Faschismus in der BRD? Vorschlag einer neuen Begriffsbestimmung ..

Beo2 @, NRW Witten, Freitag, 09.10.2015, 18:46 vor 3762 Tagen 2358 Views

Hallöchen an Alle!

Faschismus ist m.M.n. der Versuch, eine unkritische Gleichschaltung von und Unterdrückung von unerwünschten Gedanken und Meinungen von Einzelpersonen oder Personengruppen herbeizuführen. Zum anderen, es ist das Bestreben einer relativ kleinen organisierten Interessengruppe (Minderheit, Partei, Unternehmergruppe o.ä.), die vollständige institutionelle Macht in einem Staat zu erlangen, zu festigen und schrittweise auszuweiten .. mit welchen Mitteln auch immer.
Dies geschieht mittels: Lügen, Halbwahrheiten und Unterlassung von Berichterstattung in den Pressemedien sowie durch gezielte Anwendung physischer, psychosozialer, wirtschaftlicher und/oder juristischer Machtmittel bzw. Gewalt gegen "politisch unkorrekte" Meinungsträger, um diese Personen physisch, psychosozial und/oder wirtschaftlich zu schädigen oder zu vernichten.
Folgende Mittel werden ganz konkret eingesetzt: Hetze gegen und Diffamierung von Andersdenkenden durch Pressemedien und andere Informationsträger; Überwachung und Verfolgung durch parteipolitisch unterwanderte Behörden und Sicherheitsapparat (Polizei, Geheimdienste etc.); politisch motivierte Gerichtsbarkeit; physische Bedrohung durch anonyme Schläger und Killer, und anderes mehr.

An diesen Merkmalen oder Phänomenen kann das Vorhandensein des Faschismus bzw. der faschistischen Gesinnung in einem Land gemessen werden. Vielleicht sollte lieber der Begriff Neo-Faschismus gewählt werden. Faschismus (in diesem Sinne) ist übrigens das Gegenteil von echter, direkter Demokratie, welche ganz gewiss keine politischen Parteien benötigt.

Vgl. österr.: bandagieren (ital. fasciare »mit Binde umwickeln«):
http://www.wissen.de/fremdwort/faschen
https://de.wikipedia.org/wiki/Fasche
https://de.wikipedia.org/wiki/Bandage

Siehe auch "Armbinde" (vgl. "Fasche") laut Wikipedia:
https://de.wikipedia.org/wiki/Armbinde

Und ein Zitat zum Begriff "Faschismus" laut Wikipedia:
https://de.wikipedia.org/wiki/Faschismus

"Die Etymologie des Wortes fascio wird meist abgeleitet vom lateinischen fasces. Diese Rutenbündel waren Machtsymbole zu Zeiten des Römischen Reiches, die die Liktoren vor den höchsten römischen Beamten, den Konsuln, Prätoren und Diktatoren, hertrugen.
Im 19. Jahrhundert bezeichnete das Wort fascio das Selbstverständnis der italienischen National- und Arbeiterbewegung als revolutionärer Kraft. So symbolisierte das Rutenbündel in der nationalen Bewegung im 19. Jahrhundert die Einheit der Nation, und fascio bezog sich im seit 1870 geeinten Italien auf unabhängige und sogar anarchistische Arbeiterorganisationen.
Der Begriff Fascismo, der um 1900 zum Banner der revolutionären Arbeiterbewegung avanciert war,[5] wurde ab 1919 mit den „Fasci di combattimento“ identifiziert: jene „Kampfbünde“, die Mussolini im März 1919 gründete."

@naknak (FC-Forum): Wenn man beide Begriffe betrachtet, geht es wohl um ein Umrahmen und Einbandagieren von etwas. Auf den Geist übertragen werden im Fasch-Ismus Gedanken in einen starren Rahmen oder eine Art Korsett gepresst und sozusagen einbandagiert. Freier Geist ade!

Ja, das sehe ich auch so: Die Fasche bzw. Armbinde repräsentiert alle Arten von UNI'formen als Kleidung, (Geistes-) Haltung und Symbol, insbesondere bei politischen und para-/militärischen Gruppierungen, aber auch als Symbol für das "bandagierte", erzwungen gleichgeschaltete, UNIforme Denken, welches von Uniformträgern und -liebhabern aller Art meistens gern gepflegt und Anderen verordnet wird. Mein FAZIT:

Fasch'Ismus = Uniform(ität)'liebhaberei = Diktat der Uniform in Kleidung, Haltung und im Denken;
-istisch = bestimmt durch (die Uniform), dienlich der (Uniform), orientiert an (der Uniform) .. etc.

vgl. auch die Kleiderordnung in der Politik & Wirtschaft. Das alles legt eine Repression gegenüber Andersdenkenden zumindest nahe.

Diese Art des Neo-Faschismus gibt es mMn gleichermaßen "auf der linken wie rechten Seite" des politischen Spektrums. Wehret den Anfängen!

Mit Gruß, Beo2

Leider nichts Neues

Jazznow @, Freitag, 09.10.2015, 19:22 vor 3762 Tagen @ Beo2 1514 Views

Hallo Beo2,

das hast Du nett aufbereitet, ist aber mE nach nichts Neues. Schon die Sozialdemokraten der 30er Jahre nannten die Kommunisten rotlackierte Faschisten. Der Begriff wurde nach dem 2. Weltkrieg als Synonym für die Nationalsozialisten verwendet. Faschistisches Gedankengut im Sinne der Meinungsunterdrückung feiert ja wieder fröhliche Urstände. In eigentlichen Sinne müsste dann die AntiFa, die ja auch noch Gewalt anwendet, gegen sich selbst sein.

Gruß
JN

--
Knowledge is a deadly friend
If no one sets the rules
The fate of all mankind I see
Is in the hands of fools
King Crimson; 1969

Mir fehlt dabei der Rassismus gegen die autochthone Bevölkerung

Jermak @, Freitag, 09.10.2015, 19:52 vor 3762 Tagen @ Beo2 1521 Views

bearbeitet von unbekannt, Freitag, 09.10.2015, 20:10

Hallo beo2,

man stelle sich vor, wir die weißen Deutschen lebten statt in Deutschland irgendwo in Chinesien. Und der abgrundtiefe Hass gegen alles Deutsche schlüge uns dort entgegen. Die Sorgen, die wir alle haben in Bezug auf die Gefahr der Vernichtung unserer Kultur, wird mit brutaler Aggression erwidert.
Der ständig mahnende Zeigefinger der UNO ebenso wie das "wir müssen die Demokratie in China herbeibomben" in den westliche Medien wären gewiss.

Ums noch krasser zu machen, hätte ich natürlich auch die Juden mit uns vergleichen können. Das macht die Sache erst recht evident. Ist bloß ein bisschen kritisch, weil dann manche gerne mit der Singularitätskeule winken.
Noch, ja, noch gibt es keine Forderungen nach KZs für uns. Das würde ich aber in Zukunft in der herrschenden aufgehitzten Atmosphäre keineswegs ausschließen.

Dazu kommt die Verklärung einer neuen quasi-Herrenrasse, nämlich des kulturell unbedingt, d.h. allein durch seine Existenz, eine Lichtgestalt darstellenden Moslems, bei dessen Erscheinen jegliche Werte, für die man jahrzentelang aggressiv gekämpft hat (Grüne!!), ihre Bedeutung verlieren.

Was ist das, wenn nicht der Rassismus eines AH invertiert?!!


Grüße


jermak

Auch wenn's nichts Neues ist, ist das dennoch enorm wichtig

Jermak @, Freitag, 09.10.2015, 20:07 vor 3762 Tagen @ Jazznow 1479 Views

bearbeitet von unbekannt, Freitag, 09.10.2015, 20:15

Ich halte es für eine enorm wichtige Aufgabe, daß wir der Bande die Deutungshoheit entziehen und ihr unsere eigene entgegensetzten. Sonst spielen wir weiterhin nach deren Spielregeln und solange wir das tun, besteht immer das Bestreben nach Rechtfertigung. Wozu sollen wir uns rechtfertigen? Die sind nicht der liebe Gott. Die sollen sich umgekehrt vor uns rechtfertigen.
Solange wir nicht anfangen, unsere eigene Sprache zu sprechen und unsere Spielregeln für sie aufzustellen, spielen die mit uns Hase & Igel.


Mittlerweile haben ich keine Hemmungen mehr, jedem sog. Gutmenschen die Fascho-Keule über seine Rübe zu ziehen, ob er weiß wie ihm geschieht oder nicht, ist wurscht.


So rum muß laufen!

Grüße

jermak

(Zahlreiche Rechtschreibfehler korrigiert)

Eher Totalitarismus - Unterscheide zwischen Zielen und Methoden

LLF @, Freitag, 09.10.2015, 21:31 vor 3762 Tagen @ Beo2 1264 Views

bearbeitet von unbekannt, Freitag, 09.10.2015, 21:40

Faschismus ist m.M.n. der Versuch, eine unkritische Gleichschaltung
von und Unterdrückung von unerwünschten Gedanken und Meinungen von
Einzelpersonen oder Personengruppen herbeizuführen.

Totalitarismus ist m.M.n. der Versuch, eine unkritische Gleichschaltung von und Unterdrückung von unerwünschten Gedanken und Meinungen von Einzelpersonen oder Personengruppen herbeizuführen.

Die Methoden unterscheiden sich nicht, wohl aber die angestrebten Ziele:
Konservatismus: Dominanz der traditionellen Eliten über Staat und Wirtschaft, z.B. in Saudi-Arabien. Orbans Ungarn ist der ehrgeizige Versuch, einen modernen Konservatismus als Herrschaftssystem zu etablieren und traditionelle Werte als Staatsziele zu etablieren.
Liberalismus: Dominanz der Wirtschaft mittels (heimlicher) Geldflüsse, vor allem im anglo-amerikanischen Raum.
Sozialismus: Dominanz des Staates mittels Bürokratie.

Faschismus ist ein konservativ-sozialistisches Mischsystem, z.B. in Spanien unter Franco

das Bestreben einer relativ kleinen organisierten Interessengruppe
(Minderheit, Partei, Unternehmergruppe o.ä.), die vollständige
institutionelle Macht in einem Staat zu erlangen, zu festigen und
schrittweise auszuweiten .. mit welchen Mitteln auch immer.

Die Dominanz einer Interessengruppe ist typisch für ein politisches System.

In der Sowjetunion waren es die städtischen Arbeiter, in den USA das Großkapital, im Dritten Reich der ländliche Mittelstand, in Venezuela eher die unteren Schichten. Staaten mit einem abweichenden politischen System werden oft politisch isoliert und militärisch bekämpft.

Echte Demokratie setzt voraus, dass es mehrere gleichstarke Interessengruppen gibt, die zu Kompromissen bereit sind, beispielsweise in der Schweiz oder auch im Österreich der Nachkriegszeit.

Dies geschieht mittels: Lügen, Halbwahrheiten und Unterlassung von
Berichterstattung in den Pressemedien sowie durch gezielte Anwendung
physischer, psychosozialer, wirtschaftlicher und/oder juristischer
Machtmittel bzw. Gewalt gegen "politisch unkorrekte" Meinungsträger, um
diese Personen physisch, psychosozial und/oder wirtschaftlich zu schädigen
oder zu vernichten.
Folgende Mittel werden ganz konkret eingesetzt: Hetze gegen und
Diffamierung von Andersdenkenden durch Pressemedien und andere
Informationsträger; Überwachung und Verfolgung durch parteipolitisch
unterwanderte Behörden und Sicherheitsapparat (Polizei, Geheimdienste
etc.); politisch motivierte Gerichtsbarkeit; physische Bedrohung durch
anonyme Schläger und Killer, und anderes mehr.

Ich würde dies eher als totalitäre Militanz bezeichnen. Militanz gegen das staatliche System (traditionell als Linksextremismus bezeichnet) oder Militanz für das staatliche System (traditionell als Rechtsextremismus bezeichnet). Die Forderungen, die auf PEGIDA-Demonstrationen vorgetragen werden, sind linker als die der SPD (Abschaffung der Hartz-IV-Sanktionen) und die Forderung der Antifa sind manchmal rechter als die der Arbeitgeberverbände (sofortige Arbeitserlaubnis für Einwanderer). Die SPD hat mit Hartz IV einen sozialpolitischen Rechtsruck hingelegt, der die SPD zur Systempartei macht. Die Bezeichnung "Linke" ist eine nostalgische Erinnerung an die Zeit, als die heutigen Staats- und Studienräte noch in der WG wohnten und ein Stück vom gesellschaftlichen Wohlstand anstrebten.

vgl. auch die Kleiderordnung in der Politik & Wirtschaft. Das alles
legt eine Repression gegenüber Andersdenkenden zumindest nahe
.

Möglicherweise werden Anzug und Krawatte bald als Symbole des Alten Regimes ebenso verpönt sein wie die gepuderten Perücken des Barockzeitalters.

Sehr schön

Falkenauge @, Freitag, 09.10.2015, 21:38 vor 3762 Tagen @ Beo2 1286 Views

Kluge und treffende Begriffsbestimmung eines Neo-Faschismus. Die im Rutenbündel zusammengeschnürten Ruten symbolisieren in der Tat die Zusammenfassung der Menschen zu einer Einheit, die auch heute noch durch die Herrschenden fremdbestimmt, manipuliert, unter Druck gesetzt, gelenkt und auch geschlossen zum Krieg gegen andere Einheiten geführt wird. Das heißt, die Gemeinschaft wird noch immer über den Einzelnen gestellt, während heute die freie Individualität über der Gemeinschaft stehen muss, die seiner Entwicklung zu dienen hat.

Der Faschismus ist wirklich links wie rechts gleichermaßen zu Hause. Das lässt sich im Groben am Straßenterror der Antifaschisten gegen Reste von Rechts-Faschisten oder vermeintliche Faschisten beobachten. Die Unterordnung der menschlichen Individualität unter das Kollektiv führt dazu, dass auch die „Antifaschisten“ immer als Kollektiv auftreten. Hinter anonymen Internetseiten, Drohbriefen, uniform schwarz vermummten Aktionen bleibt die Individualität stets verborgen. Sie wirken durch die Gewalt der Zusammenballung vieler, deren Individualitäten in der Massenentfaltung aufgehen.
Vor über 2 Jahren habe ich darüber mal etwas verfasst, was einige vielleicht auch kennen. Wer nicht, kann es bei Interess hier nachlesen.

Die Begriffe Totalitarismus oder Diktatur passen nur zum Teil .. (edit)

Beo2 @, NRW Witten, Freitag, 09.10.2015, 21:50 vor 3762 Tagen @ LLF 1187 Views

bearbeitet von unbekannt, Freitag, 09.10.2015, 22:06

.. da sie sich eher oder nur auf das institutionelle Verhalten (Regime) der Staatsorgane beziehen, während der (umfassendere) Begriff Faschismus auch auf das Verhalten diverser politischer Gruppierungen bzw. Bewegungen in der Bevölkerung, d.h. an der gesellschaftlichen Basis, anwendbar ist.

Gruß, Beo2

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