Noch ein Mail an die SWP

helmut-1, Siebenbürgen, Samstag, 24.10.2015, 12:04 (vor 3749 Tagen) @ Faunus4676 Views

Weiß ja nicht, obs überhaupt einen Sinn hat, das hier abzudrucken. Es sind ja immer dieselben Argumente, die hier von mir und auch von anderen verwendet werden. Hat also mehr informativen Charakter.

Reaktion auf
http://www.swp.de/ulm/nachrichten/politik/Der-Hass-widert-uns-nur-noch-an;art4306,34961...

Die Macht der Medien

Sehr geehrter Herr Becker,
ich respektiere, dass Sie die Sachlage sowie Ihre Erfahrungen aus Ihrer Sicht darstellen. Genauso wie ich nach dem nachstehend genannten Zitat von Voltaire, das auf den Prinzipien der Demokratie beruht, jede andere Meinung respektiere.

„Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür geben, daß du es sagen darfst.“

Der überwiegende Teil der Medien in den deutschsprachigen Ländern hat sich davon bereits weit entfernt. Die Marschrichtung kann man bereits nach wenigen Sätzen zum Thema und an der Aufmachung der Zeitung erkennen. Das war übrigens damals beim „Stürmer“ genauso, - obwohl ich keinesfalls Ihre Zeitung mit dem genannten Blatt der 30er Jahre vergleichen will.

Trotzdem stelle ich erhebliche Parallelen der Politik zu der damaligen Zeit fest. Die meisten wissen es ja nicht, weil sie in dieser Zeit nicht gelebt haben, - ich war ja damals auch noch nicht geboren. Aber ich hatte einen Großvater, der im Widerstand umgekommen ist, und deshalb habe ich mich sehr intensiv mit der Geschichte der 1. Hälfte des letzen Jhdt. beschäftigt. Dazu bin ich mit einer Ausländerin seit Jahrzehnten glücklich verheiratet, - das alles nur im Vorfeld, bevor Sie mich in die braune Schublade stecken.

Was meine ich mit „Parallelen“:
Sofort erkennt man das am Vokabular. Derjenige, der generell von „Flüchtlingen“ oder „Asylanten“ spricht, gibt bereits die einseitige Richtung vor. Die überwiegende Zahl sind nämlich Immigranten, die nicht geflüchtet sind, sondern ihre Reise seit Wochen geplant und vorbereitet haben. Das alles mit Hilfe der Broschüren und Internet-Informationen (per Videoclip) der Bundesregierung in allen Landessprachen in Nahost und Afrika, worauf ein „Flüchtling“ Anspruch hat, wie er vorzugehen hat, wo und wie die Anträge gestellt werden, usw. Ein bestimmter Prozentsatz, über den man diskutieren kann, besteht auch aus tatsächlichen Kriegsflüchtlingen, die auch ein späteres Anrecht auf Asyl erhalten müssen. Aber dieser Unterschied ist in den meisten Medien kaum in den Schlagzeilen.

Das andere ist die Art und Weise, wie man denjenigen, der eine gegenteilige Meinung zur Politik der Regierung hat, wiederum mit den Methoden der 30er Jahre mundtot macht. Wie ? Ganz einfach. Der nicht dafür ist, der ist nach der Lesart der Medien automatisch dagegen. Der diese Art von Immigrationspolitik der Regierung kritisiert, ist automatisch ein Ausländerhasser, ein brauner ewig Gestriger, usw. Auf diese Weise wird jede Möglichkeit der demokratischen Meinungsäußerung bereits im Keim erstickt.

Es vergeht kein Tag, wo nicht über sämtliche Medien mindestens 10 – 20 % der Gesamtinformation von diesem Thema beherrscht werden, - aber zum überwiegenden Teil tendenziös. Da wird über die hervorragende Hilfeleistung der Ehrenamtlichen berichtet, genauso wie über das beschämende Verhalten derjenigen, die gegen die Politik sind, - und überhaupt ist ja an allem Assad schuld. Dinge, die genauso wahr sind, aber nicht ins Bild passen, werden verschwiegen. Oftmals auch aufgrund „höherer“ Anordnung, wie z.B. das Verschweigen bestimmter Polizeieinsätze aufgrund der Anordnung der thüringischen Landesregierung.

DAS sind die Methoden des 3. Reiches. Genauso hat es damals begonnen, - erst war es die Beschneidung der Information, dann die Vorgabe der öffentlich zu vertretenden Meinung, dann die Verunglimpfung der Andersdenkenden, später kamen die „Helfer“ der SA,- aber soweit sind wir (noch) nicht. Derzeit existiert lediglich seit Neuestem eine Urlaubssperre bei der Bundeswehr, - die Begründung dafür sagt ja alles. Dazu kommt das Gesetz, dass man 2012 durch den Bundestag gepeitscht hat, wonach in bestimmten Gefahrensituationen auch die Bundewehr im eigenen Land eingesetzt werden darf.

Die Art des Vokabulars, das von den Angehörigen der Regierungen verwendet wird, ist genauso symptomatisch für die Methoden der derzeitigen Meinungsbildung. Man hört es nicht nur von der Kanzlerin, obwohl sie sich zumeist zurückhält, dafür aber von Herrn de Maiziere, von Sigmar Gabriel (Pack), bis letztlich zum Präsidenten des Regierungsbezirkes Kassel, der denjenigen, die hier anderer Meinung sind, unverblümt den Rat gibt, auszuwandern.

Mit Sicherheit gibt es genügend Zeitgenossen, deren Kommentare in das von Ihnen gezeichnete Bild passen, mit Hass und anderen Parolen. Aber das ist ein Teil der Volksmeinung. Der weitaus größere Teil, der genauso dagegen ist, der sich aber nicht mit Hass , sondern mit Argumenten präsentiert, wird von den Medien automatisch in denselben Topf geworfen, - nur deshalb, weil er eben nicht für diese Politik ist. Eine ruhige und schlüssige Argumentation, warum man diese Entwicklung nicht befürwortet, ist nach Meinung der meisten Chefredakteure kontraprouktiv und sogar gefährlich.

Es gibt keine Logik im Vorgehen der Bundesregierung, diese Art und Weise ist nicht mit Hilfsbereitschaft oder anderen vorgeschobenen Argumenten wie Menschenwürde usw. zu begründen. Dieses Vorgehen übersteigt bei Weitem die Verpflichtung der Genfer Konvention, sie verstößt laufend gegen geltendes EU-Recht und läuft darauf hinaus, dass der innere Frieden und die innere Sicherheit eines Staates untergraben wird.
Die wahren Ziele werden hier verschwiegen, und es müssen hier andere Dinge im Fokus stehen, - sonst wäre alles nicht mehr erklärbar. Macht man sich aber dabei Gedanken, dann wird man sofort in die Schublade der „Verschwörungstheoretiker“ gesteckt, - obwohl viele Indizien dafür erkennbar sind, z.B.:

http://www.huffingtonpost.de/2015/10/22/von-dieser-heimlichen-macht-wird-deutschland-wi...

Nun, vielleicht fragen Sie sich, warum ich Ihnen das schreibe, - zumal es Ihnen meine Argumente sehr wahrscheinlich bekannt sind. Als ich mich in den 60er und 70er Jahren mit vielen Personen unterhalten habe, die die Zwischenkriegszeit noch bewußt erlebt haben, stellte sich von der Nachkriegsgeneration oftmals die Frage: „warum habt ihr geschwiegen, warum habt ihr denn nichts unternommen, habt ihr dennn nicht gesehen...?“ . Die Situation ist heute mit damals absolut vergleichbar, lediglich die politischen Seiten sind vertauscht.

Im Andenken an meinen Großvater und allen anderen, die im Widerstand damals umgekommen sind, werde ich nicht schweigen. Ich werde, solange man das noch kann (und da gibt es auch bereits eindeutige Anzeichen) den Finger auf die Wunde legen und den Mund aufmachen. Niemand kann mich ernsthaft eines Vokabulars bezichtigen , das beleidigend, ehrabschneidend oder rassistisch wäre. Trotzdem gibt es genügend Zeitungen resp. deren angeschlossene Diskussionsforen in Deutschland und Österreich, die meine Kommentare löschen oder meinen account gar sperren. Nur diejenigen Äußerungen, die im Einklang mit der Leitung der Zeitung stehen, sind genehm.

Sämtliche Maßnahmen der Regierung sind vom Damoklesschwert einer neuen APO begleitet, und das hat auch seine Berechtigung. Die damalige Ignoranz und Maßlosigkeit der Regierung bei ihrem Vorgehen war auch der Grund dafür, warum sich in den 60er Jahren die APO gebildet hat. Wenn es wieder zur Radikalisierung der Bevölkerung auf den Straßen des Landes kommt, dann tragen diejenigen, die derzeit das Sagen haben, den überwiegenden Anteil an dieser Entwicklung. Aber auch die Medien, die andere Meinungen nicht mehr zulassen, auch deren Chefredakteure.

Ich aber hoffe, dass es nicht zur Gewalt aufden Straßen kommen wird und vertraue auf ein berühmtes Zitat von Mahatma Gandhi:

„Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.“

Mit freundlichen Grüßen

Im Forum der SWP habe ich noch diesen Kommentar geschrieben:

Sehr geehrter Herr Becker,

Ihre Ansicht ist in meinen Augen einseitig. Meine Begründung ist für dieses Forum zu lange, - es läßt sich auch nicht mit ein paar Sätzen begründen. Ich habe meine Argumente direkt auf Das Mail Ihrer Zeitung geschrieben, zu Ihren Händen.

Obwohl ich damit einverstanden wäre, dass meine Zeilen hier abgedruckt würden, so bin ich doch davon überzeugt, dass das nicht der Fall sein wird. Schließlich wollen Sie Ihre Funktion und Ihren Arbeitsplatz noch eine Zeit behalten, wofür ich Verständnis habe.

"Wehret den Anfängen", das ist für mich kein geflügeltes Wort, das meine ich ernst. Die Situation ist - allerdings mit umgekehrten Rollenspiel - absolut mit der Zeit der 30er Jahre vergleichbar. Aber anders, als die meisten Medien das verstehen (wollen).

Mit den besten Grüßen


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