Die Sprachlosigkeit der Dichter/Denker und Künstler zu den Forderungen unserer Zeit

Centao @, Dienstag, 20.10.2015, 23:49 vor 3752 Tagen 3430 Views

, zeigt sich werte Foristas,

an dem Vergleich der DDR-Künstler-Szene der 70/80-er mit dem Anspruch einer hochpolitischen Kunst und ihrem Verrat gerade im Ersten (Sascha Anderson).

Im Vergleich zur heutigen Banalität und der Sprachlosigkeit (Akif P.) der Pegida wird einem klar, wie sehr diese Gesellschaft selbst zur DDR-Regima + Widerstand abgewirtschaftet hat.
Total wirtschaftlich, monetär, literaisch & intellektuell.

Ein, zwei Lichtblicke wo..??

Das überall fühlbare Fehlen eines akzeptablen, intellektuellen Widerstandes - wie bspw. bei der DDR-Wende 1989/90, ist eines der mir derzeit besonders auffallenden Unterschiede zur jetzigen Lage.

Ja GEZ-ARD - GERADE EIN LICHTBLICK ALS SENDUNG - ANDERSON.
Musik, Prosa, bildende Kunst?? Fehlanzeige aller "Kunst" ohne Worte.

Somit fehlt dieser "Gesellschaft" das Bild danach, nach der Immigration von ca. 20 Millionen in 2017, einer gesellschaftlichen Transformation ohne Beispiel in deutscher Geschichte seit 1871. Ausser Kleinohrhasenscheissküken und düsteren, grellen Multikulti wie in den Vorstädten von Paris?? gibt es nichts..

Traurig und es ist kaum auszuhalten diese (intellektuelle) Stille,
woher nimmt Merkel dieses "Wir schaffen das"??

Gruß,
CenTao


Spengler:
"Was heute als Kunst betrieben wird, ist Ohnmacht und Lüge...
Man suche doch die großen Persönlichkeiten, welche die Behauptung, daß es noch eine Kunst von schicksalshafter Notwendigkeit gebe, rechtfertigen."

Literatur von schicksalhafter Notwendigkeit

Monterone @, Dienstag, 20.10.2015, 23:59 vor 3752 Tagen @ Centao 3022 Views

Spengler:
"Was heute als Kunst betrieben wird, ist Ohnmacht und Lüge...
Man suche doch die großen Persönlichkeiten, welche die Behauptung, daß
es noch eine Kunst von schicksalshafter Notwendigkeit gebe, rechtfertigen."

Louis-Ferdinand Céline? Der mußte für Texte, die aus seiner Warte betrachtet die Abwendung einer Menschheitskatastrophe zum Ziel hatten, des Zweiten Weltkriegs, mit dem Verlust seiner fast gesamten materiellen Existenz bezahlen, wozu eine Eigentumswohnung in hervorragender Lage gehörte (Montmarte).

Er wurde ohne Prozeß inhaftiert, in Dänemark, und mußte jahrelang fürchten, wegen Landesverrat aufgehängt zu werden.

Hätte seine Frau nicht ein Haus geerbt, wäre er vielleicht obdachlos geworden.

Monterone

Kollaborateuere wurden noch nie geliebt - das aktuelle MSM-Feuilleton ist begeistert

azur @, Mittwoch, 21.10.2015, 04:20 vor 3752 Tagen @ Monterone 2856 Views

Hallo Monterone,

Louis-Ferdinand Céline? Der mußte für Texte, die aus seiner Warte
betrachtet die Abwendung einer Menschheitskatastrophe zum Ziel hatten, des
Zweiten Weltkriegs, mit dem Verlust seiner fast gesamten materiellen
Existenz bezahlen, wozu eine Eigentumswohnung in hervorragender Lage
gehörte (Montmarte).

Er wurde ohne Prozeß inhaftiert, in Dänemark, und mußte jahrelang
fürchten, wegen Landesverrat aufgehängt zu werden.

Hätte seine Frau nicht ein Haus geerbt, wäre er vielleicht obdachlos
geworden.

Also wenn das auch nur ansatzweise stimmt, was man hier lesen kann:

https://de.wikipedia.org/wiki/Louis-Ferdinand_C%C3%A9line

Dann war er a) mindestens ein Kollaborateur und b) einer, der es sich mit jedem zu verscherzen verstand. Nicht nur Opfer böser Machenschaften.

Hört sich übrigens alles sehr interessant an, so wie: https://de.wikipedia.org/wiki/Reise_ans_Ende_der_Nacht

2003 hat Rowolt das herausgebracht:

"Im Jahre 2003 brachte der Rowohlt Verlag, der bereits nach dem Zweiten Weltkrieg die Rechte an Célines Werk erworben hatte,[1] eine Neu-Übersetzung von Hinrich Schmidt-Henkel heraus, die Ina Hartwig in der Frankfurter Rundschau „sensationell“ nannte. Auch sonst äußerten sich die wichtigsten deutschsprachigen Feuilletons durchweg begeistert."

Nach dem was ich dort lese, istes in mindestens einer Beziehung etwas wie Houellebecq, den ich gerade lese: Der kann auch reichtlich obzön werden, wie der von Dir Genannte, und Acif P.

Interessante Frage, wie sich sich die Massenzuwanderung von den "Kulturschaffenden" abgebildet wird. Das letzte kritische Werk an sich war ja der Song von Didi (wurde ja auch hier verlinkt).

Roehler hatte ja sehr gut Elementarteilchen verfilmt. Mal sehen, ob wer die Unterwerfung verfilmt. Tumult wäre garantiert, aber auch notwendige Auseinandersetzung.

Viele freundliche Grüße

azur

--
ENJOY WEALTH
(Groß-Leucht-Reklame am Gebäude Lehmann-Brothers/NY)

Meide das Destruktive - suche das Konstruktive.

Tonnenfutter Wikipedia

Monterone @, Mittwoch, 21.10.2015, 11:07 vor 3751 Tagen @ azur 2495 Views

Hallo azur,

Also wenn das auch nur ansatzweise stimmt, was man hier lesen kann:

https://de.wikipedia.org/wiki/Louis-Ferdinand_C%C3%A9line

Dann war er a) mindestens ein Kollaborateur und b) einer, der es sich mit
jedem zu verscherzen verstand. Nicht nur Opfer böser Machenschaften.

Ein Kollaborateur war er gerade nicht. Das Verfassen von Leserbriefen kann man kaum als Kollaboration bezeichnen.

Mehrfach schreibt er, von deutscher Seite niemals Geld angenommen zu haben, was ihm die Demokraten schon Ende der 30er-Jahre unterstellten.

Bis jetzt wurde nichts gefunden, was eine eventuelle Bestechlichkeit Célines nahelegen könnte.

Der Literaturwissenschaftler und Linkskatholik Prof. Henri Guillemin nahm Céline ausdrücklich gegen den Vorwurf der Kollaboration in Schutz, was Wikipedia natürlich wieder verschweigt. Wir wissen, in wessen Dienst und Auftrag diese Webseite unterwegs ist.

Célines großer Fehler war, er hat sich wie Ezra Pound mit den falschen Leuten angelegt, jenen, die nicht nur bei Wikipedia die Linie vorgeben ...

Wenn ich daran denke, daß sich der exterminationistische Deutschenhasser Hemingway damit brüstet, 122 wehrlose deutsche Kriegsgefangene abgemetzgert zu haben, verstehe ich noch weniger, was dem pazifistischen Céline vorgeworfen wird, der seine Patienten kostenlos behandelt hat.

Vielleicht ist es ja gerade das, was man ihm nie verzeihen wird: er hat die wahren Machthaber kritisiert, war, wenn auch ein äußerst scharfsichtiger Populist, was die Schwächen der kleinen Leute betrifft und obendrein ausgesprochen pazifistisch und den Krieg hassend?

Monterone

Das Buch schaue ich mir an, danke! (oT)

Centao @, Mittwoch, 21.10.2015, 12:25 vor 3751 Tagen @ Monterone 2588 Views

- kein Text -

Nicht so schlimm

Rybezahl, Mittwoch, 21.10.2015, 00:15 vor 3752 Tagen @ Centao 2914 Views

bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 21.10.2015, 00:20

Immerhin gab es Protest von den Zuhörern. Aber die Organisatoren hätten es wissen können. Sprecher-Prolongation ist schädlich!

http://www.dasgelbeforum.net/sammlung/htm/137783.htm

(Ist das jetzt ein Witz in sich, wenn ich das verlinke?)

--
Dieses Schreiben wurde elektronisch erstellt und enthält deshalb keine Unterschrift.

Im Grunde sagt Dottore hier..

Centao @, Mittwoch, 21.10.2015, 12:31 vor 3751 Tagen @ Rybezahl 2427 Views

"Denn es ist das erste Mal in der Geschichte, dass alles, was als "Alternative" dienen könnte, bereits als Alternative gedient - und ebenfalls abgewirtschaftet - hat."

Hallo Rybezahl,

Spengler war hier bereits deutlich früher angekommen, wenn auch aus anderer Sicht.

Danke auf jeden Fall schon mal für den Link des Urdebitisten.

Gruß,
CenTao

Nachgefragt

Rybezahl, Mittwoch, 21.10.2015, 19:37 vor 3751 Tagen @ Centao 2258 Views

bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 21.10.2015, 19:44

Spengler war hier bereits deutlich früher angekommen, wenn auch aus
anderer Sicht.

Hallo Centao!

In einem seiner frühen Bücher erwähnt PCM den Spengler kurz, vermute mal, er hat ihn gelesen. Aber hat Spengler wirklich die Situation "gesehen", wie sie sich H̶e̶u̶t̶e̶ heute darstellt, die ganze Globalisierung usw.? Es gibt schlicht kein Vorbild für unsere Situation.

Da fällt mir auf, noch etwas schneller im Erfassen der Geschichte als zyklischen Vorgang waren die Maya, oder?

G̶r̶u̶s̶s̶ Gruß!

--
Dieses Schreiben wurde elektronisch erstellt und enthält deshalb keine Unterschrift.

Neustart der Geschichte

Taurec ⌂ @, München, Mittwoch, 21.10.2015, 21:26 vor 3751 Tagen @ Rybezahl 2604 Views

bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 21.10.2015, 21:31

Hallo!

mal, er hat ihn gelesen. Aber hat Spengler wirklich die Situation
"gesehen", wie sie sich H̶e̶u̶t̶e̶ heute darstellt, die ganze
Globalisierung usw.? Es gibt schlicht kein Vorbild für unsere Situation.

Spengler hat intuitiv Naturgesetze erkannt, die sich auch in historischen Abläufen niederschlagen.

Dabei hat er (nach eigener Aussage) im Wesentlichen Goethes Naturerkenntnis mit Nietzsches Philosophie kombiniert. Das Ergebnis ist freilich mehr als die Summe seiner Teile.

Der Gedanke ist ebenso einfach wie genial: Alles Lebendige lebt nach denselben Gesetzen, wobei es völlig gleich ist, ob es sich dabei um ein Tier, eine Pflanze oder ein Kollektiv aus einer Vielzahl Einzelleben (eben Völker) handelt.

Daß die debitistische Theorie allein als Geschichtsmodell taugt, bezweifle ich. Es ist eine Wirtschaftstheorie, die auf die Wirtschaftsseite des Lebens anwendbar ist. Sie zu verallgemeinern und Schuld als Triebfeder der Geschichte zu betrachten, wäre (mit Spenglers Worten) "Denken in Geld", was an sich schon eine Verfallserscheinung ist. Spengler war die Natur unseres Geldes sehr wohl bewußt: ein von allem greifbaren abgezogenes, völliges Abstraktum, was dem faustisch-dynamischen, Raum und Zeit überwindenden, der Unendlichkeit zustrebenden Impuls des Abendlandes entspricht. Ein solches Geld, das ein rein geistiges Produkt ist, läßt sich natürlich unendlich vermehren. Debitismus ist wohl eine treffende Selbstbeschreibung des Systems, welches aus dem abendländischen Gelddenken entstehen mußte. Dieses Gelddenken betrachtet die Geschichte natürlich vor dem Hintergrund seines Weltbildes und findet damit eine scheinbare Bestätigung, während es die Entfaltung des Lebens aus dem metaphysischen, also von der Seele her nicht erkennen kann. Dem Debististen ist seine Flachheit gar nicht bewußt und seine Theorie ist in sich konsistent.

Spengler ahnte übrigens, daß es mit seiner Philosophie noch nicht getan war und wir auf eine Cäsur zulaufen, die sich aus den Gedanken seines Hauptwerkes alleine nicht erklärt. Leider konnte er sein Buch, das die gesamte Menschheitsgeschichte "von Anfang an" in ein Bild bringen sollte, nicht fertig stellen. Im Nachlaß finden sich vereinzelte Fragmente wie dieses:

"Es treibt etwas, das um 5000 begann, einem Ende zu, lawinengleich. Die Gewitterschläge [werden] immer lauter, jäher. Die Städte immer krasser. Die Gesichter immer schärfer, zerklüfteter, gesteigert zu Persönlichstem. Die Leidenschaften furchtbarer, noch mehr Grausamkeit und Mitleid: Was ahnten die Ägypter von der inneren Qual eines Heraklit und Buddha? Was ahnte Buddha von der Folter und Zerknirschung des 13. Jahrhunderts? Wie gutmütig waren die Kriege der Römer, ihre Revolutionen, gegen unsre! Und wenn die russische Kultur überhaupt zur Geburt gelangt und nicht im Mutterschoß stirbt, was hat sie heute schon an Blut und Leid zu täglichem Bedürfnis!"

Darin wird schon der Gedanke angeschnitten, daß wir uns in einem geschichtlichen Ablauf befinden, der sich seit mindestens 7000 Jahren in immer fataler werdenden Umgriffen zyklisch steigernd zu dem Höhepunkt hochschaukelt, den wir im 21. Jahrhundert erleben, in dem sich alle Spannungen entladen.
Die Welt ist ja heute in einem Zustand, der kaum noch Entwicklung erlaubt. Sämtliche Völker und Regionen, die zur Hervorbringung einer Hochkultur imstande waren, haben diese bereits hinter sich und befinden sich im Fellachenstadium. Die russische Seele, die wohl noch Potential hat, droht von der Weltzivilisation erdrückt und mit ihr in den Abgrund gerissen zu werden. Noch wenige Jahrzehnte, dann ist die seelische Wüste komplett und die Welt reif für einen völligen Neubeginn.

Auch dieser Gedanke findet sich bereits bei Goethe:

Eckermann: „Die Entwicklung der Menschheit, sagte ich, scheint auf Jahrtausende angelegt.“
Goethe: „Wer weiß, erwiederte Goethe, — vielleicht auf Millionen! Aber laß die Menschheit dauern, so lange sie will, es wird ihr nie an Hindernissen fehlen, die ihr zu schaffen machen, und nie an allerlei Noth, damit sie ihre Kräfte entwickele. Klüger und einsichtiger wird sie werden, aber besser, glücklicher und thatkräftiger nicht, oder doch nur auf Epochen. Ich sehe die Zeit kommen, wo Gott keine Freude mehr an ihr hat und er abermals Alles zusammenschlagen muß zu einer verjüngten Schöpfung. Ich bin gewiß, es ist Alles danach angelegt und es steht in der fernen Zukunft schon Zeit und Stunde fest, wann diese Verjüngungs-Epoche eintritt. Aber bis dahin hat es sicher noch gute Weile, und wir können noch Jahrtausende und aber Jahrtausende auf dieser lieben alten Fläche, wie sie ist, allerlei Spaß haben.“

Mit Jahrtausenden und Aberjahrtausenden dürfte sich Goethe aber gründlich verschätzt haben.

Auch dieser Gedanke aus Spenglers Nachlaß ist bemerkenswert:

"Die älteren Formen bestehen fort, scheinbar, bei antiquierten Völkern herrschend. Franzosen und Italiener werden nicht mehr über die politische Form eines von Jahr zu Jahr komischeren Nationalismus hinauskommen. Der Franzose und Italiener reist nicht – als Sadist – er weiß vom andren aus Mangel an Distanz und Proportionsgefühl: das ist Chauvinismus. Das 19. Jahrhundert ist das der Nationalform der Öffentlichkeit: Parlamente, Einverleibung fremder Völker. Aber die ältere Form des dynamistischen Prinzips (Untertan, Territorien, ›mein‹ Volk) ist für den Alltagsmenschen das einzige, was er sieht, worin er lebt und wonach er handelt. Heute fängt das Stadium der Wirtschaftskomplexe an, aber das Alltagsgefühl wird noch hundert Jahre und länger das Nationalstadium als bestehend vortäuschen, und Völkerfragmente wie Polen und Tschechen werden in [den Wirtschaftskomplexen] aufgehen, ohne zu bemerken, daß ihre Aktionen längst ganz unwesentlich geworden sind."

Wir sind heute – fast 100 Jahre später – in den Wirtschaftskomplexen (der "neuen Weltordnung") völlig aufgegangen. Was Spengler über Polen und Tschechen schrieb, gilt heute auch für Franzosen, Engländer und nicht zuletzt Deutsche.
Der Mensch hält sich im Alltag noch für einen Deutschen und ist es im Grunde seiner Seele auch. Die Nationen als Ganzes sind hingegen längst aufgelöst und begrenzte Ballungen, wie Auflehnungen gegen die Masseneinwanderung, in denen sich die letzten Reste des Nationalgefühls manifestieren, sind völlig unwesentlich. Sie werden nichts mehr ausrichten. Der historische Prozeß stürzt einer zehntausendjährigen Lawine gleich zu Tale und wird nicht übrig lassen, was nicht wirklich tief wurzelt.
Das ist unsere ganze Tragik, bei hellwachem Bewußtsein den Tod in allen Einzelheiten zu erleben.

Aber es ist notwendig, daß alle abgelebten Formen, in denen keine Entwicklung mehr möglich ist, verschwinden und die Geschichte von neuem beginnt – auf einer verjüngten Erde und auf höherem Niveau.

Da fällt mir auf, noch etwas schneller im Erfassen der Geschichte als zyklischen Vorgang waren die Maya, oder?

Der Gedanke kommt intuitiv jeder Kultur.
Bei den Römern waren es die Weltzeitalter von gülden zu ehern, um schließlich erneut zu beginnen.
In der hinduistischen Kosmologie spielt sich in gigantischen Zeiträumen ähnliches ab, wobei wir uns heute im Kali-Yuga, dem Zeitalter des Verfalls befinden, das irgendwann einem neuen goldenen Zeitalter weicht.

Meines Erachtens befindet sich die Menschheit seit ihrem Erscheinen auf Erden in grauer Urzeit auf einem Weg hin zu einem fernen Endziel, auf dem sie sich zunehmend verfeinert und vergeistigt. Der Weg ist geprägt von zyklischen Aufstiegen und Niedergängen, wobei das Leben der Hochkulturen und der übergeordnete Zyklus von Atlantis bis in unsere Zeit womöglich ihrerseits nur die Modulation eines viel größeren Lebenslaufs sind, der die ganze Spezies betrifft.

Gruß
Taurec

--
„Es lebe unser heiliges Deutschland!“

„Was auch draus werde – steh’ zu deinem Volk! Es ist dein angeborner Platz.“


Weltenwende

Herzlichen Dank für die hervorragende Auskunft! (oT)

Rybezahl, Donnerstag, 22.10.2015, 01:55 vor 3751 Tagen @ Taurec 2488 Views

- kein Text -

--
Dieses Schreiben wurde elektronisch erstellt und enthält deshalb keine Unterschrift.

Mir gefallen die Beiträge von Taurec schon wegen der Abwechslung auch immer sehr gut.

trosinette @, Freitag, 23.10.2015, 10:35 vor 3749 Tagen @ Rybezahl 2072 Views

Guten Tag,

wenn der Debitismus aber als flach diskreditiert wird, wird unserem zaristischen Unruhegeist natürlich unbehaglich zumute und er sieht sich sogleich zu einer leidenschaftslosen(?) und irrthumsfreien(?) Replik mit total überraschendem Inhalt determiniert. Dieser Umstand scheint mir die Aussage des Erasmus von Rotterdam zu unterstreichen, der in seiner kleinen Schrift „Lob der Torheit“ feststellte, dass, wenn eine klare und tiefe Erkenntnis möglich ist, diese meist die Behaglichkeit des Lebens stört.

Mit freundlichen Grüßen
Schneider

Den Metaphysikern ist ihre Flachheit noch weniger bewusst als den Debitisten

Zarathustra, Donnerstag, 22.10.2015, 11:37 vor 3750 Tagen @ Taurec 2284 Views

bearbeitet von Zarathustra, Donnerstag, 22.10.2015, 11:56

[img][/img]... zumal jede Art Metaphysik wesentlich flacher ist als die debitistische These.

Hallo!

Hallo!!


Daß die debitistische Theorie allein als Geschichtsmodell taugt,
bezweifle ich. Es ist eine Wirtschaftstheorie, die auf die Wirtschaftsseite
des Lebens anwendbar ist.

Nein, es ist eine umfassende These. Die Wirtschaftsseite wird hergeleitet aus generell vorhandenen Rahmenbedingungen: dem Ur-Soll.

Sie zu verallgemeinern und Schuld als Triebfeder
der Geschichte zu betrachten, wäre (mit Spenglers Worten) "Denken in
Geld", was an sich schon eine Verfallserscheinung ist.

Es ist umgekehrt. Die allgemein vorhandenen Rahmenbedingungen waren die Basis, damit Wirtschaft und Religion entstehen konnten. Sie sind sozusagen ein Missbrauch und eine Pervertierung des Ur-Solls.


http://www.dasgelbeforum.net/ewf2000/forum_entry.php?id=17856

Spengler war die
Natur unseres Geldes sehr wohl bewußt: ein von allem greifbaren
abgezogenes, völliges Abstraktum, was dem faustisch-dynamischen, Raum und
Zeit überwindenden, der Unendlichkeit zustrebenden Impuls des Abendlandes
entspricht. Ein solches Geld, das ein rein geistiges Produkt ist, läßt
sich natürlich unendlich vermehren.

Das wäre neu.

Debitismus ist wohl eine treffende
Selbstbeschreibung des Systems, welches aus dem abendländischen Gelddenken
entstehen mußte.

Woher soll denn dieses Gelddenken kommen? Zuerst wurde ein Abgabezwang organisiert, und erst später kam das Gelddenken.

Dieses Gelddenken betrachtet die Geschichte natürlich
vor dem Hintergrund seines Weltbildes und findet damit eine
scheinbare Bestätigung, während es die Entfaltung des Lebens aus
dem metaphysischen, also von der Seele her nicht erkennen kann.

Die Entfaltung des Lebens kann niemand erkennen. Man kann nur erkennen, was offensichtlich ist: Ein unbedingter Lebenswille. Warum sich ein solcher entfaltet, kann niemand wissen. Man kann nur religiös/metaphysisch in der allzubekannten, mannigfaltigen Art und Weise darüber schwafeln, mit katholischen, wahabitischen oder kantianischen Göttern, Götzen und Strohmännern.

Dem
Debististen ist seine Flachheit gar nicht bewußt und seine Theorie ist in
sich konsistent.

Ich gehe eher davon aus, dass den Seelenpredigern und deren Zuhörern ihre haarsträubende Flachheit nicht bewusst ist.
Den metaphysischen Schwätzern hielt Wittgenstein zurecht entgegen: „Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen.“

Nietzsche über die Metaphysik und Gottglaube:

Weg mit den bis zum Ueberdruss verbrauchten Wörtern Optimismus und Pessimismus! Denn der Anlass, sie zu gebrauchen, fehlt von Tag zu Tage mehr: nur die Schwätzer haben sie jetzt noch so unumgänglich nöthig. Denn wesshalb in aller Welt sollte jemand Optimist sein wollen, wenn er nicht einen Gott zu vertheidigen hat, welcher die beste der Welten geschaffen haben muss, falls er selber das Gute und Vollkommene ist, – welcher Denkende hat aber die Hypothese eines Gottes noch nöthig?
..............................

Der Urglaube alles Organischen von Anfang an ist vielleicht sogar, dass die ganze übrige Welt Eins und unbewegt ist. – Am fernsten liegt für jene Urstufe des Logischen der Gedanke an Causalität : ja jetzt noch meinen wir im Grunde, alle Empfindungen und Handlungen seien Acte des freien Willens; wenn das fühlende Individuum sich selbst betrachtet, so hält es jede Empfindung, jede Veränderung für etwas Isolirtes, das heisst Unbedingtes, Zusammenhangloses: es taucht aus uns auf, ohne Verbindung mit Früherem oder Späterem. Wir haben Hunger, aber meinen ursprünglich nicht, dass der Organismus erhalten werden will, sondern jenes Gefühl scheint sich ohne Grund und Zweck geltend zu machen, es isolirt sich und hält sich für willkürlich. Also: der Glaube an die Freiheit des Willens ist ein ursprünglicher Irrthum alles Organischen, so alt, als die Regungen des Logischen in ihm existiren; der Glaube an unbedingte Substanzen und an gleiche Dinge ist ebenfalls ein ursprünglicher, ebenso alter Irrthum alles Organischen. Insofern aber alle Metaphysik sich vornehmlich mit Substanz und Freiheit des Willens abgegeben hat, so darf man sie als die Wissenschaft bezeichnen, welche von den Grundirrthümern des Menschen handelt, doch so, als wären es Grundwahrheiten.
........................
Missverständniss des Traumes. – Im Traume glaubte der Mensch in den Zeitaltern roher uranfänglicher Cultur eine zweite reale Welt kennen zu lernen; hier ist der Ursprung aller Metaphysik. Ohne den Traum hätte man keinen Anlass zu einer Scheidung der Welt gefunden. Auch die Zerlegung in Seele und Leib hängt mit der ältesten Auffassung des Traumes zusammen, ebenso die Annahme eines Seelenscheinleibes, also die Herkunft alles Geisterglaubens, und wahrscheinlich auch des Götterglaubens. "Der Todte lebt fort; denn er erscheint dem Lebenden im Traume": so schloss man ehedem, durch viele Jahrtausende hindurch.
..................
Bei der Philosophie nun gar, als bei der Spitze der gesammten Wissenspyramide, wird unwillkürlich die Frage nach dem Nutzen der Erkenntniss überhaupt aufgeworfen, und jede Philosophie hat unbewusst die Absicht, ihr den höchsten Nutzen zuzuschreiben. Desshalb giebt es in allen Philosophien so viel hochfliegende Metaphysik und eine solche Scheu vor den unbedeutend erscheinenden Lösungen der Physik; denn die Bedeutsamkeit der Erkenntniss für das Leben soll so gross als möglich erscheinen. Hier ist der Antagonismus zwischen den wissenschaftlichen Einzelgebieten und der Philosophie. Letztere will, was die Kunst will, dem Leben und Handeln möglichste Tiefe und Bedeutung geben; in ersteren sucht man Erkenntniss und Nichts weiter.
..........................
Metaphysische Welt. – Es ist wahr, es könnte eine metaphysische Welt geben; die absolute Möglichkeit davon ist kaum zu bekämpfen. Wir sehen alle Dinge durch den Menschenkopf an und können diesen Kopf nicht abschneiden; während doch die Frage übrig bleibt, was von der Welt noch da wäre, wenn man ihn doch abgeschnitten hätte. Diess ist ein rein wissenschaftliches Problem und nicht sehr geeignet, den Menschen Sorgen zu machen; aber Alles, was ihnen bisher metaphysische Annahmen werthvoll, schreckenvoll, lustvoll gemacht, was sie erzeugt hat, ist Leidenschaft, Irrthum und Selbstbetrug; die allerschlechtesten Methoden der Erkenntniss, nicht die allerbesten, haben daran glauben lehren. Wenn man diese Methoden, als das Fundament aller vorhandenen Religionen und Metaphysiken, aufgedeckt hat, hat man sie widerlegt. Dann bleibt immer noch jene Möglichkeit übrig; aber mit ihr kann man gar Nichts anfangen, geschweige denn, dass man Glück, Heil und Leben von den Spinnenfäden einer solchen Möglichkeit abhängen lassen dürfte. – Denn man könnte von der metaphysischen Welt gar Nichts aussagen, als ein Anderssein, ein uns unzugängliches, unbegreifliches Anderssein; es wäre ein Ding mit negativen Eigenschaften. – Wäre die Existenz einer solchen Welt noch so gut bewiesen, so stünde doch fest, dass die gleichgültigste aller Erkenntnisse eben ihre Erkenntniss wäre: noch gleichgültiger als dem Schiffer in Sturmesgefahr die Erkenntniss von der chemischen Analysis des Wassers sein muss.

........................

Metaphysische Erklärungen. – Der junge Mensch schätzt metaphysische Erklärungen, weil sie ihm in Dingen, welche er unangenehm oder verächtlich fand, etwas höchst Bedeutungsvolles aufweisen: und ist er mit sich unzufrieden, so erleichtert sich diess Gefühl, wenn er das innerste Welträthsel oder Weltelend in dem wiedererkennt, was er so sehr an sich missbilligt. Sich unverantwortlicher fühlen und die Dinge zugleich interessanter finden – das gilt ihm als die doppelte Wohlthat, welche er der Metaphysik verdankt. Später freilich bekommt er Misstrauen gegen die ganze metaphysische Erklärungsart, dann sieht er vielleicht ein, dass jene Wirkungen auf einem anderen Wege eben so gut und wissenschaftlicher zu erreichen sind: dass physische und historische Erklärungen mindestens ebenso sehr jenes Gefühl der Unverantwortlichkeit herbeiführen, und dass jenes Interesse am Leben und seinen Problemen vielleicht noch mehr dabei entflammt wird.

Da fällt mir auf, noch etwas schneller im Erfassen der Geschichte als

zyklischen Vorgang waren die Maya, oder?

Der Gedanke kommt intuitiv jeder Kultur.
Bei den Römern waren es die Weltzeitalter von gülden zu ehern, um
schließlich erneut zu beginnen.
In der hinduistischen Kosmologie spielt sich in gigantischen Zeiträumen
ähnliches ab, wobei wir uns heute im Kali-Yuga, dem Zeitalter des Verfalls
befinden, das irgendwann einem neuen goldenen Zeitalter weicht.

Ja, flach und anthropozentrisch, wie jede Religion und Metaphysik. Die realistischere, wissenschaftlichere Erkenntnis und Vorstellung, dass die Spezies wieder verschwindet, so wie unzählige andere auch, kommt ihnen gar nicht in den Sinn, weil sie sich ihrer Flachheit mangels naturwissenschaftlicher Kenntnisse nicht bewusst sind.

Meines Erachtens befindet sich die Menschheit seit ihrem Erscheinen auf
Erden in grauer Urzeit auf einem Weg hin zu einem fernen Endziel, auf dem
sie sich zunehmend verfeinert und vergeistigt. Der Weg ist geprägt von
zyklischen Aufstiegen und Niedergängen, wobei das Leben der Hochkulturen
und der übergeordnete Zyklus von Atlantis bis in unsere Zeit womöglich
ihrerseits nur die Modulation eines viel größeren Lebenslaufs sind, der
die ganze Spezies betrifft.

Allerdings!

Gruß
Taurec

Grüsse, Zara

Hawaii und die Gesetze alles Lebendigen

Kurt @, Freitag, 23.10.2015, 12:13 vor 3749 Tagen @ Taurec 2140 Views

Hi,

Spengler hat intuitiv Naturgesetze erkannt, die sich auch in historischen
Abläufen niederschlagen.

Dabei hat er (nach eigener Aussage) im Wesentlichen Goethes
Naturerkenntnis mit Nietzsches Philosophie kombiniert. Das Ergebnis ist
freilich mehr als die Summe seiner Teile.

Der Gedanke ist ebenso einfach wie genial: Alles Lebendige lebt nach
denselben Gesetzen
, wobei es völlig gleich ist, ob es sich dabei um ein
Tier, eine Pflanze oder ein Kollektiv aus einer Vielzahl Einzelleben (eben
Völker) handelt.

Ja. Selbige Gesetze alles Lebendigen harren nun noch der Bewusstmachung -- wobei sie so dicht vor Augen stehen (da wir bis in jeden Zellkern hinein auf denselben basieren), dass wir sie ob ihrer jahrmillionenalten Selbstverständlichkeit und Allgegenwart einfach nicht sehen wie den sprichwörtlichen Wald vor lauter Bäumen.

Daß die debitistische Theorie allein als Geschichtsmodell taugt,
bezweifle ich. Es ist eine Wirtschaftstheorie, die auf die Wirtschaftsseite
des Lebens anwendbar ist. Sie zu verallgemeinern und Schuld als Triebfeder
der Geschichte zu betrachten, wäre (mit Spenglers Worten) "Denken in
Geld", was an sich schon eine Verfallserscheinung ist.

Debitismus beschreibt Oldschool. Altes Testament. Grundstudium. Erster Hauptsatz. Energieerhaltung. Saldenmechanik. Auge um Auge -- und was bei derartigen Versuchen perfekter Schuldbuchhaltung halt am Ende rauskommt. Päng.

Rauskommen muss, weil diese kindischen Versuche einfach alle gegen das Ur-Gesetz allen Lebens verstoßen (welches ich hier ausnahmsweise mal wieder nicht verlinke).

Spengler ahnte übrigens, daß es mit seiner Philosophie noch nicht getan
war und wir auf eine Cäsur zulaufen, die sich aus den Gedanken seines
Hauptwerkes alleine nicht erklärt. Leider konnte er sein Buch, das die
gesamte Menschheitsgeschichte "von Anfang an" in ein Bild bringen sollte,
nicht fertig stellen. Im Nachlaß finden sich vereinzelte Fragmente wie
dieses:

Schade -- allerdings...

"Es treibt etwas, das um 5000 begann, einem Ende zu, lawinengleich. Die
Gewitterschläge [werden] immer lauter, jäher. Die Städte immer krasser.
Die Gesichter immer schärfer, zerklüfteter, gesteigert zu
Persönlichstem. Die Leidenschaften furchtbarer, noch mehr Grausamkeit und
Mitleid: Was ahnten die Ägypter von der inneren Qual eines Heraklit und
Buddha? Was ahnte Buddha von der Folter und Zerknirschung des 13.
Jahrhunderts? Wie gutmütig waren die Kriege der Römer, ihre Revolutionen,
gegen unsre! Und wenn die russische Kultur überhaupt zur Geburt gelangt
und nicht im Mutterschoß stirbt, was hat sie heute schon an Blut und Leid
zu täglichem Bedürfnis!"

... sind das "nur" Fragen und Klagen, aber keine Antworten und schon gar keine Modelle. Also haben wir wohl gar nicht so Entscheidendes von Spengler verpasst, bzw. lässt sich das noch nachholen.


Und wenn es dafür einen praktikablen Einstieg für @jedermann gibt (@jedefrau hätte es, jedenfalls theoretisch, schon ein ganzes Stück weit von sich aus drauf), dann ist es dieser hier.

Solipsismus, Konstruktivismus, Autopoiese, Saldendynamik, Determinismus und Christentum erstmalig auf einen mehr als magischen Nenner gebracht. Wenn das nicht der Kühlerâ„¢ und Jesus 2.0 für Dummies ist (diesmal ohne Guru-Pyramideâ„¢), will ich einen Besen fressen.

Das musste zwischen zwei Tritten ins Hamsterrad mal gesagt werden.

--
Für das verantwortlich zu sein, was ich sage, ist eine Sache.
Aber dafür verantwortlich zu sein, was jeder, der in meinem Leben vorkommt,
sagt oder tut, ist eine ganz andere Sache.

Ein unendliches Spiel

nemo, Freitag, 23.10.2015, 14:02 vor 3749 Tagen @ Taurec 2003 Views

Aber es ist notwendig, daß alle abgelebten Formen, in denen keine
Entwicklung mehr möglich ist, verschwinden und die Geschichte von neuem
beginnt – auf einer verjüngten Erde und auf höherem Niveau.

Meines Erachtens befindet sich die Menschheit seit ihrem Erscheinen auf
Erden in grauer Urzeit auf einem Weg hin zu einem fernen Endziel, auf dem
sie sich zunehmend verfeinert und vergeistigt. Der Weg ist geprägt von
zyklischen Aufstiegen und Niedergängen, wobei das Leben der Hochkulturen
und der übergeordnete Zyklus von Atlantis bis in unsere Zeit womöglich
ihrerseits nur die Modulation eines viel größeren Lebenslaufs sind, der
die ganze Spezies betrifft.


Hallo Taurec,

naja, ich denke, dass die alten Hochkulturen der Ägypter, Maya usw. viel feiner
und vergeistigter waren, als die heutige Menschheit.

Das bedeutet, dass durch Entropie oder durch die Auflösung von wirklichen
Zielen, das Wissen immer mehr abnimmt. Wir können beobachten, dass unsere
Gesellschaft nicht von geistigen Größen geleitet wird, sondern zunehmend
von automatisierten, technologischen Prozessen, die immer komplexer
werden. Und damit immer sinnloser.

Vielleicht gibt es überhaupt keine lineare Entwicklung. Sowenig wie
es eine lineare Zeit gibt. Das würde bedeuten, dass die Menschheit sich
in einem Kreislauf befindet, der kein Ziel hat, außer der Möglichkeit des
Wachstums der Bewusstheit. Aber das ist nur eine Möglichkeit und kein
automatischer Prozess. Wird diese Möglichkeit nicht genutzt, verfallen
Zivilisationen und beginnen wieder als kleine Gemeinschaften. So wie die
verschiedenen Indianerstämme Amerikas aus Hochzivilisationen stammen,
die in kleine Gruppen zerfallen sind und dann praktisch fast ausgelöscht
wurden.

Ein unendliches Spiel.

Gruß
nemo

Erinnert an den kommenden Aufstand..;-)

Centao @, Mittwoch, 21.10.2015, 12:27 vor 3751 Tagen @ Orodara 2342 Views

Hallo Orodara,

aber kann ich erst nach den ca. 53 Seiten einschätzen.

Aber immerhin ein Manifest von 2013 mit klarer Aktualität.

Danke und Gruß,
CenTao

Das Bild danach

trosinette @, Mittwoch, 21.10.2015, 08:05 vor 3751 Tagen @ Centao 2724 Views

Guten Tag,

Somit fehlt dieser "Gesellschaft" das Bild danach

Die DDR Widerständler und Intellektuellen hatten allerdings den großen Vorteil, dass sie mit dem goldenen Westen ihr Bild ganz praktisch direkt vor der Nase hatten. Sie mussten also nur das bestehende DDR-Bild zerstören, ohne ein neues Bild zu zeichnen.

Zur Zerstörung eines Bildes bedarf es keiner großartigen intellektuellen Leistung. Im sogenannten Zeitalter der Kritik darf sich jeder Hampelmann dazu berufen fühlen.

Das alternative Bilderflickwerk, das mir die vermeintlichen Intellektuellen im Moment skizzieren erscheint mir als Monarchie, Stammesgesellschaft (kleiner Solidargemeinschaft) oder direkte (totale) Demokratie. Wobei die beiden erstgenannten Bilder zurzeit jeglicher geistiger Grundlage entbehren und die direkte Demokratie im Grunde kein neues Bild darstellt, sondern nur unseren fragwürdigen Zeitgeist fortschreiben möchte.

Mit freundlichen Grüßen
Schneider

Wollten die DDR-Dissidenten wirklich nur den Konsumpalast

Centao @, Mittwoch, 21.10.2015, 12:49 vor 3751 Tagen @ trosinette 2321 Views

in dem wir alle hausen?

Wo doch nur Mangel & Not wirklich große Kunst hervorbringen können..<img src=" />

Hallo Schneider,

nun bei den Debitisten stehen ja immerhin Zahlengesetze, Zivilsationspsychologie und daraus abgeleitet Szenarien hinter den Annahmen, was aber nimmt die Kunst der Vorhersage gesellschaftlicher Entwicklungen?

Ja, der Zeitgeist ist gerade so eine Sache, ist er doch selbst unschlüssig zwischen Versprechungen zur kommenden Utopie oder Apokalypse.., aber warum sucht eigentlich kaum jemand den Weg zum Glück (abseits seichter Frauenromane..)?

Als ich heute früh Bilder von Flüchtlingen im kalten & nassen Slowenien mit Pömps, Sandalen, kurzen Hosen und Turnschuhen & Handy sah, war mir klar es leben offensichtlich fast alle Völker nur noch in der zwangsdebilen Moderne...

Zwingt uns also der bundesdeutsche Zeitgeist zur Infantilität und Hartz-IV?

Den DDR-Intellktuellen konnte man zumindenstens etwas Pragmatismus vorwerfen.., aber offen nach dem totalen Kapitalismus haben die nie geschrie(be)n, oder?

Gruß,
CenTao

Debattierclubs können mit den Ereignissen nicht mithalten.

trosinette @, Freitag, 23.10.2015, 10:41 vor 3749 Tagen @ Centao 2055 Views

Guten Tag,

aber offen nach dem totalen Kapitalismus haben die nie geschrie(be)n, oder?

Ehrlichgesagt weiß ich nicht wonach das „Neue Forum“ oder „Der demokratische Aufbruch“ usw. genau geschrie(be)n haben. Es ging aber sicherlich um Angelegenheiten, die im goldenen Westen auch oben auf der Agenda standen. Der Goldene Westen ist ja nicht nur Kapitalismus, sondern auch Demokratie, Menschenwürde, Freiheit, individuelle Selbstherrlichkeit usw. usf.

Festzustehen scheint mir aber, dass die oppositionellen Debattierclubs der DDR offenbar von den Ereignissen überrannt wurden. Und zurzeit merken unsere intellektuellen Dichter und Denker vielleicht auch, dass sie mit den Ereignissen nicht mithalten können und halten deshalb vorsorglich die Klappe.


Mit freundlichen Grüßen
Schneider

Der Faunus Nachrichtendienst bringt es ja anscheinend an den Tag..

Centao @, Freitag, 23.10.2015, 11:52 vor 3749 Tagen @ trosinette 2036 Views

Schneider, wie oft den größten Anteil am Korn der Wahrheit..:-)

Wenn dann noch kommt, das selbst die Nachrichten höchstselbst vom @Faunus NN24 gebracht, auch noch älter sind als die Realität vor Ort, dann gnade uns..

Beste Grüße,
CenTao

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