Auch ich wollte mich mit etwas Festem anfreunden, - auch, wenn es mehr gekostet hätte. Das Problem ist, dass die Menschen nicht alle gleich sind. Meine Zähne habe ich aufgrund einer Parandontose verloren, die kein Mensch -egal womit - aufhalten konnte. Der Grund dafür war das übermäßige Chlor im Leitungswasser, - und ich wußte das nicht. Erst, bis ich durch Zufall Untersuchungen in gewissen amerikanischen Städten (glaube Detroit, Chikago und noch was irgendwo in Illinois) gelesen habe, wo es ähnlich hohe Chlorzusätze im Leitungswasser (das ich dummerweise mit Trinkwasser "verwechselt" habe) kam ich auf die Ursache, - da war es aber bereits zu spät. Dort waren nämlich die statistischen Zahlen der an Paradontose Erkrankten wesentlich höher als anderswo.
Nun hatte ich wenig Bock darauf, bereits mit 50 ein Gebiß zu tragen und tendierte in Richtung festsitzend, - seien es Implantate oder sonst was. Das Problem hat mir mein Zahnarzt erklärt. Zum einen weiß man nicht, wie sich der Kiefer im Laufe der Zeit entwickelt, wenn die natürlichen Beißerchen alle weg sind, - der kann sich verformen, sich verändern. Dann paßt das, was man als "Endlösung" da im Mundwerk hat, irgendwann nicht mehr, und die nächsten Operationen beginnen.
Das andere ist die in der Regel altersbedingte (also "normale") Rückbildung des Zahnfleisches. Die kann man auch mit noch so viel Präventivbehandlung und Reinigungsvorgänge nicht verhindern, höchstens verlangsamen. Dann hat man auf vier Implantaten unten und vier Implantaten oben über Brücken die festsitzenden Beißerchen der 3. Art, - und in dem Moment, wenn die nicht am Ansatz mit Zahnfleisch bedeckt sind, setzt sich alles Gekörne zwischen Kiefer und Beißerchen. Was das bedeutet, weiß derjenige, der gerne die Pfeffermühle benützt. Tut wahnsinnig gut, - insbesonders, wenn der Schmerz nachläßt.
Deshalb habe ich beschlossen, erst mal die Entwicklung der Kiefer abzuwarten und dann ggf. "nachzurüsten". Mein Glück: Der Kieferknochen hat sich gar nicht verändert, und die Prothese paßt noch wie am 1. Tag, auch nach über 10 Jahren. Fest steht, dass die Reinigungsprozedur aber wesentlich einfacher ist, die geht über Nacht, - wenn man will, oder auch innerhalb von 5 Minuten am Waschbecken, und man läßt die 3. mit Haftzusatz auch über Nacht in Bereitschaft. Man muß es nur vom Kopf her verarbeiten, - man sagt, eine Prothese macht den Menschen vom Kopf her "alt". Da aber auch bis jetzt kein Zahnfleisch mehr nachgewachsen ist, kann ich mir gut vorstellen, was ich mir durch meine Entscheidung erspart habe.
Hab das so ausführlich erklärt, damit sich jeder Betroffene ein Bild machen kann. Denn ich kann mir vorstellen, dass man das nicht von jedem Zahnarzt oder Kieferchirurgen in Deutschland so erklärt bekommt, - der arme Teufel muß ja auch von was leben. Mein Zahnarzt dagegen ist Musiker wie ich auch, - spielt Klarinette,- und wenn der mir einen schlechten Rat gegeben hätte, dann hätte ich ihm mit der Posaune in den A. geblasen. Anders ausgedrückt, der hat mich ohne irgendwelche finanzielle Hintergedanken beraten.
Noch ein Nachsatz zum Chlor im Wasser: Die Dorfdeppen hier in Rumänien reinigen das Wasser nicht wie in Österreich oder in Deutschland, sondern werfen eine Unmenge Chlor in das schmutzige Wasser hinein, damit die Überprüfung auf Kolibakterien und irgendwelche -kokken ein negatives Ergebnis liefert. Das wird nämlich kontrolliert. Als ich das - zu spät - erkannt habe, wird das Wasser bei uns nur noch als Brauchwasser verwendet (Dusche, Waschmaschine, Klo), aber zum Kochen und Trinken hole ich mir regelmäßig in 5 lt. Behältern Wasser direkt von einer Quelle aus den Karpaten, - schmeckt hervorragend, - insbesonders der Kaffee.