Das Thema ist zu komplex, als dass man es hier in einem Forenbeitrag allgemeinverständlich ausrollen könnte. Seit längerem überlege ich, dazu mal einen Workshop auszuarbeiten - mit praktischen Elementen und Szenarien. Nur was man vor Augen hat, kann man auch be-greifen...
ok, Vorschlag - Computer 1 nach draußen mit Enigma, rein zum surfen, ohne
weitere Daten auf den Platten für den Verkehr draußen.
Computer 2 intern mit sämtlichen privaten Daten. Bilder, Musik,
Dokumente. Übertragung der Daten via Datenspeicher aufspielen per Hand auf
Computer zwischen 1 und 2. Eine Lösung?
Überleg mal selbst:
a) Wie lange würdest Du das konsequent durchhalten?
b) Was würde die Trennung wirklich bringen?
Welche wichtigen Daten haben denn bei einer Privatperson heute keinen Online-Bezug, um nur auf PC2 zu liegen? Und welche Windows-Massensoftware würde denn heute offline noch dauerhaft funktionieren oder überhaupt installierbar sein? Und der Trend Richtung Cloud nimmt gerade erst Fahrt auf.
Evtl. die private Fotosammlung. Das war's aber auch schon fast.
Wie sieht Verhältnis zwischen Online-Kommunikation und Briefpost bei Dir aus? Vor 15 Jahren hatte ich täglich noch 10-20 Briefe im Briefkasten. Heute sind es 3-5 in der Woche. Der Rest läuft online.
Davon abgesehen: Die interessantesten Daten sind in jener dicken Schleimspur enthalten, die beim Surfen auf PC1 entsteht. Google weiß weit mehr von Dir als Dein Seelsorger oder Psychotherapeut. Egal, ob Du *.google.com nutzt oder nicht. Nun mit Win10 halt auch Microsoft. NSA/GCHQ sowieso. Und manch andere (Antiviren-SW, Zugangsprovider, ...)
Abhilfe ist in Teilen sicherlich möglich, aber eben eine permanente Herausforderung, welche ständige Weiterbildung und überlegtes Handel erfordert. Und es ist etwas mühevoll (Hantieren mit mehreren Benutzerprofilen, Identitäten, Referrer-Verschleierung, Cookie-Management incl. der "Flash-/Supercookies", verschiedene Useragents, konsequentes Login-Management pro Online-Account mit extra E-Mail+Passwort, Fake-IDs, wechselnde Quell-IPs via Proxy-Hopping und/oder TOR, verschiedene Schreibstile u.s.w., Protokollierung/Analyse des eigenen Datenverkehrs, um Auffälligkeiten zu identifizieren und nachzugehen etc.)
Es ist nichts für Leute, die sich über 20 Jahre haben einreden lassen, dass alles gaaanz einfach ist (siehe Boris Beckers "Ich bin drin...").
Eine Technologie, welche man nicht versteht, sollte man besser meiden, sonst kann sie schnell nach hinten losgehen, wie z.B. das TOR-Netzwerk oder viele Browser-Plugins...
Die Frage bei modernen Technologien ist zum einen: Wem kann ich vertrauen. Und warum?
Und zum anderen: Mache ich mich nicht erst recht verdächtig, wenn ich mit o,g, Maßnahmen hantiere? Ist nicht das Schwimmen in der Masse die beste Tarnung?
Klare Antwort: Ich weiß es nicht.
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cheers - kieselflink