Zwangszuweisung von Flüchtlingen - real? --> JA, aber...

Rainer-aus-MV @, am Amazonas des Nordens, Freitag, 11.09.2015, 00:11 vor 3789 Tagen 6735 Views

Hallo zusammen,

am Montag hatte ich ein interessantes Gespräch mit Arbeitskollegen.
Ich mache derzeit einen Bundesfreiwilligendienst in einer Gemeinde in MVP.
Gesprächspartner ein Ehrenamtlicher (Aufsichtsperson der gemeindeeigenen Badeanstalt an einem Kiessee).

Wir kamen auf das Thema Flüchtlinge.
Ich erwähnte, das wohl einige Bundesländer die vorübergehende Enteignung von ungenutzten/unvermieteten Immobilien planen.

Von sich aus erzählte er von einem Schreiben vom Landratsamt, in dem er gebeten wurde, in seinem Haus 5 Flüchtlinge aufzunehmen.
Er bewohnt alleinstehend ein Einfamilienhaus mit 125 m² WFL.

Diesem Schreiben hat er ablehnend geantwortet.

Es kam eine Woche später ein Folgeschreiben, in dem ihm die Zwangseinquartierung mitgeteilt wurde.
Daraufhin fragte er nach, ob er auswählen darf, wer bei ihm einquartiert wird, da dies seine Bereitschaft positiv beeinflussen würde.
Dies wurde vom Amt verneint, er müsse nehmen, wen er zugewiesen bekommt.

Er hat dann einen Berliner Anwalt eingeschaltet, welcher wohl Kontakte zu Regierungskreisen hätte und bisher sieht es so aus, als könne er sich wehren.

Ich bat ihn dann, doch bitte mal die Schreiben vom Amt mitzubringen, es wäre für mich sehr interessant gewesen. Die sind allerdings beim Anwalt, er hat keine Kopien...

Irgendwie beschlich mich ein Gefühl der Ungläubigkeit und ich bohrte hintenrum mal nach, auch bei Kollegen...

Nun ergab sich ein ganz anderes Bild:

Er bezieht Hartz-IV, bekommt Wohngeld, Wohnung(Haus) ist unangemessen groß für 1 Person (125 m² vs. 45 m² Angemessenheit).
Darauf hin hat das Jobcenter das angeleiert, um seine Bedürftigkeit zu reduzieren, da die Aufnahme von Flüchtlingen richtig Geld bringt (>= 20 EUR/Person und Tag) und er verpflichtet ist, alles zu unternehmen, um seine Bedürftigkeit zu beenden bzw. zu reduzieren.
Bei 5 Flüchtlingen = 100 EUR pro Tag = ca. 3.000 EUR pro Monat.
Also Ende mit Hartz-IV und Wohngeld!

Tja, ist das nun fair oder nicht?

Grüße
Rainer

Super Rechnung!

Rybezahl, Freitag, 11.09.2015, 00:26 vor 3789 Tagen @ Rainer-aus-MV 4771 Views

bearbeitet von unbekannt, Freitag, 11.09.2015, 00:35

Er bezieht Hartz-IV, bekommt Wohngeld, Wohnung(Haus) ist unangemessen
groß für 1 Person (125 m² vs. 45 m² Angemessenheit).
Darauf hin hat das Jobcenter das angeleiert, um seine Bedürftigkeit zu
reduzieren, da die Aufnahme von Flüchtlingen richtig Geld bringt (>= 20
EUR/Person und Tag) und er verpflichtet ist, alles zu unternehmen, um seine
Bedürftigkeit zu beenden bzw. zu reduzieren.
Bei 5 Flüchtlingen = 100 EUR pro Tag = ca. 3.000 EUR pro Monat.
Also Ende mit Hartz-IV und Wohngeld!

Tja, ist das nun fair oder nicht?

Statt Wohngeld und Hartz IV bekommt er nun also 3000 EUR im Monat vom Staat. Klasse Geschäft für den Staat! Bedürftigkeit max... äh... minimiert!

Könnte der Mann nicht auch selbst vermieten? Ich ahne, dann gibt es auch kein Hartz IV mehr und auch kein Wohngeld. Und die Mieteinnahmen werden die 3000 EUR auch nicht erreichen.

Win-Win also. [[ironie]]

--
Dieses Schreiben wurde elektronisch erstellt und enthält deshalb keine Unterschrift.

Halte ich für Wichtigtuerei

Dirk-MV @, Punta Cana, Freitag, 11.09.2015, 00:52 vor 3789 Tagen @ Rainer-aus-MV 4557 Views

Jemanden in die eigene Wohnung zwangseinzuweisen, nichts anderes ist dies ja, ist doch in MV , dem Land , in dem zigtausend Wohnungen, Häuser, Ferienhäuser, Ferienanlagen etc. leerstehen, absolut nicht nötig.

Aber ich kann mich auch irren. Irrationalität ist ja das Wesensmerkmal des Merkelregimes.
mfg

--
Der wahre Feind eines Mannes ist Zweifel.

Wichtigtuerei/Spinnerei

Rainer-aus-MV @, am Amazonas des Nordens, Freitag, 11.09.2015, 01:39 vor 3789 Tagen @ Dirk-MV 4308 Views

@ Dirk,

ich hätte es auch für Wichtigtuerei/Spinnerei gehalten...

Aber der Kollege hat kein Internet, geschweige würde er Seiten wie Eichelburg lesen.

Deshalb messe ich dem schon ein wenig Wahrheitsgehalt bei.

Hartz-IV und Wohngeld kommen aus einem anderen Topf als die Flüchtlingshilfe.
Von da wäre für mich sogar nachvollziehbar, das das Jobcenter auf solche Ideen kommt.

Leerstehender Wohnraum in MV mag zwar in Größenordnungen vorhanden sein, aber sicher nicht für 16.000+ Flüchtende...

Mein Vater auf seine 3 Ferienwohnungen auf Usedom angesprochen..., hat vor solchen Maßnahmen absolut keine Angst: "...sowas kommt mit Sicherheit nicht...". - Ich wäre mir da nicht so sicher...

Grüße
Rainer

Es gibt weitaus mehr, als man denkt

Dirk-MV @, Punta Cana, Freitag, 11.09.2015, 02:30 vor 3789 Tagen @ Rainer-aus-MV 4296 Views

In MeckPomm gibt es 67500 Betten bei gewerblichen Vermietern.
Bei nichtgewerblichen Vermietern sind es 8600 Häuser/Wohnungen mit insgesamt 38500 Betten.
Und über die Hälfte steht das nächste halbe Jahr sowieso leer....
http://service.mvnet.de/_php/download.php?datei_id=120624

Also kein Grund, ganze Dörfer aufzurühren, weil man einen Hartzer mit 5 Bereichern in seinem Haus beglückt.

Aber wie gesagt, Rationalität ist nicht das, was mir bei Merkel einfällt.
mfg

--
Der wahre Feind eines Mannes ist Zweifel.

Derzeit kommen pro Tag denke ich so um die 10.000

Dragonfly @, Freitag, 11.09.2015, 02:39 vor 3789 Tagen @ Dirk-MV 4176 Views

In MeckPomm gibt es 67500 Betten bei gewerblichen Vermietern.
Bei nichtgewerblichen Vermietern sind es 8600 Häuser/Wohnungen mit
insgesamt 38500 Betten.

Das heisst, Deine 100.000 Betten sind nach 10 Tagen voll. OK, es gibt mehr als 1 Bundesland...

Das ist das schöne am Debitismus: es gehen auch wieder 9.000. Dafür kommen dann 11.000.

Rybezahl, Freitag, 11.09.2015, 03:22 vor 3789 Tagen @ Dragonfly 4046 Views

bearbeitet von unbekannt, Freitag, 11.09.2015, 03:43

"Das wird alles hochgebucht!"
(Loriot)

Peu à peu halt.

PS: "Refugees-Industries" - sollte ich mir schützen lassen! Das hat schmackes!

--
Dieses Schreiben wurde elektronisch erstellt und enthält deshalb keine Unterschrift.

Wer zuwenig Steuern zahlt: Spenden für Juristen!

modesto, Freitag, 11.09.2015, 08:33 vor 3789 Tagen @ Rybezahl 3456 Views

Guten Morgen,


PS: "Refugees-Industries" - sollte ich mir schützen lassen! Das hat
schmackes!

Heute erhielt ich von der LTO einen Spendenaufruf - für die Juristen!
Das Geld, so wie in der Mail erklärt, kommt dann hierhin und dahin und dorthin.
Vor allem soll man davon die Anwälte bezahlen, die für die "Refuuugies" tätig werden.

Klar, ich schieß mir selber ins Bein..

Ich kopiere die Mail hier rein, man kann nicht auf mein Postfach verlinken.

Liebe Kollegen, liebe Leser und Freunde der LTO,
„die Flüchtlingskrise schafft Ungerechtigkeit solchen Ausmaßes, dass Juristen ganz natürlich den Drang spüren, sich zu engagieren“. Sean Jones, ein englischer Anwalt, hat mit der Initiative ‚Lawyers‘ Billable Hour Appeal‘ in England binnen einer Woche fast 170.000 Pfund Spenden von Anwälten für Flüchtlinge gesammelt.

Seinem Beispiel möchten wir folgen. Hier können Sie den Gegenwert von einer Stunde Ihrer Arbeitszeit für die Flüchtlinge spenden:

juristenhelfenfluechtlingen.betterplace.org

Die ‚Billable hour‘, mit der vor allem Wirtschaftskanzleien ihre Arbeitsleistung berechnen, ist dabei natürlich nur ein Symbol. Aber sie ist ein gutes Beispiel – eines, das uns zeigt, wie wenig wir geben müssen, um damit viel zu erreichen.

Ihre Spende geht an „Aktion Deutschland hilft“, den Zusammenschluss von 24 renommierten deutschen Hilfsorganisationen. Mindestens ebenso dringend wie in Deutschland brauchen Kinder in den Grenzländern unsere Hilfe. Deshalb unterstützen Sie mit Ihrer Spende auch „Save the Children“ bei einem Projekt zum Schutz von Kindern in den Aufnahmezentren in Lampedusa/Italien und in Griechenland.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, bitte empfehlen Sie uns weiter: Schreiben Sie, twittern Sie, teilen Sie dieses Projekt unter dem Hashtag #juristenhelfenfluechtlingen. Erzählen Sie all Ihren Kollegen, Ihren Freunden und Familien von unserer Initiative ‚Juristen helfen Flüchtlingen‘. Für uns ist es nur eine Stunde. Für die Flüchtlinge kann es Leben retten. Jeder Euro zählt – übrigens auch von Nichtjuristen.

Schon jetzt dankt Ihnen für jeden Euro, jede Unterstützung und jede Weiterempfehlung

für das gesamte Team der LTO

Gruss modesto

Unsinn

PPQ ⌂ @, Pasewalk, Freitag, 11.09.2015, 08:25 vor 3789 Tagen @ Rainer-aus-MV 3706 Views

Ich halte das für Unsinn, eine Latrinenparole, wie sie derzeit Konjunktur haben. Glaubt jemand wirklich, so eine "Zwangszuweisung" würde nicht binnen Minuten öffentlich werden?

Im Übrigen ist es so, dass die Gesetze in Mecklenburg keine Handhabe für ein solches Vorgehen bieten.

--
Wir sprechen verschiedene Sprachen. Meinen aber etwas völlig anderes. www.politplatschquatsch.com

Ich will ja nicht zu viel verraten, aber

Leser23 @, Freitag, 11.09.2015, 09:16 vor 3789 Tagen @ Rainer-aus-MV 4217 Views

bearbeitet von unbekannt, Freitag, 11.09.2015, 19:51

1. Das Thema war insgesamt vorhersehbar.
2. kann man jederzeit reagieren, und zwar auf allen Ebenen!

Wie?

Abriss!

Alles schon hundertfach praktiziert, von verantwortungsvollen vorausschauenden Mitbürgern - und zwar lange lange bevor man das Thema Asyl überhautp in die Medien brachte.

Unterschiedliche Immobilienpreisentwicklung bei entsprechendem Publikum in der Nachbarschaft gibt's schon immer, nicht erst seit der Asylthematik!

Gegenwärtig wird sie nur verschärft aufgrund der Masse.

Bedankt Euch bei all denjenigen, wenn sie Euch dadurch Ruhe und Ordnung in der Nachbarschaft geschaffen haben.

Rund um die Wohnbereiche der Politprominez ist sicherlich schon längst alles "verdächtige" abgerissen worden, oder nicht?

Schaut mal genau nach, dann wisst ihr auch endlich, wo die bislang weitgehend anonym wohnen.

Wie gesagt, war alles vorhersehbar!


PS
Ich kenne sogar einen Fall, da wurde die teuer und frisch sanierte Sozial-Immobilie am Tag vor dem fälligen Einzug fach(un-)gerecht "zerlegt".

Im konkreten Fall von Jenen, die genau dorthin auf keinen Fall wollten und sonst eben dort hin hätten gehen müssen! (Sozialwohnungen werden zugewiesen!)

Schonmal darüber nachgedacht?

Jegliche brennende potentielle Flüchtlingsunterkunft passt zu diesem Täterprofil, aber ich las offiziell noch nie über derlei Ermittlungsrichtungen.

Wer für die Kosten geradezustehen hatte, ist ein weiteres Thema!
Jene Sozialwohnungsberechtigte, die die künftige Bleibe zerlegt haben, sind ja nicht haftbar zu machen gewesen.
Die haben ja nichts!

Container oder Zelte sind auf den Punkt die richtig gewählte Unterkunftstypen.

Schon weil sie schnell wieder abgebaut werden können.


PPS
Palästinenser befinden sich seit 70 Jahren nachweislich im Krieg.
Wieso flüchten die eigentlich nicht hierher?

--
Mahatma Gandhi:
"Ziviler Ungehorsam wird zu einer heiligen Pflicht, wenn der Staat den Boden des Rechts verlassen hat."

Vllt. hat Assad ja ein Herz und macht alle Palestinenser zu Syrern?

FOX-NEWS @, fair and balanced, Freitag, 11.09.2015, 12:32 vor 3789 Tagen @ Leser23 2895 Views

PPS
Palästinenser befinden sich seit 70 Jahren nachweislich im Krieg.
Wieso flüchten die eigentlich nicht hierher?

Der Westen ist ihm lange genug auf Eier gegangen und indem er jedermann einen syrischen Pass in die Hand drückt, könnte er sich ev. etwas Luft verschaffen ...

--
[image]
** Keiner soll hungern ohne zu frieren! **

Unglaubwürdig

Leserzuschrift @, Freitag, 11.09.2015, 16:22 vor 3789 Tagen @ Rainer-aus-MV 2888 Views

Hallo,

die Story ist schon deshalb unglaubwürdig, weil bei selbstgenutztem Wohnhaus 90qm als angemessen gelten für 1 bis 2 Personen(ETW 80qm).

Schönen Gruß

Rainer

Der Bürgermeister informiert - Lage in Burgstädt

tar ⌂ @, Gehinnom, Freitag, 11.09.2015, 21:39 vor 3788 Tagen @ Rainer-aus-MV 3091 Views

Tach,

da die Aufnahme von Flüchtlingen richtig Geld bringt (>= 20
EUR/Person und Tag)

Die Situation in Burgstädt zeichnet ein gänzlich anderes Bild der übernommenen Kosten und Burgstädt ist mit seinen 80% Immobilien-Privatanteil schon ein extremer Sonderfall in Sachsen.

Gruß!â„¢

--
Gruß!™

Time is the school in which we learn,
Time is the fire in which we burn.


BTC: 12aiXGLhHJVETnmGTLbKtAzJNwqh6h6HN4

Vivat, Burgstaedt! Gernigewode bangt schon um sein Kontingent!

CrisisMaven ⌂ @, Freitag, 11.09.2015, 22:20 vor 3788 Tagen @ tar 2687 Views

"Die Entscheidung über das Asylverfahren bzw. andere Arten der Schutzgewährung in Deutschland und damit über das Bleiberecht jedes Einzelnen ist eine Aufgabe des Bundes und als solche durch Bundesrecht über Bundesbehörden geregelt.

Das heißt ganz konkret, dass es für die Stadt Burgstädt nicht um die Frage geht, ob wir die Unterbringung von Hilfesuchenden in unserer Stadt wollen oder ablehnen, ob der Einzelne dafür ist oder dagegen oder ob der Bürgermeister bzw. der Stadtrat diese oder jene Meinung dazu hat."

Diese Nibelungen- aeh, Bundestreue bringt den Landrat von Gernigewode schon maechtig ins Schwitzen!

Waere die damalige Reichsbevoelkerung ebenso kooperativ gewesen, haetten alle Konzentratsionslager muehelos auf dem Reichsgebiet in den Grenzen von 1937 untergebracht werden koennen, was auch erhebliche Kosten bei der Reichsbahn haette einsparen helfen koennen (wo die Deutschen die Gefangenen-Transporte vor ihrer Haustuer im Stundentakt etwas uebertrieben fanden): Unsere Schulkinder saehen sich heute bei Bildungsreisen in solche KL-Gedenkstaetten nicht den evtl. Anfeindungen einer fremden Bevoelkerung ausgesetzt!

Burgstaedt geht mit gutem Beispiel voran: Ansiedlungspolitik sollte stets mindestens einen hundertjaehrigen Planungshorizont beruecksichtigen!

--
Mit 40 DM pro Kopf begann die Marktwirtschaft, mit 400.000 Euro Schulden pro Kopf wird sie enden.
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