Frage zu Pfändung in Spanien

Leserzuschrift @, Montag, 24.08.2015, 13:43 vor 3805 Tagen 3915 Views

Hallo an alle Spanien Experten,

ich habe mit Interesse die Diskussionen verfolgt. Bei mir war es auch so, dass ich mir den Lebensabend in Spanien leichter vorgestellt habe. Doch dann warf mich eine Krankheit zurück und ich musste das Projekt vorerst aufgeben.

Jetzt habe ein finanzielles Problem mit meiner Wohnung in Spanien.

Diese Wohnung gehört mir. Leider konnte ich die Wohnung aus gesundheitlichen Gründen, seit einigen Jahren, nicht mehr besuchen.

Verkaufen ist jedoch momentan auch sehr schwer, zu vernünftigen Preisen. Da die Wohnung erst wieder renoviert werden müsste. Doch dafür fehlt mir, wegen der Krankheit, das Geld.

Es wurde zudem ein Verwalter für die Vermietung während meiner Abwesenheit bestellt.

Dieser Verwalter hat sich jedoch als großer Fehler erwiesen, da er sich an den vermeintlichen Verwaltungskosten selbst bedient hat, die Wohnung wurde von ihm oder einem Mieter ausgeraubt und die anfallenden Kosten wurden nie bezahlt, bspw. für den Strom, der die ganze Zeit auf mich angemeldet war.

Jetzt habe ich ein Anwaltsschreiben erhalten, in dem der Stromanbieter, die sofortige Begleichung aller Aussenstände fordert.

Die Wohnung wird momentan nicht benötigt, die Verwaltungsvollmacht wurde fristlos gekündigt und der Verwalter soll wegen erheblicher Pflichtverletzung verklagt werden. Immerhin wurden mehrere tausend Euro veruntreut.

Aber leider habe ich kein Geld, um die Anwaltskosten zu bezahlen. Freunde rieten mir auch davon ab, denn am Ende stünde der Spanier vor dem spanischen Gericht wohl besser da und ich bliebe auf allen Anwalts- und Gerichtskosten sitzen.

Wie kann ich mich praktisch verhalten?

Tendiere dazu alles, auch die Stromrechnung zu bezahlen, um eine Versteigerung der Immobilie oder eine gerichtlich festgesetzte Eintragung der Schulden ins Grundbuch zu verhindern.

Oder kann man das einfach aussitzen? Der Rechnungsbetrag ist nur ein paar hundert Euro, der Strom längst abgestellt.

In Spanien bezahlen angeblich über 1 Mio. Haushalte ihre Stromrechnung nicht. Es befinden sich keine pfändbaren Gegenstände in der Wohnung, auch kein Bankkonto.

Daher wäre die Frage, was kann und wird höchstwahrscheinlich passieren?

Vielen Dank für einen Rat.
Gruß
Peter

Antwort

Shindo @, Montag, 24.08.2015, 13:53 vor 3805 Tagen @ Leserzuschrift 3172 Views

Hallo Peter,

bin kein Jurist, aber erwartest Du wirklich eine Besserung der Preise in Spanien? Ich mit Sicherheit nicht! Ich würde das wirklich überdenken.

Wenn Du begründet glaubst, die Preise steigen wieder, dann behalten. Die Rechnungen würde ich in jedem Fall umgehend begleichen! Sonst verlierst Du nur im spanischen Rechtsdschungel. (Haben selbst Eigentum in ES). Notfalls dann, ohne Zeitdruck unrenoviert abstoßen. Dies meine persönliche Einschätzung, denn besser wird das vermutlich nicht. Wo sollen all die benötigten Nachschuldner für den aktuellen Leerstand denn herkommen? Derweil verfällt Dein Eigentum weiter und weiter.

Die eigentliche Krise beginnt doch jetzt gerade erst. Läuft sich doch erst warm...

Es ist wie an der Börse, der Anfangsverlust ist der Geringste. Gruß Shindo

--
Thrive - https://www.youtube.com/watch?v=-pRfGVHU_Qg

Zahlen! Sofort! Sonst kommst du in des Teufels Küche!

Olivia @, Montag, 24.08.2015, 19:43 vor 3805 Tagen @ Leserzuschrift 2861 Views

Du bist Ausländer! Also SOFORT zahlen!
Einen Rechtsstreit dort würde ich dir nicht empfehlen! Auch wenn du 10 x "Recht" haben solltest. Schau, dass du so gut wie möglich aus der Sache heraus kommst, wenn du dich selbst nicht darum kümmern kannst. D.h. nicht unbedingt verkaufen, aber durchrechnen, wieviel dich das weitere "Halten" kostet und welche neuen Probleme noch auf dich zukommen könnten. Nimm es als Lehrgeld!

Grundbesitz im Ausland kann zu einem Problem werden. Ganz besonders, wenn man nicht mehr "top-fit" ist. Rechne es dir durch.

Ich habe vor etlichen Jahren zusammen mit Freunden ein Grundstück gekauft (jeder einzeln). Da die Kinder von uns allen keinerlei Interesse daran haben würden wir gerne verkaufen. Geht nicht. Geht auch nicht "billig". Nimm es mit Langmut. Man trifft Fehlentscheidungen in seinem Leben und dafür bekommt man halt Rechnungen.

--
For entertainment purposes only.

(leerer Beitrag) (oT)

Efímera @, Montag, 24.08.2015, 21:51 vor 3805 Tagen @ Leserzuschrift 2133 Views

bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 25.08.2015, 11:39

- kein Text -

Embargo

Efímera @, Montag, 24.08.2015, 21:55 vor 3805 Tagen @ Efímera 2194 Views

bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 25.08.2015, 12:07

Zuerst mal:

Wo ist denn das?

Je nach Region wird zur Zeit ziemlich zügig verkauft, und das nicht zu Schleuderpreisen.

Wenn jemand in Spanien Schulden hat und der Gläubiger reklamiert das und es kommt zum Verfahren oder auch nicht, und der Richter bestätigt die Schuld, hat der Gläubiger das Recht, Vollstreckung zu beantragen. Das ist gar nicht so viel anders als in DE, nur viel langwieriger, weil immer für jeden Akt eine Zustellung realisiert werden muß. In DE gilt ein Mahnbescheid ja schon als zugestellt, wenn er im Briefkasten ist (selbst erlebt, nachdem jemand auf meinen Namen bei Verandhäusern eingekauft hatte).

Kann in ES nicht zugestellt werden, muß das an den Aushang im Gericht, muß beantragt werden und lange hängen.
Die Vollstreckung ist kompliziert, zuerst versuchen sie immer, an das Bankkonto zu kommen. Macht eine besondere Abteilung im Gericht, Servicio Comun de Comunicaciones y Embargos. Ein Embargo ins Grundbuch einzutragen ist der allerletzte Versuch, teuer und langwierig. Den kann man allerdings jederzeit löschen lassen, man muß nur bezahlen. Die Kosten sind beträchtlich.

Ich empfehle, die Schuld auszugleichen. Und dann zu verkaufen, los wird man so etwas immer.

Dann zu den Bemerkungen, dass Ausländer in ES vor Gericht benachteiligt würden. Unsinn. Das Problem ist die Sprache. Entweder man spricht selbst ausreichend oder man nimmt sich einen Übersetzer. Einen Anwalt braucht man sowieso, die allermeisten Verfahren haben Anwaltszwang. Und dann nimmt man sich keinen deutschen oder deutschsprechenden, sondern einen Einheimischen aus dem Dorf.

Deutlicher

Olivia @, Mittwoch, 26.08.2015, 04:49 vor 3804 Tagen @ Efímera 1272 Views

Zuerst mal:

Wo ist denn das?

...........

In Südeuropa, aber nicht in Spanien, sorry das dies nicht klar wurde.>

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Wenn jemand in Spanien Schulden hat

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Verzugsgebühren! Ganz speziell bei Behördenschulden!
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Dann zu den Bemerkungen, dass Ausländer in ES vor Gericht benachteiligt
würden. Unsinn. Das Problem ist die Sprache.

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Die spanische Sprache ist in unserem Falle nicht das geringste Problem gewesen. Auch ein Anwalt war vorhanden. Es handelte sich aber nicht um einen Immobilienverkauf, sondern um einen Verkehrsunfall, der von der Polizei aufgenommen wurde - und die Schlußfolgerungen, die wir daraus gezogen haben.
.................

Nichtsdestoweniger denke ich, dass die südlichen Staaten Europas auf Dauer eine sehr viel bessere Lebensmöglichkeit bieten als die nördlichen Staaten, da sie nicht so viele Zuwanderer haben, die extrem unterschiedliche Weltanschauen (und Verhaltensweisen) mit sich bringen und die daher ein hohes Konfliktpotential in die Gesellschaft einbringen. Außerdem sind die Sozialsysteme nicht so plünderungswürdig, was diese Staaten ebenfalls vor einer Überflutung und den daraus erwachsenden Folgen (Familiennachzug, Kinderproduktion aufgrund der Sozialgeldanreize etc.) schützt.

--
For entertainment purposes only.

Frau ist Anwältin in Spanien. Gebe gerne Rat per PM. Gruss (oT)

SUCRAM @, VLC, España, Dienstag, 25.08.2015, 19:28 vor 3804 Tagen @ Leserzuschrift 1269 Views

- kein Text -

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