Antwort an ebbes - Mitschrift Merkelstunde

Leserzuschrift, Samstag, 19.09.2015, 14:20 (vor 3780 Tagen) @ ebbes3681 Views

zu 1.

Der Analyst ist kein Ansager. Er sagt nichts an, deswegen.

Der Journalist Levant meint mit seiner Aussage "keine eigenen Kinder", dass weder Merkel noch Schröder, also die beiden letzten deutschen Kanzler, keine - eigenen - Kinder haben. Dies wird aus seiner anschließenden Begründung, für das politische Verhalten von Merkel und Schröder, nämlich der Selbsthaß und Beendigung der eigenen Linie, mehr als deutlich.

Der kanadische Politanalyst fragt nicht ob Merkel christlich ist, sondern er weist exakt darauf hin, dass die Fragestellerin aus dem Publikum vielleicht gar nicht Christin ist und sich daher die christlichen Hinweise von Merkel, die auch nicht weiß, welcher Religion die Fragestellerin anhängt, total verfangen könnten.

Nebenbei, Deine Begründung, dass Merkel christlich sei, weil sie Pfarrerstochter ist, ist ziemlich merkwürdig.


zu 2.

Ist es ein Gesetzesentwurf oder ist das Gesetz schon durch, wie Deine Fragestellung suggeriert?

Deine Logik ist etwa:
Man fährt als Glaser des nachts durch die Straßen, schmeißt die Schaufenster ein, damit man am nächsten Tag etwas zu tun hat.

ANHANG: Fragestellung und was Merkel sagt, als Mitschrift.


Dame aus dem Auditorium:

Sie haben vorhin auch die Verantwortung von dieser

ganzen Geschichte mit den Flüchtlingen angesprochen.

Eine der Verantwortungen ist es aber auch uns hier in

Europa zu schützen und vor allem mit Flüchtlingen aus

Syrien und aus diesen Ländern kommen ja noch mehr

Leute mit einem islamischen Hintergrund zu uns. Und

ich glaube was der Herr vorhin angesprochen hat

beinhaltet ja auch eine große Angst hier in Europa zu

dieser Islamisierung, die immer mehr stattfindet. Wie

wollen Sie Europa in dieser Hinsicht und unsere Kultur

schützen?


Merkel sagt dazu:

Ähm, ich glaube erst einmal, dass der Islamismus und

der islamistische Terror leider Erscheinungen sind, die

wir ganz stark natürlich in Syrien haben, in Libyen

haben im Norden des Irak haben, aber zu den leider die

Europäische Union ähm eine Vielzahl von Kämpfern

beigetragen hat. Und wir können nicht sagen, das ist

ein Phänomen, das uns nichts angeht, sondern es sind

zum Teil Menschen, oft sehr junge Menschen, die in

unseren Ländern aufgewachsen sind und wo wir auch

unseren Beitrag leisten.

Zweitens. Ähm. Angst war noch nie ein guter

Ratgeber. Ist es im persönlichen Leben nicht und ist es

auch im gesellschaftlichen Leben nicht. Kulturen und

Gesellschaften, die von Angst geprägt sind, werden mit

Sicherheit die Zukunft nicht meistern.

Und drittens. Ähm. Wir haben diese Debatte natürlich

auch, dass wir zu viele Muslime in Deutschland haben.

Wir haben die Debatte darüber, ob der Islam zu

Deutschland gehört. Wenn man vier Millionen Muslime

hat, finde ich, braucht man nicht darüber zu streiten, ob

jetzt die Muslime zu Deutschland gehören und der Islam

nicht. Oder ob der Islam auch zu Deutschland gehört.

Ähm, aber da gibt es auch diese, diese Sorgen. Ich

muß ihnen ganz ehrlich sagen, wir haben doch alle

Chancen und alle Freiheiten uns zu unserer Religion,

sofern wir sie ausüben und an sie glauben, zu

bekennen.

Und wenn ich was vermisse, dann ist das nicht, dass

ich irgendjemandem vorwerfe, dass er sich zu seinem

äh muslimischen Glauben bekennt, sondern dann haben

wir doch auch den Mut zu sagen, dass wir Christen

sind. Haben wir doch den Mut zu sagen, dass wir da in

einen Dialog eintreten. Äh, haben wird doch den - dann

aber auch, bitteschön, die Tradition mal wieder in den

Gottesdienst zu gehen, oder ähm ein bißchen bibelfest

zu sein und vielleicht auch mal ein Bild in der Kirche

noch erklären zu können. Und äh wenn Sie mal Aufsätze

in Deutschland schreiben lassen, was Pfingsten

bedeutet, da würde ich mal sagen ist es mit der

Kenntnis über das christliche Abendland nicht so äh

weit her. Und sich dann anschließend zu beklagen, dass

Muslime sich im Koran besser auskennen, das find ich

irgendwie komisch. Und vielleicht kann uns diese

Debatte auch mal wieder dazu führen, dass wir uns mit

unseren eigenen Wurzeln befassen und ein bißchen

mehr Kenntnis darüber haben.

Insofern finde ich diese Debatte sehr äh defensiv.

Gegen terroristische Gefahren muß man sich wappnen.

Und ansonsten ist die europäische Geschichte so reich

an so dramatisch und gruseligen

Auseinandersetzungen, dass wir sehr vorsichtig sein

sollten uns sofort zu beklagen, wenn woanders was

Schlimmes passiert. Wir müssen angehen dagegen,

müssen versuchen das zu bekämpfen. Aber wir haben

nun überhaupt keinen Grund zu größerem Hochmut, muß

ich sagen. Das sage ich als deutsche Bundeskanzlerin.

EOF


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