Opfertheorie des Geldes

tar ⌂, Gehinnom, Samstag, 29.08.2015, 12:41 (vor 3850 Tagen)1654 Views

Quelle: deutschlandfunk.de: Geschichte des Geldes - Immer die gleichen Probleme

[color=00acdd]"... seit es Opfer gibt, gibt es Zahlung. Opfer sind die Urzahlung. Und sie erfüllen auch insofern den Tatbestand des Geldes, als sie ja nicht irgendeine Privatwährung sind, sondern sie sind die Währung eines ganzen Kollektivs. Sie sind eine Kollektivdarbringung. Da müssen wir ansetzen, wenn wir verstehen wollen, was Geld ist. Das hat was mit Schuld und dem Versuch, sie zu begleichen, zu tun."[/color]

Ich halte diese Herleitung für nicht ausreichend. Im Sinne einer sanktionierenden Verpflichtung kann man Opfer zwar zunächst als Schuld begreifen, muss diesen Gedanken aber schlagartig dann aufgeben, wenn einem bewusst wird, dass egal ob die Opfer-"Zahlung" stattfand oder nicht, sich an der Sanktion nichts geändert hatte. Ja, die Sanktion selbst war reine Spekulation, unklar und trat dann halt ab und an mal ein oder dann halt eben auch mal wieder nicht. Interessant ist dennoch die religiös-begriffliche Verbundenheit, die sich aber meines Erachtens nach vielmehr auf das Maß des Vertrauens (der Vertragsparteien untereinander oder zwischen den Ober- und Untergeordneten) richtet.

[color=00acdd]"Ich kann jetzt zeigen, dass die sogenannte freie Gelderschaffung, die die Zentralbanken vornehmen, indem sie definieren, so und so viel neues Geld wird jetzt erschaffen, schlicht und einfach ein priesterlicher Akt ist."[/color]

Es ist ein Akt des Vertrauens, welches allerdings nicht per se gegeben ist und auch keiner Konstante unterliegt. Deswegen ja die mehrfache Besicherung, Haftung, vertraglichen Verpflichtungen, obrigkeitliche Gewähr, geldpolitische Richtlinien, fiskalpolitische Maßnahmen, etc. p.p.

[color=00acdd]"Die ersten Münzen verdanken sich dem Interesse von antiken Tyrannen, ihre Söldner zu bezahlen. Dass die Händler und Bauern den Soldaten gegen kleine Metallscheiben Waren ausgeben, erfolgt nur durch den doppelten Druck angesichts der Macht der Tyrannen selbst als auch durch die Soldaten. Sie erzwingen den Eintausch auch durch die Drohung, dass sie sich im Falle der Verweigerung, die Münzen anzunehmen, die Waren mit Gewalt holen."[/color]

Hier vermisse ich den Hinweis des eingeforderten Tributs - später halt direkt Münzen statt Gerste oder whatever. Da muss ich immer an Columbus denken.

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Gruß!™

Time is the school in which we learn,
Time is the fire in which we burn.


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