Überwundener Debitismus ♥ ♫ .¸¸.•*¨*•. .. ♥

Hinterbänkler @, Schweiz - tief im Emmental, Montag, 12.10.2015, 14:42 vor 3760 Tagen 3916 Views

bearbeitet von unbekannt, Montag, 12.10.2015, 14:53

Hallo in die gelber Runde!

Die Flut und Überfremdung ist ja buchstäblich im Gelben Forum angekommen.
Ich finde die Auseinandersetzung ausgezeichnet, trotzdem etwas zu dominant.
Viele Diskussionen verschwinden innerhalb von Stunden im gelben Nirvana.

Ich möchte heute wieder einen Grenzbereich-Thread aufmachen, der sich stark mit dem debitistischen Geist auseinandersetzt.
Das Ganze wurde durch das Forum hier befruchtet.

Hier also mein extrem subjektiver und provokativer Text, den ich vor zwei Wochen für eine andere 'Öffentlichkeit' geschrieben habe.
Vielleicht hat jemand Gefallen daran - ich würde mich freuen...


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Überwundener Debitismus

Meine Definition: Debitismus ist Denken und Handeln in Versprechen und Verpflichtung.

Klassisch, bzw. über 2,5 Mio. Jahre ist (je)der Mensch in seinem Stamm geboren worden, hat dort gelebt, es war 'seiner', und ist inmitten oder unweit von den Seinen gestorben.
Jeder andere Stamm war der 'andere' und teilweise auch der 'fremde' und nicht seiner.
Jeder andere Stamm war der, in dem die Menschen anders waren, in den er nicht geboren wurde, der nichts mit ihm zu tun hatte.
Man wusste von den anderen, mann/frau ging auch ab und zu hin, um im Genpool zu plantschen.
Wurde der Stamm zu groß (mehr als 150 Menschen), wurde er geteilt und dann war man in (s)einem Teil und der andere Teil wurde immer anderser.
Wir haben uns parallel geritzt, die Anderen haben sich dann kreuzweise geritzt, die Fremden haben sich Pflöcke durch die Nase gesteckt.
Deshalb sind die Fremden auch so komisch.
Und sie sind jene und wir sind...?
…wir selbst halt – dumme Frage!
Deshalb nennen wir uns auch 'UNSER STAMM' und die fremden den 'Pflockstamm', 'Teller-in-Lippe-Stamm', 'Hochgebundener-Penis-Stamm'...
...und lachen uns tot beim Rollenspiel über die.

So und heute haben wir eine komplett andere Situation.
Was artgerecht ist, haben wir seit 10.000 Jahren konsequent verlassen (müssen und wollen und vor allem wollen müssen).
Jetzt ist andererseits vielleicht auch die einmalige und besondere Gelegenheit seit vielen Tausenden von Jahren uns wieder zu erinnern, was artgerecht ist, und das dann in neues 'tribal life' zu integrieren (Neotribalismus).
Nur, wie ich das allgemein und bei unserer konkreten Gemeinschaft hier im Emmental sehen kann, ist das weit mehr als Arbeit.
Es ist Wollen.
Und Tun.

Im Zusammenhang mit Gemeinschaften wird dann üblicherweise immer von 'notwendigem Vertrauen' und 'gemeinsamer Verantwortung' gesprochen.
An dieser Stelle kommen die Leute von heute dann automatisch mit diesen subtilen Begriffen.
Für mich ist da einfach weiterhin das mit der Zivilisation entstandene machtpolitische Denken - nur zu aller Beruhigung - etwas beschönigt.
Einfach ein machtpolitischer Hebel.
Irgendwer sagt uns mal wieder, welche Verantwortung wir 'zu tragen haben'.
Ich z. B. bin so ein Typ, der sogar wider besseres Wissen sowas denken, glauben und sagen kann, wenn ich nicht aufpasse.
Und das passiert mir schneller, als mir lieb ist.

In den vorzivilisatorischen tribalistischen Gemeinschaften gab es keine derartige Verantwortung.
Man lebte einfach, selbstverständlich, ohne Druck.
Die Regeln der Gemeinschaft waren konsensual und schwarmintelligent gebildet, diskussionslos verinnerlicht.
Niemand musste einen an Verantwortung oder an irgendwelche tribalistische Pflichten erinnern.
Wenn eine/r auf neue Ideen kam (z. B. neues Muster ritzte, aus Selbstironie den Penis hochband oder sexy Baströcke flechtete...), wurde ihm/ihr nicht gesagt, dass sowas im Clan nicht geht, sondern es wurde entweder nachgemacht (weil inspiriert) oder kurz belacht bzw. mit Schulterzucken bedacht (ignoriert).
Der Schwarm hat entweder 'ne Kurve gemacht oder ist geradeaus weitergegangen.
Ganz einfach.
Beides intelligent.
Beides menschlich.
Beides Leben.
Beides artgerechtes tribalistisches Leben.
Oder Evolution.

Niemand hat ein Tribunal veranstaltet, oder den ganzen Clan zur Abstimmung zusammengerufen.
Im Gegenteil: Der mit den größten umgesetzten Innovationen war der Zauberer mit der größten Achtung.
Trommeln, Theater, Palaver und vor allem Lachen (nebenbei: das alles basiert auf Resonanz) hat komplett zur Schwarmbildung ausgereicht.
Jedenfalls hat niemand am Feuer von Vertrauen, Verantwortung oder gar Pflichten geredet.
Auch nicht Zuhause im Wigwam!
Obwohl, die längste Zeit, Millionen von Jahren, gab es gar kein Zuhause.
Das Gefühl von 'Zuhause' an einen Ort, eine Hütte zu binden wäre für jede und jeden grotesk gewesen.
Das Zuhause war doch 'mein' Stamm.
Das Zuhause war, wo es keine Pflicht, kein aufzubauendes Vertrauen, keine Verantwortung, keine Regeln, kein Bestimmer, kein Häuptling, kein Guru... gab.

Ich wünsche mir Menschen, die das erleben wollen,
die ihre Energie gemeinschaftsbindend (social bonding) einbringen.
Menschen, die die Gelegenheit sehen...
...und diese gestaltend für sich und alle nutzen.
Wir Menschen sind große Zauberer.
Es ist Wollen.
Und Tun.

Natürlich sehen wir die allgemeine zivilisatorische und menschliche Situation.
Wir sind so entmeinschaftlicht, dass wir heute bald alle als Singles leben.
Auch ist Polyamorie, so wie wir es meist sehen und erleben, eher eine auf urbane Singles zugeschnittene Lebensform.

" Bewusstheit und Aufmerksamkeit "statt" Regeln und Verpflichtungen entspricht mir sehr, meiner Ansicht nach braucht es dabei einen sehr hohen Bewusstheitsgrad."

Ja und vielleicht nein.
Ich kann mir vorstellen, dass man wieder 'vorwärts zurück' findet in tribalistische Strukturen.
Erstens erinnert sich der Mensch, je mehr er vereinzelt und je weniger Vertrauen da ist, wieder an alte Seinszustände und Gefühle (z.B. die portugiesische Saudade).
Dazu gehört auch der von allen gelebte Zustand am rationalistischen Ende der Seinsskala.
Die Sehnsucht nach Irrationalität, nach stillem Wissen, nach Instinkt, nach Herz ist plötzlich wieder da, nach Jahrhunderten bzw. Jahrtausenden der Sehnsucht und Jagd nach Ratio, nach Vernunft.
Zweitens geht die Welt mit dem alten System (Macht, Regeln, Schuld, Verschuldung...) vor die Hunde und zieht alle mit.
Die Welt steht am Abgrund, manche spüren das und suchen nach einem Weg für sich und ihre Kinder.
Drittens möchten viele einfach Sinn spüren und leben - und den gibt es halt einfach nicht unter Rationalität und evolutionärer Selbstauslöschung.
Für mich gelten alle drei.

Man kann von sich und den anderen Gemeinschaftsmitgliedern 'Bewusstheit und Aufmerksamkeit' verlangen.
Man kann vielleicht aber auch lieben, vergeben, Resonanz spüren, die Herzen verbinden, in die Gemeinschaft wurzeln treiben...
Nur, wer will das schon wollen?
Und tun?

Gemeinschaft ist, wo wir heil werden.
Unter Regeln, Verpflichtung, Verantwortung, Verschuldung... werden wir nicht heil.
Wikipedia: Heil drückt Begnadigung, Erfolg, Ganzheit, Gesundheit und in religiöser Bedeutung insbesondere Erlösung aus.


Ich danke für Eure Aufmerksamkeit

Hinterbänkler

♥ ♫ .¸¸.•*¨*•. .. ♥ ♫ .¸¸.•*¨*•. .. ♥ ♫ .¸¸.•*¨*•.♥

--
...und es gibt überhaupt gute Gründe dafür, zu mutmassen, daß in einigen Stücken die Götter insgesamt bei uns Menschen in die Schule gehen könnten. Wir Menschen sind - menschlicher ...

Friedrich Nietzsche 'Jenseits von Gut und Böse'

Der debitistische Geist

nemo, Montag, 12.10.2015, 16:28 vor 3760 Tagen @ Hinterbänkler 2132 Views

Mir ist aufgefallen, dass der debitistische Geist eher eine West-Eigenschaft ist
und die Ossis dieses Lebensgefühl erst lernen mussten. Viele von den Ossis
die ich kenne, haben dieses Lebensgefühl bis heute nicht angenommen
und weigern sich auch das zu tun. Es ist ein sehr elementares Lebensgefühl,
das dem Osssi fremd ist. Denn in der debitistischen Marktwirtschaft
wird alles – ja sogar das Familienglück, die Freizeit und der Lebensinhalt
den wirtschaftlich-finanziellen Notwendigkeiten unterworfen. Der Debitismus
ist der Grund, weshalb das Leben ein Geschäft geworden ist, das in jedem
Fall profitabel sein muss.

Der Osten war anders, denn er kannte diese Notwendigkeit nicht. In der
DDR konnte man billig wohnen, leben und sorglos wirtschaften. Die
finanziellen Aspekte waren nicht ausschlaggebend und hatten keinen
besonderen Stellenwert. Das Leben war eben noch kein Geschäft,
sondern folgte eher einem individuellen Sinn, den man ihm gab. Der
Kampf der Ossis war nicht wirtschaftlicher, sondern ideologischer Natur.
Und zusätzlich gab es materielle Engpässe und Verzicht. Der Verzicht
war wohl ausschlaggebend im Kampf um die Freiheit. Dass ein paar
Kilometer weiter westlich Deutsche lebten, die all das hatten, was
dem Ossi verwehrt blieb, wurmte ihn natürlich und machte ihn zu
einem Aufsässigen.

Nun wo Ost und West zusammengewachsen sind, haben wir die schlechten
Eigenschaften beider Systeme addiert. Jetzt geht es um wirtschaftliche
Notwendigkeiten – eine permanente Geld-Krise, die immer härtere
Notwendigkeiten erfordert und nun eine eigene Ideologie hervorgebracht
hat: Die Ideologie der alternativlosen und politisch korrekten
Markt-Diktatur.

Worauf ich hinaus will: [[zwinker]]

Vielleicht war der Sozialismus doch zu etwas gut. Es war die Erfahrung
außerhalb von wirtschaftlichen Zwängen zu leben und dadurch die
Möglichkeit zu haben, anderen Dingen eine höhere Bedeutung zu geben.
Diese Dinge waren z.B. Gemeinschaft, Sport, Feste, Natur, Kultur,
FKK und Zusammenhalt. Eigentlich hatte nur die dogmatische Ideologie
der Staatsmacht gestört.

Gruß
nemo

Die Hopi und die Verantwortung

Zarathustra, Montag, 12.10.2015, 17:23 vor 3760 Tagen @ Hinterbänkler 2280 Views

Gemeinschaft ist, wo wir heil werden.
Unter Regeln, Verpflichtung, Verantwortung, Verschuldung... werden wir
nicht heil.

Lieber Hinterbänkler,

Bei aller Gemeinsamkeit: Hier haben wir nach wie vor einen Dissens.
Ich gehe bekanntlich davon aus, dass das Verantwortlichkeitsgefühl ein Urgefühl ist. Wer es ablegen will, muss sein Gewissen ablegen, und deshalb gelingt dies auch Dir nicht.

Was sagen die Hopi?

fett von mir:


Im April 2013, als das Pariser Auktionshaus Néret-Minet Tessier & Sarrou sich auf die Versteigerung von 70 Katsinam vorbereitete, schrieben die Hopi an das Auktionshaus und baten darum, den Verkauf abzusagen. Sie begründeten ihre Bitte damit, dass die öffentliche Darstellung und der Verkauf der Katsinam für sie einer massiven Beleidigung gleichkommt.

„Allein die Tatsache, dass ein Preisschild an diese kulturell bedeutenden und religiösen Objekte geheftet wurde, ist jenseits von empörend“, sagte Leigh Kuwanwisiwma, Direktor des Hopi Cultural Preservation Office. „Sie haben keinen Marktwert. Punkt.“
(...)
Wir verbrachten den Morgen damit, den Geschichten des Hopirates und der religiösen Anführer zu lauschen: wie sie ihre Führungspositionen erlangten und wie religiösen Anführern bereits im Kindesalter Verantwortung übergeben wird, um, bis sie dazu körperlich nicht länger in der Lage sin, ihre Pflichten zu erfüllen – eine lebenslange Ehre und eine lebenslange Verantwortung.

http://www.survivalinternational.de/artikel/3316-katsina-hopi-usa

Nun könnte man natürlich einwenden, die Hopi seien auch nicht mehr, was sie einmal waren. Aber es würde mich dennoch nicht überzeugen.

Vielleicht melden sich die Hopi in der fraglichen Angelegenheit ja noch zu Wort hier.[[zwinker]]

Grüsse, Zara

Komplexität, Atomisierung und Verbindlichkeit @Zara. und Meph (Im Nachtrag: Buchgeld, Weltgeld, neues Gold-Geld)

azur @, Montag, 12.10.2015, 17:46 vor 3760 Tagen @ Hinterbänkler 2311 Views

bearbeitet von unbekannt, Montag, 12.10.2015, 18:02

Hallo Hinterbänkler,

nemo hat ja schon schön geantwortet. In der DDR bzw. im Marixismus wurde ja die Überwindung des Staates gepredigt. Und es lief im Osten etliches noch anders.

Hatte Dir ja schon Engels und den "Ursprung der Familie und des Privateigentums" an das Herz gelegt, wo er erklärt, wie man in Clans und Stämmen keine Rechte und Pflichten brauchte. Wohl aber in komplexeren Gesellschaften.

Da muss anders Erwartungssicherheit bzw. https://de.wikipedia.org/wiki/Erwartungserwartung gesichert werden. Die Menschen leben vereinzelter und mobile, und arbeiten spezialisierter an t. w. hoch komplexen Vorgängen. Dazu braucht es Verbindlichkeiten.

Siehe auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Rechtsbindungswille

Mit Autopoiesis und Erwartungserwartung arbeitet auch Luhmann, bei dem man sehr viel dazu lernen kann: https://de.wikipedia.org/wiki/Autopoiesis#Der_Autopoiesisbegriff_in_der_Soziologie_.28N...

Und auch der Vater der deutschen Soziologie erklärt sich zum Thema, und zwar schon vor 100 Jahren: https://de.wikipedia.org/wiki/Geld#Philosophie
https://de.wikipedia.org/wiki/Ferdinand_T%C3%B6nnies

Gemeinschaft und Gesellschaft. Abhandlung des Communismus und des Socialismus als empirischer Culturformen. Berlin, 1887. Digitalisat und Volltext im Deutschen Textarchiv; ab 2. Aufl. 1912 mit dem Untertitel Grundbegriffe der reinen Soziologie. Mehrere Auflagen, zuletzt Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2005.

Wer sich für Alternativen zum Bestehenden und Stämme usw. interessiert, findet hier viel spannendes: https://de.wikipedia.org/wiki/Gemeinschaft_und_Gesellschaft Hoch spannend, auch bezüglich des Geldes (dazu bringe ich noch was, wie z. B. zum "Weltgeld", den SZR*).

Viele freundliche Grüße

azur


* auch eine Buchwährung, wie die der EWG/EU oder die des RWG:

"SZR ist die Abkürzung von:

Sonderziehungsrecht, eine künstliche Währungseinheit des IWF, um die Höhe von Kreditansprüchen (von und gegenüber Staaten) abzubilden."
https://de.wikipedia.org/wiki/SZR

Unter Verweis auf: https://de.wikipedia.org/wiki/Sonderziehungsrecht
Daraus:

"Als Ende der 1950er Jahre die Gefahr bestand, dass die ausländischen Dollarguthaben die amerikanischen Goldreserven übersteigen würden, mussten kontinentaleuropäische Staaten dem Dollar Hilfestellung leisten. 1963 wurde schließlich eine fundamentale Reform des internationalen Währungssystems in Angriff genommen. Mit den „Sonderziehungsrechten“ wurde ein neues „Weltgeld“ geschaffen, das bargeldlos auf Sonderkonten des IWF geführt wird. Während vorher die Vergrößerung der internationalen Liquiditätsmenge mit Hilfe nationaler Geldschöpfung durch USA und Großbritannien praktiziert worden war, stand nun mit den Sonderziehungsrechten des IWF eine neue weltweite Währung zur Verfügung, die von einer international kontrollierten Institution, dem IWF, geschöpft wurde.

Auf diese Weise wurde mit der Einführung der SZR die Möglichkeit geschaffen, zusätzliche Liquidität für das internationale Finanzsystem bereitzustellen. Der Gouverneursrat des IWF beschloss das neue Reservemedium am 3. Oktober 1969.[1]"

Auch die Währungsreserven der BRD bestehen aus diesem "Weltgeld":

"Deutschland hält 68 % seiner Devisenreserven in Gold, 20 % in Fremdwährungen und 9 %, entsprechend 15 Milliarden Euro, in Sonderziehungsrechten (Stand Mai 2015)." Unter Verweis (in Fn 10) auf:
Bundesbank: Deutsche Bundesbank: Währungsreserven und Fremdwährungsliquidität der Bundesrepublik Deutschland. Währungsreserven und sonstige Fremdwährungsaktiva, online, 28. Mai 2015.
https://de.wikipedia.org/wiki/Sonderziehungsrecht#Praktische_Bedeutung_als_Reservew.C3....

Auffällig ist, dass die Buchwährungen früher und heute von überstaatlichen oder übernationalen Rahmen getragen werden.

Staaten haben Währungen, die im Umlauf sind.

Wer SZR oder ECU oder Transferrubel versilbern will, muss diese in eine Wärung umrubeln (auch der Rubel war lange nur eine bloße Buch-Währung: https://de.wikipedia.org/wiki/Russischer_Rubel#Geschichte / https://de.wikipedia.org/wiki/Rubel / http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=366162 "Währungen, die ewig existierten, aber nicht im Umlauf waren" -die Russen haben ja nun wieder ein Goldgeld geschaffen, mit einem Namen, der an die Antike angelehnt ist: http://www.epochtimes.de/politik/welt/waehrungskrieg-zwischen-dollar-und-putins-neuer-g... ) mit Bargeld umwandeln. Da Bargeld unstrittig Geld ist, werden dann Forderungen auf Geld in Geld verwandelt.

Es ist und bleibt aber ein Unterschied, ob man z. B. 100 Euro in der Tasche hat (cash, Bar, Kies (jiddisch kis, „Geldbeutel“), oder man "noch 100 Euro von jemanden bekommt".

Allerdings wird Geld auch mit Kredit geschaffen (also durch entstehende Schuldverhältnisse - da sind wir wieder bei Verbindlichkeiten) und ist bargeldloser Geld-Verkehr nicht undenkbar.

Der Gesetzgeber definiert, was für eine Zahlung zu akzeptieren ist (wie schon historisch: https://de.wikipedia.org/wiki/Norwegisches_Geldwesen

Am Anfang der Handelsgeschichte Norwegens steht die Warenwährung. Sie hielt sich teilweise bis ins 16. Jahrhundert. Bestimmte Waren hatten eine (unvollkommene) Geldfunktion. Sie waren Zahlungsmittel und auch Recheneinheit zum Wertvergleich, hatten aber keine Wertaufbewahrungsfunktion. Solche Waren (Naturalien) waren im Wesentlichen Kühe (Kuhwert), Butter, Häute und Korn. Der Begriff ‚Geld‘ ist der Oberbegriff für Naturalien und Münzen bzw. Papiergeld.

Am Anfang stand in Norwegen das Warengeld. Es wurde nicht von einer Obrigkeit auf Qualität und Wert kontrolliert. Die diesbezüglichen Vorschriften waren nur Richtlinien, welche Eigenschaften das Warengeld haben musste, um zum vollen Wert anerkannt zu werden.[2] Da auch bei mehrmaligem Tausch die Ware letztendlich einer Verwendung zugeführt wurde, kann man nicht von einem Warengeldumlauf sprechen."

Da ist natürlich noch alles sehr rudimentär (Hervorhebungen von mir):

„Man soll zahlen in Korn und Stieren und tragfähigen Kühen, als Bußen und Ringe. Zu zahlen ist mit Gold oder gebranntem Silber bei Bußen, wenn man es hat. Mit Pferden. Nicht mit Stuten, mit einem Hengst und nicht mit einem Wallach. Mit einem Pferd, dem nicht der Darm austritt, einen Penispilz oder eine Blasenschwäche oder ein Glasauge oder andere Schäden hat, die es unverkäuflich sein lassen. Man kann zahlen mit Schafen, aber nicht mit Ziegen. Man kann bezahlen mit Odelsland, nicht aber mit gekauftem Land. Man kann zahlen mit einem Schiff, wenn es nicht reparaturbedürftig oder so alt ist, dass die ersten Ruderdollen bereits abgenutzt sind. Auch nicht eines, bei dem die Steven gebrochen sind. Auch nicht eines, bei dem Holzstücke eingesetzt sind, außer wenn diese auf der Helling eingesetzt worden sind. Mit nichts, das weniger als ein Øre wert ist, kann man bezahlen. Es sei denn, die Buße wäre geringer. Dann soll er [der Bußgläubiger] die Bezahlung annehmen, außer die Buße wächst auf ein Øre. Und er soll eine Sicherheitsleistung annehmen. Man kann auch bezahlen mit einem Schwert, das in Gebrauch ist. Heil und hart. Und unzerbrochen. Nicht darf er das Schwert anbieten, mit dem [der zu büßende] Hieb geführt worden ist. Man darf auch kein Schwert anbieten, das [nur] zur beweglichen Habe zählt, es sei denn es ist mit Gold verziert. Oder mit Silber. Man darf mit Vadmal und mit neuem Leinenstoff bezahlen. Und mit neuem ungeschnittenem Stoff. Es sei denn, er will neuen geschnittenen Stoff haben. Man darf nur mit Stoffen für Männerkleidung, nicht solchem für Frauenkleidung bezahlen. Neuem und nicht altem. Man darf mit neuen und unzerschnittenen Fellen bezahlen. Man darf mit schwarzen Schafsfellen und edlem Stoff bezahlen. Neu und unzerschnitten. Man kann mit Knechten bezahlen, die zu Hause aufgezogen worden sind. Mit jedem, der nicht jünger als 15 Winter alt ist, es sei denn, der andere akzeptiert ihn. Bei Mannbußen darf man nicht mit Mägden bezahlen.[3]“

Für die Bezahlung bei der Wiedereinlösung eines Odelsgutes schreibt das Gulathingslov vor:
„Die Bezahlung soll zur Hälfte in Gold und Silber, zur Hälfte in einheimischen Sklaven, nicht älter als 40 Winter, nicht jünger als 15 Winter erfolgen.[4]“
Im Frostathingslov ist für die Bußen nach Kirchenrecht Silber als Bemessungsgrundlage festgeschrieben.[5]

Münzgeld

Als archäologische Quelle sind die Münzfunde heranzuziehen. Für die Periode vom Jahr 1000 bis 1630 sind allein in Trondheim bei Ausgrabungen zwischen 1843 bis 2005 ungefähr 1952 Münzen gefunden worden.[6]
Im Allgemeinen ging man in der Forschung davon aus, dass das Münzgeld anfänglich in Norwegen keine wirtschaftliche Rolle gespielt habe.[7] Doch dem wird in der neuesten Forschung entschieden widersprochen.[8]")


Insofern liegt auch Ashitaka nicht ganz verkehrt, wenn er bei der Geldeigenschaft darauf abstellt, was die entsprechende Eigenschaft hat, damit man damit bezahlen kann.

(U. a. Ron Francke weist nach, dass in D rechtlich nur mit (Bar-)Geld bezahlt werden kann bzw. eine klassische Erfüllung eines Schuldverhältnisses erfolgen kann. Buchgeld ist ein Kompensationsgeschäft, bzw. erfüllungsgleich, oder Annahme statt Erfüllung, wie das im BGB heißt: http://dejure.org/gesetze/BGB/364.html )

Siehe auch sonst unbedingt auch: https://de.wikipedia.org/wiki/W%C3%A4hrung

"Eine Währung (mhd. werunge für ‚Gewährleistung‘) ist im weiten Sinne die Verfassung und Ordnung des gesamten Geldwesens eines Staates,[1] die insbesondere die Festlegung des Münz- und Notensystems innerhalb des Währungsraums betrifft. Der Währungsraum ist dabei der Geltungsbereich einer Währung. Sie ermöglicht den Transfer von Waren und Dienstleistungen, ohne eine Gegenleistung in Form von anderen Waren und Dienstleistungen zu liefern. Häufig wird der Begriff Währung synonym für die vom Staat anerkannte Geldart verwendet. Währung ist daher eine Unterform des Geldes." usw.

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Aha, mit Geld kann man also bezahlen. Was aber ist eine Bezahlung? (oT)

Mephistopheles @, Datschiburg, Dienstag, 13.10.2015, 19:22 vor 3759 Tagen @ azur 2236 Views

- kein Text -

--
Wenn wir nicht das Institut des Eigentums wiederherstellen, können wir nicht umhin, das Institut der Sklaverei wiederherzustellen, es gibt keinen dritten Weg. Hillaire Belloc

An Dich richtet sich erkennbar der andere Teil des Nachtrags

azur @, Dienstag, 13.10.2015, 21:19 vor 3759 Tagen @ Mephistopheles 1850 Views

Hallo Mephisto,

Du hattest im Mai draüber nachgedacht und diskutiert, welchen Ausweg es aus der aus der Eigentumsordung gibt basiert. U. a. hier: http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=353228

Hatte Dir ein paar Ideen und Konzepte genannt. Und nun dazu nachgetragen: "Wer sich für Alternativen zum Bestehenden und Stämme usw. interessiert, findet hier viel spannendes: https://de.wikipedia.org/wiki/Gemeinschaft_und_Gesellschaft Hoch spannend, auch bezüglich des Geldes."

Der Teil mit der Bezahlung richtete sich erkennbar, wie ich meinte, an Zara. Mit diesem hatte ich darüber diskutiert, wie sich der Unterschied zwischen a) z. B. 100 Euro cash bzw. bar haben und b) "ich bekomme von ... noch z. B. 100 Euro" auswirkt (das letztere ist die sogenannte Verpflichtungsebene).

Aber weil wir schon dabei sind, und auch wenn Deine Frage wohl nicht Dein Ernst sein kann, Bezahlung ist die Übereignung von Geld, die eine Erfüllung und das Erlöschen einer Zahlungsschuld aka Geldschuld (gleich ob aus einem Rechtsgeschäft oder auf Grund Gesetz) bewirkt.

So kann man das auch überall nachlesen: https://de.wikipedia.org/wiki/Zahlung

Übrigens auch Du.

Der Gesetzgeber bestimmt, womit man bezahlen kann bzw. das Zahlungsmittel. Gesetzliches Zahlungsmittel ist Geld.

Ansprüche bzw. Forderungen auf Geld sind kein Geld, somit kann man damit, wie das im Recht gesehen wird, eben nicht bezahlen. Statt dessen wird dabei ein Anspruch abgetreten, dies ist eine Leistung mit einem Surrogat, die nach § 364 BGB zur Erfüllung und zum Erlöschen einer Zahlungs- oder Geldschuld führt.

Eine Bezahlung hingegen ist zum einen Übereignung von Zahlungsmitteln und bewirkt dadurch zum anderen Erfüllung und Erlöschen eines Schuldverhältnisses bzw. einer Geldschuld. Bezahlung ist die Leistung im Sinne des 362 BGB.
http://dejure.org/gesetze/BGB/362.html

Viele freundliche Grüße

azur

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Genau darauf wollte ich hinaus, um dich ein bisschen aus deinem Wolkenkuckucksheim zu holen.

Mephistopheles @, Datschiburg, Dienstag, 13.10.2015, 22:13 vor 3759 Tagen @ azur 1918 Views

Ich bezweifle aber, ob das möglich ist.

Eine Bezahlung hingegen ist zum einen Übereignung von Zahlungsmitteln und
bewirkt dadurch zum anderen Erfüllung und Erlöschen eines
Schuldverhältnisses bzw. einer Geldschuld. Bezahlung ist die Leistung im
Sinne des 362 BGB.
http://dejure.org/gesetze/BGB/362.html

Welches Schuldverhältnis sind die Deutschen denn gegenüber den Flüchtlingen eingegangen, dass diese die Erfüllung in Geld fordern?

Viele freundliche Grüße

azur

Gruß Mephistopheles

--
Wenn wir nicht das Institut des Eigentums wiederherstellen, können wir nicht umhin, das Institut der Sklaverei wiederherzustellen, es gibt keinen dritten Weg. Hillaire Belloc

Das im Betreff ausgerechnet von Dir, da ist ja lachhaft - und auch sonst Unfug

azur @, Dienstag, 13.10.2015, 23:27 vor 3759 Tagen @ Mephistopheles 1927 Views

bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 13.10.2015, 23:41

Ich bezweifle aber, ob das möglich ist.

Dein Manöver ist ja nun wirklich albern. Erst erkennst Du nicht, welches Thema Dir unterbreitet wurde und fängst an über eine Sache zu diskutieren, die nicht mit Dir diskutiert worden war, und dann behauptetst Du, dass Du eben darauf hinaus gewollt hättest, angeblich weil:


Welches Schuldverhältnis sind die Deutschen denn gegenüber den
Flüchtlingen eingegangen, dass diese die Erfüllung in Geld fordern?

Davon hattest Du doch bisher kein bißchen geredet. Kleiner Tipp: Sonst einfach k l a r fragen.

Und dann auch noch "zielsicher" die falsche Stelle zitierten, wo doch woanders in der Antwort an Dich auf diese nun von Dir gestellte Frage eine Antwort gestanden hat*:

"Aber weil wir schon dabei sind, und auch wenn Deine Frage wohl nicht Dein Ernst sein kann, Bezahlung ist die Übereignung von Geld, die eine
Erfüllung und das Erlöschen einer Zahlungsschuld aka Geldschuld (gleich
ob aus einem Rechtsgeschäft oder auf Grund Gesetz) bewirkt.

Gibt es Gesetze, auf Grund deren die Flüchtlinge oder Zuwanderer Leistung verlangen können?

Und auch zugesprochen bekommen? Siehe gestern im Forum von Faunus gebracht: http://www.welt.de/wirtschaft/article147510645/Asylbewerber-verklagen-Lageso-auf-Leistu...

Da habe ich es auch schon erwähnt: https://de.wikipedia.org/wiki/Leistungsverwaltung

Daraus resultiert kein Schuldverhältnis im engeren Sinne, das aus rechtsgeschäftlichen Handeln (Vertrag, Auslobung usw.) resultiert, sondern eines auf Grund Gesetz, wie ich auch vorhin schrieb.

Denn ob Steuerpflichten oder welche zur Leistung von Schadensersatz, diese Leistungspflichten basieren auf Gesetz (die rechtsgeschäftlichen übrigens letztendlich auch - das ist das Thema des zwingenden vs. des abdingbaren Rechts).

Und so auch die Ansprüche der Flüchtlinge.

Man kommt sich von Dir nicht umsonst öfter verkaxxeiert vor, was?

Denn Du willst mitreden, bist aber nicht mal in der Lage das hier zu erinnern und zu finden (aber von Wolkenkuckucksheim reden [[zwinker]] [[freude]][[freude]]): http://www.spiegel.de/politik/deutschland/bundesverfassungsgericht-spricht-asylbewerber... ?!

Soetwas liebes Mephilein, führt dann zu soetwas:

https://www.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/2014/08/2014-08-27-asylbewerberleistu...
http://www.gesetze-im-internet.de/asylblg/BJNR107410993.html

Also zu einem Gesetz. Und daraus resultierenden Verpflichtungen gegenüber Berechtigten.

Und nun komm nur nicht und frag, warum das so sei.

Sag mal, sonst geht es aber noch?

So, und nun verschone uns bitte mit so einem Theater (woraus übrigens der von Dir falsch angewendete Begriff stammt: https://de.wikipedia.org/wiki/Wolkenkuckucksheim ).

Du kannst soetwas nicht selbst finden:
"Im Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) sind seit 1993 die sozialen Leistungen an Asylbewerber geregelt."
https://de.wikipedia.org/wiki/Asylbewerber#Deutschland ?!

Komm, lass Deine Albernheiten stecken. Die zieren Dich nicht gerade. Aber gut, was will man noch erwarten. Kopfschüttelsmiley.

Grüße

azur


* wohl aber weder erkannt noch verstanden in der Datschiwolkenkuckucksburg [[zwinker]] [[freude]] [[freude]] - komm, lass gut sein. Schönen Abend noch.

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