Hallo Shindo!
Ein Herr Leyendecker - nein nicht der bekannte CIA-Agent - jemand aus dem Großraum Duisburg hat dem Kommentar etwas entgegengesetzt, daß sich wirklich zu Lesen lohnt.
Liebe Frau Gebel,
als „besorgter Bürger“ dieses Landes, danke ich Ihnen, dass Sie sich die Zeit nehmen, „ehrliches Mitleid“ für meine Schwächen zu empfinden. Unbedeutende Politiker wie Herr Schäuble und Herr Seehofer, Wissenschaftler wie Herr Foschepoth und nicht zuletzt Herr Snowden, machen mich seit geraumer Zeit darauf aufmerksam, dass ich nicht in einem souveränen Land lebe. Ebenso unbedeutende Politiker aus Übersee, wie ein Herr Obama, erklären mir auf der Airbase Ramstein, dass dieser Zustand auch in Zukunft fortbestehen wird. Aus diesem Grund schreibe ich auch nicht in sozialen Medien, so dass Sie sich sicher vorstellen können, wie vereinsamt ich sein muss, und wie begierig ich Ihr Mitleid in mir aufsauge.
Was sind nun meine Sorgen und Ansichten, welche es nicht wert sind, beachtet zu werden, mit denen ich mich täglich mehr und mehr lächerlich mache und welche es rechtfertigen, mich und ähnlich denkende Gesinnungsverbrecher, in eine fremdenfeindliche, dumpfbackige Ecke zu stellen.
Man sagt mir, ich lebe in einem Land, das so reich ist, dass es eine große Zahl Einwanderer und deren Familien (Millionen Menschen) problemlos aufnehmen kann, eine angemessene Unterkunft, angemessene Erwerbsmöglichkeiten und eine für alle zufrieden stellende Integration bieten kann.
Meine Wahrnehmung dieses Landes ist allerdings, dass ich mit verfallender Infrastruktur, deutlicher Investitionszurückhaltung auf Unternehmensseite und zunehmenden Armutsschicksalen vieler deutscher Familien konfrontiert werde. Ja es gibt ganz viel Reichtum in diesem Land, dieser verteilt sich aber auf immer weniger Köpfe. Wir zahlen derzeit fast keine Zinsen für unsere explizite Staatsverschuldung von ca. 2 Billionen. Können Sie sich vorstellen, was geschieht, wenn wieder ein normales Zinsniveau von ca. 5% für Staatsanleihen zu zahlen ist. Reden wir dann über eine schwarze Null oder gar einen Haushaltsüberschuss oder doch eher über ein Defizit von 100 Mrd. p.a., aus welchem dann die Wohltaten bestritten werden sollen.
Sicher haben Sie auch noch nie von Industrie 4.0 gehört, der Vollautomatisierung der Produktion, gemeinhin auch bekannt, als die nächste industrielle Revolution. Wir stehen gerade am Anfang dieses Wandels. Das Problem mit industriellen Revolutionen ist, dass Arbeitsstellen vernichtet werden, dies geschah bislang ausnahmslos bei jeder dieser Revolutionen. Aber diesmal ist es sicher anders, nicht wahr?
Schon heute ist es so, dass man mit einem Realschulabschluss in vielen Berufsbildern fast keine Chance mehr auf einen Ausbildungsplatz hat.
Ich frage Sie, wie viel Prozent der Einwanderer über einen höheren Ausbildungsabschluss als einen vergleichbaren deutschen Realschulabschluss verfügen, der die Zuversicht berechtigen würde, dass die Einwanderer sich und Ihre Familien künftig selbst versorgen können.
Sollte die Sorge berechtigt sein, dass für die Einwanderer nicht ausreichend Erwerbsmöglichkeiten in Zukunft zur Verfügung stehen sollten, mit denen sie ihr Dasein selbst finanzieren können, wäre eine Sorge vor Überlastung unserer Sozialsysteme dann zu rechtfertigen? Zur Erinnerung: Schon unsere letzte Regierung hat uns darauf hingewiesen, dass in ca. 15 Jahren, 40 % der dann zu versorgenden Rentner in Altersarmut werden leben müssen.
Ist es vermessen anzunehmen, dass Menschen, denen aufgrund fehlender Erwerbsmöglichkeiten, jegliche Perspektive auf ein menschenwürdiges Leben vorenthalten wird, krank werden, sich einer Integration verweigern, oder im schlimmsten Fall, sich durch kriminelle Aktivitäten versuchen werden, sich ihren Teil vom Kuchen zu verschaffen.
Ich weiß nicht, wo Sie in Deutschland wohnen. Mein Wohnort befindet sich gerade einmal 20 Minuten von Duisburg-Marxloh entfernt. Ich meide Duisburg, solche Zustände möchte ich nicht in meinem direkten Lebensraum.
Sie meinen, weil Deutschland Waffen exportiert, müssten nun auch seine Einwohner die Zuwanderung von Menschen in nicht bestimmter Anzahl akzeptieren, für die finanziellen Folgen aufkommen und eine gravierende Veränderung der Lebensgewohnheiten positiv begleiten.
Seltsamerweise werden die Bürger dieses Landes nie gefragt, welche Handlungsweisen sie von unserer Wirtschaft und unserer Politik umgesetzt sehen möchten.
Weder beim Euro, noch bei geostrategischen Hassadeurstücken der USA, deren Bündnispartner wir in der Nato sind, noch bei Waffenlieferungen an andere Staaten und schon gar nicht, ob wir überhaupt Teil des Natobündnisses sein wollen. Die Erklärung stand bereits am Beginn dieses Kommentars. Deutschland ist nicht souverän. Wenn Sie annehmen, dass auch nur eine Waffenlieferung an andere Staaten, ohne Zustimmung aus den USA, bzw. weil diese eine solche Lieferung sogar begrüßt, stattfindet, dann irren Sie sich. Ich frage Sie, wie ich eine Verantwortung für Dinge übernehmen soll und kann, welche ich nicht beeinflussen kann. Leider ändern an dieser Ohnmacht auch Wahlen nichts, denn man wählt immer die Einheitspartei oder wie Herr Pispers sagt:“Scheiße in unterschiedlicher Geschmacksrichtung.“
Sehen Sie irgendwelche Anstrengungen unserer Politik, Kriege, die zu Völkerwanderungen führen, zu beenden?
Sehen Sie irgendwelche Anstrengungen unserer Politik, die Ausbeutung der Ressourcen von Staaten der Dritten Welt zu beenden?
Sehen Sie irgendwelche Anstrengungen unserer Politik, die Zerstörung der Agrarindustrie in Ländern der Dritten Welt zu stoppen, indem der Export subventionierter Nahrungsmittel in diese Länder beendet wird?
Sehen Sie irgendwelche Anstrengungen unserer Politik, den Export umweltgefährdender Stoffe in Länder der Dritten Welt zu stoppen?
Ich bin mir sicher, dass Sie all die Missstände kennen. Anstatt gegen diese Missstände zu kämpfen, welche die Lebensgrundlagen von Milliarden Menschen auf unserer Erde zerstören, arbeiten Sie sich hier in Deutschland an den Symptomen, den zugewanderten Menschen ab, um ein besseres Gewissen zu haben. Damit zementieren Sie lediglich die unsäglichen Zustande, die in den betroffenen Ländern herrschen, denn der Industrie- und Militärkomplex wird darauf verweisen, wie großzügig man sich doch der armen Menschen hier in Deutschland angenommen hat, das eigene, schändliche Handeln wird derweil weiter fortgesetzt. Und hier in Deutschland unterstützen Sie das schäbige Handeln der Politik bzw. der darüber stehenden Interessengruppen: Divide et impera.
Dies sind meine Sorgen und dass die jetzt stattfindende, unbegrenzte Zuwanderung aus völlig fremden Kulturkreisen, kurzfristig einigen Hunderttausend Menschen ein besseres Leben ermöglicht, langfristig aber nicht nur Elend über die Flüchtlinge sondern auch uns bringt.
Mit freundlichen Grüßen
Jürgen Leyendecker
Quelle: http://diefreiheitsliebe.de/gesellschaft/offener-brief-an-alle-besorgten-buerger/#reply...
mfG
nereus