Nahrungsmittel kontaminiert?

Leserzuschrift @, Montag, 31.08.2015, 19:49 vor 3798 Tagen 4833 Views

Ich würde mich freuen, wenn meine Frage im Forum eingestellt würde, da sich hier ja einige mit Permakultur und Landwirtschaft etc. auskennen.

Ich habe gerade eine Reportage über Biomüll im Kreis Freiburg im TV gesehen. Das Entsorgungsunternehmen reklamierte, dass immer mehr Menschen ihren Biomüll in einer Plastiktüte in die Biotonne geben. Diese werden dann mit verkompostiert und in der Landwirtschaft als Düngemittel eingesetzt. Das Müllentsorgungsunternehmen findet den Plastikanteil unbedenklich, da dieser im Kompost kaum noch zu sehen sei.

Ich erinnere mich an Bilder im Internet, von Kunststofffasern die in Lebensmittel gefunden wurden (eingewachsen). Ich habe jetzt keine Bilder mehr gefunden, aber könnte das eventuell eine Ursache sein? Ich sehe z. B. an meinen Tomaten, wie teilweise die Blütenreste in die Tomaten einwachsen. Wäre es nicht naheliegend, dass so etwas je nach Gemüseart auch mit Kunststoffreste passieren könnte?

Ich denke auch wenn der Kunststoff zerfallen ist, so sind doch noch die krebserregenden Giftstoffe im Kompost enthalten. Werden diese nicht von den Pflanzen aufgenommen? Ich stelle mir gerade vor, wie ein Biobauer mit dem Kompost düngt. Ich bin gespannt, ob sich schon jemand damit befasst hat.

Wird der Biomüll tatsächlich kompostiert?

Durran @, Montag, 31.08.2015, 20:08 vor 3798 Tagen @ Leserzuschrift 3951 Views

Mach Dir nicht so viele Gedanken. Der größte Teil des Biomülls wird verbrannt oder kommt in die Biogasanlagen.

Allein schon wegen dem Seuchenschutz. Im Biomüll sind auch Tierkadaver, Schlachtabfälle und andere Dinge drin. Genau willst Du es bestimmt nicht wissen. Jedenfalls mehr als die in Haushaltspapier eingerollte Kartoffelschale.

Nein,

Domac @, Montag, 31.08.2015, 20:20 vor 3798 Tagen @ Durran 3902 Views

die braune Tonne wird idR kompostiert.Vorher wird sie, je nach Qualität, nachsortiert.
Bioabfall.

GrüßeD

Kontaminierter Kompost

Leserzuschrift @, Freitag, 04.09.2015, 13:12 vor 3794 Tagen @ Durran 2332 Views

Ich habe gerade einen sehr schoenen Link gefunden, der auch zeigt, wie viel Plastik im Kompost laut Gesetzgeber sein darf. Das sind 250 Gramm pro 50 Kilo Kompost. Ab 2017 duerfen noch 50 Gramm Weichplastik und 200 Gramm Hartplastik enthalten sein. Also unterm Strich bleibt es bei den 250 Gramm. Die gesetzlichen Richtlinien richten sich nach der technischen Machbarkeit, nicht nach toxologischen Gutachten.

http://www.rbb-online.de/kontraste/archiv/kontraste-18-06-2015/oekoirrweg-biotonne.html

Zudem erinnere ich mich an letztes Jahr. In meinem Zugabteil saßen drei Feuerwehrmaenner und haben sich unterhalten. Anscheinend wird der Bioabfall von einem großen bekannten Freizeitpark, als auch aus diversen Gastronomischen Betrieben, von Bauern als Landwirtschaftsueberschuss "umetikettiert". Warum das gemacht wird, kann sich jeder denken.

Wo ist das Problem?

Simsalabim @, Montag, 31.08.2015, 20:30 vor 3798 Tagen @ Leserzuschrift 3710 Views

bearbeitet von unbekannt, Montag, 31.08.2015, 20:41

Ich glaube nicht, das Kunststoffe ein Problem für den aus dem Bio-Abfall gewonnenen Kompost ist. Kompost entsteht aus Organischem Material durch Verrottung (aerober bakterieller Prozess). Beim Kunststoff verrottet nichts. Auch faulen (anaerobe baktierielle Zersetzung) tut Kunststoff nicht (wohl aber Biomasse, weshalb der Bio-Müll während der Rotte auch immer schön gewendet wird).

Am Ende des Verrottungsvorgangs erhält man wunderbaren Kompost, den besten Dünger überhaupt. Dieser ist teilweise verunreinigt mit nicht verrotteten Bestandteilen, z.B. Kunststoffen, welche dann ebenso mit auf die Felder gelangen.

Die Düngewirkung von Kompost auf dem Feld entsteht durch weitere Rotte bzw. Auswaschung durch Niederschlag. Beides findet bei Kunststoffen nicht statt: Sie bleiben einfach auf dem Feld liegen. Steine z.B. tun das auch (wobei diese noch ein paar Mineralien abgeben).

Siehst du darin ein Problem? Gut, man möchte keine Fremdkörper auf dem Feld haben, zumal landwirtschaftliche Maschinen daran Schaden nehmen könnten. Aber "einwachsen"? Kann ich mir ehrlichgesagt nicht vorstellen!

Schlimm sind Verunreinigungen durch giftige, wasserlösliche Stoffe, da diese dann auf dem Feld ebenso wie die Nährstoffe vom Regen in den Boden gespült werden...

Grüße, Simsalabim <img src=" />


P.S: Bei uns (eher ländliche Gegend) gibt es die grüne Biotonne, und wir können die Müllabfuhrwagen stets zur nächstgelegenen Kompostierungsanlage fahren sehen, von der wir immer unseren Kompost und unsere Erde für den Garten beziehen. Unsere Kinder sehen, wie aus Essensresten wieder Dünger entsteht!

--
Gib mir die Kontrolle über das Geld einer Nation und es interessiert mich nicht, wer dessen Gesetze macht. (Mayer Amschel Rothschild, 1744–1812)

BIG BROTHER IS WATCHING YOU

Sonneneinstrahlung

Domac @, Dienstag, 01.09.2015, 06:38 vor 3797 Tagen @ Simsalabim 3070 Views

lässt Kunststoffe zerfallen.
Die Frage bzw. der Gedanke ist m.E. berechtigt.

GrüßeD

Plastiktüte ist nicht gleich Plastiktüte, sondern sieht oft nur so aus.

Kamille @, Dienstag, 01.09.2015, 12:06 vor 3797 Tagen @ Leserzuschrift 2669 Views

Denn die Tüte ist aus Biokunststoff auf Basis nachwachsender Rohstoffe. Wir werfen diese Tüten jedenfalls mit in den Bio-Müll. Leider sind diese Verpackungen noch nicht bei jedem Händler erhältlich:

http://www.compostella-online.de/

Freundliche Grüße
Kamille

Nachtrag: Müllsortieranlage für Hausmüll

Kamille @, Dienstag, 01.09.2015, 12:33 vor 3797 Tagen @ Kamille 2652 Views

Eigentlich bräuchten wir den Hausmüll nicht mehr in Pappe, Kunststoff und Bio vorsortieren, das es moderne Müllsortieranlagen gibt, die das viel effektiver erledigen.

http://spectronet.de/portals/visqua/story_docs/vortraege_2008/081028_popsud/081028_03_b...


Bestimmt kennt sich der eine oder andere Leser damit besser aus als ich. Haben diese Anlagen tatsächlich Kapazitäten für Müllverbrennungsanlagen? In der Nähe von Dresden soll es eine hochmoderne Müllverbrennungsanlage geben, in der diese Technik schon eingesetzt wird. Mülltourismus würde mit solchen Anlagen auch entfallen?

Freundliche Grüße
Kamille

Wir haben leider organisiert-kriminelle Strukturen in der Muellentsorgung ...

CrisisMaven ⌂ @, Dienstag, 01.09.2015, 13:32 vor 3797 Tagen @ Kamille 3000 Views

bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 01.09.2015, 13:41

... und das weltweit, nicht nur in den USA.

Eigentlich bräuchten wir den Hausmüll nicht mehr in Pappe, Kunststoff und Bio vorsortieren, das es moderne Müllsortieranlagen gibt, die das viel effektiver erledigen.

Ja, das geht schon lange, aber der Korporatist Toepfer, damals Umweltminister, wollte unbedingt eine staatliche Loesung. Ob er Idealist war oder dafuer was bekommen hat, dass er dann, mit andern, prompt dafuer gesorgt hat, dass Kommunen und Zweckverbaende zusammen mit den "Grossen" der Abfallindustrie sich das ganze komplett bundesweit unter den Nagel gerissen haben, weiss ich nicht.

Jedenfalls hat man damit erreicht, dass nun z.T. doppelt und dreimal soviele Muellautos fuer denselben (!) Muell durch die Gegend fuhren, dass die meisten Gemeinden gerade so weiter gemacht haben wie bisher, nur z.T. mit noch mehr (Leer-) Fahrten und dass der frueher lokal in Deutschland deponierte Muell nun Afrika und die Weltmeere verseucht wie nie zuvor.

Dafuer ist Toepfer dann Leiter des UN-Umweltprogramms geworden (und erzaehlt uns, wie wir Afrika noch besser zusch... koennten). Selten hat einer derart weltweit umweltzerstoererisch (faktisch) gehandelt, und vermutlich auch noch aus fachlicher Unkenntnis.

Politiker sind halt meiner Meinung nach ueberwiegend brunsdumm.

Konkurrenzgesellschaften wurden auf allen Ebenen (Gemeinde, Laender, Bund, Gerichte) blockiert, auf die Geschaeftsfuehrer von Landbell/Belland wurden Mord- und Brandanschlaege veruebt, die einem bei der Frage cui bono die Haare zu Berge stehen lassen ob der Verflechtungen des Staates mit der organisierten Kriminalitaet.

Ein nachweislich schon im Amt gescheiterter Oeberbuergermeister wurde als Cheflobbyist zum Chef des Dualen Systems gemacht, bis es rundlief. Die Gelben Saecke wurden immer duenner und sind mittlerweile immer schwerer zu bekommen, denn das Duale System verdient ja VORAB an jeder Packung, am Einsammeln hat es kein Interesse. Ob die Rattenplage durch aufreissende Saecke steigt, interessiert die ja nicht. So soll ja die Pest ueber Europa gekommen sein ...

Zwar muss es Mengenbilanzen nachweisen, aber da Berufstaetige z.B. in Ballungszentren arbeiten und einkaufen und dann in Umlandgemeinden "entsorgen", haben Umlandgemeinden dann mehr als 100% Recycling-Quote usw. Kein Mensch kann das jemals nachpruefen.

Als ich im Rahmen meiner Befassung mit und Ermittlungen im Bereich organisierter Kriminalitaet das Duale System zu verschiedenen Stellungnahmen aufforderte, erhielt ich, wie auch bei der GEMA, stets nur Hochglanzbroschueren und man heuchelte Unverstaendnis bzw. "meinte", ich sei wahrscheinlich zu bloed, das System zu verstehen.

Da nun die kluge deutsche Hausfrau auch noch den Muell vor dem Einschichten in Gelbe Saecke oder die Recyclingtonne spuelt, werden nach anfangs verbreiteten Hochrechnungen weit mehr Energieeinheiten fuer's Saeubern der Verpackung verwendet, als urspr. an rationell verwendeter Energie im Herstellungsprozess verausgabt werden konnte, die Energiebilanz dieses "Recyclings" ist also negativ.

Dieser deutsche Putzfimmwel wird dann inzwischen mehr als ausgeglichen durch die Sorglosigkeit zunehmender Migrantenschichten, denen die Farbe einer Tonne herzlich egal ist und die daher in der ("die Mischung macht's") Summe dazu fuehren, dass das meiste Zeug mittlerweile unbrauchbar und hygienisch unzumutbar ist, ausser in ein paar Villengegenden.

Drum kommt vieles zum "thermischen Recycling", d.h. in dieselbe Muellverbrennung, in die auch die graue Tonne und auch mancher "Bio"muell kommt. Man faehrt also einfach 'gefuehlt' dreimal so oft (diese Darstellung ist nur geringfuegig ueberzeichnet).

Das ganze ist so unsaeglich dumm, dass selbst das Dosenpfand noch nobelpreiswuerdig erscheint!

Die Grosskonzerne (Nestle, Mars/Effem, Unilever, Danone, Coca und Pepsi Cola, General Mills, Kellogg, Mondelez, Mueller usw.) nennen diese gruenen und sonstigen Punkte einfach "green taxes" - also Umweltsteuern.

Immerhin haben diese etwas zu einer Aenderung der Herstellungsprozesse hin zur Verpackungsvermeidung gefuehrt. Das kompensiert aber nicht die weltweiten Schaeden, die dieses staats-planwirtschaftliche System ansonsten anrichtet!

Der allergroesste Witz ist dann noch, dass theoretisch zwar die Verpackungs-Folie um den gekauften Fisch im Gelben Sack landen darf, man aber bestraft wird, wenn man dann die Haelfte mit Haushaltsfolie abdeckt, in den Kuehlschrank stellt und am naechsten Tag isst und diese i.d.R. identische Haushaltsfolie in denselben Sack wirft - sie hat naemlich keinen vorher bezahlten Gruenen Punkt!

Dasselbe gilt fuer die Alufolie vom Doener, vom Grill, fuer das Schulbrot. Der Trinkbecher aus demselben Material wie evtl. die gekaufte Flasche muss in die graue Tonne. Die Pfandflasche muss zurueckgegeben werden, jedenfalls um Himmels Willen nicht in den Gelben Sack - hoechstens in die Graue Tonne, sonst ... Strafe (Bussgelder!!! - Manche Gemeinden haben extra Kontrolleure, die in die Gelben Tonnen gucken. Und da das Werkstoffkenntnisse erfordert, sind das keine Ein-Euro-Kraefte, sondern mindestens mittlerer, ggf. gehobener Dienst. O tempora, o mores!)

Materialien:

Urteil des Gerichtshofes (Große Kammer) vom 16. Juli 2009. Der Grüne Punkt - Duales System Deutschland GmbH gegen Kommission der Europäischen Gemeinschaften.

"Die Der Grüne Punkt – Duales System Deutschland GmbH trägt ihre eigenen Kosten sowie die der Kommission der Europäischen Gemeinschaften, der Interseroh Dienstleistungs GmbH, der Vfw GmbH, der Landbell AG für Rückhol-Systeme und der BellandVision GmbH im Rechtsmittelverfahren entstandenen Kosten." (http://curia.europa.eu/juris/document/document.jsf?text=&docid=72489&pageIndex=0&doclang=DE&mode=req&dir=&occ=first&part=1)

Rechtssache C‑385/07 P, Der Grüne Punkt – Duales System Deutschland GmbH gegen Kommission der Europäischen Gemeinschaften

Der Grüne Punkt soll an der Lahn sein blaues Wunder erleben (07.04.1998)

Fundstellen Lebensmittel Zeitung

brandeins: Duales Problem Deutschland

Aufgrund des todesverachtenden Kampfes u.a. von Belland gibt es nun eben "Konkurrenz" (aber keinen Markt!!!):

Übersicht über die anerkannten Systeme nach § 6 Abs. 3 VerpackV (duale Systeme) (IHK-VE-Register)

Wikipedia: Duales System Deutschland

Focus.de: Wohin mit dem Müll

Ach ja, neuer Zoff: BellandVision blockiert Handlungsfähigkeit des dualen Systems

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Mit 40 DM pro Kopf begann die Marktwirtschaft, mit 400.000 Euro Schulden pro Kopf wird sie enden.
Atomkraft | in English

Ich war quasi dabei, als das DSD aus der Taufe gehoben

Balu @, Dienstag, 01.09.2015, 21:29 vor 3797 Tagen @ CrisisMaven 2547 Views

bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 02.09.2015, 15:41

wurde.

Es ging um nichts anderes, als Industrie und Handel von jedweden ökologischen Forderungen hinsichtlich ihrer Warendarbietung zu befreien. Der Preis für den grünen Punkt wurde auf den Warenpreis drauf geschlagen, der Verbraucher hat´s zu zahlen, basta!

Ansonsten habe ich dem Beitrag von CM nicht viel mehr hinzuzufügen außer, dass nur wir Konsumenten mit unseren privaten Haushaltungen dem Anschlusszwang der staatlich verordneten Müllentsorgung unterliegen. Unternehmen können sich jedes x-beliebigen Entsorgungsunternehmens bedienen.

Das haushaltsnahe getrennte Sammeln der verschiedenen Müllfraktionen ist ein Anachronismus weil 1. die haushaltsnahe Mülltrennung nicht funktioniert und deswegen aller Müll maschinell nachsortiert werden muss und 2. automatische Anlagen gemischten Müll heute perfekt sortieren.

Technisch wäre es also durchaus möglich, die Sammelfahrten für Müll, Papier, Gelber Sack (grüner Punkt), Elektrokleingeräte, etc. zu bündeln - doch wozu?

Aber: Das DSD und der grüne Punkt ist quasi Gesetz und dank dieses Gesetzes werden Mrd. € Umsätze getätigt. Lange Jahre gab es keine Ausnahmen von der Strategie der haushaltsnahen Mülltrennung, trotz schon damals gut funktionierender automatischer Verfahren.

Das System Herhof / Trockenstabilat gestattet es, den Müll unsortiert einzusammeln, zu vergären und anschließend daraus die einzelnen Fraktionen zu sortieren. Den Rest wird als Ersatzbrennstoff verkauft. Die Stadt OS betreibt eine solche Anlage.

Hausmüllähnlicher Gewerbemüll wird in Gießen eingesammelt und in einer vollautomatischen Sortieranlage in mehrere Fraktionen getrennt. Der Rest wird in drei Fraktionen sog. Ersatzbrennstoffe sortiert, nieder-, mittel- und hochkalorisch, bspw. für die Zementindustrie.

Der staatliche Müllsortierwahn führte dazu, dass die vor rund 25 Jahren gebauten Müllheizkraftwerke alle am Tropf hängen. Bei ihnen kommt quasi nur mehr niederkalorischer Brennstoff (Nassabfall, Bioabfall, etc.) an. Das gut brennbare Material wie Papier, Erdöl- und Erdgasderivate wie Kunststoffverpackungen etc., wird vorher aussortiert und vermarktet.

Den lukrativen Teil Sortierung und Vermarktung der energetisch hochwertigen Fraktionen haben sich inzwischen die großen player, wie E.ON, RWE, SUEZ, VEOLIA, aufgeteilt. Der schwer brennbare Dreck wird hingegen überwiegend in kommunalen Anlagen verbrannt. Das Einzugsgebiet solcher Müllheizkraftwerke ist gigantisch. Der Dreck wird über zig km ran gekarrt. Der ihnen bei der Planung (in den 80-Jahren) zugrunde liegende Massedurchsatz liegt nicht selten bei 250.000 Jahrestonnen und mehr.

In Pirmasens, am äußersten südwestlichen Zipfel, dem Saar-Pfalzkreis steht eine solch überdimensionierte Anlage. Sie thront hoch oben über der Stadt wie ein Mahnmal.

Alle Müllheizkraftwerke müssen heute mit Fremdfeuerung (Gas, Öl) betrieben werden. Im Gegensatz zu einem Kraftwerk, welches ausschließlich für Kohle-, Öl- oder Gasbetrieb, errichtet wurde, leiden die MHKW auch noch in ihrer Wirtschaftlichkeit. Aber egal, die Kosten werden halt auf die angeschlossenen Haushalte umgelegt.

Müll ist das Bsp. für die Verbindung von Staat und Kapital. Erst verordnet man den Kommunen/Lkrs. Investitionen für Müllheizkraftwerke in Mrd.-Höhe, dann entzieht man denen per Gesetzt die wirtschaftliche Grundlage und überlässt die lukrativen Geschäfte dem Kapital. Der Dreck und seine Kosten werden sozialisiert.

Müll ist dank der Töpferschen Gesetze heute ein Mrd.-Geschäft. Das zurückzudrehen und auf rein technische Funktionalität zu reduzieren, würde kein Politiker überleben, dafür geht´s um zu viel Geld.

Hurra D´schland.

Gruß

Balu

--
Nie wieder CDU, SPD, Grüne, FDP, Linke.
Die wahren Feinde eines Volkes sind seine Terroristen, die sich als Politiker, Richter, Staatsanwälte, Polizei und Verwaltungsangestellte tarnen. Der Staat als einziger Hort allen Terrors.

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