Geldanlage Kleingartenanlage

Hans @, Mittwoch, 14.10.2015, 19:34 vor 3757 Tagen 3166 Views

Hallo liebe Foristen,
in Sachsen-Anhalt werden zurzeit Grundstücke bzw. Teile von ihnen angeboten, auf denen Kleingartenanlagen stehen. Sie werden von den regionalen Verbänden nach dem Bundeskleingartengesetz verwaltet und erbringen für den Landbesitzer so 6 bis maximal 12 Cent pro qm. Auch in Leipzig z.B. läuft ein Angebot mit 12 Cent. Leerstände sind bis 25 % vorhanden, was aber innerhalb des jeweiligen Vereins abzufedern ist.
Die Vereine übernehmen zudem die öffentlichen Lasten und die gesamte Verwaltung.
Macht es eigentlich für einen konservativen langfristigen Anleger Sinn, so bei 2 bis 5 % Rendite hier einzusteigen? Ist das Geld auf dem Konto nicht mehr gefährdet? Sollte der Anleger dort auch in der Nähe wohnen? Unterschiede zwischen Groß- und Kleinstadt?
Das Ganze muss natürlich in die Großwetterlage eingeordnet werden. Auf Meinungen bin ich gespannt.
Vielen Dank!

Kaufen, es ist keine Geldanlage, aber was zu fressen kann man selber anbauen.

Mirko, Česko, Mittwoch, 14.10.2015, 19:46 vor 3757 Tagen @ Hans 2534 Views

Ich habe selber so ein Garten, die Laube hat eine Heizung und ein WC mit Dusche. Würde nicht das Wasser abgestellt und ich offiziell wohnen dürfte, dann wäre ich sofort "eingezogen". Ich habe Abends viel draußen gessen, Fuchs und Dachs kamen vorbei. ...man kannte sich. Der Pirol sagte jeden morgen, guten Morgen.

Kleingärten werden verschwinden - siehe Magdeburg aktuell.

modesto, Mittwoch, 14.10.2015, 21:08 vor 3757 Tagen @ Hans 2968 Views

Guten Abend Hans,

diese wunderbaren Kleingärten werden Bauland Platz machen.
Das sind innerstädtische Filetstücke.

Aktuelles Beispiel aus Magdeburg - andere werden folgen:

"Aus dem 100-Seiten-Papier geht hervor, dass in den nächsten zehn Jahren bis zu 4000 Schollen im Stadtgebiet wegfallen sollen. Grund ist der immer größer werdende Leerstand in den Sparten. Die meisten Gärten sollen in Bauland umgewidmet werden."

http://www.volksstimme.de/lokal/magdeburg/entwicklungskonzept-4000-grten-in-magdeburg-s...

Sollte einem dann ein in Bauland umgewidmetes Stück gehören, wird die Stadt ein Angebot machen, zum aktuellen Wert von Brachland/ Gartenland abzukaufen, anderenfalls zahlt man die Ausgleichsabgabe für die Wertdifferenz.
Spekulation damit ausgeschlossen.

Einen ruhigen Abend wünscht
modesto

Städte werden verschwinden, Kleingärten werden bleiben.

Konstantin ⌂ @, Waldhessen, Mittwoch, 14.10.2015, 23:47 vor 3757 Tagen @ modesto 2803 Views

Städte sind langfristig nicht zu halten. Der Arbeitsaufwand und der Flächenbedarf ist viel zu groß. Es geht nicht um die Finanzen, denn Geld ist auch keine langfristige Geschichte.

Wir alle kommen aus dem Paradies und werden dort auch wieder hin finden. Wir waren Gärtner und werden wieder Gärtner werden. Alles andere dazwischen ist wohl nur ein sinnloser Wimpernschlag im Universum.

Humus und Human haben den selben Wortstamm. Nimm den Humus weg und die Menschlichkeit verschwindet. Wir sind Erdlinge, oder wir sind nicht.

Kleingärten kaufen als gewinnbringende Geldanlage? Was für eine komische Idee. Land kann nicht gekauft werden, da es kein von Menschen gemachtes Produkt ist. Das Land war schon immer da. Man kann höchstens ein paar "Rechte" kaufen, die dem Stück Land zugerechnet werden. Doch auch das Rechtssystem ist langfristig nicht zu halten. Dann ist das Geld und die "Rechte" weg.

Die Perspektive, die bleibt: Häuser max. 2 Stockwerke, jeder seinen Garten, pro Familie ein Hektar (inkl. Wald und Wildnis):

Low-rise planet. Measure in urban geography
https://youtu.be/GOub5Zrx1V8

Es ist egal ob man das will. Es macht Sinn und es kommt so. Da kann das bockige Kind im Manne noch so sehr toben, weil es technikverblendet sinnlosen Größenwahn spielen will.

Wer meint, dass die Naturgesetze keine Gültigkeit haben, der mag mal probieren 10 Minuten lang nicht zu atmen. Und wer dieses Experiment abbricht wer er spürt (OH je, endlich mal wieder was gespürt??), dass er doch lieber leben will, kann sich anschließend mal Gedanken machen, woher die Luft kommt, die wir zum Leben brauchen und was Leben eigentlich ist.

Kleiner Tipp: Ohne Pflanzen haben wir nichts zum atmen.
Und: Leben ist was anderes, als das Stammkapital im Strohfeuer zu verheizen.

Jeder Grashalm, der in einer Straßenfuge wächst, trägt mehr Weisheit in sich als die Stadtplaner, die Kleingärten mit Wohnblocks zerstören wollen. Die Antivernunft hat sich lange genug ausgetobt.

Gärtner-Grüße
Konstantin

--
"Die wichtigsten Bücher für Herz und Seele: Anastasia"

Kuerzer kann man es wohl kaum noch zusammenfassen ... (oT)

CrisisMaven ⌂ @, Donnerstag, 15.10.2015, 01:37 vor 3757 Tagen @ Konstantin 1554 Views

- kein Text -

--
Mit 40 DM pro Kopf begann die Marktwirtschaft, mit 400.000 Euro Schulden pro Kopf wird sie enden.
Atomkraft | in English

Kleingärten sind extrem sinnvoll

stocksorcerer @, Donnerstag, 15.10.2015, 11:11 vor 3757 Tagen @ Hans 1470 Views

Wir haben selbst auch einen und ich kann unterschreiben, dass das ein Stück Leben ist. Eine Erdung in der Gegenwart. Ein Kontrapunkt zur Geopolitik, die einen um den Schlaf bringt.

Der Kleingarten ist Arbeit und Beschaulichkeit zugleich. Aber eben keine Hektik. Er ist: Frieden!

Gerade die geschundenen Seelen dieser Zeit brauchen so etwas. Man geht mit Kummer beladen hin, wässert die Pflanzen, jätet Unkraut, erntet Obst, gräbt um, setzt neue Pflanzen. Das muss gar nicht viel Zeit in Anspruch nehmen.

Wir haben kürzlich einige Löcher ausgehoben und vorbereitet für Obstbäume, die wir im November setzen wollen. Keine große Sache. Wenn man ein Stück weiter ist und sich gemütlich an den Tisch setzt mit einer Tasse Kaffee, den Blick schweifen lässt, dann merkt man plötzlich, dass alle Last und alle Sorgen von einem abgefallen sind. Ein Kleingarten kann eine Oase sein.

Allein das ist jeden Cent wert. Wir wollen gar nicht erst davon reden, dass eigens geerntetes deutlich besser schmeckt und sicher auch deutlich gesünder ist, wenn man ein wenig Acht gibt und verantwortungsvoll mit dem Boden umgeht.

Ich will ihn nicht mehr missen.

Gruß
stocksorcerer

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