Ich beobachte Saudi Arabien seit einiger Zeit etwas genauer. Die Saudis sind das eigentliche Pulverfass in der Region. Es gibt sehr interessante Zitate aus der Königsfamilie, dass Saudi Arabien innerhalb von Wochen aussehen könnte wie Irak und Syrien, wenn sich die Stämme nicht einig sind.
Die Ausgangslage ist folgendermaßen:
Im Januar wurde Salman im Alter von 79 Jahren König. Er ist Sohn des Staatsgründers (zweite Generation). Sofort ordnete er die Thronfolge neu und ernannte Mohammed ibn Naif (56) als Thronfolger. Mohammed wäre der erste König der dritten Generation. Mohammed ist Erzfeind von Al-Qaeda und Freund der USA. Al Qaeda hat mal einen Anschlag auf ihn verübt mit einem Attentäter, der die Bombe rektal versteckt hatte (der ein oder andere erinnert sich vielleicht). Er wurde aber nur leicht verletzt.
Als weitere Maßnahme ernannt Salman aber auch seinen eigenen Sohn und engen "Berater" Mohammad bin Salman Al Saud (30) zum Verteidigungsminister (jüngster der Welt), "Chef des Hofes" und zum Vize-Kronprinz. Mohammad bin Salman regelt als "Chef des Hofes" den Terminplan seines Vaters und hat so Kontrolle darüber, wen der König trifft.
Mohammad bin Salman hat als Verteidigungsminister als erstes den Yemen bombardieren lassen. In den Medien wird er als genialer Feldherr gefeiert. Aus diplomatischen Kreisen weiß allerdings kaum einer etwas Gutes über ihn zu berichten: korrupt, raffgierig, arrogant sei er.
Wenn jetzt König Salman, sein Vater, dement ins Krankenhaus abgeschoben wird, dann kann das nichts Gutes bedeuten. Mohammad bin Salman wird sicher nicht kampflos das Feld räumen.
Auch aus dem zitierten Artikel:
“The public are also pushing this very hard, all kinds of people, tribal leaders,†the prince added. “They say you have to do this or the country will go to disaster.â€