Schöne Grüße von der Erde
Werte Foristen,
das, was ich Ihnen nun schreibe, wird Sie hoffentlich nachhaltig beeindrucken. ^^
Was Sie hier treiben, ist mir zu destruktiv. Bei aller Liebe und bei allem Verständnis für unsere kleinen Leben, diese gegenseitigen Schuldzuweisungen und Anklagen gehen mir zu weit.
Sie denken, Sie wüßten Bescheid, weil Sie die Planungen bezüglich einer neuen Weltordnung diskutieren und wie viel Leid und Elend es bis zum Abschluß derselben noch geben wird. Aber Sie wissen gar nichts. -
Ich auch nicht, wohlgemerkt.
Ich mach mir nur Gedanken, genau wie Sie. Während Sie die Politiker und Geldfuzzis und verschiedene Völker in Sack und Asche stellen, habe ich mir die Erde angesehen. Geht ja ganz bequem heute, vom heimischen Monitor aus. Google Earth macht´s möglich; nebenbei finde ich diese Innovation die Beste, die wir in den letzten Jahren überhaupt auf die Beine gestellt haben.
Wir haben erstmals in der Geschichte der Menschheit, die Möglichkeit, den gesamten Planeten sowie unser Wirken auf ihn anzusehen, und wenn man das intensiv genug macht, geht jede Hoffnung auf eine gütliche Lösung für alle, unweigerlich den Bach runter.
Nahezu jeder Quadratmeter fruchtbarer Boden in jedem Land ist in Parzellen eingeteilt. Es ist fast egal, wo sie hineinzoomen, Sie werden feststellen, dass unsere Erde mittlerweile wie Millimeterpapier aussieht. Etwas chaotisches Millimeterpapier, aber klar zu erkennen.
Was sich in den letzten 60 Jahren auf der gesamten Erde abgespielt hat, dafür reicht der Platz in diesem Forum nicht. Wir sind komplett ausgeflippt, befanden uns in einem unbeschreiblichen Rausch. Eine Amokfahrt? Man weiß es nicht. Fest steht, dass wir uns nicht nur mental, sondern auch materiell von der Natur als Lebensgrundlage verabschiedeten. Wir haben die Erde zum Kaufhaus degradiert und hübsche Gänge angelegt, damit man das Angebot von jeder Seite aus begutachten kann.
Der Planet ist uns egal. Wie sollten uns dann andere Menschen wirklich interessieren können?
Uns interessiert nur der Inhalt unserer jeweiligen Parzelle. Überall auf der Erde, in jedem Land, in jeder Stadt, in jedem Dorf. Wir sind tatsächlich ALLE gleich.
Wir könnten also zumindest aufhören, uns gegenseitig fertig zu machen.
Du bist doof. Nein du. Nein du.
Und in der Zwischenzeit reißen wir ganze Gebirge ab, bauen wir kilometerlange Staumauern, bohren überall Löcher in den Boden. Wir vergiften jeden Tag Millionen Kubikmeter Wasser, hauen noch mehr Tonnen giftigen Dreck in die Atmosphäre. Wir legen Rotschlammbecken mitten im Herzen des Urwalds an, damit nur ja soviel wie möglich kaputtgeht, wenn das Ding mal bricht.
Was schert´s mich, ich wohn´ ja nicht da.
So, wie die Erde aussieht, kann es offenbar, in den Augen einiger Entscheidungsträger, nur noch heißen, den Menschen weiträumig abzuschaffen und mit dem Rest zu probieren, es irgendwie geschickter anzugehen. Vielleicht geht es ja nicht mehr anders. Vielleicht ist die großflächige „Menschensäuberung“ (wie ich dieses Wort verachte) unabdingbar, wollen wir der Spezies Mensch eine Überlebensmöglichkeit einräumen.
Und Sie, die Sie bis hierher gelesen haben, Sie denken womöglich gerade dasselbe, wie ich:
„Das ist der reine Wahnsinn. Das ist alles viel zu groß. Die Menschen werden sich nie einig werden. Aber man kann doch nicht Millionen, wenn nicht gar Milliarden opfern? Wer wagt es sich, darüber zu urteilen, wer leben darf und wer nicht? Wie soll das denn überhaupt gehen? Und was ist dann? Wenn alle Atomkraftwerke hochgegangen sind und alle Chemiefabriken explodiert, wird es dann überhaupt noch irgendwo unverseuchtes Land geben?“
Ich kann keine der Fragen beantworten. Ich weiß nicht einmal, ob außer mir irgendjemand probiert, die Menschen UND die Erde zu „retten“. Eine mögliche Lösung wäre – und das hier bitte ich wirklich zu verbreiten, so abenteuerlich es auch klingen mag – den Völkern der Erde reinen Wein einzuschenken und sie um Hilfe zu bitten. Im Klartext soll es ein paar Wochen lang jeden Tag dieselbe Nachricht geben über den Ist-Zustand der Welt. Mal Klartext, ohne Lobbylügen und ähnliches Geschmeiß. Anschließend werden ebenfalls für ein paar Wochen „Briefkästen“ aufgestellt, in welche die Bürger ihre Ideen einwerfen können. Internet macht es ja möglich. So, dann wird also gesammelt und ausgewertet. Während dieser Zeit sind sämtliche Kriegshandlungen auf der Welt auszusetzen, jedes Dorf, jede Stadt wird aufgefordert, statt dessen das persönliches Umfeld zu säubern. Und man hat sich in dieser Zeit gefälligst umeinander zu kümmern. Klebt Euch zur Abwechslung doch mal Pflaster auf die Wunden, statt sie immer wieder aufzureißen.
Packen wir die Menschen doch bei der Ehre. Vor die Tatsachen gestellt, wird NIEMAND mehr sagen, „mir egal.“ - Also zumindest hoffe ich das. Sie merken schon, ich bin eine Träumerin vor dem Herrn. Aber was soll´s. Probieren kann man es ja. Wir müssen aus den Kästchen raus.
So oder so.
Bleiben Sie freundlich, solange es nur irgendwie geht.
Und denken Sie besser über Lösungen nach, als über wohlformulierte Schimpftiraden.
Mag sein, dass wir uns längst im freien Fall befinden und dass meine Gedanken viel zu spät kommen. Aber wenn schon Untergang, dann mit Stil. So können die Überlebenden wenigstens erzählen, dass die Menschheit vor der Katastrophe doch noch wußte, was Anstand ist.....
Viele Grüße und viel Glück für Alle
Blue
P.S. Ich hab Tränen in den Augen.