Gilt für Monterone und für Morpheus gleichermaßen als Antwort.
Ja, was tun? Schweigen, sich im stillen Kämmerlein darüber aufregen? Bis zur nächsten Wahl warten?
Ob es was hilft, weiß ich nicht, - aber ich schreibe. Irgendwie fühl ich mich danach besser, - weil ich wenigstens das Mindeste getan habe, was man (noch) tun kann, - nämlich den Mund aufmachen.
Rein rechnerisch betrachtet: Wenn nur jeder 1000ste ein derartiges Schreiben verfassen würde, dann wären das rund 80.000 Mails. Braucht ja kein Roman sein, so wie bei mir. Ein paar Zeilen des Mißfallens, der Entrüstung darüber genügen schon.
Die Mailadressen:
Regierungspräsidium Kassel: poststelle@rpks.hessen.de
Ministerpräsident Hessen: info@stk.hessen.de
Bundeskanzlerin Merkel: internetpost@bundeskanzler.de
Meine drei Schreiben habe ich auf einem Gesamtblatt zusammengefaßt, das derzeit die Runde in mehreren Foren macht:
Betreff: http://www.hna.de/kassel/kreis-kassel/lohfelden-ort53240/nach-umstrittenen-aussagen-reg...
Anläßlich des Vorfalles vom 14.10.2015 sowie der Tatsache, dass keine Entschuldigung, sondern sogar noch eine Bekräftigung der Äußerung erfolgt, fühlte ich mich genötigt, die nachstehenden Schreiben zu verfassen:
1)Regierungspräsidium Kassel (Dienststelle von Herrn Lübcke)
Sehr geehrte Damen und Herren,
in Unkenntnis einer Mailadresse von Herrn Lübcke persönlich bitte ich Sie, diese Zeilen an Herrn Lübcke weiterzuleiten. Der Ordnung halber möchte ich erwähnen, dass ich dieses Schreiben als Offenen Brief verwende und mir erlaube, es in den Net-Foren und Ländern der EU zu verwenden, die mir als geeignet erscheinen.
Es ist mir bekannt, dass derlei Anschreiben zum überwiegenden Teil unbeantwortet bleiben. Aber es existiert eine Chance von ca. 5 %, dass diese Zeilen dem Empfänger zugeleitet werden.
Mit freundlichen Grüßen
2)Ministerpräsident des Landes Hessen, Herrn Bouffier
3)Bundeskanzlerin Angela Merkel ( inhaltsgleich, nur mit geändeter Anrede)
Ich bitte, diese Zeilen sowie den Anhang an den Herrn Ministerpräsidenten Bouffier/ Frau Bundeskanzlerin Merkel weiterzuleiten. Der Ordnung halber möchte ich erwähnen, dass ich dieses Schreiben als Offenen Brief verwende und mir erlaube, es in den Net-Foren und Ländern der EU zu verwenden, die mir als geeignet erscheinen.
Sehr geehrter Herr Ministerpräsident/ Frau Bundeskanzlerin,
in der Anlage überlasse ich Ihnen den Inhalt eines Mails an Herrn Walter Lübcke. Ich gehe davon aus, dass Herr Lübcke im Amt bleibt, weil diese Äußerungen innerparteilich abgesprochen sind. Wahrscheinlich ist diese Art der Politik - und deren Umsetzung - bei der CDU als Grundlage vereinbart.
So ist es auch zu erklären, warum sich die beiden Regierungsparteien im Bund in dieser Sache - gegen die Interessen der Bürger - einigen können: Herr Gabriel als Vorsitzender der SPD bezeichnet die Andersdenkenden als "Pack" und die CDU empfiehlt dieser Gruppe das Auswandern.
Unter diesen Umständen ist es nachvollziehbar, dass sich die demokratischen Kräfte nur mehr als Alibi und unwirksam empfinden. Die Ignoranz und Maßlosigkeit der Regierung bei ihrem Vorgehen war auch der Grund dafür, warum sich in den 60er Jahren die APO gebildet hat. Wenn es wieder zur Radikalisierung der Bevölkerung auf den Straßen des Landes kommt, dann tragen diejenigen, die derzeit das Sagen haben, den überwiegenden Anteil an dieser Entwicklung.
Das Schlimme dabei ist nur, dass sich diejenigen dann der Verantwortung entziehen werden, indem sie einfach zurücktreten und ihre Pensionen genießen, ungeachtet de Schadens, den sie angerichtet haben.
Aber letztlich ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich ein altes Zitat von Karl Theodor Körner bewahrheitet:
"Noch sitzt ihr da oben ihr feigen Gestalten, vom Feinde bezahlt und dem Volke zum Spott.
Doch einst wird wieder Gerechtigkeit walten, dann richtet das Volk und es gnade euch Gott!"
Mit freundlichen Grüßen
Inhalt des Anhangs (bei allen drei Schreiben identisch):
Sehr geehrter Herr Lübcke,
mit Erschrecken habe ich Ihre Äußerung vom 14.10.2015 im Bürgerhaus in Lohfelden vernommen. Ich denke, man muss diese Äußerung nicht wiederholen, sie ist bereits in aller Munde. Insofern haben Sie eine traurige Berühmtheit erworben, denn man kennt nun Ihren Namen nicht nur im Einzugsbereich Kassels, sondern weit darüber hinaus. Sogar in Siebenbürgen, im entfernten Rumänien, wird darüber diskutiert.
Nun ist die Marschrichtung Ihrer Parteivorsitzenden ja seit längerem zu beobachten. Mit den Hinweisen, dass „wir diese Einwanderer als Facharbeiter brauchen“ und mit dem Slogan „wir schaffen das“ konnte man in etwa die Zielrichtung erkennen. Nun aber haben Sie die Wahrheit beim Namen genannt, wodurch Mißverständlichkeiten ausgeräumt sind: Das „wir“ sind irgendwelche Gruppierungen im Dunstfeld der Regierung, aber nicht das deutsche Volk.
Derjenige, der mit dieser Politik nicht einverstanden ist, der soll sich nicht der demokratischen Mittel bedienen, die das Grundgesetz bietet, nämlich Demonstrationen, Bürgerprotesten, Unterschriftenaktionen, Volksentscheid bis zum Votum an der Wahlurne, nein, derjenige soll besser das Land verlassen.
Das hat natürlich den Vorteil, dass man dann auf die Wählerstimmen derer rechnen kann, denen das egal ist oder die diese Politik sogar für gut befinden. Aber es hat überhaupt nichts mit dem demokratischen Grundprinzip zu tun, so wie es Voltaire formuliert hat:
„Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür geben, daß du es sagen darfst.
Her Lübcke, Sie sind – genauso wie ich – vom Alter her mit der „Gnade der späten Geburt“ gesegnet, so wie es Ihr früherer Parteivorsitzender mal formuliert hat. Allerdings habe ich mich sehr eingehend mit der 1. Hälfte des vergangenen Jahrhunderts beschäftigt, einfach aus Neugier, weil mein Großvater damals im Widerstand gegen Hitler umgekommen ist.
Nun stelle ich die Duplizität zur Vorgehensweise der 30er Jahre fest. Dabei meine ich nicht das sozialpolitische Thema, sondern vielmehr die Methoden. Es beginnt damit, dass man den Andersdenkenden diffamiert. Dann beschneidet man die Meinungsfreiheit, der nächste Schritt ist die unverblümte Aufforderung an den „Andersdenkenen“, das Land zu verlassen. Den Ablauf der nächsten Schritte können sie der leidvollen Geschichte der 30er und 40er Jahre entnehmen.
Natürlich ist generell zu beobachten, dass kaum jemand aus der Geschichte gelernt hat, - am wenigsten die Politiker. Trotzdem - oder gerade deswegen – ist der Spruch „Wehret den Anfängen“ für mich eine klare Aussage. Bedanken Sie sich bei der Gutmütigkeit der im Saal Anwesenden und deren demokratischen Grundeinstellung zur Redefreiheit. In anderen Ländern hätten Sie angesichts Ihrer Äußerung den Saal nur unter Polizeischutz verlassen können.
Ein berühmtes Zitat von Mahatma Gandhi sollten Sie beherzigen:
„Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.“
Mit freundlichen Grüßen