Antwort an ebbes - Mitschrift Merkelstunde
zu 1.
Der Analyst ist kein Ansager. Er sagt nichts an, deswegen.
Der Journalist Levant meint mit seiner Aussage "keine eigenen Kinder", dass weder Merkel noch Schröder, also die beiden letzten deutschen Kanzler, keine - eigenen - Kinder haben. Dies wird aus seiner anschließenden Begründung, für das politische Verhalten von Merkel und Schröder, nämlich der Selbsthaß und Beendigung der eigenen Linie, mehr als deutlich.
Der kanadische Politanalyst fragt nicht ob Merkel christlich ist, sondern er weist exakt darauf hin, dass die Fragestellerin aus dem Publikum vielleicht gar nicht Christin ist und sich daher die christlichen Hinweise von Merkel, die auch nicht weiß, welcher Religion die Fragestellerin anhängt, total verfangen könnten.
Nebenbei, Deine Begründung, dass Merkel christlich sei, weil sie Pfarrerstochter ist, ist ziemlich merkwürdig.
zu 2.
Ist es ein Gesetzesentwurf oder ist das Gesetz schon durch, wie Deine Fragestellung suggeriert?
Deine Logik ist etwa:
Man fährt als Glaser des nachts durch die Straßen, schmeißt die Schaufenster ein, damit man am nächsten Tag etwas zu tun hat.
ANHANG: Fragestellung und was Merkel sagt, als Mitschrift.
Dame aus dem Auditorium:
Sie haben vorhin auch die Verantwortung von dieser
ganzen Geschichte mit den Flüchtlingen angesprochen.
Eine der Verantwortungen ist es aber auch uns hier in
Europa zu schützen und vor allem mit Flüchtlingen aus
Syrien und aus diesen Ländern kommen ja noch mehr
Leute mit einem islamischen Hintergrund zu uns. Und
ich glaube was der Herr vorhin angesprochen hat
beinhaltet ja auch eine große Angst hier in Europa zu
dieser Islamisierung, die immer mehr stattfindet. Wie
wollen Sie Europa in dieser Hinsicht und unsere Kultur
schützen?
Merkel sagt dazu:
Ähm, ich glaube erst einmal, dass der Islamismus und
der islamistische Terror leider Erscheinungen sind, die
wir ganz stark natürlich in Syrien haben, in Libyen
haben im Norden des Irak haben, aber zu den leider die
Europäische Union ähm eine Vielzahl von Kämpfern
beigetragen hat. Und wir können nicht sagen, das ist
ein Phänomen, das uns nichts angeht, sondern es sind
zum Teil Menschen, oft sehr junge Menschen, die in
unseren Ländern aufgewachsen sind und wo wir auch
unseren Beitrag leisten.
Zweitens. Ähm. Angst war noch nie ein guter
Ratgeber. Ist es im persönlichen Leben nicht und ist es
auch im gesellschaftlichen Leben nicht. Kulturen und
Gesellschaften, die von Angst geprägt sind, werden mit
Sicherheit die Zukunft nicht meistern.
Und drittens. Ähm. Wir haben diese Debatte natürlich
auch, dass wir zu viele Muslime in Deutschland haben.
Wir haben die Debatte darüber, ob der Islam zu
Deutschland gehört. Wenn man vier Millionen Muslime
hat, finde ich, braucht man nicht darüber zu streiten, ob
jetzt die Muslime zu Deutschland gehören und der Islam
nicht. Oder ob der Islam auch zu Deutschland gehört.
Ähm, aber da gibt es auch diese, diese Sorgen. Ich
muß ihnen ganz ehrlich sagen, wir haben doch alle
Chancen und alle Freiheiten uns zu unserer Religion,
sofern wir sie ausüben und an sie glauben, zu
bekennen.
Und wenn ich was vermisse, dann ist das nicht, dass
ich irgendjemandem vorwerfe, dass er sich zu seinem
äh muslimischen Glauben bekennt, sondern dann haben
wir doch auch den Mut zu sagen, dass wir Christen
sind. Haben wir doch den Mut zu sagen, dass wir da in
einen Dialog eintreten. Äh, haben wird doch den - dann
aber auch, bitteschön, die Tradition mal wieder in den
Gottesdienst zu gehen, oder ähm ein bißchen bibelfest
zu sein und vielleicht auch mal ein Bild in der Kirche
noch erklären zu können. Und äh wenn Sie mal Aufsätze
in Deutschland schreiben lassen, was Pfingsten
bedeutet, da würde ich mal sagen ist es mit der
Kenntnis über das christliche Abendland nicht so äh
weit her. Und sich dann anschließend zu beklagen, dass
Muslime sich im Koran besser auskennen, das find ich
irgendwie komisch. Und vielleicht kann uns diese
Debatte auch mal wieder dazu führen, dass wir uns mit
unseren eigenen Wurzeln befassen und ein bißchen
mehr Kenntnis darüber haben.
Insofern finde ich diese Debatte sehr äh defensiv.
Gegen terroristische Gefahren muß man sich wappnen.
Und ansonsten ist die europäische Geschichte so reich
an so dramatisch und gruseligen
Auseinandersetzungen, dass wir sehr vorsichtig sein
sollten uns sofort zu beklagen, wenn woanders was
Schlimmes passiert. Wir müssen angehen dagegen,
müssen versuchen das zu bekämpfen. Aber wir haben
nun überhaupt keinen Grund zu größerem Hochmut, muß
ich sagen. Das sage ich als deutsche Bundeskanzlerin.
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