Indizes, der DAX ist nur über den Stoxx Europe vertreten. Ein paar Anleihen sind auch dabei, meine Aktien sind Spielerei. Aber grundsätzlich glaube ich nicht an Markttiming oder Performance Chasing. Richtige Vorhersagen sind wie Lottogewinn: Zufall und nicht verlässlich reproduzierbar.
Die aktuelle Euphorie an der Börse stößt bei mir auf einen emotionalen Zustand der größten inneren Verzweiflung. In mir schreit es, aktiv zu werden und zu handeln, aber es fällt mir schwer, klare Gedanken zu fassen:
Option 1: Ich verkaufe alle Papiere und lasse das Geld auf den jeweiligen Anlagekonten der Depotbanken liegen. Wenn die Börsen(!)-Welt wieder "normal" ist, kann ein Wiedereinstieg erfolgen.
Option 2: Ich setze für die gesamten Papiere Stopp-Loss Marken. Sollte es einen harten Crash geben, werden die Verluste sehr hoch sein, bei einem langsamen Abflauen der Euphorie komme ich besser weg. Entspricht eigentlich Option 1, ist aber emotional einfacher durchzuführen (die Entscheidung wird gefühlt dem Markt überlassen).
Die Zuwanderer werden volkswirtschaftlich defizitär bleiben. Aber kurzfristig stellen sie ein Konjunturprogramm dar. Während die Container-Hersteller und Halal-Caterer also direkt profitieren, kann man über die Börse an dem Wahnsinn mitverdienen. Langfristig jedoch wird der schwarze Schwan über den Horizont geschwommen kommen - wir wissen es schon, viele ahnen es. Daher zusätzlich
Option 3: Nach Verkauf über Option 1 oder 2 erfolgt schrittweises Abheben des Geldes von den Konten und Anlage in physischem Gold. Das Problem der Aufbewahrung würde ich so lösen: Aufteilen und Verstecken in eigener Mietwohnung, im Haus eines Familienmitglieds und im Schließfach einer Bank. Damit habe ich maximalen Schutz gegen staatliche Repression, verliere zwar Rendite und Transaktionskosten, habe aber maximale Handlungsfreiheit. Wenn kein Versteck ausgenommen wird, sind die Kosten aus Sicht eines langfristigen Anlegers überschaubar.
Meinungen dazu? Sind die Überlegungen Ausdruck einer Panik oder muss man jetzt reagieren? Wie macht ihr das?
Gruß,
Stefan
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