Antifa reist zum Kriegseinsatz gegen die ISIS (Bonus: EWG Idee um 1900)

azur, Sonntag, 30.08.2015, 16:39 (vor 3850 Tagen)4370 Views
bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 30.08.2015, 17:09

Hallo allen,

fremde Idealisten haben schon oft in Kriegen mitgespielt. So auch deutsche Rechte im letzten Balkankrieg (aus einer Reportage darüber: Man suche die Herausforderung - und die könne nicht nur aus einem Tod auf dem Motorrad bestehen), oder Ausländer auf beiden Seiten im Ukrainischen Bürgerkrieg.

Viel diskutiert wurde über die jungen Männer, die zum IS reisen, um auf dessen Seiten zu kämpfen.

Aber es reisen auch Linke in Kriegsgebiet, um zu kämpfen. Ein hochinteressantes Interview:

„Ich war bereit, dort zu sterben“ – Ein deutscher Linker im Kampf gegen den Islamischen Staat | VICE | Deutschland

https://web.archive.org/web/20150827074607/http://www.vice.com/de/read/ich-war-bereit-d...

(Das Foto zeigt, dass es wohl kein Einzelfall ist).

Nun ergibt sich die Frage, wie das zu bewerten ist. Kriegseinsatz auf Seiten des IS wird verfolgt (es wurde sogar mit der Aberkennung der Staatsbürgerschaft gedroht - eine im modernen Deutschland unerhörter Vorgang, der aber hierbei derzeit vorzugsweise viele Migrationsdeutsche treffen würde ).

Verfolgt wegen Kampfes für eine Terroristische Vereinigung.

Die Peschmerga, die kurdische Kampforganisation
, wird von vielen Staaten als Terrororganisation gesehen, aber auch von Deutschland offiziell unterstützt, mit Waffen und Ausbildung.

Wenn der junge Mann in dem Interview davon redet, dass er tötete und verletzte, kämen noch andere Straftatbestände in Frage. Und aus dem Umstand, dass er an Plünderungen und Misshandlungen teilnahm, erst recht.

Die: ISIS-Kämpfer gelten als Gefahr, weil militärisch ausgebildet und erfahren, sowie durch den Krieg radikalisiert und enthemmt (was aber nur z. T. stimmt, denn viele sehen vor Ort den Dreck an der angeblich idealistischen Sache, und flüchten wieder ins ruhiger Leben hier - nach dem was man so über sie lesen kann, sage nicht wenige von ihnen, sie wären von solchen Wünschen und entsprechenden Wunschvorstellungen geheilt).

Wie ist das bei dem Antifa-Mann (mit dem Revolutionärstick)?

Erinnert an den Spanien-Krieg, wo für (deutsches Militär) und gegen (Internationalisten) Fraco kämpften.

Viele freundliche Grüße

azur


PS: würde mich freuen, wenn meine Antworten an dottore gelesen werden, in denen es u. a. um Hintergründe der polnischen Geschichte geht, die für die Staats-Theorie und -Wissenschaft interressant sind: http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=367248

"Pollacken" bezieht sich dabei auf das Zitat in diesem Zusammenhang von Pieck. Würde niemanden so nennen, wie er es als verletzend empfindet.

Bonus: https://de.wikipedia.org/wiki/Alldeutscher_Verband
Für erfolgreiche Kriegszielpropaganda war der Verband durch seine jahrelange Hetze, die ihn in bürgerlichen Kreisen stark diskreditierte, allerdings nicht gut geeignet. Daher blieb er weitgehend koordinierend und vermittelnd im Hintergrund, seine Mitglieder engagierten sich in Gruppen wie dem Unabhängigen Ausschuß für einen deutschen Frieden. Dieser wurde mit Mitgliedern wie Stresemann, Westarp, Wangenheim, später Tirpitz und H. St. Chamberlain und seinem alldeutschen Vorsitzenden Dietrich Schäfer zum Zentrum der Kriegszieldiskussion. Der Alldeutsche Verband agierte eher als eine Art politisch-ideologische Werkstatt, die den anderen Agitationsvereinen die geistigen Waffen lieferte. Später beteiligte sich der Ausschuss an der Gründung der Deutschen Vaterlandspartei als einer Art Syndikat aller nationalen Verbände (2. September 1917).[50]

Im Weltkrieg vertraten die Alldeutschen radikale Kriegsziele. So sollte eine mitteleuropäische Zollunion unter deutscher Hegemonie entstehen. Weiterhin sollten die Niederlande und die Schweiz sowie Belgien – sogenannte widerrechtlich abgetrennte Teile des Deutschen Reiches [1648–1806] – und die geschlossen deutschbesiedelten Teile Österreich-Ungarns sowie Liechtenstein (als 1866 verlorene Bundesteile) dem Deutschen Reich angegliedert und Teile Frankreichs unter deutsche Aufsicht gestellt werden. Ähnlich sahen die Pläne für die östlichen Grenzen aus: Russland sollte den Großteil seines westlichen Territoriums verlieren. Das britische Empire sollte zugunsten des deutschen Kolonialreichs zerschlagen werden."

"England sollte Irland und seine Kolonien verlieren."

Das musste bei den Betroffenen keine Begeisterung erwecken. Der Verband war stellenweise sehr einflussreich, auch wenn sich die Regierungen meist auf Distanz hielten, so nutzten sie den "Agitations-Verband" (Zitat aus dem Artikel, so etwas wie ein Vorläufer von Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda und Bertelsmann [[zwinker]] [[freude]]) hin und wieder.

"Keinen direkten Einfluss hatten die Alldeutschen hingegen auf die Oberste Heeresleitung (OHL), obwohl Hindenburg und Ludendorff deren Gedankenwelt innerlich nahestanden.[57] Alldeutsches Gedankengut konnte sich zwar nur beschränkt in der Armee ausbreiten, aber der Kreis um Ludendorff machte sich dieses Gedankengut zu eigen, sodass der Verband in der zweiten Hälfte des Krieges indirekt erhebliches Gewicht bekam; dabei diente der Ludendorff-Intimus und notorische Antisemit Oberstleutnant Bauer als Verbindungsmann zwischen OHL und Verband.[58] OHL und Alldeutsche arbeiteten oft als Verbündete Hand in Hand wie bei der Veröffentlichung von Claß' Denkschrift im Frühjahr 1918. Heinrich Claß arbeitete seine Kriegszieldenkschrift vom September 1914 in eine Flugschrift um, die mit einer Auflage von 35.000 Stück, mit Zustimmung und Beteiligung Ludendorffs, verbreitet wurde.[59]"

Der Artikel erklärt aber zu wenig, dass es die Großdeutsche Idee schon lange gab, und es dafür auch (u. a. historische Gründe) gab.

"Der alldeutsche Imperialismus war jedoch weniger auf überseeische Gebiete aus, als auf den Erwerb neuer Territorien in Nähe zu den deutschen Grenzen. Die Idee dabei war es, ein ‚Großdeutschland‘ zu errichten.[24] Getreu den Satzungen des Alldeutschen Verbandes war der ausschlaggebendste Punkt für dessen imperialistische Bestrebungen die „Pflege und Unterstützung deutsch-nationaler Bestrebungen in allen Ländern, wo Angehörige unseres Volkes um die Behauptung ihrer Eigenart zu kämpfen haben, und die Zusammenfassung aller deutschen Einheiten auf der Erde für diese Ziele.“[25] Das Bekenntnis der Alldeutschen zur völligen, nicht an die reichsdeutschen Grenzen gebundenen Gemeinschaft aller Deutschen, ihre völkische Einstellung, machte natürlich vor allem die Habsburgermonarchie zu ihrem hauptsächlichen propagandistischen Angriffsziel,[26] da dort die größten deutschsprachigen Bevölkerungsgruppen außerhalb des Deutschen Reiches lebten."

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