Treuhand/Rohwedder Mord
Wenn man sich das große Bild anschaut, dann muss man zur Kenntnis nehmen,
dass
die ehemalige DDR und damit alle Ossis über den Tisch gezogen wurden.Anstatt eines vereinigten Deutschlands haben die Ossis ein amerikanisches
Deutschland bekommen. Nix mit Freiheit und Demokratie.
In diesem Zusammenhang sollte man sich auch nochmal näher mit dem Mord an Treuhand-Chef Detlef Rohwedder beschäftigen, den angeblich die "Rote Armee Fraktion" verübt haben soll. Rohwedder stand ja mit seinen Ideen eben nicht für den blinden Ausverkauf florierender Industriebetriebe, sondern favorisierte einen sanfteren, sozialeren Weg. Wer "Big Money" in die Suppe spuckt, der beisst notfalls auch ins Gras bzw. findet sich darunter wieder.
"Detlef Rohwedder, 1. Treuhand-Chef:
Wollte er die DDR nicht abwickeln wie erwartet?
Deshalb seine Ermordung?
Dieser Detlef Rohwedder war ein weiterer Mensch, der sich eigenverantwortliche Gedanken um die Zukunft unseres Landes machte. Auch er hatte weitreichende Visionen im Interesse Deutschlands entwickelt. Als führender Industrievertreter und erster Chef der Treuhand war er damit betraut, die sogenannten Volkseigenen Betriebe der DDR in die deutsche Wirtschaft einzugliedern. Es dauerte eine Weile, aber 1990/91 kam er dahinter, daß selbst die durchaus noch nützlichen Industriebetriebe einfach platt gemacht werden sollten, um so den West-Konzernen Konkurrenz vom Halse zu schaffen. Er kam schließlich zu dem Schluß, daß die rücksichtslose "Privatisierung" einiger durchaus überlebensfähigen DDR-Industrien nicht akzeptable soziale Folgen hätte.
Er erlaubte sich gegen den Strom zu schwimmen und wollte zu Beginn des Jahres 1991 das Treuhandkonzept "Erst Sanierung, dann Privatisierung" ändern. Immer unter dem Aspekt der sozialen Folgen. Der Mann wagte doch tatsächlich die Interessen der Großfinanz an der Wallstreet zu unterlaufen. Das war der Zeitpunkt, wo sich wieder das RAF-Phantom "zu Wort" meldete. Detlef Rohwedder wurde mit einem Gewehr, von der Grundstückgrenze seines Eigenheimes aus, durchs Fenster in seinem Arbeitszimmer erschossen."
http://inge09.blog.de/2010/02/11/morde-alfred-herrhausen-detlef-rohwedder-neuer-sicht-7...
Nach seinem Tod gab es freie Fahrt für eine wahre Ausplünderungsorgie, die alles platt machte, was es an Werten in der DDR gab. Diese Schockwelle betraf, oberflächlich gesehen, mehr oder weniger nur unsere Ostdeutschen Landsleute, die heutige betrifft uns alle. Die Strippenzieher im Hintergrund sind die gleichen.
Es gibt eine kritische Aufarbeitung des Falles in Romanform, ich habe das Buch gelesen und kann es nur empfehlen.
Die Blaue Liste - Georg Denglers erster Fall
Wolfgang Schorlau
http://www.schorlau.com/Blaue-Liste.html
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"Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, dass er tun kann was er will, sondern das er nicht tun muss, was er nicht will."
Jean-Jacques Rousseau