SPON titelt: "Krise in China: Dax fällt unter 10.000 Punkte"

software-engineer @, Montag, 24.08.2015, 09:46 vor 3805 Tagen 4235 Views

Es ist auffällig, wie die gleichgeschalteten Propagandamedien versuchen, europäische Börsenindizes allein auf die Kursschwankungen in China zurückzuführen. So als wäre der europäische Kapitalmarkt der Wurmfortsatz Chinas ...

--
Wenn man beim Programmieren Fehler macht, dann meckert der Compiler.

Ja, völlig albern

Ashitaka @, Montag, 24.08.2015, 12:16 vor 3805 Tagen @ software-engineer 3808 Views

Es ist auffällig, wie die gleichgeschalteten Propagandamedien versuchen,
europäische Börsenindizes allein auf die Kursschwankungen in China
zurückzuführen. So als wäre der europäische Kapitalmarkt der
Wurmfortsatz Chinas ...

Da kommt einfach nicht mehr genug Dampf (Nachfragesteigerung = Folge der Verschuldung) seitens der großen westlichen Institute und Fonds. Weder auf die wirtschaftliche Entwicklung in China zurückzuführen, noch auf die wirtschaftliche Entwicklung in den westlichen Ländern! Das sind nur Folgeerscheinungen, mit denen die Ausweglosigkeit (ohne zunehmende Verschuldung nix los!) wegdiskutiert wird. 90% der berichtenden Internetseiten stützen sich auf dieses alberne Hände-Spucken-Tralala der Chinesen.

Es ist einzig und allein auf die Entwicklung der Kreditnachfrage und damit auf die Liquidität der Finanzmärkte zurückzuführen. Es fehlen einfach weitere Kreditprogramme (nicht nur Nachfrage, sondern Zustimmungen, Vergaben) um die ohnehin wahnsinnigen Vermögenszuwächse an den internationalen Finanzmärkten der letzten Monate - zur Freude aller - fortzusetzen.

Und gekauft wird von internationalen Instituten (Pensionskassen, Versicherer, Fonds, treue Hände etc,), mit internationalen Anlagestrategien (nicht Wild West!), also mit Verteilung und Auswirkungen auf alle Finanzmärkte (deshalb auch alle down). An China ist die Abhängigkeit von der Verschuldung (Ursache) für anhaltende Wachstumsraten an den Finanzmärkten (Folge) derzeit nur am klarsten zu erkennen. Die Turbulenzen haben weltweite Ursachen.

Ich möchte nicht wissen, wie groß der Druck seitens IWF / Weltbank auf China in den kommenden Wochen wird. China wird das durch eigene Pampers nicht wuppen können. Auch dürften viele Kreditinstitute weiter unter Druck geraten, da nicht unwesentliche Nachbesicherungen der Kreditlinien bei anhaltender Entwicklung notwendig werden. Wer dran glaubt. Kennt noch wer Domino-Day?

--
Der Ursprung aller Macht ist das Wort. Das gesprochene Wort als
Quell jeglicher Ordnung. Wer das Wort neu ordnet, der versteht wie
die Welt im Innersten funktioniert.

Der chinesische Schwarm leistete seit 2009 den Hauptanteil am ...

Zarathustra, Montag, 24.08.2015, 13:21 vor 3805 Tagen @ Centao 3128 Views

... gelungenen Versuch, den Tom und Jerry-Moment hinauszuschieben und den globalen Exponentialwachstumskollektivismus (Debitismus/Zivilisation) noch eine Runde weiter zu drehen, indem sie in dieser kurzen Zeitspanne um mehrere Billionen Dollar aufgeschuldet haben, sprich: Geld schufen.

Wer setzt jetzt eine weitere Runde ingang? Wo ist die notwendige Masse, die das ebenso notwendige Vertrauen in ihre eigene, weitere Aufschuldung aufbringt und dies auch tut? Das Vertrauen und der Wille der Masse zur weiteren Aufschuldung ist essentiell, denn die Zentrale kann zwar Papier, aber eben kein Geld drucken.

Asien, Russland und China kommen wieder, nur nicht so schnell...

Piter @, Montag, 24.08.2015, 13:56 vor 3805 Tagen @ Zarathustra 3164 Views

Hallo Zara,

ich bin sehr sicher, dass Asien wieder kommen wird. Woher sonst soll sonst Neuverschuldung und Wachstum herkommen? Die westlichen Länder werden dies durch technologische Innovation und Steigerung der Komplexität begleiten.

Doch ich finde ein Dorf mit Elektrizität zu versorgen, wird einen größeren Produktivitätssprung auslösen, als jede Waschmaschine ans Internet anzuschließen...

Das Projekt "Seidenstrasse" bzw. One Belt One Road wurde erst jetzt gestartet: http://www.scmp.com/comment/insight-opinion/article/1850515/china-must-tread-lightly-it...

Es sieht tausende Milliarden Euro/Dollar Investitionen vor. In Straßen, Schienen, Häfen, Telekommunikation und Strom. Von Südostasien über Russland, bis Duisburg (dem Ende der neuen Seidenstraße).

Das bietet immenses Kreditwachstumspotenzial.

Garantiert werden diese neuen Projekte von einer neuen Entwicklungsbank, unter chinesischer Führung: http://www.welt.de/wirtschaft/article145515862/Wir-wollen-zeigen-dass-wir-anders-sind.html

Wobei das Kapital auch von der EU stammt.

Diese neuen Initiativen können aus 100 Mrd. USD Kapital, schnell mal 1.000 Mrd. USD an Investitionen anschieben.

Ob das in 10 Jahren der nächste Abschreiber wird, ist erst einmal egal. Vielleicht klappt es ja sogar und es wird eine neu entwickelte Wirtschaftszone entstehen.

Ich bin vor einigen Jahren mal in den Osten Russlands und auch nach Harbin (Nordchina) gereist. Die dortigen Entwicklungen sind schon beachtlich. Es wächst dort, vor allem auf russischer Seite, noch weit unter Potenzial, weil die Strukturen fehlen und die Infrastruktur veraltet ist.

Putins Russland war (leider) immer zu stark nach Westen orientiert und hat den Osten vernachlässigt.

Dieser Fehler wird ihm, mit den Sanktionen, endlich bewusst und er versucht die Neuorientierung nach China und freundlichen Beziehungen.

Dies wiederum passt einigen Chinesen nicht (vor allem die US-Marionetten wie Jiang Zemin) und diese haben darum den Anschlag von Tianjin durchgeführt.

Darum wird es auch noch dauern, bis russische Rohstoffe, chinesisches Kapital und die neuen Investitionsprojekte - die auch alle Rohstoffe wieder zum fliegen bringen werden - gestartet sind.

Man kann nicht erwarten, dass das in diesem Jahr noch geschieht.

So lange wird der Markt noch im Panikmodus bleiben.

Ausserdem hoffe ich, dass China und die USA ihr Schattenbankensystem etwas reglementieren. Das Chaos muss noch ein paar hundert oder tausend Milliarden an Abschreibungen verdauen, die dann wieder bei den staatlichen Instituten landen werden.

Das braucht noch Zeit.

Ich würde darum eher sagen, dass wir vom zeitlichen Ablauf der Korrektur her, verglichen mit der letzten Finanzkrise, jetzt eher im Frühjahr 2007 stehen, als 2009.

Es wird darum noch 1-2 Jahre dauern befürchte ich.

Aber es ist gut, wenn man die Lösung kennt und nicht verzweifelt...

Gruß
Piter

Wer schuldet noch auf?

Zarathustra, Montag, 24.08.2015, 15:05 vor 3805 Tagen @ Piter 2720 Views

bearbeitet von Zarathustra, Montag, 24.08.2015, 15:08

Hallo Piter

ich bin sehr sicher, dass Asien wieder kommen wird.

Ich nicht.

Woher sonst soll sonst
Neuverschuldung und Wachstum herkommen?

Ja, das nähme mich eben auch wunder. Aber warum aus Asien? Demographisch sieht es dort überwiegend so schlecht aus wie in Russland und Europa, und noch wesentlich schlechter als in den USA, wenn man von Indien und Pakistan absieht, und die haben ein paar andere Probleme.

Die westlichen Länder werden dies
durch technologische Innovation und Steigerung der Komplexität begleiten.


Doch ich finde ein Dorf mit Elektrizität zu versorgen, wird einen
größeren Produktivitätssprung auslösen, als jede Waschmaschine ans
Internet anzuschließen...

China ist erschlossen. Potential besteht noch in Ländern wie Indien, Indonesien, Pakistan, Burma, Vietnam oder Nordkorea.

Das Projekt "Seidenstrasse" bzw. One Belt One Road wurde erst jetzt
gestartet:
http://www.scmp.com/comment/insight-opinion/article/1850515/china-must-tread-lightly-it...

Es sieht tausende Milliarden Euro/Dollar Investitionen vor. In Straßen,
Schienen, Häfen, Telekommunikation und Strom. Von Südostasien über
Russland, bis Duisburg (dem Ende der neuen Seidenstraße).

Das bietet immenses Kreditwachstumspotenzial.

Garantiert werden diese neuen Projekte von einer neuen Entwicklungsbank,
unter chinesischer Führung:
http://www.welt.de/wirtschaft/article145515862/Wir-wollen-zeigen-dass-wir-anders-sind.html

Wobei das Kapital auch von der EU stammt.

Diese neuen Initiativen können aus 100 Mrd. USD Kapital, schnell mal
1.000 Mrd. USD an Investitionen anschieben.

Das ist ein Klacks. China allein hat nach 2009 um mehrere tausend Milliarden aufgeschuldet.
Dadurch sind sie innert kürzester Zeit in puncto Verschuldung in Relation zum BIP zur bereits überschuldeten ersten Welt aufgerückt, und genau darum stockt es meines Erachtens jetzt abrupt.

Ob das in 10 Jahren der nächste Abschreiber wird, ist erst einmal egal.
Vielleicht klappt es ja sogar und es wird eine neu entwickelte
Wirtschaftszone entstehen.

Ich bin vor einigen Jahren mal in den Osten Russlands und auch nach Harbin
(Nordchina) gereist. Die dortigen Entwicklungen sind schon beachtlich. Es
wächst dort, vor allem auf russischer Seite, noch weit unter Potenzial,
weil die Strukturen fehlen und die Infrastruktur veraltet ist.

Ja, aber dies sind dünn besiedelte Gebiete und haben auf die Weltwirtschaft nur verschwindend geringen Einfluss.

Putins Russland war (leider) immer zu stark nach Westen orientiert und hat
den Osten vernachlässigt.

Ja, mit Japan konnte es Russland noch nie besonders gut, und die chinesische Mentalität ist den Russen nicht minder fern. Russen sind nunmal überwiegend Europäer.

Dieser Fehler wird ihm, mit den Sanktionen, endlich bewusst und er
versucht die Neuorientierung nach China und freundlichen Beziehungen.

Vom Regen in die Traufe?
http://www.nzz.ch/meinung/kolumnen/eurasia/russlands-verletzlichkeit-1.18295657

Dies wiederum passt einigen Chinesen nicht (vor allem die US-Marionetten
wie Jiang Zemin) und diese haben darum den Anschlag von Tianjin
durchgeführt.

Boah! Wirklich?

Darum wird es auch noch dauern, bis russische Rohstoffe, chinesisches
Kapital und die neuen Investitionsprojekte - die auch alle Rohstoffe wieder
zum fliegen bringen werden - gestartet sind.

Man kann nicht erwarten, dass das in diesem Jahr noch geschieht.

So lange wird der Markt noch im Panikmodus bleiben.

Ausserdem hoffe ich, dass China und die USA ihr Schattenbankensystem etwas
reglementieren. Das Chaos muss noch ein paar hundert oder tausend
Milliarden an Abschreibungen verdauen, die dann wieder bei den staatlichen
Instituten landen werden.

Abschreibungen sollten eigentlich nirgends landen, denn dann verbleiben sie als belastender Faktor im System und verhindern eine neue Aufschuldungsrunde von tieferem Niveau aus.
Ueberschuldete Volkswirtschaften können nur wachsen, wenn tatsächlich abgeschrieben wird. Umbuchung auf den Staat bringt nichts. Das machen Politiker nur, um einer Abwahl oder der Guillotine zu entgehen.

Das braucht noch Zeit.

Ich würde darum eher sagen, dass wir vom zeitlichen Ablauf der Korrektur
her, verglichen mit der letzten Finanzkrise, jetzt eher im Frühjahr 2007
stehen, als 2009.

Es wird darum noch 1-2 Jahre dauern befürchte ich.

Keine Ahnung. Irgendwann kommt der grosse Knall. Frühere Hochkulturen scheiterten früher, weil sie es nicht schafften, ihre Kultur soweit zu expandieren (globalisieren) wie dies heute der Fall ist.

Aber es ist gut, wenn man die Lösung kennt und nicht verzweifelt...

Es ist schon denkbar, dass eine weitere Runde eingeläutet werden kann. Sicher bin ich mir aber überhaupt nicht. Wenn es so ist, dass wir jetzt bei 2007 sind, dann kann man sich ausmalen, wieviele Billionen abermals geschaffen werden müssten, um 2009 bis 2015 zu repetieren, auf einer noch höheren Ebene. Die benötigten Summen werden immer grotesker.

Gruß
Piter


Grüsse, Zara

Man muss die Summen nur anders verteilen...

Piter @, Montag, 24.08.2015, 15:36 vor 3805 Tagen @ Zarathustra 2606 Views

bearbeitet von unbekannt, Montag, 24.08.2015, 15:46

Hallo Zara,

ich lebe in Russland, ich reiste früher auch in Asien und kenne daher die Länder sehr gut. Bei russischen Touristen wird Vietnam immer beliebter.

Also in allen Ländern, einschließlich Chinas, ist das Niveau BEI WEITEM nicht vergleichbar mit Ländern wie Deutschland, der EU oder den USA.

Natürlich gibt es Metropolen in China, die einen umhauen. Aber nur wenige Kilometer ausserhalb des Stadtzentrums besteht noch erheblicher Infrastrukturbedarf. Von der Provinz ganz abgesehen.

Viele Dörfer in China, sind jetzt Städte. Sogar in Russland gibt es typische chinesische Siedlungen, wie wir das Überland in China kennen, die momentan nur aus Holzhütten bestehen. Dort leben ganze Familien mit Großeltern und Kindern. Ich bezweifle, dass diese Familien lange dort wohnen bleiben wollen. Die werden alles menschenmögliche tun, um sich eine Wohnung in der Stadt zu kaufen.

Hier was ein wirklich alter und erfahrener Experte dazu sagt:

http://mobius.blog.franklintempleton.com/de/2015/06/30/bauen-fuer-die-zukunft-infrastru...

China hat darum noch Wachstumspotenzial. Es muss aber sein Wirtschaftsleistungsniveau auf das neue Niveau heben, um weitere Vorfinanzierungen von neuer Infrastruktur zu erlauben.

Darum macht China jetzt eine Pause. Die kann auch 2-3 Jahre dauern. Es bleibt aber eine Pause.

Über Russlands Infrastruktur brauchen wir gar nicht diskutieren. Die müsste rundherum erneuert werden.

Nur macht das erstmal keinen Sinn, denn der Mehrwert einer erneuerten Brücke ist geringer, als die Brücke selbst... Eine Kanalisation ist vorhanden, eine Erneuerung würde nur kosten, aber kaum ökonomischen Nutzen bringen.

Darum muss es Projekte geben, wie die Seidenstraße oder die Eurasische Wirtschaftsunion, damit der Handel in Schwung kommt und neue Infrastruktur auch benutzt wird.

Politisch wird das hoffentlich ein Gegengewicht zur EU, USA werden. Viele asiatische Staaten warten nur darauf.

Es ist schon denkbar, dass eine weitere Runde eingeläutet werden kann.
Sicher bin ich mir aber überhaupt nicht. Wenn es so ist, dass wir jetzt
bei 2007 sind, dann kann man sich ausmalen, wieviele Billionen abermals
geschaffen werden müssten, um 2009 bis 2015 zu repetieren, auf einer noch
höheren Ebene. Die benötigten Summen werden immer grotesker.

Ja, die Summen sind das Problem. Aber man könnte diese im Rahmen einer Neuordnung des weltweiten Finanzsystems wohl doch abschreiben?

Also erst Aufschuldung, Profit und Wachstum und am Ende der Kollaps mit Abschreibung. Wobei der totale Kollaps des Weltfinanzsystems wohl noch 10 bis 20 Jahre dauern kann. Weil es eben nur dann, wenn die Milliarden an Asiaten auf mehr oder weniger westlich vergleichbaren Niveau sind, keine positiven Neuverschuldungseffekte mehr geben wird.

Indien versucht gerade zu China aufzuschließen, was halbwegs sogar gelingt. Wobei ich auch glaube, dass die dort auf halbem Wege stecken bleiben werden und Afrika wohl auf dem Viertel des Weges.

Doch was dort gerade begonnen wurde, das kann sich noch gut einige Jahre weiter erhöhen.

Man denke nur an die Milliarden Transferzahlungen der Asylanten nach Afrika... :-)

In Deutschland hat die arbeitende Generation auch noch 10-20 "harte" Jahre vor sich. Erst wenn die ins Rentenalter entlassen wird, fangen die Probleme richtig an.

Die Schweizer Pensionskassen sollen angeblich bis in 20 Jahren um 200% überschuldet sein.

Das bedeutet, es muss noch 10-15 Jahre getrickst werden. Dann kommt die HALBIERUNG aller Realrenten.

In den USA sollen die Pensionskassen für Transport- und Baugewerbe auch schon mehrheitlich bankrott sein. Habe gelesen, dass auch dort 50-60% Rentenausfälle drohen. Aber auch dort zögert man das mit Staatsverschuldung und Garantien noch hinaus, so lange es eben geht.

Doch in 10-20 Jahren kommt die Rechnung garantiert.

Da müssen wir uns nichts vormachen.

In Russland gint es auch noch viel Infrastruktur aus Sowjetzeiten. Die wurde ja auch abgeschrieben, aber heute weiterhin benutzt. Das wirtschaftliche Wohlstand Russlands ist mittlerweile halbwegs auch wieder auf dem Sowjethöhepunkt oder darüber, nur ungleicher verteilt.

Insgesamt sehe ich in Russland, Vietnam bzw. Südostasien sowie China (in 2-3 Jahren) durchaus das Potenzial, für mehr Verschuldung und Wachstum.

Jedoch sehe ich diese Staaten nicht in das US-Finanzsystem integriert, sondern nur leicht angebunden.

Die Schulden müssen sie darum aus eigener Kraft stemmen und sich dabei nicht zu sehr auf ausländisches Kapital, wie in Vergangenheit üblich, verlassen.

China hat das schon sehr gut hinbekommen. Alle anderen Länder Asiens und auch Russland, spüren erst jetzt was es heißt, wenn die Wallstreet das Geld abzieht und nach Hause schafft.

Ähnlich wie damals, nach dem 1. WK, als die USA einfach Deutschland und Österreich fallen ließen und den 2. WK provozierten...

Die Risiken sind darum enorm.

Gruß
Piter

Kann die Überrreicherung Weniger durch Abschreibungen ausreichend reduziert werden, ...

Vatapitta @, Montag, 24.08.2015, 17:44 vor 3805 Tagen @ Zarathustra 2280 Views

bearbeitet von unbekannt, Montag, 24.08.2015, 17:51

um eine weitere Runde der Aufschuldung einzuleiten?


Moin moin Zara,

nach dieser Überschrift ist mir ganz schwindelig. [[zwinker]]

Abschreibungen sollten eigentlich nirgends landen, denn dann verbleiben
sie als belastender Faktor im System und verhindern eine neue
Aufschuldungsrunde von tieferem Niveau aus.
Ueberschuldete Volkswirtschaften können nur wachsen, wenn tatsächlich
abgeschrieben wird.
Umbuchung auf den Staat bringt nichts. Das machen
Politiker nur, um einer Abwahl oder der Guillotine zu entgehen.

Dann käme als nächstes ein Kurssturz bei Industriebonds. Steigende Zinsen werden die Industrie
nicht zu einer neuen Verschuldungsrunde animieren.

Es ist schon denkbar, dass eine weitere Runde eingeläutet werden kann.
Sicher bin ich mir aber überhaupt nicht. Wenn es so ist, dass wir jetzt
bei 2007 sind, dann kann man sich ausmalen, wieviele Billionen abermals
geschaffen werden müssten, um 2009 bis 2015 zu repetieren, auf einer noch
höheren Ebene. Die benötigten Summen werden immer grotesker.

Und spätestens dann könnte es die Staatsanleihen zerreißen.

Uneinbringbare Schulden mit entsprechenden Vermögensverlusten sind ein gutes Umfeld für physisches Gold.
Es werden sich nicht alle unendlich oft für dumm verkaufen lassen.

Grüsse, Zara


VG Vatapitta

PS: Den politischen Konflikt in China halte ich für wahrscheinlich. Es gab, nach meiner Erinnerung, einige Veröffentlichungen über sehr umfangreiche Kapitalflucht aus China.

--
Chronisch sind die Schmerzen dann, wenn der Doktor sie nicht heilen kann. http://www.liebscher-bracht.com/

"Angst nicht berechtigt - 2016 grösste Wachstumsstory in den Schwellenländern seit Bau der chinesischen Mauer"

Zarathustra, Dienstag, 25.08.2015, 09:11 vor 3804 Tagen @ siggi 2270 Views

Hallo Zara,

Hellmeyer sieht die Story noch nicht am Ende:

http://www.daf.fm/video/chefanalyst-hellmeyer-dax-panik-nicht-berechtigt---12000-punkte...

Na ja, eine Glaskugel haben wir alle nicht<img src=" />

lg

siggi


Danke für den Link, Siggi.

Hellmeyer sieht es also wie Piter, mit dem Unterschied, dass es nach Hellmeyer bereits spätestens Mitte 2016 wieder voll abgeht. Sein Optimismus bezieht sich auf ein Gebiet von Moskau bis Wladiwostok über China, Pakistan bis Afrika. Wenn das so kommt ab 2016, dann werden Rohstoffe schon bald wieder teuer.

Grüsse, Zara

Chinas Problem liegt in der Real-Wirtschaft und war lange absehbar

Morpheus ⌂ @, Montag, 24.08.2015, 12:37 vor 3805 Tagen @ Ashitaka 3327 Views

Hallo Ashitaka,

Ich habe mich stets gefragt, warum die VSA China relativ gelassen betrachtet haben, aber denen war und ist klar, dass deren Probleme gigantisch sind.

Die sind nämlich in China aktuell am Ende der von mir beschriebenen Aufwärtsspirale angekommen. Es mag zwar noch ein klein wenig weiter gehen, mit dem Aufbau von Infrastruktur, weil der Staat das übernimmt, aber ansonsten steht China jetzt dort, wo D Mitte der 70iger und Japan Ende der 80iger stand.

Die Städte mit ihrer Infrastruktur sind fertig. Die zugehörigen Effizienzgewinne realisiert und jetzt haben sie Millionen Bauarbeiter, die in ihrem Beruf einfach nicht mehr gebraucht werden und anderweitig beschäftigt werden müssen.

Ich hoffe, die Welt findet eine Lösung für das Problem.

Grüße
Morpheus

--
-------------------------------------------
Wir - für die unbeschränkbare Freiheit.

BTW! Etwas Hintergründiges..., aus der Schweiz...

Reffke @, Montag, 24.08.2015, 13:53 vor 3805 Tagen @ Ashitaka 3322 Views

bearbeitet von unbekannt, Montag, 24.08.2015, 13:57

Central Banks Have Become A Corrupting Force
Paul Craig Roberts and Dave Kranzler

Are we witnessing the corruption of central banks? Are we observing the money-creating powers of central banks being used to drive up prices in the stock market for the benefit of the mega-rich?

These questions came to mind when we learned that the central bank of Switzerland, the Swiss National Bank, purchased 3,300,000 shares of Apple stock in the first quarter of this year, adding 500,000 shares in the second quarter. Smart money would have been selling, not buying.

It turns out that the Swiss central bank, in addition to its Apple stock, holds very large equity positions, ranging from $250,000,000 to $637,000,000, in numerous US corporations — Exxon Mobil, Microsoft, Google, Johnson & Johnson, General Electric, Procter & Gamble, Verizon, AT&T, Pfizer, Chevron, Merck, Facebook, Pepsico, Coca Cola, Disney, Valeant, IBM, Gilead, Amazon.

Among this list of the Swiss central bank’s holdings are stocks which are responsible for more than 100% of the year-to-date rise in the S&P 500 prior to the latest sell-off.

What is going on here?
http://www.paulcraigroberts.org/2015/08/23/central-banks-become-corrupting-force-paul-c...
PCR dürfde inzwischen bekannt sein, Dave Kranzler wohl weniger, aber es lohnt sich, auf seinem Blog zu stöbern!
http://investmentresearchdynamics.com/sot-52-john-embry-once-the-markets-reverse-they-w...

Hier ein interessantes Interview mit ihm:
https://youtu.be/wpSPGKLJKIk

Alpenpanorama:
http://finance.yahoo.com/echarts?s=CHNA+Interactive#{"range":"2y",&... [[euklid]]

--
Die Lüge ist wahrer als die Wahrheit, weil die Wahrheit so verlogen ist. André Heller
------------------------------
==> Fundgrube zur Lage: www.paulcraigroberts.org

SNB hielt 2013 Aktienpakete im Wert von 65 Milliarden Franken

pigbonds @, Montag, 24.08.2015, 14:48 vor 3805 Tagen @ Reffke 2645 Views

What is going on here?

Nix neues, jedenfalls nicht für jene, die ab und zu Zeitung lesen.

SNB kauft alles mögliche, um den CHF zu schwächen.

Quelle z.B. http://www.cash.ch/news/cash_insider/selbst-die-snb-kauft-apple-aktien

Eigenen Angaben zufolge hielt die SNB Ende März [2013] Aktienanlagen im Gegenwert von
rund 65 Milliarden Franken.

Interessant, das bietet ja im "Bankenverbund" ganz neue Möglichkeiten..

Centao @, Mittwoch, 26.08.2015, 13:47 vor 3803 Tagen @ Reffke 1736 Views

zu mal wenn die Hauptpositionen zum Spiel bekannt sind..

Danke für diese Info.

Gruß,
CenTao

In China gibt es zur Zeit keine Krise, sondern eine Korrektur

software-engineer @, Montag, 24.08.2015, 14:29 vor 3805 Tagen @ Ashitaka 2824 Views

Da kommt einfach nicht mehr genug Dampf

Ich glaube, dass der chinesische Kapitalmarkt anders funktioniert als etwa der US-amerikanische Kapitalmarkt: In den USA gibt es die Fed (in Europa die EZB, ein Ziehkind der Fed), die im Hintergrund mit "QE" und anderen Tricks quasi kostenlos das nötige Kleingeld liefert. In China gibt es einen überhitzten Kapitalmarkt, der m.E. eine Auswirkung des starken Wachstums der Realwirtschaft ist. In den USA gibt es so etwas nicht, da geht die Realwirtschaft zurück. Wir haben also völlig unterschiedliche Wirtschaftsparameter, die in den Kapitalmarkt eingespeist werden. Deshalb halte ich auch das Geschrei vom China-Crash für überzogen: Es ist keine substantielle Krise, sondern lediglich eine Korrektur (die freilich Auswirkungen auf die westlichen Kapitalmärkte hat).

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Wenn man beim Programmieren Fehler macht, dann meckert der Compiler.

Einspruch: Chinas Wachstum ist nicht vorhanden

Piter @, Montag, 24.08.2015, 14:51 vor 3805 Tagen @ software-engineer 2835 Views

Hallo software-engineer,

die meisten Daten aus China, wie Industrieproduktion, Handelzahlen, signalisieren KEIN Wachstum mehr. Das die Volkswirte noch eine Wachstumsrate von 6-7% ausrechnen, verstehe wer will. Ich kapiere das nicht.

Darum müsste Deine Aussage korrigiert werden: "In China gibt es einen überhitzten Kapitalmarkt, der m.E. eine Auswirkung des starken Wachstums der Realwirtschaft ist."

Der überhitzte Kapitalmarkt ist für mich eher ein Ausdruck des schwachen Wachstums der Realwirtschaft.

Das paradoxe daran ist nämlich, dass die Chinesen geglaubt haben, dass sie den fehlenden Gewinn, des schwachen Wirtschaftswachstums, durch Aktienkäufe ausgleichen könnten.

Denn wenn ich mich mit Freunden unterhalte, die viel in China unterwegs sind, bestätigten diese mir, dass die Geschäftsleute dort eher weniger verdienen - weil u.a. Russland und andere Länder nicht mehr so viele China Produkte (auch Schrottprodukte) kaufen können.

Die angehäuften Kapitalien flossen dann in den Aktienmarkt, in Gold, in Immobilien und sehr oft in "Schattenbanken", weil die "sichere" 10% Rendite versprachen.

Doch diese 10% sind unrealistisch und lassen sich mit stagnierender Wirtschaft NIEMALS bezahlen. Das Geld kann man auch nicht einfach wieder rausziehen. Schließlich wurden damit Kredite vergeben (sogar Aktienmarktkredite). Doch wenn der Aktienmarkt fällt und 1.500 Aktien vom Handel ausgesetzt sind, muss der Kreditgeber sein Kapital abschreiben.

Das könnten tausende Milliarden werden, die zurzeit noch niemand auf dem Radarschirm hat, weil niemand diese Ausleihungen richtig bilanzieren konnte.

Das ist das gefährliche zurzeit.

Allerdings gebe ich Dir recht, dass China sein Kreditwachstum und Wirtschaftswachstum wieder beleben könnte.

Nur so von heute auf morgen geht das leider auch nicht.

Erstens ist Chinas Verschuldung schon relativ hoch und zweitens müssen genug profitable Projekte gefunden werden. Momentan wird viel Geld in bankrotte chinesische Firmen gesteckt, als Liquiditätsspritze zur Lebensverlängerung. Das ist leider nicht nachhaltig.

Darum habe ich keine Hoffnung, dass Chinas Probleme über Nacht verschwinden.

Doch diese Probleme dort sind NICHT URSACHE, sondern nur AUSLÖSER, für die Aktienmarktkorrektur.

Denn die USA und Europa haben die gleiche Überschuldungstaktik gefahren und viele Übernahmen wurden mit Finanzhebeln finanziert, ohne damit Investitionen anzuschieben.

Darum wird es auch hier die nächsten Abschreibungen, diesmal auf "GOODWILL" Kapital geben.

Das wiederum trübt die Gewinnaussichten ein, zusammen mit schlechten Exportzahlen Deutschlands.

Da kann der DAX nicht so leicht steigen.

Auch Russland hat kein Geld mehr um aus dem Ausland zu kaufen. Das werden auch die anderen Osteuropäer bald merken und das schlägt teilweise auch auf den deutschen Mittelstand durch.

Mal schauen ob es so kommt, oder doch umgekehrt <img src=" />

Gruß
Piter

Der Unterschied zwischen kausalem Zusammenhang und Auslöser

software-engineer @, Montag, 24.08.2015, 15:08 vor 3805 Tagen @ Piter 2553 Views

Doch wenn der Aktienmarkt fällt und 1.500 Aktien vom
Handel ausgesetzt sind, muss der Kreditgeber sein Kapital abschreiben.

Das könnten tausende Milliarden werden,

Na und? Dann werden die eben abgeschrieben. So was nennt man eine Korrektur. Ich habe aber keine Sorge, dass deshalb die chinesische Wirtschaft insgesamt zusammenbricht. - Und dass die westliche Wirtschaft wegen ihrer schlechten Fundamentaldaten zusammenbricht, ist nicht die kausale Folge davon, sondern lediglich die Reaktion auf einen Auslöser.

--
Wenn man beim Programmieren Fehler macht, dann meckert der Compiler.

Bis zur Krise ist es noch ein weiter Weg nach unten

Piter @, Montag, 24.08.2015, 16:02 vor 3805 Tagen @ software-engineer 2731 Views

Hallo,

was ist schon eine Krise?

War 2008/09 eine Krise oder eine Korrektur? Wahrscheinlich war es eine krisenähnliche Korrektur. Schließlich dauerte es Jahre, bis sich die Wirtschaft davon erholte.

Andererseits, als jemand, der die Krise Ende der 80er und Anfang der 90er in der Sowjetunion kennt, weiß ich, dass alles bisher nur eine Korrektur war.

Die Krise Chinas, das ist eine journalistische Übertreibung. Gleichwohl wollte ich darauf hinweisen, dass die Risiken von dort unterschätzt werden.

Das heißt nicht, dass es zu einer echten Krise kommt. Aber sobald Stagnation und Abschreibungen in Milliardenhöhe zusammenkommen, trocknet nun einmal die Liquidität an den Finanzmärkten aus und das hat auch Effekte auf die Wirtschaft.

Trocknet die Kreditversorgung der chinesischen Unternehmen aus, so werden diese gezwungen ihre Investitionen auf Null zu senken.

Die Wirtschaftszahlen werden das in den nächsten Monaten auch zeigen, dass die Mär vom Wachstum so nicht gestimmt hat.

Anders gesagt:
China befindet sich am Rande einer technischen Rezession. Es wird darum nicht untergehen und das Wachstum wird auch wieder zurückkehren, nur die nächsten Monate, werden ganz hart.

Ob das schon alles in den Gewinnschätzungen, für die DAX Aktien in 2016, enthalten ist? Was meinst Du?

Fallende Gewinnprognosen und eine austrocknende Liquidität sind Gift für die Börse. Letzteres könnte die US-FED möglicherweise beheben. Doch wird man dort nicht eher ein wenig warten?

Warum sollte die FED, EZB usw. jetzt alle "Börsenzocker" retten, nur weil der Markt mal ein paar Punkte gefallen ist (gemessen am S&P 500 sogar nur 10%)?

Wenn die FED jetzt darauf mit Liquiditätsschüben reagiert, könnte sie eine Panik erst auslösen.

Die werden darum erst aktiv, wenn der Markt 20, 30, 40 oder 50% tiefer steht. So wie 2008/09.

Bis dahin ist die Krise nur in den Köpfen der Anleger, die glaubten, dass die Hausse ewig halte.

Gruß
Piter

Der süßliche Geruch, der in der Luft hängt

software-engineer @, Montag, 24.08.2015, 16:14 vor 3805 Tagen @ Piter 2857 Views

Ob das schon alles in den Gewinnschätzungen, für die DAX Aktien in 2016,
enthalten ist? Was meinst Du?

Ich meine, dass man in der EU versuchen wird, den gleichen Weg zu gehen wie in den USA (QE). Derzeit hängt die EZB ja noch am QE-Muttermilch-Busen der europäischen Steuerzahler (nicht der Fed) und lässt es sich gut gehen. Aber bald werden diese Brüste austrocknen - woher dann die süße Muttermilch nehmen? - Ich rieche schon Pulverdampf und den süsslichen Geruch verbrannter Menschenleiber nach dem unvermeidlichen Einschlag von Mittelstreckenraketen, nachdem vorher die "deutsche Speerspitze" die russische Grenze überschritten hat ...

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Wenn man beim Programmieren Fehler macht, dann meckert der Compiler.

Zuerst schneidet man sich die Pulsadern auf,

software-engineer @, Montag, 24.08.2015, 15:58 vor 3805 Tagen @ software-engineer 2968 Views

... und dann beschwert man sich über Blutarmut:

"Deutsche Exporte nach Russland brechen dramatisch ein"
http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2015/08/24/deutsche-exporte-nach-russland-brechen-dramatisch-ein/

Wie unsäglich dumm muss man eigentlich sein, um diese kausale Folge aus dem öffentlichen Bewusstsein zu verdrängen?

--
Wenn man beim Programmieren Fehler macht, dann meckert der Compiler.

80% der Exporteinbrüche sind vom Öl abhängig

Piter @, Montag, 24.08.2015, 16:12 vor 3805 Tagen @ software-engineer 2809 Views

Du hast recht. Die Sache mit den Sanktionen war völlig idiotisch.

Zumal ich mich in Russland nicht einmal über mangelnde Versorgung beschweren kann.

Es gibt alles zu kaufen, wenn man Geld hat.

Der Effekt der EU-Sanktionen gleich Null.

Aber der Ölpreiskollaps (der auch von USA aus gesteuert wird) der hat schon einen Effekt, den größten. Denn wenn die Exporte aus Russland wegen fallender Preise und nicht wegen geringerer Volumen fallen, dann gehen natürlich auch die Importe zurück. Es sei denn man könnte sich, wie die Türken, Brasilien oder Südafrika, eine negative Handelsbilanz leisten.

Dazu müssten aber russische Anleihen begeben und gekauft werden. Das ist aber nicht der Fall und darum haben die Rohstoffpreise sofort einen negativen Effekt auf die Nachfrage.

Interessant wird es, wenn der Ölpreis irgendwann wieder mal steigt. Wird Russland dann auf einmal, seinen angestauten Maschinenbedarf aus Europa decken? Ich glaube kaum.

Das aber solche Weisheiten nicht in Politikerköpfe passt, ist nicht neu.

Auf der Suche nach Schuldigen

Domac @, Dienstag, 25.08.2015, 10:24 vor 3804 Tagen @ software-engineer 2160 Views

... und dann beschwert man sich über Blutarmut:

"Deutsche Exporte nach Russland brechen dramatisch ein"
http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2015/08/24/deutsche-exporte-nach-russland-brechen-dramatisch-ein/

Wie unsäglich dumm muss man eigentlich sein, um diese kausale Folge aus
dem öffentlichen Bewusstsein zu verdrängen?

fallen den Transatlantikern eben nur die Chinesen und die Russen ein....

GrüßeD

Mich wundert in erster Linie das

Balu @, Dienstag, 25.08.2015, 23:11 vor 3803 Tagen @ software-engineer 1888 Views

Schweigen der Unternehmer (nicht angestellten Managern), Patriarchen, geschäftsführenden Gesellschafter des deutschen Mittelstandes.

Ich kenne viele mittelständische Unternehmen, die inhabergeführt sind. Viele haben Exportquoten von > 70% und davon oft die Hälfte nach RUS. Vor allem wurden hochwertige Investitionsgüter für die Öl- und Gasindustrie nach RUS verkauft. Diese Unternehmen sind i. d. R. World-Champions, Benchmarker. Wieso die keinen Widerstand zustande bringen, erschließt sich mir nicht.

Dass hingegen deren Funktionäre und Lobbyisten "das Maul halten" und sich wenig bis gar nicht für ihr Klientel einsetzen, kann ich nachvollziehen. Die warten und hoffen alle auf eine Empfehlung um an die unerschöpflichen Pfründe von Politik und Wirtschaft zu gelangen.

Integrität scheint eine Zier und luxuriöser lebt sich´s ohne ihr.

Ich wünsche eine gute Nacht

Balu

--
Nie wieder CDU, SPD, Grüne, FDP, Linke.
Die wahren Feinde eines Volkes sind seine Terroristen, die sich als Politiker, Richter, Staatsanwälte, Polizei und Verwaltungsangestellte tarnen. Der Staat als einziger Hort allen Terrors.

Der deutsche Durchschnitts-Unternehmer ist erpressbar und zudem meist "bestochen", darum sagt er nichts ...

CrisisMaven ⌂ @, Mittwoch, 26.08.2015, 09:55 vor 3803 Tagen @ Balu 2020 Views

bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 26.08.2015, 10:33

Schweigen der Unternehmer (nicht angestellten Managern), Patriarchen, geschäftsführenden Gesellschafter des deutschen Mittelstandes.

Die Zange, die der Staat seit den fuenfziger Jahren wieder Schritt fuer Schritt etabliert hat, funktioniert so:

a) Ein Unternehmer ist auf vielfaeltige Weise erpressbar. Es gibt kaum einen Unternehmer, der nicht irgendeine Gestattung, Genehmigung, Duldung fuer sein Unternehmen hat und zu dessen stoerungsfreiem Weiterbetrieb braucht. Da die Behoerden, gefuehrt von voellig unparteiischen, nur dem Gesamtwohl verpflichteten Beamten, diese Genehmigungen und Duldungen jederzeit einschraenken oder ganz entziehen koennen, ggf. mit Anordnung des sofortigen Vollzugs, protestiert der normale Unternehmer nur hinter vorgehaltener Hand.

b) Meist hat der Unternehmer zudem seine Finger zwangsweise in irgendwelchen "Honigtoepfen", sei es fuer eine gefoerderte Biogasanlage, eine Wiedereingliederungsbeihilfe fuer eine Arbeitskraft oder eine Exportbeihilfe etc. pp. Das ist dann, anders als die Strangulierung in a), eine Art Bestechung. Sie wirkt sich jedenfalls so aus, auch wenn man vom Charakter her eher zu den Unbestechlichen gehoeren mag. Denn: die Konkurrenz am Markt zwingt einen Unternehmer ja dazu, bei allem buerokratischen Aufwand, den das nochmals mit sich bringt, auch die Subventionen "mitzunehmen", sonst geraet er ins Hintertreffen.

Drittens sind gerade Patriarchen in mannigfacher Weise nicht unabhaengig. Nicht nur haengt das finanzielle Schicksal ihrer Familie von ihrem Unternehmen ab, nein, viele, vielleicht die meisten, empfinden auch noch Verantwortung gegenueber ihren Arbeitnehmern (und deren Familien).

Bei allem Unternehmer-Bashing und der Diskussion darum "wieviel mehr ein leitender Angestellter oder Unternehmer verdient als der 'gemeine Arbeiter'" - die GESAMTSUMME der Loehne und Gehaelter ist i.d.R. immens viel groesser als die Summen, die die Entscheider in den Unternehmen netto nach Hause tragen.

Was passiert nun, wenn man aufbegehrt, sei es auf einer Diskussionsveranstaltung der Industrie- und Handelskammer, in einem Internet-Auftritt oder direkt gegenueber einer Behoerde? Ploetzlich hat man eine regulaere oder Sonderpruefung im Haus. Selbst wenn sie, bei gut gefuehrten Unternehmen, gar nichts finden, ist der Schaden durch verlorene Arbeitszeit bereits immens. Und (s.o., b) bei der naechsten Foerderung kann es sein, dass man leer ausgeht.

Da jeder Unternehmer aber zudem weiss, lebensklug wie jahrzehntelange (erfolgreiche) Unternehmensfuehrung nun einmal zwangslaeufig macht (sonst endet sie frueher [[zwinker]]), dass er mit seinem Protest gar nichts erreicht, ja, dass er womoeglich auch noch gewaertigen muss, dass "sein" Betriebsrat das in den falschen Hals kriegt, laesst er es brav sein, sich allzu deutlich zu aeussern.

Fast JEDER Unternehmer denkt zum Beispiel ueber die deutsche Arbeitsverwaltung so, wie hier beschrieben. Aber er wird das bei Meidung oeffentlichen 'Haengens' nicht aeussern.

Und dann "arrangiert" er/sie sich halt, wozu auch die eine oder andere "Durchstecherei" im steuerlichen Bereich gehoeren, um die Verluste durch z.B., siehe a), buerokratischen Mehraufwand wieder hereinzuholen. Dafuer schlaeft er dann schlecht, wacht nachts schweissgebadet auf und erleidet einen fruehen Herzinfarkt.

Nur: man muss nicht glauben, dass das "hinterzogene" Geld "weg" sei oder in Swimmingpools investiert wuerde (auch das schafft im Uebrigen Arbeitsplaetze) - im Gegenteil, das sichert i.d.R. Arbeitsplaetze. Man darf das nur nicht verwechseln mit den Durchstechereien, die Nicht-Unternehmer wie die Leiter staatlicher Unternehmen betreiben. Das sind echte leistungslose Einkommen und Steuerspartricks, die dann in der Toskana und im Tessin verfruehstueckt werden. Wird aber vom Durchschnitts-Angestellten alles in einen Topf geworfen.

Wie schon von Mises zu den Riesen-Geschenken bei den Fuehrer-Geburtstagen sagte: "Sowas tun nicht Herrscher, das tun [tributpflichtige] Vasallen".

Man muss sich nur folgendes fragen:

1) Ist ein (erfolgreicher) Unternehmer einer, der "zu rechnen versteht", ja oder nein?

2) "Rechnet" es sich fuer ihn in irgendeiner Weise, zu protestieren?

Wozu sollte er es dann tun? Um die letzten verbliebenen Arbeitsplaetze seiner Arbeitnehmer(innen) auch noch auf's Spiel zu setzen? Nein, das deutsche Unternehmertum stimmt, wie in Frankreich und anderswo auch, "mit den Fuessen" ab. Stronach ist auch erst nach Kanada ausgewandert, und nur darum kann er es sich jetzt leisten, in seiner Heimat Oesterreich "dicke Arme" zu machen ...

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Mit 40 DM pro Kopf begann die Marktwirtschaft, mit 400.000 Euro Schulden pro Kopf wird sie enden.
Atomkraft | in English

DAX-Zählung (Tageschart)

twc-online @, Dienstag, 25.08.2015, 10:59 vor 3804 Tagen @ software-engineer 2343 Views

Die intraday-Bewegung gestern war extrem, sie sollte eine kleine 3 oder 5 gewesen sein.
Die Abwärtsbewegung der letzten Tage war stark, das sollte ein Impuls oder ein Teil davon sein.

Meine Zählung:
[image]

War es gestern eine 3 oder eine 5? Für mich sieht eine 3 harmonischer aus. Ich rechne also auf ein paar Stunden oder Tage mit steigenden Kursen zur 4, dann mit neuen Tiefs. Ob blau 5 dann ein lokales Tief (schwarz c) oder nur der Anfang einer großen Abwärtsbewegung war, werden wir später sehen.

Eine ähnliche Bewegung hat der DAX z.B. im Herbst 2011 gemacht:
[image]

Z.B. im März 2011 hat eine rasche Abwärtsbewegung zu einem lokalen Tief für mehrere Wochen bzw. Monate geführt, da war die intraday-Panik am Tief aber viel geringer als gestern [ohne Chart].

Meine Aktien habe ich weitgehend verkauft (leider meist erst viel zu spät), jetzt warte ich hauptsächlich erst Mal ab.

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