Hier mal ein Beitrag, der nichts mit Flüchtlingen, sondern mit Geopolitik und -Wirtschaft zu tun hat:

Griba @, Dunkeldeutschland, Montag, 07.09.2015, 17:57 vor 3790 Tagen 2862 Views

bearbeitet von unbekannt, Montag, 07.09.2015, 18:01

Das Verhältnis Japan / Russland aus japanischer Sicht.

Ausschnitte:
Angesichts des Konflikts um die Ukraine stimmen die meisten japanischen Experten darin überein, dass Russland seinen politischen Einfluss im postsowjetischen Raum sowohl gegenüber der EU und der Nato als auch gegenüber dem mächtiger werdenden China zu sichern sucht.
...
Die Empfehlungen japanischer Experten an die eigene Regierung bieten Denkanstöße für die deutsche Politik. Aus mehreren Gründen favorisieren japanische Wissenschaftler eine Annäherung an Moskau.
...
Da Russland sowohl eine europäische als auch eine asiatische Macht ist, bestehen starke Wechselwirkungen zwischen beiden Regionen. Deutschland bzw. Europa und Japan würden von einem besseren Verständnis der jeweils anderen Perspektive profitieren.

Das hört sich alles gut an, berücksichtigt aber nur unzureichend, daß Japan seit 1945 den gleichen Status wie Deutschland "genießt".

Dies bestätige beispielsweise ein Foreign Affairs-Artikel der Wissenschaftlerinnen Ely Ratner und Elizabeth Rosenberg vom August 2014. Darin wird Washington aufgefordert, den asiatischen Allianzpartnern größeren Spielraum in ihren Beziehungen zu Moskau zu belassen, um Russlands Abhängigkeit von China zu verringern.

Aber lest selbst. Vielleicht gelingt hier eine fundierte Diskussion abseits des Flüchtlings-Themas.

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Beste Grüße

GRIBA

Und die politische Annaeherung an Russland hat auch einen klaren wirtschaftlichen Grund

CalBaer @, Montag, 07.09.2015, 19:53 vor 3790 Tagen @ Griba 1871 Views

bearbeitet von unbekannt, Montag, 07.09.2015, 19:58

Japan hat riesige Gasvorkommen direkt vor der Haustuer, nur leider ist das politische Verhaeltnis zu Russland wegen ein paar Inselchen seit dem 2.WK stark belastet.

Seinen Energiebedarf konnte Japan "billig" durch Atomstrom decken, wo man die vollstaendige Rechnung erst 50 Jahre spaeter praesentiert bekommt. Das scheinen die japanischen Politiker auch langsam zu begreifen und muessen handeln, wenn es in Japan wirtschaftlich weitergehen soll. Gas aus Russland waere die Alternative und viel guenstiger als LNG aus Kanada oder den USA per Schiff. Mit letzterem waere man nie mehr wettbewerbsfaehig gegen China oder Korea.

Klar, da muss ma erst mal ein paar politische Fehden beenden, die Russen scheinen aber sehr interessiert.

Tokyo Gas Wants to Build a Natural Gas Pipeline to Russia
http://www.oilandgas360.com/tokyo-gas-wants-to-build-a-natural-gas-pipeline-to-russia/

P.S.: Bei Friedman von Stratfor muessten jetzt die Alarmglocken leuten.

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Ein ueberragender Teil der Oekonomen, Politiker, Banker, Analysten und Journalisten ist einfach unfaehig, Bitcoin richtig zu verstehen, weil es so revolutionaer ist.
Info:
www.tinyurl.com/y97d87xk
www.tinyurl.com/yykr2zv2

Wir treiben die Russen in Chinas Arme

Fidel @, Dienstag, 08.09.2015, 08:21 vor 3790 Tagen @ Griba 1363 Views

Hallo Griba,

deinem Denkanstoß möchte ich einen Vortrag von Prof. Erich Weede vom Januar 2015 über Russlands geopolitische Bedeutung hinzufügen.
https://www.youtube.com/watch?v=6VXlb1-hNVQ
Mir gefällt die ausgewogene Sichtwese von Weede.
Für mich der Schlüsselhinweis: " Wir treiben die Russen in Chinas Arme".

Beste Grüße
Fidel

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