http://www.heise.de/tp/artikel/32/32296/1.html
LG stattete Kühlschränke mit einem Mechanismus aus, der einen Energiesparmodus nur dann aktiviert, wenn das Gerät eine Laborumgebung erkennt
Der südkoreanische Elektrokonzern LG hat zugestimmt, australischen Käufern seiner beiden Kühlschrankmodelle L197NFS und P197WFS jeweils etwa 235 Euro zu zahlen, mit denen ein höherer Energieverbrauch der Geräte kompensiert werden soll. Hintergrund ist die Entdeckung, dass LG in die Kühlschränke einen Mechanismus integrierte, der eine Energiesparfunktion nur dann aktivierte, wenn die Geräte Raumbedingungen registrieren, wie sie gemeinhin nur in Testlabors herrschen.
Kommentar dazu:
http://www.heise.de/tp/foren/S-Re-Und-wo-sind-die-News/forum-176559/msg-18280721/read/
Das machen Drucker, das machen Autohersteller, und nach üblicherweise
vertrauenswürdigen Quellen auch Oberklasseautos.
Und noch viele mehr. Die Masse der Konsumenten würde wohl richtig
stinkig werden, wenn sie wüßte, wo sie überall über den Tisch gezogen
wird und wie weit das inzwischen geht.
Ich hab da jetzt ein paar mehr Details erwartet:
* woran erkennt der Labore bzw. warum testet man nicht in Laboren mit
normaler Raumtemperatur
Das ist einfach: Man schaut sich einfach die einschlägigen
Prüfvorschriften an. Wenn da irgendsoein TÜV-"Wissenschaftler" (bitte
selbstständig verallgemeinern auf "XYZ"-Gutachterorganisation anderer
Länder) sinnreich formuliert hat, daß die Prüfung über 24h bei
konstant 22 +-0.5 °C zu erfolgen hat, nachdem das Gerät vorher bei
exakt gleichen Bedingungen 12h Zeit zur Einstellung des
Gleichgewichts hatte, dann fällt es echt nicht schwer, die Prüflabore
zu erkennen...
Das Problem ist nicht die absolute Temperatur, sondern deren
Langzeitkonstanz. Die unterscheidet die Labore von den meisten
Wohnungen.
* was kann ein Kühlschrank machen um plöptzlich weniger STrom zu
verbrauchen und warum macht er das nicht gleich so?
Mehr kühlen bis Testbeginn und dann weniger kühlen bis Testende. Er
weiß ja rechtzeitig, wann der Test ungefähr anfängen und zu Ende sein
wird. Er nimmt einfach in der noch unbeobachteten Zeit einen
Energiekredit auf und zehrt dann während der überwachten Zeit davon.
Das funktioniert nur in einem begrenzten Intervall, nicht in der
Infinität.
Sind die in den Laboren so
blauäugig nicht die Kühlleistung zu messen?
Sie messen NUR die Kühlleistung und die Kühldauer. Genau das ist das
Problem. Das vereinfacht zwar enorm die Arbeit der
TÜV-"Wissenschaftler", weil sie sich dann nicht mit komplizierter
Mathematik rumschlagen müssen, sondern die Ermittlung der Ergebnisse
mit dem Werkzeug funktioniert, was sie vielleicht gerade noch
annähernd beherrschen: Excel.
Aber solche Prüfungsbedingungen laden gleichzeitig natürlich auch
förmlich dazu ein, die Ergebnisse mit einer entsprechenden
Gegenstrategie zu manipulieren.
Das Problem ist einfach, daß alle nur Kohle machen wollen, der
Hersteller genauso wie der TÜV. Der TÜV spart enorme Kosten dadurch,
daß er primitive, aber leicht zu unterlaufende Tests verwendet. Der
Hersteller spart enorme Kosten dadurch, daß er diese Tests durch eine
billige Zusatzfunktion in der Firmware austrickst, statt sein Gerät
wirklich besser zu machen. Die Software muß er nämlich nur einmal
schreiben und kann sie dann auf alle Geräte kopieren, echte
Verbesserungen kosten aber tatsächlich bei jedem einzelnen Gerät
mehr.
Das Hauptproblem ist also, daß zwischen Hersteller und TÜV keinerlei
Interessenkonflikt besteht, letzlich haben beide Parteien in dem
Szenario ihre Kohle verdient. Die Zeche zählt nämlich immer der
Verbraucher. Der zahlt nicht nur das Gerät und dessen unerwartet
hohen Folgekosten, sondern auch diese unsäglichen
TÜV-"Wissenschaftler".
Noch schlimmer ist das alles in Bereichen, wo der TÜV sozusagen "in
eigener Sache" testet, d.h. wo ein "Durchfaller" mit einiger
Wahrscheinlichkeit Geld in die TÜV-Kasse spült. Da werden die
"Wissenschaftler" dann plötzlich sehr kreativ beim Erfinden
"manipulationssicherer" Testszenarios. Das geht sogar soweit, daß,
kaum noch beschönigt, die Tatsache des vorherigen Geldablieferns an
den TÜV die Testumgebung massiv positiv zugunsten des Prüflings
beeinflußt. Ich sage nur: "Idiotentest"...
-Anmerkung von mir: damit geht auch der Wettbewerb komplett vor die Hunde. Denn wenn Billigst-Erzeuger jeden Schrott durch die TÜV-Labore schleusen können- wie soll da ein dt. Markenhersteller bestehen?