Sonntagsbildung - Heute: Hirnforschung (Digitale Demenz)
bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 06.09.2015, 18:53
Vor ziemlich genau 2 Monaten hat Fidel in diesem Beitrag den folgenden Vortrag verlinkt:
Digitale Demenz (Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer an der DHBW Stuttgart)
Diesen habe ich mir heute mal angeschaut und fand ihn sehr interessant/empfehlenswert. Den Abschluss mit der mehr oder weniger subtilen Abwertung von (Gewalt-)Spielen sehe ich allerdings etwas kritisch, denn auch bei PC-Spielen werden unterschiedlichste Hirnareale aktiviert und können soziale Kontakte über's Headset genutzt werden, was natürlich den Realkontakt nicht ersetzt, aber allemal besser ist als keinerlei Sozialkontakte zu pflegen. Hier müsste man sicher differenzieren, aber tendenziell sprechen die Studien ja für sich.
Zum Inhalt in Kurzform:
1) Strukturen des Hirns
- das Gehirn ist eine permanente Großbaustelle, in der sich Synapsen ständig verändern
- Synapsen verdeutlichen hierbei Gedächtnis- bzw. Lernspuren, wobei Synapsen bei Nichtgebrauch der Neuronenverbindung gänzlich verschwinden oder bei Gebrauch neue entstehen
2) Hirnentwicklung durch Lernen
- das Hirn kann nicht Nicht-Lernen
- Lernen ist immer mit Emotion verbunden (diese verstärken im Positiven wie im Negativen den Lern- und Ausführungseffekt bis zur Hocheffizienz)
- Lernen ist nicht nur Wiederholungsleistung, sondern vor allem desto effektiver, je komplexer die eigene Auseinandersetzung mit dem Lerninhalt ausfällt (kurz: über das Gelernte nachzudenken, die Übung selbstständig zu variieren und mit anderen Dingen zu verknüpfen)
3) Technologie kann effizientes Lernen verhindern
- täglicher Medienkonsum im Schnitt lag 2009 in den USA bei 10,45 Stunden in 7,38 Stunden (Parallelkonsum, Multitasking)
- Multitasker sind "in jeder geistigen Hinsicht" Nicht-Multitaskern unterlegen (an dieser Stelle ein Gruß an alle Frauen :D)
- gegoogelte Informationen werden nicht mehr im Hirn gespeichert
- die Nutzung neuartiger Medien als moderne Lerntechnik führt langfristig zur Verschlechterung der Schülerleistungen
- die Nichtnutzung neuerartiger Medien im Schulalltag wird allerdings mit schlechterer Benotung bestraft, d.h. die Verblödung wird gefördert
- die Vernachlässigung motorischer Abläufe (Schreiben, Fingerspiele) zum Lernen ist fatal
4) Soziale Auswirkungen
- die Bildung und Lebensqualitöt leidet desto höher der Medienkonsum ausfällt
- trainiert/fördert und fordert man weiterhin seine Hirnsynapsen, werden Krankheiten wie Alzheimer nicht oder sehr viel später sichtbar als bei Personen, die ihre Synapsen vernachlässigen
- die Nutzung von Facebook & Co. führt dazu, dass weniger Realkontakte stattfinden, obwohl dort der intensivere, emotionalere, motorische Austausch mit Sofortfeedback stattfindet, der das Sozialverhalten prägt, durch das sich u.a. die Empathie ausbildet
- Konsolen im Kindesalter fördern tendenziell Schulprobleme und Computer im Jugendalter verschlechtern die Schulleistung
- auch hier verquere Politik über (gekaufte?) Institute: Konsolen werden vom Gesundheitsministerium ohne entsprechende Befunde für Kinder beworben
- etc. p.p.
Gruß!â„¢
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Gruß!™
Time is the school in which we learn,
Time is the fire in which we burn.
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