Marktmeinung für die nächsten Monate

Piter @, Mittwoch, 14.10.2015, 17:29 vor 3757 Tagen 3245 Views

Hallo,

ich möchte mal wieder meine bescheidene Marktmeinung kundtun.

Rein gefühlsmässig sehen ehemals führende Sektoren wie Technologie und Biotech, für mich nach schleichendem Absturz aus. Über die nächsten 2-3 Jahre. Da wird es noch viele "Unfälle" geben.

Ein neues kurzes Allzeithoch ist möglich, aber eher unwahrscheinlich.

Die High Yield Kredite (ETF: JNK) fallen und fallen. Wenn die Kreditlage sich für Unternehmen verschlechtert, dann können die Aktien dagegen eigentlich nicht steigen, es sei denn es sind EK-finanzierte Stories (Internetbubble 2000).

Der Rohstoffmarkt ist tot. Auch wenn es immer mal wieder Zuckungen gibt, so wird der Markt erst einmal eine lange Todeslinie zeigen müssen, bevor er dort wieder Chancen gibt. Ganz langfristig würde ich gerne in Rohstoffe und Basic Materials investieren (DAX bspw. BASF) aber dafür ist es noch viel zu früh glaube ich.

Relativ stark entwickeln sich nur noch Konsumwerte des täglichen Bedarfs. Zum Beispiel Colgate. Das sind langfristige Haltepositionen. Wobei die Bewertung dieser defensiven Sektoren wiederum so hoch ist, dass ich dort auch nur 5 Jahre Seitwärtsphase sehe und nur knappe neue Hochs.

Wenn es aber an Sektoren fehlt und an günstigen Aktien, so sagt mir die Erfahrung, müssen die Indizes auf ein attraktiveres Niveau fallen.

Darum kann ich mir aktuell gar keinen neuen Bullenmarkt mehr vorstellen.

Ich bleibe darum aus den meisten Aktien draussen und trade nur hin und wieder, verstärkt auf der Shortseite.

Das Jahresende ist gewöhnlich keine schwache Periode. Darum könnte es erstmal weiter eine Erholung bei Einzeltiteln geben und eine Seitwärtsentwicklung der Indizes.

Doch für 2016 halte ich die Bärenmarktthese weiterhin für wahrscheinlich.

Gruss
Piter

Volle Zustimmung und..

eddie09 @, Mittwoch, 14.10.2015, 17:49 vor 3757 Tagen @ Piter 2185 Views

ich glaube, dass wir noch ein weltweites, galaktisches QE sehen werden. Zinsen auf ganz null runter und Schulden werden von den Staaten auf min. 100 Jahre, besser 300 Jahre Tilgungsdauer gesetzt. Dann ist der Turm zu Babel fertig und alles löst sich auf.

--
Politik ist so beschaffen, dass faule Früchte nur vom Baum fallen, wenn darunter ein Korb steht, der sie auffängt.

Wie russische Räuberbarone in der echten Wirtschaft scheitern

Piter @, Mittwoch, 14.10.2015, 18:10 vor 3757 Tagen @ Piter 2470 Views

Hier einmal ein Beispiel des Räubers Vekselberg. Dieser hatte ursprünglich in Russland zweimal den Ölriesen TNK und den späteren Partner BP um Milliarden erleichtert.

Diese Milliarden wollte er dann "erfolgreich" in der Schweiz investieren.

Doch mit seiner Mentalität kommt der Schwachkopf dort überhaupt nicht weiter.

Nahezu alle seine Investments gingen baden:

http://www.cash.ch/news/im_fokus/machen_die_aktien_vekselberg_ungluecklich-3377894-635

Wie lange dauert es wohl, bis er wieder Öl aus Russland stehlen muss, um seine ausländischen Eskapaden zu finanzieren?

Hat jemand Vekselberg schon mal bei Chodorkowski gesehen? Ihre Villen liegen ja nur etwa 15 Kilometer voneinander entfernt.

Gruss
Piter

QE4 bringt nur was, wenn Schrottanleihen und Immobilien gekauft werden

Piter @, Mittwoch, 14.10.2015, 18:39 vor 3757 Tagen @ eddie09 2005 Views

ich glaube, dass wir noch ein weltweites, galaktisches QE sehen werden.

Ja, ein gigantisches Infrastrukturprogramm wird aufgelegt werden.
Doch für die USA wird QE4 nur wirken, wenn man das Schrottanleihenproblem löst. Die schlechten Unternehmen müssen ihre Schulden direkt an die FED ausbuchen...

Doch morgen kommt das nicht, frühestens im Herbst 2016, denn wie sonst, als im Auge einer weltweiten Krise, lassen sich solche Massnahmen durchsetzen?

Darum sollte eine kurzfristige Halbierung beim DAX immer noch möglich sein.

Abenomics

CalBaer @, Mittwoch, 14.10.2015, 18:51 vor 3757 Tagen @ Piter 1883 Views

Doch für die USA wird QE4 nur wirken, wenn man das Schrottanleihenproblem
löst. Die schlechten Unternehmen müssen ihre Schulden direkt an die FED
ausbuchen...

... hat in Japan auch nichts gebracht. Dort kauft die BoJ ja fast alles auf und mehr als da ist, kann sie auch nicht kaufen.

Letztendlich wird man Sozialprogramme aus der Notenpresse finanzieren muessen, so wie in den 1920ern in Deutschland, damit man aus der Defla-Falle rauskommt. Der Praesidentschaftskandidat Sanders waere der richtige Mann dafuer, denn er will staatliche Gesundheitsversorgung fuer alle verfuegbar machen und der Universitaetszugang soll praktisch kostenlos werden. Aber auch Trump ist solchen Programmen nicht abgeneigt, er will ebenfalls eine staatliche Gesundheitsversorgung fuer die Armen einfuehren.

--
Ein ueberragender Teil der Oekonomen, Politiker, Banker, Analysten und Journalisten ist einfach unfaehig, Bitcoin richtig zu verstehen, weil es so revolutionaer ist.
Info:
www.tinyurl.com/y97d87xk
www.tinyurl.com/yykr2zv2

Die Notenpresse hat noch nie etwas finanziert (oT)

Zarathustra, Mittwoch, 14.10.2015, 21:38 vor 3757 Tagen @ CalBaer 1421 Views

- kein Text -

Bärenmarkt

Diego2 @, Mittwoch, 14.10.2015, 22:50 vor 3757 Tagen @ Piter 1854 Views

bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 15.10.2015, 13:43

Hi Piter,

hab letzte Woche in der fuw.ch gelesen, dass - whs. durch die Liquiditätsflut der Notenbanken verursacht - im Gegensatz zu früher in den letzten 5 Jahren derzeit praktisch alle Anlagen (mit einer Ausnahme, siehe unten) miteinander stark korrelieren (US Aktien, Schwellenländeraktien, Staatsanleihen, High Field Bonds, Immobilien). Alles ist gestiegen und überbewertet. Da ist - wie Du schreibst - nicht viel zu erwarten. In den letzten Jahren ist nur ein Asset richtig ausgebombt worden und sollte nun zumindest relativ besser als die oben genannten Anlagen abschneiden:

http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=376248

Gruss diego

Die Notenbanken suchen haenderingend Assets, die sie monetisieren koennen

CalBaer @, Mittwoch, 14.10.2015, 22:51 vor 3757 Tagen @ Zarathustra 1538 Views

Mit der bisher ueblichen Staatsaktivitaet wird man aber nicht genug bekommen, Japan ist bereits am Anschlag:
http://www.bloomberg.com/news/articles/2014-10-31/boj-stands-ready-to-buy-every-new-bon...

Also muss man mehr Assets produzieren. Da die privaten nicht wollen, macht es eben der Staat per "Sozial-Helikopter-Geld". Natuerlich korrekt ueber Staatsanleihenausgabe (neue Schulden) finanziert, nur verkommt das ganze unter solchen Bedingungen zur Farce. Du hast natuerlich recht, es kann debitistisch gesehen nichts aus der Notenpresse finanziert werden. Finanzieren werden es die privaten Guthabenhalter mit scheusslichen Realrenditen.

--
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Die ganz grosse Pleite wird der Immobilien-Sektor bringen!

Apostroph @, Down Town (Switzerland), Mittwoch, 14.10.2015, 23:44 vor 3757 Tagen @ Diego2 1899 Views

bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 15.10.2015, 13:41

Denn die geile Finanzierung zu 0.70 % bis 1.00 % p.a. für 5 - 10 Jahre haben
Hunderttausende regelrecht zu Stockwerk-Eigentümern und Hausbesitzern gemacht.


Bis vor wenigen Wochen glaubte noch niemand, dass die Haus-und Wohnungs-Preise längstens den Zenit überschritten haben. Heute gibt es in der Schweiz, gemäss Handelszeitung aus Zürich (Springer-Konzern), 57.000 leer stehende Wohnungen. und die Immobilien-Makler sind am Verzweifeln, weil das Geschäft zum Erliegen kam. Keine Woche, ohne dass Preise für Immos runter geschrieben werden (müssen). Und trotzdem bleiben die Käufer aus!


Der letzte Hype begann im Frühling mit den Negativ-Zinsen auf Kontoguthaben.

Das war aber dann auch das absolute Ende der Fahnenstange! Ich fürchte, die Hypothekenbanken verspüren schon jetzt, dass der kommende Preiszerfall ungeahnte Probleme bringen wird. Und all jene, welche ihre Pensionskassen-Gelder dazu verwendet haben, könnten schon in 1 - 2 Jahren in der Fürsorge landen, weil ihre Wohnung von der Bank gepfändet wurde. (Alles im Gelben schon letztes Jahr behandelt.)

Alles Psychologie - dieses Mal aber wie!

Apo'

PS:
Seit Jahren leer stehende Büro-Gebäude in den Innenstädten werden sukzessive in Wohnungen umgebaut. Noch werden Käufer gesucht. :-)

--
"Wir können nicht alle Helden sein, weil ja irgendeiner am Bordstein stehen und klatschen muss, wenn sie vorüber schreiten."

W. Adair

Jahresendrallye

twc-online @, Donnerstag, 15.10.2015, 07:54 vor 3757 Tagen @ Piter 1549 Views

Hallo,

ich möchte mal wieder meine bescheidene Marktmeinung kundtun.
...

Meiner Meinung nach gibt es eine Jahresendrallye.
Saisonal sind November und Dezember zusammen die beste 2-Monatsperiode.
Elli ist optimistisch, siehe seine Prognosen.
Aktien sind seit dem Hoch im April teilweise auch deutlich zurückgekommen.
QE gibt es noch oder wird von der Tendenz her eher ausgebaut, die FED wird die Zinsen allerhöchstens symbolisch (also deutlich weniger als von der FED angekündigt) erhöhen.

Also bin ich auf der Suche nach dem genauen Zeitpunkt in den nächsten Tagen und Wochen, ab dem es für mich "volle Kanne long" für Aktien heißt.

Immokrise - jetzt schon?

Diego2 @, Donnerstag, 15.10.2015, 19:38 vor 3756 Tagen @ Apostroph 1177 Views

bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 15.10.2015, 19:44

Hi Apostroph

wo wohnst Du denn genau? Ich bin zwar kein Bankster, aber davon ist bei uns (grösste Gemeinde eines NWS Kantons) noch nicht viel zu merken. Es gibt hier Familien, die würden gerne ein EFH erwerben, aber es gibt seit ca. 3 Jahren einfach keine (für 4-5 Personen geeignete) EFH auf dem Markt, auch keine zu überhöhten Preisen.

Stimme dir aber zu, dass die Verhältnisse auf Dauer nicht tragbar sein werden.

HG
diego

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