Es gibt noch mehr Gemeinsamkeiten
Die heutige Form der Demokratie unterscheidet sich im Grunde strukturell nur wenig von den autoritären Herrschaftsformen des Kommunismus. Hier wie dort liegt die Macht über Menschen in den Händen einer selbsternannten Elite, die sich dort in einer einzigen, hier in mehreren, aber weitgehend konformen Parteien politisch organisiert. Durch das Kandidaten-Monopol dringen nur Parteimitglieder in die Schaltstellen der Macht, so dass es die herrschende Partei ist, die faktisch überall die Gewalt in den Händen hat und den staatlichen Institutionen ihre Inhalte diktiert.
Indem die „Volksvertreter“ die ihnen übertragene Macht an die von ihnen gewählten Regierungen, also an Vertreter von Vertretern, weitergeben, ohne dass das Volk einen Einfluss darauf hat, entfernt sich die Macht noch weiter von ihm. Die Regierungen verbinden sich schließlich mit Regierungen anderer Länder zu internationalen Organisationen wie die EU, die eine quasistaatliche Form erhält, in der Regierungsmitglieder, also Vertreter der Vertreter, als Gesetzgeber fungieren und Kommissare einer EU-Überregierung, also Vertreter der Vertreter der Vertreter des „souveränen Bürgers“ ernennen. Hier entspricht das Gremium der Regierungs- oder Staatschefs, der „Europäische Rat“, in der Tat dem Obersten Sowjet, in dem auch Vertreter von Vertretern saßen, die fernab vom Volk Kommissare als Überregierung über alle sowjetischen Volksrepubliken ernannten. Es ist daher, was die teilweise sogar namensgleichen Machtstrukturen angeht, nicht aus der Luft gegriffen, die EU eine EUdSSR zu nennen.
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