Dankesrede eines Bewunderers an Eure Exzellenz Frau Merkel

Leserzuschrift @, Samstag, 03.10.2015, 19:56 vor 3768 Tagen 3170 Views

Geehrte Durchlaucht, eure Exzellenz, Königin von Schlandland sowie
Provinzfürstin für Euretanien des Großreiches United States of Amagedon,

hiermit erbiete ich euch erfürchtigst meinen untertänigsten Gruß.

Ich möchte die aktuelle Situation in der Provinz Schlandland zum Anlass
nehmen, Euch meiner grenzenlosen Bewunderung zu versichern. Dank Eurer
Weitsicht, Klugheit u. Entschlossenheit ist es wieder einmal gelungen, ein
völlig neues Denken in der Soziologie, Philanthropie u. nicht zuletzt auch
Dank Ihrer Anregungen im Bezug auf eine notwendige Chancengerechtigkeit in
den boomenden Gender Studies zu etablieren u. die soziologischen Strukturen
in unserem, mittlerweile so verkrusteten Mitteleuropa gründlich
aufzubrechen.

Über Jahrhunderte gewachsene Erkenntnisse innerhalb der
Wissenschaftsgattungen von Kultur-, Sozial- u. Geisteswissenschaften haben
Sie quasi über Nacht auf den Altar gehoben, blitzschnell analysiert, neu
definiert u. dann mit einem tatkräftigen Griff in Ihren Problemlösungs -
Instrumentenkasten einer alternativlosen Lösung zugeführt. Danke dafür!

Durch ihre sparsame, aber auch kreative Wortwahl, nur das Nötigste, aber
dies selbstsicher zu formulieren, ist es Ihnen in diesem Zusammenhang nicht
nur gelungen, viele andere, demokratische Staaten dieser Welt u. Ihre
Oberhäupter ob Ihrer Problemlösungskompetenz zu verblüffen. Nein, Eure
Exzellenz haben auch Ihrem eigenen Volk wiederum praktisch über Nacht einen
neuen, besseren Weg in die Zukunft aufgezeigt. Ihre modernistische,
ungestüme Herangehensweise ermöglicht es uns nun, althergebrachte Denk-u.
Verhaltensrituale im Bezug auf Tradition, Herkunft sowie die Art u. Weise
des Zusammenlebens mit anderen Kulturen zügig über Bord zu werfen, um uns
nunmehr blitzschnell wieder einmal neu zu erfinden.

Denn das ist es doch, was wir brauchen: wir müssen uns immer wieder neu
definieren, um die Staaten u. Regierungen, die es nicht so gut mit uns in
Europa meinen, mit ständig neuen Hypes zu irritieren u. zu verunsichern. So
wissen unsere Gegner nie, in welche Schublade sie uns stecken müssen, in
welchem Aktenordnern der Aufklärungsdienste unser digitaler Alltag, unsere
eingefahrenen Verhaltensmuster abgespeichert werden sollen. Genial, der
Plan!

Sie schrecken dabei auch nicht vor unkonventionellen Herangehensweisen u.
teilweise Überrumpelungen unserer europäischen Nachbarn zurück – nein, das
ficht Eure Exzellenz nicht an.
Wenn die einfach zu träge sind, überkommende Gesellschaftsstrukturen zu
erkennen u. zu erneuern, selber Schuld! Dann sollen die doch sehen, wo sie
bleiben. Pah!

Innovativ war auch auf jeden Fall die Idee von Euch, gleich den europäischen
Partnerländern prozentual mit vorzuschreiben, wie viel Kulturdurchmischung in
den Nationalstaaten jetzt angesagt ist, damit sie weiterhin in den Genuss
der umfangreichen Förderprogramme von Euretanien kommen. Haben die immer
noch nicht verstanden, dass nationale Interessen aber sowas von veraltet
sind ?

Ich meine natürlich damit nicht unser Großreich United States of Amagedon -
die formulieren ja ständig die eigenen, nationalen Interessen u. ziehen
sogar rote Linien deswegen. Ja zuweilen führen Sie sogar in anderen,
autonomen Staatsgebieten kurzzeitige,chirurgische Eingriffe durch, um diesen
Interessen zu schützen. Das haben wir in Schlandland nicht nötig - das ist
kalter Kaffee von gestern.

Wir dienen lieber uneigennützig mehreren Millionen Menschen als sicherer
Hafen, als Hort der Behaglichkeit in Sachen wohnen, leben und
Sozialfürsorge, auch wenn es mal ein paar Dutzend Milliarden mehr kosten
sollte und die arbeitenden Schlandländer wieder einmal einen Zahn zulegen
müssen.

Wo die vielen Arbeitsplätze dafür herkommen sollen?

Ach, ich bin mir sicher, Eure Exzellenz, dazu fällt Ihnen bestimmt auch noch
etwas Bahnbrechendes ein. Herr Klunker von der euretanischen Kommission
hatte ja bereits diesbezüglich erste Schritte unternommen und ein
milliardenschweres Konjunkturpaket aufgelegt. Wir sind da jetzt etwas
verunsichert, dass dieser Vorschlag nicht von Ihnen kam, aber das war
bestimmt nur ein Kommunikationsschachzug. Sie, mit Ihrem bescheidenen
Auftreten wollten sicherlich vermeiden, dass ständig nur aus Schlandland die
guten Vorschläge kommen, oder?

In tiefer Verbundenheit und mit untertänigstem Gruß

ein schlandländischer, paneuropäischer Bewunderer

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