Hallo Erich!
Du schreibst: Die letzte Befragung war am Vormittag und ergab 35% f. die FPÖ
Und nach der Auszählung waren's nur noch 31%. Schon höchst eigenartig. So was gabs noch nie.
Ich weiß zwar nicht, ob es das noch nie gegeben hat, aber ein wenig seltsam ist das schon, zumal nicht einmal die Marken der „Korridore“ erreicht wurden.
Alexandra Bader hat das Thema kurz analysiert.
Die SORA-Zahlen hätten der SPÖ maximal 37,5 % bescheren dürfen und der FPÖ mindestens 33 %. Selbst das war nicht der Fall.
Ich hatte mir auf ORF2 die Interviews vor der ersten Hochrechnung angeschaut und war ebenso erstaunt über die Siegesgewissheit von SPÖ-Landesgeschäftsführer Georg Niedermühlbichler, der trotz der SORA-Prognose sagte:
Denn bei einem "Duell", jenem zwischen Bürgermeister Michael Häupl und Herausforderer Heinz-Christian Strache, gäbe es einen, der Sieger ist und steht, und einen, der am Boden liegt und verloren hat.
Das ist zumindest sehr erstaunlich, denn wenn die Kiste anders gelaufen wäre, hätte die SPÖ am Boden gelegen, wie es auch der sich gut in Szene setzende Herr Filzmaier bewertete.
Bezeichnender Weise meinte der Politologe Peter Filzmaier, der einer der Wahlanalytiker Österreichs ist und die repräsentative SORA-Umfrage wie viele anderen kennt und schon zahlreiche Wahlen kommentiert hat, dass Niedermühlbichler sehr hoch pokere. Dabei sei sein Duellvergleich aber eine "sprachliche Grenzwertigkeit", denn es gehe nicht um ein Duell, sondern um demokratische Wahlen, bei denen "niemand am Boden liegt". FPÖ-Wahlkampfleiter Toni Mahdalik war wohl auch nicht zufällig trotz der optimistischen Umfrage erstmal vorsichtig.
Da stellt sich zwangsweise die Frage, warum konnte sich Herr Niedermühlbichler so sicher sein, zumal bei knappen Ausgängen von der Politik immer vorsichtig argumentiert wird, wie wir das auch immer bei deutschen Wahlen erleben.
Die Verwunderung nahm bei der FPÖ zu, als bei jener Hochrechnung die Prozente gleich bleiben; "schon wieder" war zu hören oder dass die zu erwartenden Werte laut vorgesagt wurden. Natürlich ist man in den Sprengeln mit WahlzeugInnen vertreten, doch wie die Gesamtauszählung kontrolliert wird, war in der Hektik nicht zu erfahren. Allerdings hat die FPÖ - in weiser Voraussicht? - ohnehin schon vor einer Woche inseriert, dass sie Hinweisen auf Wahlbetrug nachgehen wird und dafür auch eine Belohnung anbietet.
Daraufhin hat die SPÖ geschäumt, wie wenn sie ertappt worden wäre, wobei die meisten dabei "nur" an Pflegeheime denken.
Quelle: http://ceiberweiber.myblog.de//
Da schon 2010 von Wahlbetrug in Wien gesprochen wurde, dürfte das Thema noch nicht ganz erledigt sein.
Noch nie ist bei einer Wahl schon so viel vor der Wahl über einen Wahlbetrug diskutiert worden, wie vor der Wien-Wahl 2010.
Warum ist das so?
1) Die Wahlbehörden sind nicht partei-unabhängig!
Vielmehr bestehen die Wahlbehörden überwiegend aus Parteienvertretern. Die größte Partei hat leider auch eine Mehrheit in den einzelnen Wahlbehörden.
Lösungsvorschlag: In der Wahlbehörde dürfen nur Personen sitzen, die keiner wahlwerbenden Gruppe und Partei angehören.
..
4) kurze Einspruchsfristen:
Ein Wahlbetrug kommt meist erst nach einiger Zeit in die Öffentlichkeit. Dann sind meist alle Einspruchsfristen bereits abgelaufen. D.h. trotz nachgewiesenen Wahlbetrugs bleibt die Wahl gültig !!!
Quelle: http://www.wien-konkret.at/politik/wahlen/wienwahl2010/wahlbetrug/
Die Einspruchsfrist hat schon echten Unterhaltungswert.
Möglicherweise hören wir also in den nächsten Tagen noch eine „Kleinigkeit“ aus Wien zum Thema.
mfG
nereus