Reine Spekulation: Das ist die Zukunft von Volkswagen (sorry, langer Text)

zip @, Mittwoch, 23.09.2015, 00:02 vor 3777 Tagen 8562 Views

Hallo in die Runde.
Wie geht es weiter mit VW? Aktueller Stand:

1. Die Firmenspitze wankt
2. Das Konzept „Diesel“ steht weltweit auf dem Prüfstand (wortwörtlich)
3. Die VW-Lobby muss neu ausgerichtet werden
4. Die Produkte müssen überarbeitet, bzw. nachgebessert werden
5. Die Produktstrategie muss überarbeitet werden

Mir fallen noch weitere Punkte ein, die gehen aber zu sehr ins Detail.

Punkt 5 ist der wichtigste Part, der jetzt angegangen werden muss. Davon leiten sich die Strategien von Punkt 3 und 4 ab, Punkt 1 ist uninteressant, auf Punkt 2 hat VW wenig Einfluss, weil es andere Markt-Teilnehmer gibt.

Wie sähe Punkt 5 aus?

Ich behaupte keck: VW erfindet sich neu. Eine andere Chance haben die nicht. Weg vom MQB und dem selbst auferlegten Zwang, über einen „Baukasten“ für die kommende Dekade gerüstet zu sein. Den lassen die auslaufen, gemeinsam mit Seat, Skoda, Audi und dem Rest der PKW-Hersteller unter dem gemeinsamen Dach.

VW wird einen Baukasten entwickeln, der dem von Tesla ähnelt: Batterie als Leiterrahmen-Ersatz, Fahrwerk drum herum, unterschiedliche Karosserievarianten oben drauf. Wie seinerzeit beim Käfer, wo das Brezelgehäuse gegen den Ghia von Karman getauscht werden konnte.

Mit anderen Worten: VW geht konsequent in Richtung E-Mobilität. Nicht halbherzig mit irgendwelchen Luschi-Batterien, die sich im nicht mehr genutzten Bereich befinden, wo sich ehemals Tank, Getriebe oder Auspuffstrang befanden.

Wenn VW es richtig machen will, muss VW klotzen. Eine andere Möglichkeit haben die nicht. Der Diesel ist tot, der Verbrenner ziemlich ausgereizt und in Sachen Abgas sind die mit reinen (und konsequent umgesetzten) Stromern im Trend angekommen, den sie aufgrund ihrer Marktmacht positiv befeuern können.

Hinzu kommen neue Modelle der Finanzierung (Bank können die ja) und die Einbindung des Händlernetzes in einer bislang nicht praktizierten Form: Car-Sharing von VW Modellen an jeder VW-Werkstatt, davon gibt es in DE genug. Mercedes hat es zwar angedacht, jedoch nicht konsequent zu Ende gedacht. Für 75 € im Monat ein Auto dann benutzen, wenn man es braucht? Und wo und wie lange? Ich wäre dabei. Die mobile Flatrate ohne Plattfuß.

Beteiligung am Tesla SuperCharger Netzwerk und parallel dazu Ausbau eigener Ladestationen, die (wie bei Aldi) kostenloses Laden ermöglichen. Im Gegensatz zu Aldi jedoch rund um die Uhr. Einsatz von „Ladefahrzeugen“ in Gegenden, die schlecht versorgt sind. Aufbau eines entsprechenden „Pannennetzes“ mit dem Ziel, dass eine leere Batterie in 15 Minuten wieder voll ist. Technisch alles machbar.

Das ziehen die dann nach und nach in der EU durch, für den US Markt lassen sie sich etwas Zeit, könnte ja doch dort aus irgendwelchen Gründen der Schuss nach hinten los gehen. Man ist ja lernfähig. Eventuell bekommt ihr unsere tollen Fahrzeuge in ein paar Jahren, dann aber müssen die Konditionen passen. Das ist keine Rache, es ist reines wirtschaftliches Kalkül, weil man sich nicht (noch einmal) exakt zur IAA in Frankfurt die Hose vom Arsxh ziehen lassen möchte und für den amerikanischen Markt „auf Nummer sicher“ gehen muss. Dafür haben die Amis sicher Verständnis.

Dabei ganz wichtig: Keine Werbung mehr schalten! Alles läuft über Empfehlungen über die asozialen Netzwerke ab. Sollen die Pressefutzis doch mal kommen und die neuen Modelle auf eigene Kosten mal unter die Räder nehmen! Deaktivierung der bislang teuren und unzuverlässlichen Multiplikatoren. Hin zum Bürger, seinen Bedürfnissen und er sich verändernden Mobilität. Neudefinition des Begriffs „Volkswagen“. Back to the roots.

Weitestgehende Deaktivierung der Lobbyisten. Nur die können bleiben, die nachweislich Erfolge vorweisen. Die anderen fliegen raus. Verschlankung der Konzernstruktur.

Ich lasse es jetzt mal dabei bewenden und riskiere, hier „gegrillt“ zu werden. Bin auf eure Vorstellungen gespannt, wenn ihr der „König von Volkswagen“ wäret. Haut rein und zeigt mir, wie weit ich neben der Spur bin.

Beste Grüße vom

--
.zip

6.Wie reagiert China ? Was verlangt das Reich der Mitte als Entschädigung von VW (mL)?

Herzog Waydelich @, Mittwoch, 23.09.2015, 00:27 vor 3777 Tagen @ zip 7362 Views

bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 23.09.2015, 00:35

Da gab es ja erst Vorwürfe gwgen die VW Händler. Und mit den Ausländern gehen die Chinesen nicht zimperlich um, siehe

http://www.tagesschau.de/wirtschaft/vw-china-115.html

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Den Sozialismus in seinem Lauf, hält weder Bulle noch Bär auf

Geht um Einspritzung wässriger Harnstofflösung (Handelsname: "AdBlue")

Reffke @, Mittwoch, 23.09.2015, 00:42 vor 3777 Tagen @ zip 7732 Views

bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 23.09.2015, 01:06

Hallo zip,
auf die Schnelle Info zum Hintergrund [[zwinker]]
SCR:
Ein weiteres Verfahren zur Reduktion von Stickoxiden ist die Selektive katalytische
Reduktion.
Hierbei wird kontinuierlich eine wässrige Harnstofflösung (Handelsname: AdBlue) in den
Abgasstrom eingespritzt, aus welcher durch Hydrolyse Wasser und Ammoniak entsteht.
Das so entstandene Ammoniak reduziert die Stikoxide im Abgas zu normalem Stickstoff
(N2).
Das SCR-Verfahren wird inzwischen in zahlreichen Nutzfahrzeugen eingesetzt, um die
Abgasnormen EU5 und EU6 zu erfüllen.

http://www.mp.haw-hamburg.de/pers/Gheorghiu/Labor/SKM/Pres_WS1213/Modulare_VW_TDI-Gen.pdf

Abgas-Experte Peter Mock vom International Council on Clean Transportation (ICCT) hat die "Sache" wohl in's rollen gebracht:
Volkswagen wollte 100 Euro pro Auto sparen - und verliert jetzt Milliarden
http://www.manager-magazin.de/unternehmen/autoindustrie/dirty-diesel-skandal-volkswagen...
(aktuell)
Mit Ansage, Beispiel:
http://www.n-tv.de/auto/praxistest/Audi-A6-Solide-aber-nicht-neu-article14874551.html
12. April 2015

http://www.vdi-nachrichten.com/Technik-Wirtschaft/Viel-Stunk-um-neue-Abgasnorm-Euro-6
(17. Januar 2014)

http://www.welt.de/motor/article112706288/Europaeische-Union-will-Dieselbesitzer-ausbre...
(13.01.13)

--
Die Lüge ist wahrer als die Wahrheit, weil die Wahrheit so verlogen ist. André Heller
------------------------------
==> Fundgrube zur Lage: www.paulcraigroberts.org

Bin in den letzten Wochen elektromobilitätstechnisch "entjungfert" worden, Golf GTE vs. Tesla S 85D mT

day-trader @, Mittwoch, 23.09.2015, 00:56 vor 3777 Tagen @ zip 8154 Views

Vorweg: Sicher nicht wirklich vergleichbar, da ca 50.000 Teuroletten rund 140.000 in der vollausgestatteten Version gegenüberstanden.

ABER: Wenn sich E-Mobilität flächendeckend durchsetzt, kann VW (und alle Anderen) EINPACKEN, sofern sie sich nicht wirklich komplett neu aufstellen!

GTE: Irgendwie empfand ich den Extrapolation des GTIs aus den Achtzigern, ein paar nette Gimmicks mehr an Bord, Umschaltung zwischen den einzelnen Antriebsmodi des Hybrids eher kompliziert, undurchsichtig, bei welchen Leistungsstufen wieviel Reichweite und warum zur Vefügung steht, gefühlt unglaublich wenig Reichweite bei reinem E-Antrieb.
War trotzdem ganz nett, weil neue Erfahrung.

Dann ein paar Tage später Tesla: BOOOOAH! KABOOOOOOOOM!
700 PS, zwei Fahrmodi (Sport und INSANE, bei deutscher Sprachanwahl WAHNSINN); 2,5 sec von 0 auf 100, beim ersten Mal Voll"gas" als wenn man in einem X-Fighter mit Luke Skywalker am Steuer sitzt und auf Überlichtgeschwindigkeit beschleunigt wird,

https://www.youtube.com/watch?v=LpaLgF1uLB8

riesiger Touch-Bildschirm in der Mittelkonsole, einfachste intuitive Bedienung, alles über den Bildschirm, edle Verarbeitung im Innern, das Äussere echtes Understatement, zig verbaute Sensoren ohne jetzige aber für zukünftige Funktionen, die Karre bekommt regelmässig Softwareupdates, Reichweite über 400 km (bei normaler Fahrweise <img src=" /> ), automatische Errechnung, wann wo auf den Autobahnen an den jeweiligen Supercharging-Stationen für wie lange geladen werden muss, permanentes INET kostenlos on board..., Fazit: Irgendwie neu, irgendwie anders, in Sachen Auto nur das Äussere extrapoliert.

Wie kann ein Autobauer wie Tesla innerhalb so kurzer Zeit so neu und so spannend und so edel und so emotional das Autobauen neu erfunden haben?

VW hier in der Region sind über Jahrzehnte so viele Arbeiter, so viele Ingenieure, so viele Manager, so viele (in ihren Augen) unverzichtbare Mitarbeiter des Konzerns, so-(zu-)viel Konzern, soviel Drumherum, und vergleichsweise so wenig Auto nach Massstäben eines neuen Jahrtausends....

Wenn Tesla seine E-Mobilität preisgünstiger massentauglich bekommt, wird VW den Nokia-Weg gehen und Platz machen müssen, so denke ich.

--
Best Trade!!!

Das gibt es auch andere Meinungen

Dragonfly @, Mittwoch, 23.09.2015, 05:02 vor 3777 Tagen @ day-trader 7733 Views

Vorweg: Sicher nicht wirklich vergleichbar, da ca 50.000 Teuroletten rund
140.000 in der vollausgestatteten Version gegenüberstanden.

Immerhin fast 1:3. Die Subventionen von Tesla noch nicht eingerechnet.


Hier gibt es auch andere Meinungen, nicht in Bezug auf das Auto, sondern in Bezug auf die Aktie und die Person Musk

Elon Musk’s Tesla circus is a true ‘bonfire of the vanities’
http://www.theglobeandmail.com/globe-drive/culture/commentary/elon-musks-tesla-circus-i...

Why you must be smarter than Carl Icahn, Warren Buffett, Elon Musk, and Goldman Sachs.
http://www.citronresearch.com/citron-chimes-in-on-tesla-motors/

Citron research publiziert nur in Bezug auf Short Selling. Das Blog sollte jeder in seinem RSS Feeder haben.

TESLA-Goetterdaemmerung? P85D Model S erst "best getestetes Auto jemals", jetzt unterdurchschnittlich ...

CrisisMaven ⌂ @, Dienstag, 20.10.2015, 22:01 vor 3749 Tagen @ day-trader 5531 Views

ZeroHedge: Consumer Reports Yanks Tesla "Best Car Ever" Recommendation, Now Says It Has "Poor Reliability"

"... just a month after Consumer Reports said the Tesla Model S is the best car it has ever tested, ... withdrew its recommendation for the Tesla Model S ... handed the luxury car a “worse-than-average” rating in its annual report on the predicted reliability of new vehicles ... surveyed 1,400 Model S owners “who chronicled an array of detailed and complicated maladies” with the drivetrain, power equipment, charging equipment and giant iPad-like center console. They also complained about body and sunroof squeaks, rattles and leaks."

Nach Befragung von 1.400 Besitzern des Tesla Model S: S-Modell sehr unzuverlaessig, reparaturanfaellig, scheppert und ist undicht, Antriebstrang, Energiemanagement, Steuerkonsole, quietschende Karosserie und Sonnendaecher.

Nun sollte sich die Aktie mindestens verdoppeln ...

Edit: Ach ja, die Fahrleistungen lassen bei Kaelte deutlich nach. Man koennte ja eine Elektroheizung nachruesten?

--
Mit 40 DM pro Kopf begann die Marktwirtschaft, mit 400.000 Euro Schulden pro Kopf wird sie enden.
Atomkraft | in English

VW wird zerschlagen und vernichtet... die gerechte Strafe

Hasso, Dienstag, 20.10.2015, 22:17 vor 3749 Tagen @ CrisisMaven 5925 Views

bearbeitet von Hasso, Dienstag, 20.10.2015, 22:35

Hallo zip,
VW verhält sich gegenüber deutschen Kunden völlig arrogant und hartleibig.

Wir haben so ein EA189-Betrugs-Auto in der EX-Familie.
Ich war 18 Jahre Stammkunde... aber nachdem ich 2007 die Hartleibigkeit von VW/AUDI kennengelernt habe, bin ich zum "halbwegs kulanten BMW" übergelaufen... mein Glück[[top]]

Alles was wir aktuell wollen, ist ein einfacher "VW-Verzicht auf Einrede der Verjährung", weil die Gewährleistung in einer Woche abläuft.
Eine handschriftliche Bestätigung des Händlers auf unserer schriftlichen Abmahnung würde voll ausreichen.

Die "Nachbesserungen" werden aber erst im Laufe des Jahres 2016 stattfinden. Inzwischen laufen die deutschen Gewährleistungen ab.

Siehe auch hier:
http://www.mmnews.de/index.php/wirtschaft/56098-betrogene-vw-fahrer-sternfahrt-nach-wol...

Gibt es nicht... VW ist gegenüber deutschen Kunden plötzlich "taubstumm" geworden.

Jeder einzelne Eigentümer eines Drecks-EA189 muss sich mühsam einen Anwalt nehmen und alleine klagen.
Ist das ein ehrenhaftes, ehrliches Verhalten gegenüber deutschen Kunden?

Für die finale Vernichtung der VW-Sekte in 2016-2018 durch ausländische Sammelklagen stelle ich schon mal den Champus kalt[[freude]]
Das ist die VW-Zukunft.
Beste Grüße
Hasso

Mein VW-Erweckungs-Erlebnis ...

CrisisMaven ⌂ @, Dienstag, 20.10.2015, 22:45 vor 3749 Tagen @ Hasso 5713 Views

VW verhält sich gegenüber deutschen Kunden völlig arrogant und hartleibig.

Ich hatte mal einen Unternehmensberatungsklienten, der brauchte ein Auto. Da er selbst beratend taetig war, brauchte er eine Art Caravan, da er viel herumreiste und Vortraege mit eigener Leinwand und eigenem Overhead-Projektor hielt (lang ist's her).

Wir erstellten also ein Anforderungsprofil, anhand dessen ich Autohaeuser anrief. Da er ein wachsendes Geschaeftsmodell hatte, waere davon auszugehen gewesen, dass er binnen ein, zwei Jahren ein Flotte von einem halben Dutzend Autos (nach)bestellt haette. Barzahler!

Sowas sollte man sich als Kunden doch wuenschen?!

Ich rief also der Reihe nach verschiedene Vertragshaendler an, Opel, Mitsubishi ... und eben auch VW.

Ein gleich schon etwas arrogant klingender "Schnoesel" hob ab.

Ich: "Ich rufe an im Auftrage eines Beratungsklienten. Der braucht ein Auto mit bestimmten ..."

Er: "Ja - wollen Sie'n Audi oder'n VW?"

Ich: "Das weiss ich doch noch gar nicht ..."

Er: "Ja was - wollen S'n Audi oder'n VW?"

Ich: "Ich kenne doch Ihre Automarken und Modelle gar nicht - drum rufe ich ja an!"

Er (von Mal zu Mal ungehaltener): "Ja was - woll'n_S'n_Audi_oder'n_VW?"

Ich: "Das ist meinem Klienten eigentlich egal - es geht um das Anford ..."

Er: "Ja was jetzt - wollen S'n Audi oder'n VW?"

Das war das Ende einer moeglicherweise wunderbaren Freundschaft ...

Er entschied sich uebrigens dann fuer Opel - u.a., weil die das erste cadmiumfreie Modell anboten.

--
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Mein AUDI-Crash und BWM-Coming-Out in 2007

Hasso, Dienstag, 20.10.2015, 22:59 vor 3749 Tagen @ CrisisMaven 5620 Views

bearbeitet von Hasso, Dienstag, 20.10.2015, 23:15

Ich 2007 beim AUDI-Händler (gegeelter Jung-Schnösel[[freude]]):
"Ich brauche einen AUDI A6 in den nächsten acht Wochen... Barzahler!
Vollausstattung, nur ohne Zigeunerhaken[[sauer]]"

Ja... prima... können wir sofort liefern.

"Die haben aktuell aber alle Pumpe-Düse... absolutes Auslaufmodell..."

Händler: "Nein... das ist allerneuste Technologie!"

Ich: "Entschuldigung, bin zufällig TU-Ing... Moderne Diesel haben alle Common-Rail..."

"Nein... das ist eine Fehlinfo..."

Ich: "Gut... ich kaufe diese alte Technik fürs Deutsche Museum noch mal... erwarte aber einen Rabatt oberhalb 20%."
(Nebenbei: Der AUDI-2007-Schrott hätte heute eine gelbe Plakette... dürfte nicht mehr nach Mannheim fahren[[freude]])

Händler: "Nein... da können wir NIX machen... wir haben SOOO viele Leasing-Kunden!"

Ok...LmaA.
Ich fuhr dann einen km weiter zum BMW-Händler... bekam einen ultra modernen Common-Rail-Diesel mit 18% Rabatt.
(Grüne Plakette Euro 4... heute noch fürs "bunte Mannheim" zugelassen[[zwinker]])

Man gab mir sogar noch den guten Rat, noch eine Woche mit meiner Bestellung zu warten, weil dann die überarbeitete Version (viel mehr Leistung, weniger Verbrauch, gleicher Preis[[top]]) bestellt werden kann!

Diesen BMW habe ich heute noch und liebe ihn[[herz]]
Wartungskosten aktuell ca. 0,01 Euro/km über 110.000 km (Rekord!)... absolut zuverlässig und trotz 1,85 Tonnen Leergewicht nur 6,5 Liter/100 km[[top]].
Beste Grüße
Hasso

Kostenlos tanken

Zarathustra, Dienstag, 20.10.2015, 22:37 vor 3749 Tagen @ CrisisMaven 5627 Views


Nun sollte sich die Aktie mindestens verdoppeln ...

Edit: Ach ja, die Fahrleistungen lassen bei Kaelte deutlich nach. Man
koennte ja eine Elektroheizung nachruesten?

Kein Problem, einfach kostenlos nachtanken, denn der Strom kommt bekanntlich aus der Steckdose.

Ich habe noch nie verstanden, ...

CrisisMaven ⌂ @, Dienstag, 20.10.2015, 22:48 vor 3749 Tagen @ Zarathustra 5491 Views

denn der Strom kommt bekanntlich aus der Steckdose.

... warum man das Kabel eigentlich nicht dranlaesst. Das Reichweitenproblem waere geloest. [[euklid]]

--
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Was soll ich denn mit einem Elektroauto - Aber Zukunft in Kombination mit Solar

Piter @, Mittwoch, 23.09.2015, 10:40 vor 3776 Tagen @ zip 6618 Views

Hallo zip,


In Russland kann ich mit dem E-Auto gar nichts anfangen. Die Temperaturen im Winter sind viel zu kalt und wie soll ich, ohne Infrastruktur, die riesigen Landstrecken überbrücken. Ausserdem schwimmen wir in Öl <img src=" />

Aber ich bin sicher, dass VW eine E-Autopalette entwickeln wird. Aber frühestens ab 2025 damit erfolgreich sein kann.

Dann nämlich, wenn viele Haushalte ihren Solarstrom (riesige Überschüsse wegen der Energiewende) über die Mittagszeit verkaufen müssen und sich dann damit die Batterien füllen lassen, die wiederum zur Beladung von E-Autos dienen kann.

Bis die Infrastruktur dafür steht, dauert es mindestens 10 Jahre.

Ab dann werden in den Megastädten Asiens, die E-Autos einen Marktanteil von >50% erreichen.

In Deutschland wird man eher mit 10% rechnen. Denn die Städte sind kleiner und die Fahrstrecken länger.

Darum glaube ich auch nicht, dass VW jetzt schon die Strategie ändert. Man wird in den nächsten 5 Jahren, die nächste Generation mit Verbrennungsmotor entwickeln. Alles andere macht keinen Sinn. Die denken doch nicht 10-20 Jahre voraus. Das wäre auch unrealistisch, denn falls in 5-10 Jahren eine neue Technologie kommt, hätte man falsch investiert.

Darum sollte man eher 80% in bestehende und 20% in neue Technologien investieren.

Doch die meisten Konzerne machen den Fehler, dass sie 90-100% in alte Technologien und weniger als 10% für Experimente haben.

Dabei könnte man, wenn man ein Team der Besten zusammenstellt und die dann, für einige Jahre, Geld verbrennen lässt, mit viel weniger Mitteln, neue Technologien entwickeln.

Steve Jobs hat ja zum Beispiel von 1985 bis 1995 nur Geld bei NEXT verbrannt, aber damit die Grundsteine für die heutige Apple gelegt. Die paar hundert Millionen waren gut angelegt.

Google macht es ähnlich. Sie verdienen mit simpler Werbung Geld und verbrennen einen Teil, mit neuen Entwicklungen.

Trotzdem gehen bei zunehmender Größe immer auch Ideen und Innovation verloren. Siehe Microsoft oder Cisco...

Gute Ideen kann man leider nicht (immer) erzwingen, egal wie viel Geld man hat.

Gruss
Piter

Bis dorthin gibt es keinen Solarstrom mehr ...

CrisisMaven ⌂ @, Mittwoch, 23.09.2015, 15:37 vor 3776 Tagen @ Piter 6333 Views

Dann nämlich, wenn viele Haushalte ihren Solarstrom (riesige Überschüsse wegen der Energiewende) über die Mittagszeit verkaufen müssen und sich dann damit die Batterien füllen lassen, die wiederum zur Beladung von E-Autos dienen kann.

... denn alle, die sich ihre Daecher bisher statisch und brandschutztechnisch bedenklich mit diesem subventionierten Sondermuell haben vollnageln lassen, werden bis dahin Renovierungsbedarf haben.

Da es dann keine Subventionen mehr gibt, wird diesen Unsinn, die dreifache thermische Leistung, von der er zehnmal mehr "unter'm Dach" braucht, gegen eine netzabhaengige Verschattungsanlage auszutauschen nur noch jemand wagen, der IQ unter 70 hat oder geistig gestoert ist. Wie aber sollte so jemand erstmal ein Haus ueberhaupt besitzen koennen?

--
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think different!

Leserzuschrift @, Mittwoch, 23.09.2015, 12:41 vor 3776 Tagen @ zip 6524 Views

Hallo zip,

die stark steigenden Einwohnerzahlen in den Städten der Ballungsräume werden den Automobilverkehr weiter zurückdrängen. 50 Prozent der Fahrstrecken der Autos umfassen weniger als 5 km! Ich denke, dass das günstigste Verkehrsmittel das Fahrrad ist und dass viele Verkehrsteilnehmer 25 km täglich (Arbeitsplatz, Schule, Universität, Einkauf, usw.) mit dem Zweirad bewerkstelligen können. Ich selbst lebe in der Fahrradhauptstadt Deutschlands, in der meine jährliche Fahrradstrecke rund 7000 km beträgt.

http://www.welt.de/wirtschaft/article126508241/In-dieser-Stadt-gibt-es-mehr-Fahrraeder-...

In Kopenhagen gibt es schon Straßen, die täglich von 35000 Rädern befahren werden.

https://www.youtube.com/watch?v=OYajXN4pPHI

Gruß

Johann

Zustimmung / Frage betr. Investment

Dragonfly @, Mittwoch, 23.09.2015, 16:12 vor 3776 Tagen @ Leserzuschrift 5957 Views

die stark steigenden Einwohnerzahlen in den Städten der Ballungsräume
werden den Automobilverkehr weiter zurückdrängen. 50 Prozent der
Fahrstrecken der Autos umfassen weniger als 5 km!

Ausserdem 1 Auto via Carsharing ersetzt 5 Autos!

Wie kann man in Fahrraeder investieren?

Shimano war mir immer vom P/E etwas zu teuer, war aber dann rueckblickend trotzdem immer ein - leider von mir nicht getaetigtest - gutes Investment.
https://en.wikipedia.org/wiki/Shimano

Tradingideen?

Kongress „Radverkehr - Münster 2025“

Leserzuschrift @, Mittwoch, 23.09.2015, 18:15 vor 3776 Tagen @ Dragonfly 6023 Views

Hallo Dragonfly,

ich habe mir vor einiger Zeit ein neues Fahrrad gekauft, dessen Getriebe von den ehemaligen Ingenieuren Christoph Lermen und Michael Schmitz aus dem VW–Konzern entwickelt und hergestellt wird und dessen Lieferung mehr als 6 Monate dauerte. Sie haben ein Unternehmen mit einer interessanten Geschichte der Finanzierung gegründet.

Nach der Renovierung seines Geschäftes und dem vorherigen Abverkauf der bisherigen Räder sagte mir mein Fahrradhändler in Münster, dass es sehr schwer sei, neue Räder zu bekommen wegen der hohen Nachfrage insbesondere auch in Asien durch die Wohlstandssteigerung der dortigen Mittelschicht.

Shimano, das ja wohl fast ein Monopol im Getriebebau besitzt, hat Lieferprobleme – das Geschäft war bei der Neueröffnung halb leer.

Im Monat Mai hatte die Stadt den Kongress „Radverkehr - Münster 2025“ durchführen lassen mit interessanten Vorträgen über die zukünftige weltweite Entwicklung des Fahrradverkehrs. Die Ergebnisse, auf die ich vllt. zurückkomme, sollen im Herbst veröffentlicht werden.

Gruß

Johann

Von der Geschichte hatte ich damals gelesen. Neues Getriebe fuer Fahrraeder

Dragonfly @, Donnerstag, 24.09.2015, 02:22 vor 3776 Tagen @ Leserzuschrift 5876 Views

Jaja, erinnere mich an die Geschichte aus dem Spiegel:
http://www.spiegel.de/karriere/berufsstart/pinion-am-fahrrad-wie-die-getriebe-gruender-...

Hatte aber seit dem nichts mehr von dem Projekt gehoert.

ich habe mir vor einiger Zeit ein neues Fahrrad gekauft, dessen Getriebe
von den ehemaligen Ingenieuren Christoph Lermen und Michael Schmitz aus

Erzaehle doch mal mehr. Wobei ich sowohl bei Fahrraedern, als auch bei Sportkleidung kein Fan von teuren Produkten sind. Meine Erfahrung: Je mehr Geld jemand dafuer ausgibt, je weniger nutzt er oder sie das.

weltweite Entwicklung des Fahrradverkehrs. Die Ergebnisse, auf die ich
vllt. zurückkomme, sollen im Herbst veröffentlicht werden.

Danke. Vielleicht mal Elli nach einem Forenzugang fragen?

Das Fahrrad, der Debitismus und Jean Baudrillard

Ostfriese @, Dienstag, 01.12.2015, 21:23 vor 3707 Tagen @ Dragonfly 5357 Views

Hallo Dragonfly,

ich möchte abseits der vielen Postings, die das Thema Völkerwanderung nach Europa behandeln, auf das Rad zurückkommen.

Der Stadt Münster ist es nicht gelungen, einen offiziellen Bericht zum Kongress „Radverkehr – Münster 2025“ zu erstellen und im Internet zu veröffentlichen. Das Protokoll der privaten Marketinggesellschaft, die die Veranstaltung im Auftrage der Stadt durchgeführt hat, will ich nicht verlinken. Das entspricht ja auch der Dehnung des Raum/Zeithorizont, die typisch ist für die Legislative, Exekutive und Judikative in Deutschland, das die Last einer mehr als 2000jährigen Geschichte auf seinen Schultern trägt, im Gegensatz zur Schrumpfung desjenigen in Singapur, von der @DT so beeindruckend berichtet hat und desjenigen von Amerika, von dem Baudrillard in seinem gleichnamigen Buch erzählt – die europäischen Staaten sind nur Länder, Amerika ist eine Idee, eine Vision und ein Modell. Jene Gesellschaften habe heute „Erfolg“, in denen sich alles Geschichtliche, Soziale, Singuläre und Partikulare verflüchtigt.

Natürlich ist der Satz „Kein Mensch braucht Flachbildschirme oder Maybachs“ von dottore richtig. Im Rahmen der Betrachtungsweisen des Debitismus und des Denkens von Jean Baudrillard sieht die Sache schon ganz anders aus. Bei beiden handelt sich um Codes der Entschlüsselung auf der Metaebene, um Ordnung in die Wahrnehmung und in das Denken zu bringen.

Das Fahrrad kann natürlich in Stuttgart (oder aktuell in Peking) mit der unerträglichen Luftverschmutzung im dortigen Talkessel oder Köln in der deutschen Hauptstadt der Staus zur Reduzierung des innerstädtischen Autoverkehrs massiv beitragen, wie wir es in Kopenhagen sehen. Der VDA mit seinem Präsidenten Matthias Wissmann als einem ehemaligen Verkehrsminister wird den Städten schon die Leviten lesen, um das zu verhindern. Ich denke, dass das günstigste Verkehrsmittel das Fahrrad ist und dass viele Verkehrsteilnehmer 25 bis 30 km täglich (Arbeitsplatz, Schule, Universität, Einkauf, usw.) mit dem Zweirad bewerkstelligen könnten.

Ich bin mit dem Fahrrad, dessen Getriebeöl wie in alten Zeiten bei Automobilen regelmäßig gewechselt werden muss, und mit dem zugehörigen "unsichtbaren" Fahrradhelm, den die schwedischen Designerinnen Anna Haupt und Terese Alstin entwickelt haben und herstellen, Teil der Entmächtigung und Bemächtigung („Vergib mir meine Schuld, wie ich vergebe meinen Schuldigern.“) im Debitismus, ohne die der Machtkreislaufes nicht funktionieren kann. Darüber muss ich jetzt nichts sagen, weil ja alles bekannt ist – von wegen Geld als Schuldentilgungsmittel und so.

Das Fahrrad ist nur ein Zeichen für unseren Wohlstand. Das gilt auch für die Fahrer der „gepanzerten“ SUV, die vor dem Parkplatz zum Wochenmarkt ewig lange warten müssen, wenn ich ebenfalls zum Einkaufen fahre. Wir simulieren sozusagen nur den Wohlstand, wenn wir auf der Straße – auf dem roten Teppich eines Catwalk – aneinander vorbeifahren. Es geht gar nicht mehr um die Einkaufsfahrt sondern um ein Trugbild des Reichtums. Vielleicht sollten wir uns noch von Jorge González trainieren lassen, um das perfekt zu machen. Der Autofahrer fährt seinen SUV spazieren und ich mein Getriebe, das allein im Laden 1800€ kostet. Muss ich wegen des hohen Preises deshalb ein schlechtes Gewissen haben? Deutschland hat nach Aussage des Händlers eine Kultur des Radfahrens, die sich in den Läden als showroom und auf den Straßen als ein Event des schönen Scheins präsentiert, im Gegensatz zu Großbritannien, wo sie nur auf das Niveau einer ärmlichen Nützlichkeit reduziert wird. Das Rad und das Auto sind nur Fetische zum Anbeten von Wachstum, das gemäß dem Debitismus ja zwingend notwendig ist. Der Wochenmarkt, der mit dem Viktualienmarkt in München zu vergleichen ist, entwickelt sich auch immer mehr zu einem Event der Unterhaltung, was auf den Widerstand der westfälischen Bauern stößt, die dort nur ihre Produkte – Kartoffeln, Steckrüben, Wurzeln, Grünkohl, usw. – verkaufen wollen – er ist ein reines Trugbild. Das definiert ja gerade unsere gegenwärtige Kultur und den Zusammenhalt in der Gesellschaft. Aus der Logik des debitistischen Zwanges zur Aufschuldung folgt halt, dass der Konsum, der von den Medien kontrolliert und manipuliert wird und „gesellschaftliche Arbeit“ (Baudrillard) ist, nur als Fetisch und Monstranz betrachtet werden kann und von uns vorangetragen wird. Er stellt Zeichen zur Verfügung und ist ein Code – ein System ideologischer und moralischer Werte also eine Sprache der Kommunikation in der Gesellschaft. Die Gegensätze – Konsumverzicht, Konsumaskese und die neuen prämierten Konsumgüter – stehen auch nur im Dienste des debitistischen Ablaufes. Der Konsum, der nur noch sinnentleert und wiederholbar ohne Beziehung wirkt, ist eine Ordnung von Deutungsversuchen wie eine Sprache und integriert ganze Gesellschaften wie religiöse und hierarchische Rituale als Stammesmythologien in einfachen akephalen Gemeinschaften. Die Übersättigungen an Kompliziertheit, Effizienz, Perfektion durch die „industrial production of difference“ führen nur zur "Akkumulation der Zeichen des Glücks" und damit zur Rückentwicklung, und reduzieren die Freiheit nur noch auf den Schein einer Wahl zwischen diesem oder jenem Rad. Der Konsum wirft uns auf narzisstische Zwiegespräche mit uns selbst zurück.

Wir leben halt im Zeitalter der Illusionen. Die Hoffnung des frühen Baudrillards jedenfalls, die irreversiblen Steigerungs- und Wachstumszwänge der Ökonomie überwinden zu können, scheitert natürlich an den Gesetzmäßigkeiten des Debitismus. Vielleicht sollte ich es mit Joachim Fest halten, der in dem Film: Im Gegenlicht, Eine italienische Reise, sagt: „ …, dass man nicht gegen die Krisen leben darf, man muss sie nicht bewältigen wollen, sondern sich in ihnen einrichten.“

Gruß Ostfriese

Ergänzung: SUV-Welle rollt 2016 an

Ostfriese @, Samstag, 12.12.2015, 17:25 vor 3696 Tagen @ Ostfriese 5189 Views

Hallo Dragonfly,

Das Fahrrad ist nur ein Zeichen für unseren Wohlstand. Das gilt auch für
die Fahrer der „gepanzerten“ SUV, die vor dem Parkplatz zum Wochenmarkt
ewig lange warten müssen, wenn ich ebenfalls zum Einkaufen fahre. Wir
simulieren sozusagen nur den Wohlstand, wenn wir auf der Straße – auf
dem roten Teppich eines Catwalk – aneinander vorbeifahren. Es geht gar
nicht mehr um die Einkaufsfahrt sondern um ein Trugbild des Reichtums.

Der Optimismus ist ungebrochen, die Nachschuldnersuche wird erfolgreich sein und wir gewinnen das Wichtigste – Zeit.

http://www.n-tv.de/auto/SUV-Welle-rollt-2016-an-article16517861.html

Pinion – Rysum – Friedrich Hölderlin – Copenhagenize

Ostfriese @, Donnerstag, 22.09.2016, 17:31 vor 3411 Tagen @ Dragonfly 4510 Views

Hallo Dragonfly,

nach einem Jahr möchte ich versuchen, zu deinen Sätzen


Erzaehle doch mal mehr. Wobei ich sowohl bei Fahrraedern, als auch bei
Sportkleidung kein Fan von teuren Produkten sind. Meine Erfahrung: Je mehr
Geld jemand dafuer ausgibt, je weniger nutzt er oder sie das.

Stellung zu beziehen und einiges erzählen.

Das Getriebe, dessen Teile der Automobilindustrie entstammen, ist gekapselt und damit vor Umwelteinflüssen geschützt. Es ist ein reiner Montagebau eines KMU mit 20 Beschäftigten. Der große Übersetzungsumfang von 636 % erlaubt einen sehr leichten Berg-Gang und einen sehr schnellen Tal-Gang für Abfahrten – selbst im leicht hügeligen Münsterland sind rund 40 km/h schnell zu schaffen – was aber ohne Fahrradhelm oder Hövding-airbag sehr gefährlich ist. Das erfordert ein einwandfreies Bremssystem für das Rad, das ja ohne Rücktrittbremse ist. Der Produktionsleiter einer Fahrradmontagefabrik mit 200 Beschäftigten aus der näheren Umgebung empfiehlt nur noch Scheibenbremsen statt der Felgenbremsen, weil diese die Radfelge durch mitgeführte kleine Steine stark beschädigen können. Alle nötigen Antriebselemente sind an zentraler Stelle am Tretlager unterhalb des Fahrers angebracht, wodurch das Rad sich stabilisiert und das Hinterrad leichter ist. Das Rad wird dadurch wendiger und kann schneller beschleunigen. Insgesamt ist eine spezielle und teurere Rahmen-Konstruktion nötig.

Das Getriebe schaltet mit einem Stirnradgetriebe. Aus der Kombination der zwei nacheinander geschalteten Teilgetriebe mit ihren unterschiedlichen Radpaaren werden die einzelnen Gänge abgeleitet. Es leitet die Kraft mit einem Zahnriemen, der auch jetzt nach zehneinhalbtausend Kilometer Fahrleistung in vierzehn Monaten keine Beschädigung aufweist, auf das Hinterrad – die Kettenpflege entfällt für immer. Ich bin mir sicher, dass der Zahnriemen für eine Äquatorlänge gut ist. Da außerhalb kein Öl anfällt, kann das Rad mit einem Wasserstrahl gereinigt werden.

Die Gesamtfahrleistung umfasst auch eine mehrere hundert Kilometer lange Fahrt entlang der Ems von der Quelle in der Senne über Hövelhof – das Tor zur Senne – , am Kloster Bentlage vorbei, auf dessen Hinweistafel zu lesen steht: „Zu Beginn des 16. Jahrhunderts lebten hier 50 Mönche; mehr als 20 Bauernhöfe leisteten ihre Abgaben an das Kloster.“ bis zur Mündung bei Emden und zu einer der ältesten spielbaren – fast im Original erhaltenen – Orgel der Welt in der Rysumer Kirche aus dem Jahre 1457 – wie Ostfriesland ja insgesamt eine der reichsten Orgellandschaften der Welt ist. Sie wurde von den Rysumer Bauern mit ihren zehn besten Rindern bezahlt, wie Eggerik Beninga in Cronica der Fresen, Bd. II, S. 882 zu berichten weiß:

„… datt se ere vette beeste aver de Eemse na Gröninghen muchten laten schepen, darmede se ere schulde muchten betalen to Gröningen, wegen des örgels, datt se daer hadden maken laten.“

Im Fahren verhält sich das Getriebe unauffällig – eine gewisse Einfahrzeit ist günstig. Beim Hochschalten ist ein gewisser Druck auf dem Pedal unproblematisch. Bei den Übergängen der Teilgetriebe müssen die Pedale völlig entlastet werden – zwischen den Gängen sieben und acht bzw. zwölf und dreizehn.

Ich habe den Eindruck, dass die Regenbekleidung, auf die ich nicht verzichten will, sehr teuer ist. Andere spezielle Radbekleidung benötige ich nicht.

Mir ist aufgefallen, dass ich beim Radfahren gute Gedanken und Formulierungen entwickeln kann, die ich sonst am Schreibtisch nicht gewinne und die ich auch sofort fixieren muss. Dieses Phänomen ist mir erst vor kurzem nach der Lektüre des Artikels: „Schüler: Gefangen im Hamsterrad“ von Maxi Rutka bekannt geworden. Zu Beginn erzählt sie eine Geschichte von Friedrich Hölderlin, die nur vor dem Hintergrund der schweren gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu verstehen ist, die er erleiden musste:

„Friedrich Hölderlin dichtete im Gehen. Für seine rhythmisch anspruchsvollen Verse war der große Lyriker stundenlang unterwegs, über Stock und Stein, bei Wind und Wetter. Nur so fanden Körper und Geist zu einer Einheit, nur so konnte er dem Leid der Liebe und dem Schrecken des Alltags schöpferisch trotzen.“

Das stimmt offensichtlich mit den Ergebnissen der Kognitionsforschung überein. Personen, die sich langfristig bewegen, schöpfen ihre „geistigen und zerebralen Potenziale“ besser aus. Offensichtlich gilt: „Während der Bewegungen laufen schnellere, komplexere geistige Vorgänge ab als sonst.“ Schwimmen und Radfahren sollen relativ geringe präventive Effekte besitzen. Zehntausend Schritte, die jeder nach Empfehlungen täglich machen soll, entsprechen ja einer Stunde Rad fahren.

In den Städten und Ballungsräumen können viele Erwerbstätige täglich im Durchschnitt 30 km und Schüler ab einem passenden Alter bis zu 10 km Schulweg mit dem Rad oder zu Fuß zurücklegen. Per Erik Veng, Gesandter und Fahrradexperte an der dänischen Vertretung in Berlin hat im Hinblick auf die Frage: „Die Deutschen verkaufen also Autos, die Dänen Know-how im Radverkehr (Anm. d. Verf. „Copenhagenize Design Company“)?“ geantwortet „Das ist ein cooler Vergleich“ und: „Wenn BMW seinen Hauptsitz in Kopenhagen hätte, würde das Rad dort sicher nicht diese Rolle spielen.“ So einfach ist das.

Gruß

Ostfriese

Aktuelle Ergänzung:
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/2842374/heute-in-Europa-vom-22.09.2016#/be...

Edit: Das Virtuelle Institut

Ostfriese @, Samstag, 24.09.2016, 10:47 vor 3409 Tagen @ Ostfriese 4289 Views

In dieser Woche war ich Mitglied von 50 zufällig aus dem Einwohnermelderegister der Stadt Münster ausgewählten Teilnehmern des partizipativen Reallabor „Energiewende.NRW – Bürger gestalten den Umbau des Energiesystems“. Es ist Teil des Virtuellen Instituts (VI) „Transformation – Energiewende NRW“ und dort im Forschungscluster „Governance & Partizipation“ angesiedelt und wird in mehreren Städten des Landes durchgeführt. Der Radverkehr war unter dem Aspekt der Energieeinsparung im Straßenverkehr ein Teil der Diskussionen. Das Ziel ist die Erstellung eines „Bürgergutachtens“, das zu Beginn des nächsten Jahres vorliegen soll und auf das ich dann vllt. ausführlicher eingehe.

Nach dreieinhalb Tagen mit insgesamt 31 Stunden machen mich die Sätze:

„Die Bilderflut, die die Medien erzeugen, sei nicht länger visuell, sondern taktil. Taktil deshalb, da der passive Nutzer oder Zuschauer ständig verschiedener "Tests" unterzogen wird.
Diese Tests werden aber gar nicht ausgewertet; können sie auch gar nicht, da es die Bandbreite der Medien nicht zulässt, die Ströme der Information auch in eine andere Richtung fließen zu lassen.
Es erfolgt also kein Feedback vom Zuschauer; vielmehr würden die Tests Verwendung finden um (politische) Meinungen oder Nachfrage (nach Produkten) zu modulieren, da jede Frage auch gleich die Antwort impliziere.
Außerdem würden die ständigen Tests den Zuschauer betäuben, da sie in ihrer Fülle und ihrer Schnelligkeit überhaupt nicht mehr zu differenzieren seien.“

auf Seite 24 aus dem Text „simulation running“ über die Simulationstheorie von Jean Baudrillard – jetzt vor allem im Hinblick auf die zuhörenden Teilnehmer in der durchgeführten Veranstaltung – sehr nachdenklich. Die Tagung war ein „Test“ – eine „Veranstaltung der Machterhaltung“ –, was in der gemeinsamen Abschussbesprechung vom Tagungsleiter durch Kopfnicken bestätigt wurde.

Ich bin mir sehr sicher, dass meine Auslassungen in den dortigen Diskussionen zu den Themen, die innerhalb des Forums die Grundlage des Denkens sind, im Abschlussbericht keinen Einzug finden werden.

@Ashitaka hat recht: „Als Debitist muss man da draußen sehr vorsichtig sein, wie man sich an solchen Diskussionen beteiligt.“

„Stillsitzen ist Quatsch“

Ostfriese @, Sonntag, 13.11.2016, 13:43 vor 3359 Tagen @ Ostfriese 3661 Views

Der Fortschritt ...


Das stimmt offensichtlich mit den Ergebnissen der
Kognitionsforschung
überein. Personen, die sich langfristig bewegen, schöpfen ihre
„geistigen und zerebralen Potenziale“ besser aus. Offensichtlich gilt:
„Während der Bewegungen laufen schnellere, komplexere geistige Vorgänge
ab als sonst.“ Schwimmen und Radfahren sollen relativ geringe präventive
Effekte besitzen. Zehntausend Schritte, die jeder nach Empfehlungen
täglich machen soll, entsprechen ja einer Stunde Rad fahren.

...


Aktuelle Ergänzung:
http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/2842374/heute-in-Europa-vom-22.09.2016#/be...

... ist auch im bayrischen Aschaffenburg ...

http://www.n-tv.de/wissen/Schueler-verbringen-Unterricht-auf-Ergometern-article18817346...

… angekommen.

Leihräder: Chinesen entdecken das Fahrrad neu

Ostfriese @, Sonntag, 11.12.2016, 16:29 vor 3331 Tagen @ Ostfriese 3180 Views


In den Städten und Ballungsräumen können viele Erwerbstätige täglich
im Durchschnitt 30 km und Schüler ab einem passenden Alter bis zu 10 km
Schulweg mit dem Rad oder zu Fuß zurücklegen.
Per
Erik Veng
, Gesandter und Fahrradexperte an der dänischen Vertretung
in Berlin hat im Hinblick auf die Frage: „Die Deutschen verkaufen also
Autos, die Dänen Know-how im Radverkehr (Anm. d. Verf.
„Copenhagenize Design
Company“
)?“ geantwortet „Das ist ein cooler Vergleich“ und:
„Wenn BMW seinen Hauptsitz in Kopenhagen hätte, würde das Rad dort
sicher nicht diese Rolle spielen.“ So einfach ist das.

Was soll man/frau dazu

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/chinesen-entdecken-leihraeder-fuer-si...

noch sagen und schreiben. NIX!

Ein User hat die Signatur angefügt:

Es ist alles gesagt worden – nur noch nicht von allen!

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Wandere aus, solange es noch geht.