Zentral wichtig
Veröffentlicht am 14.10.2015
Alle reden über Wirtschaftsflüchtlinge. Wir auch.Wir alle sind mehr oder weniger Wirtschaftsflüchtlinge. Wir sind auf der
Flucht vor den verheerenden Folgen unseres Wirtschaftssystems. Weltbank,
IWF, Troika, NATO, EU, FED, EZB etc, sind nur Werkzeuge einer immer kleiner
werdenden Elite, die den Turbokapitalismus, umgangssprachlich
Globalisierung, durchsetzen möchte. Dieses Wirtschaftssystem hat 99% der
Menschheit im Visier. Wir sind mehr oder weniger im Weg, mehr oder weniger
zu viel, und bestenfalls Konsumenten. Der Neoliberalismus wird wie eine
Religion propagiert. Wir müssen erkennen, dass wir uns auch in immer
größeren Teilen Europas in postdemokratischen Gesellschaften befinden.
Das ist zentral.
Dazu muss man sich klarmachen, dass dieses Wirtschaftssystem über die Generationen durch die käufliche Wissenschaft an staatlichen oder wirtschaftseigenen Hochschulen aufrechterhalten und weitergereicht wird.
Unter den vielen tatsächlichen oder möglichen wirtschaftswissenschaftlichen Ansätzen und Richtungen ist heute eine einzige Grundrichtung weltweit herrschend: die aus dem angelsächsischen Raum stammende neoklassische Theorie des totalen Marktes. Sie beruht im Wesentlichen auf einigen wenigen „Axiomen“, also Grundsätzen, die nicht weiter hinterfragt, sondern einfach als richtig vorausgesetzt werden. Die wichtigsten sind: 1. Unbegrenztes Eigentum an Grund und Boden, Unternehmen und Geld. 2. Die aus diesen Eigentumsarten resultierenden leistungslosen Einkommen.
Das System schottet auch seine Herrschaft ab. Um Professor der Volkswirtschaftslehre in den USA, Europa und Teilen Asiens zu werden, erreicht man die dazu nötige Habilitation nur, wenn man in der Regel mehrere wissenschaftliche Aufsätze in führenden englischsprachigen Ökonomie-Zeitschriften der neoklassischen Schule veröffentlichen konnte, deren Richtung also alle auf den beschriebenen unhinterfragbaren dogmatischen „Axiomen“ beruhen. Das bedeutet, dass ohne deren Anerkennung eine Wissenschaftskarriere unmöglich ist. Mit diesen Glaubenssätzen beginnt das Studium im ersten Semester an den Universitäten und Hochschulen, und auf ihnen beruht das ganze Bachelorstudium, das Masterstudium, die Promotion und am Ende die Habilitation.
Näheres hier.