Danke fuer den BIZ-Link!
Dass Zinsen die Waehrungskurse und -austauschverhaeltnisse beeinflussen, hat ja die Schweizer Nationalbank auch irgendwie bemerkt.
Was ich aber mit Erstaunen festzustellen meine, sind zwei Dinge:
a) von 5% auf 6% sind 20%, oder von 6% auf 5% 18% Schwankung
aber
b) von 0% auf 1% (und umgekehrt) weigert sich mein Taschenrechner zu rechnen. Aus dem Mathematik-Unterricht ahne ich, da war was ...
Das Problem, das Yellen mit ihrer zugegeben eingeschraenkten oekonomischen tertiaeren Bildung hat, die sie aber nur durch Durchlaufen der Primarschule und der Prozentrechnung sowie der Zinseszinsrechnung in der 5. oder 6. Klassenstufe erlangen konnte, ist, dass eine auch nur minimale Steigerung der Zinsen, eine Zinswende, zu einem Crash der bereits zuvor zu Niedrig- und Null-Zinsen begebenen Staatsanleihen fuehren muesste.
Dieser Crash ist zweierlei:
1) ganz normal sinken Festverzinsliche, wenn die Zinsen steigen, und zwar im Verhaeltnis zu ihrem absoluten Zins-Coupon wie hinsichtlich ihrer Restlaufzeit (nicht, dass ich dies einem Foristen erklaeren muesste, aber Mitlesern manchmal schon). Da Niedrigstzinsen dazu verleiten, Langlaeufer zu begeben, sinken diese umso mehr, reagieren aber auf auch geringe Zinserhoehungen umso empfindlicher.
2) Da aber solche Anleihen auch nur deshalb existieren, nicht, weil sie jemals zurueckgezahlt werden, sondern einzig und allein, weil sie durch Ausgabe jeweils neuer, meist hoeherer, Anleihen-Umfaenge ueberwaelzt werden, diese Ueberwaelzungen aber unmoeglich sind, wenn die wieder gestiegenen Zinsen Belastungen erfordern fuer den Zinsendienst, die eindeutig ueber der Leistungsfaehigkeit der begebenden Staaten liegen, wird es auch zu dieser Ueberwalzung von niedrigst zu "normal" verzinsten Anleihen nicht mehr kommen koennen.
Eigentlich kann die Fed, ebenso wie EZB und BoJ etc., nur noch "auf ewig" die Zinsen
I) da belassen, wo sie jetzt sind
II) ggf. sogar noch unter Null druecken
und
III) dazu parallel versuchen, das Bargeld abzuschaffen, da nur so II) durchfuehrbar ist.
Es ist wie mit einem Auto: der vorausschauende Fahrer tankt rechtzeitig, verliert dadurch aber Zeit. Andere Fahrer koennen etwas schneller etwas weiter fahren, bleiben dann aber unwiderruflich auf der Strecke liegen.
Danach ist Zu-Fuss-Gehen angesagt. Zu-Fuss-Gehen ist fuer Automobilisten das Aequivalent von Tauschwirtschaft fuer Geld-Oekonomen.
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Mit 40 DM pro Kopf begann die Marktwirtschaft, mit 400.000 Euro Schulden pro Kopf wird sie enden.
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