Wie sich die Bilder und Texte gleichen, nur 25 Jahre später: DDR am 16.10.1989 (mL)

DT @, Dienstag, 20.10.2015, 01:06 vor 3753 Tagen 3742 Views

bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 20.10.2015, 01:15

Ausgerechnet aus dem SPIEGEL 42/1989:

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13497940.html

Zitat:
Als "Provokateure" und "Rowdys" beschimpfte die SED-Provinzpresse die Demonstranten, und das SED-Zentralorgan Neues Deutschland (ND) schrieb über den brutalen Einsatz, mit dem Vopos und Stasi am Jubiläumsabend im Ost-Berliner Stadtbezirk Prenzlauer Berg eine Demo von rund 7000 "Randalierern" aufgelöst hatte , triumphierend: "Die Rädelsführer wurden festgenommen."

Gestern abend in Dresden:
[image]
WER ist da der "schwarze Block" und vermummt?

...
"Die Wende kam aus Sachsen: 50 000 Menschen, vom Kind bis zum Greis, Studenten, Arbeiter und Intelligenzler, formierten sich am frühen Montag abend in der Messestadt Leipzig zu einem endlosen Zug um die Stadt. Die Massen skandierten immer wieder "Gorbi, Gorbi" oder "Wir sind das Volk".

Soviel Volkspower hatten die Genossen seit dem 17. Juni 1953 nicht mehr erlebt, dem traumatischen Datum der Ost-Republik."
...

"Einer von denen dürfte noch vor den Greisen fallen: Joachim Herrmann, im Politbüro verantwortlich für Agitation und Propaganda. Die miese Presse und das triste Fernsehen wollen Parteibasis und Arbeiter seit Wochen dringlich verändert sehen.

Wie immer in der DDR, in deren Presse höchst selten echte politische Informationen auftauchen, erblühten sogleich die Spekulationen."

Deja vu.

http://www.zeit.de/politik/deutschland/2015-10/pegida-maiziere-innenminister-rechtsextr...

Rufen Sie jetzt: "Orbi, Orbi, wir sind das Volk"? (oT)

Sundevil @, Dienstag, 20.10.2015, 07:17 vor 3752 Tagen @ DT 2041 Views

- kein Text -

Politik und Realität

Kaladhor @, Münsterland, Dienstag, 20.10.2015, 07:50 vor 3752 Tagen @ DT 2021 Views

Die Politik sollte sich vielleicht mal mehr um die Sorgen und Bedenken der Menschen kümmern, statt einfach nur platt zu diffamieren. Sowas kann nämlich sehr schnell zu einem unangenehmen Boomerang (richtig geschrieben???) werden, und dann sind irgendwelche notdürftig zusammen gezimmerten Galgen wirklich deren kleinste Sorge - mal abgesehen davon, dass im schlimmsten Falle niemand erst noch einen Galgen bauen würde, wenn an den Straßen genug Laternen verfügbar sind.

Unseren Politikschranzen ist anscheinend nicht wirklich klar, auf welch dünnem Eis sie sich bewegen, aber das hat wahrscheinlich seine Ursache auch in der merkwürdigen Berichterstattung in dieser Republik. Wahrscheinlich herrscht in den oberen, politischen Etagen genau derselbe Realitätsverlust vor, wie damals im Politbüro der SED, weil die eigenen Lügen und Beschönigungen mittlerweile als Wahrheit betrachtet werden.

Gruß,
Kaladhor

--
Ich bin nicht links, ich bin nicht rechts, ich kann noch selber denken!

Ist das Satire? Oder ein leiser Aufruf zum Widerstand?

Stefan @, Dienstag, 20.10.2015, 08:11 vor 3752 Tagen @ DT 2323 Views

Ich habe gerade diesen Artikel gelesen. Der Innenminister des Saarlandes hat was zu sagen, auch wenn er nicht gut reden kann (er war neulich mit seiner inhaltlich sehr guten Rede vor dem Landesparlament hier vertreten, Stichwort: Zalando-Schuhe ohne Bezahlung).

http://www.welt.de/politik/deutschland/article147789268/Wenn-das-erste-Baby-erfriert-da...

Zitat:
Aber in Bremen, Hamburg oder Nordrhein-Westfalen ist jede dritte Turnhalle auf Dauer belegt. Da wird die Stimmung bald sehr, sehr schlecht werden. Außerdem steht der Winter vor der Tür. Wenn irgendwo das erste Baby erfriert, dann ist was los. Dann gibt es Zwangsbelegungen, und die Aggressionen werden eskalieren.

Zwangsbelegungen, meint der Mann das ernst? Oder will er der Bevölkerung mit diesem deutlich gemalten Bild signalisieren, endlich auf die Straße zu gehen? Ich halte nichts von den Auswanderungsdrohungen, aber wenn ich einen dieser Primitiven in meine Bude eingewiesen bekomme, dann war es das für mich.

Oder das hier:
Das Deutschland, wie wir es kennen, wird völlig auf den Kopf gestellt. Fast alles, was wir bisher angenommen haben, ist Makulatur – in der Bildungsplanung, auf dem Arbeitsmarkt oder dem Städtebau. Nur ist das vielen noch nicht bewusst. De facto entstehen neue Städte und Dörfer. Das wird zu Problemen führen, wir brauchen völlig neue Landesplanungen.

Er spricht von neuen Städten und neuer Infrastruktur, die auf Bundesebene geplant werden soll. Das kann er nicht ernst meinen.

Gruß vom Stefan

Städte für Flüchtlinge bauen - so schnell geht das (mL)

Mercury @, Dienstag, 20.10.2015, 14:56 vor 3752 Tagen @ Stefan 1574 Views

Hallo Stefan,

heute morgen wurde dieses lesenswerte Interview veröffentlicht

http://www.welt.de/politik/deutschland/article147789268/Wenn-das-erste-Baby-erfriert-da...

Oder das hier:
Das Deutschland, wie wir es kennen, wird völlig auf den Kopf gestellt.
Fast alles, was wir bisher angenommen haben, ist Makulatur – in der
Bildungsplanung, auf dem Arbeitsmarkt oder dem Städtebau. Nur ist das
vielen noch nicht bewusst. De facto entstehen neue Städte und Dörfer. Das
wird zu Problemen führen, wir brauchen völlig neue Landesplanungen.
(Hervorhebung von mir)
Er spricht von neuen Städten und neuer Infrastruktur, die auf Bundesebene
geplant werden soll. Das kann er nicht ernst meinen.

Und jetzt kommt dieser Artikel dazu:

Willkommen in Neu-Aleppo Soll nur einige hundert Millionen für 30.000 Menschen kosten.

Nicht einmal drei Stunden liegen zwischen den Veröffentlichungen.

Damit ist dieser Welt-Artikel fast widerlegt: Dem deutschen Ingenieur ist die Welt zu schnell geworden. Immerhin scheinen die deutschen Architekten umwerfend schnell.

Gruß

Mercury

--
„Meine Arbeit ist ein Versuch, mit großer Traurigkeit die Tatsache der westlichen Kultur zu akzeptieren." Ivan Illich

Also warum treten wir nicht gleich ein Bundesland ab, quasi als Exil-Syrien? (oT)

Herzog Waydelich @, Dienstag, 20.10.2015, 15:22 vor 3752 Tagen @ Mercury 1586 Views

- kein Text -

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Den Sozialismus in seinem Lauf, hält weder Bulle noch Bär auf

Das ist lächerlich

Stefan @, Dienstag, 20.10.2015, 19:57 vor 3752 Tagen @ Mercury 1107 Views

Willkommen in Neu-Aleppo Soll nur einige hundert Millionen für 30.000 Menschen kosten.

Das ist lächerlich. Zumindest, wenn man den Artikel mit ein klein wenig ökonomischen Verstand und etwas Lebenserfahrung in der bundesdeutschen Lebensrealität betrachtet.

Ghettos sind die logische Konsequenz, die Integration wird nicht einmal im Ansatz funktionieren. Die aktiven Politiker ziehen sich dann schulterzuckend ins Exil zurück und Generationen von Bürgern werden ein auf Dauer extrem gestörtes Verhältnis zur Politik davontragen.

Meine Güte, wie hoch wird der bereits heute entstandene Schaden sein. Es ist ein Alptraum.

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