Erscheint mir eher dubios ...
... in etwa so "after the fact" und tendenzioes wie die Palmblatt-Offenbarungen.
Das wirklich ausfuehrlich zu begruenden beduerfte es, wie bei manchen Textanalysen ueblich, noch mehr Seiten als der dreizehn, aus denen der Text besteht.
Ein Grund, wie bei den Palmblaettern, ist der, dass er nicht wirklich was enthaelt, was nicht auf die eine oder andere Weise im Internet in oeffentlich zugaenglichen "Quellen" kolportiert wird. Das einzig "Neue" ist also m.E., dass es den BND und Mossad etc. implizieren soll, diese Dienste aber absolut nicht mehr (zu) wissen (scheinen), als bisher eh schon "durchgesickert" ist.
Im Einzelnen:
Die Schreibfehler machen mich misstrauisch.
p. 4: "Etwas 80% ..."
p. 7: "... verabschiedete sich Vizepräsident Cheney [] Washington ..." ("Isch geh' Schaumburg")
"... Zweck dieser Ueberwachung war, den Israelis ein[] früzeitige Warnung ..."
p. 9: "... in einem Gespräche zwischen dem israelischen Millitärattaché in der Bundesrepublik und einem Mitglied des israelischen Generalstabs am 1. August 2001 ausgesprochen."
p. 13: "... durchaus zu weiteren schrecklichen Anschläge[] auf ihr Land ..."
Solche Vermerke werden i.d.R. sorgfaeltiger redigiert.
Aber, nehmen wir mal an, wegen der grossen Geheimhaltungsstufe seien nur weniger bemittelte eingebunden worden. Dann erwecken andere Formulierungs-Auffaelligkeiten bei mir zusaetzliches Misstrauen:
Keine Dossier- und Geheimdienstsprache ist u.a. folgendes nach meiner Ansicht:
p. 3: "Warum sie nichts dagegen unternahmen, wird nachfolgend verdeutlicht."
"tätig, wo enorme ... lagern."
"Die US-Regierung versuchte erst neulich ..." (Zuviel Pispers geguckt?)
p. 5/6: "... um es als Massenvernichtungswaffe gegen bedeutende amerikanische Symbole einzusetzen." Das ist arg schwuelstig. Die Wortwahl haette u.a. "Ziel" beinhaltet.
p. 7: "... verabschiedete sich Vizepräsident Cheney Washington ..." Abgesehen vom Schreibfehler - das ist journalistischer Schreibstil.
"... Zweck dieser Überwachung war, den Israelis ein frühzeitige Warnung ..." Abgesehen vom Schreibfehler - "Israelis" ist eher ungewoehnlich.
p. 8: Der erste Absatz klingt mir für einen deutschen Geheimdienstbericht sehr, sehr unwahrscheinlich.
"... Anschläge gegen bestimmte festgesetzte Ziele in den amerikanischen Städten Washington und New York geplant waren."
Amerikanische Staedte? Welcher Adressat wuesste NICHT, dass Washington und New York in den USA liegen?
"Aus unseren nachrichtendienstlichen Erkenntnissen ... dass der Mossad vollständig und weit im voraus informiert war, ... Agenten des Mossad bei der Planung und Durchführung der Anschläge mithalfen."
Erstens das Wort nachrichtendienstlich ist arg pleonastisch. Dann wird der Mossad i.d.R. eher nicht so tituliert und dass sie "mithalfen" - gerade hier wuerde ein solcher Bericht mit ein paar Details aufwarten.
"Dass die israelische Regierung über die Anschläge voll informiert war, ist hieb- und stichfest erwiesen."
'Hieb- und stichfest' ist keine Dossier-Sprache.
p. 9: "... in einem Gespräche zwischen dem israelischen Millitärattaché in der Bundesrepublik und einem Mitglied des israelischen Generalstabs am 1. August 2001 ausgesprochen."
Es ist eher unwahrscheinlich, dass der BND solche verschluesselten Nachrichten der israelischen Dienste knacken koennte, es sei denn, diese wollten es. Die Kryptographie wird, nicht zuletzt ein Ausfluss des hohen IQ juedischstaemmiger Menschen, von juedischstaemmigen Wissenschaftlern geradezu dominiert.
"Wiederholt haben amerikanische Ermittlungsbeamte bei Treffen mit unseren Leuten ..."
Auch das ist textuell grenzwertig. Diese kumpelhafte Sprache verirrt sich i.d.R. nicht in Vorlagen an hoechste Regierungsstellen.
"Es wurde mit Bestimmtheit angeführt ..."
Das klingt eher nach einem sehr guten Zweitspachler, dem Deutsch jedoch nicht in die Wiege gelegt wurde.
p. 10, erster Absatz - voellig unglaubwuerdig - solches Feuilleton schreibt keiner in solche Berichte.
Zweiter Absatz: "Es sei hier darauf hingewiesen ..." und alles folgende - das schreibt niemand in ein Geheimdienst-Dossier.
Die gesamte Seite 10, ob nun faktisch korrekt oder nicht, waere entweder stillschweigend vorausgesetzt worden, oder aber wuerde nie in solchen Worten schriftlich fixiert.
Auch p. 11 ist ein tendenzioeses Machwerk.
p. 12: "Bush und seine Entourage ..." - sehr unwahrscheinliche Wortwahl fuer einen Geheimdienstanalysten. "Der US-Praesident und seine engsten Vertrauten" wuerde ein deutscher Beamter formulieren.
p. 13: "... durchaus zu weiteren schrecklichen Anschläge auf ihr Land ..."
Abgesehen von dem Schreibfehler: man lese mal Wehrmachtsberichte. "Schrecklich" schreibt da niemand.
"Pullach, 5. April 2002" - Vier Tage zu spaet datiert.
Nochmal: das ist meine Meinung. Aber die Hitler-Tagebuecher krankten auch daran, dass sie immer nur Eintraege enthielten, wenn Max Domarus eine Vorlage geliefert hatte. Das beeindruckt all jene, die den Domarus nicht kennen, aber eben nicht die Sachkenner - die erwarten eben gerade etwas mehr, das sie bislang noch nicht sonstwo gelesen haetten oder was sich unverfaenglich ohnehin zusammenreimen liesse.
Sodann:
p. 6/7: "... nach Florida, wo der Präsident mit den Kindern eines Kindergartens sprach ..."
Es war eine Grundschule ...
Dafuer, dass nichts neues drinsteht, sind zuviele Fehler drin.
Das hat noch nichtmal ein "gegnerischer" Geheimdienst fabriziert.
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Mit 40 DM pro Kopf begann die Marktwirtschaft, mit 400.000 Euro Schulden pro Kopf wird sie enden.
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