Europa am Scheideweg? - Nachtgedanken eines einfachen Menschen vom Bau

helmut-1 @, Siebenbürgen, Samstag, 22.08.2015, 00:02 vor 3807 Tagen 10425 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 22.08.2015, 13:11

Manchmal bin ich schon geneigt, - so wie es bereits andere tun - das Handtuch zu werfen. Europa wird derzeit überrannt, - aber das trifft es nicht so genau. Die deutschsprachigen Länder werden überrannt, - nämlich Deutschland und Österreich. Sicher betrifft es auch einige skandinavische Länder, aber nicht alle. Island hat das Meer um sich, - auch Dänemark weiß, wie man vorzugehen hat. Großbritannien macht es vor, wie man sich schützen kann, andere osteuropäische Länder oder so manche Balkanstaaten genauso.

Ich will nicht beurteilen, welches europäische Land mehr an Lebensqualität verloren hat, seit es die illegalen Einwanderer gibt. Ich spreche von „Illegalen Einwanderern“, - denn hier liegt doch bereits der Hund begraben. Der ungarische Regierungssprecher hat es richtig benannt, - es handelt sich nicht generell um Asylanten, sondern erstmal um illegale Einwanderer, die mit Hilfe eines Flüchtlingsstatus an einen legalen Aufenthaltsstatus kommen wollen.

Es ist unbestritten, dass dabei auch „echte“ Flüchtlinge sind, Leute, die tatsächlich aufgrund ihres Glaubens oder ihrer politischen Anschauung verfolgt werden, Leute, die um ihr Leben fürchten. Was aber umstritten ist, - das ist der tatsächliche Prozentsatz, der dieses – im Grundsatz positive – Asylrecht in Anspruch nehmen könnte. Wie viele sind es wirklich? 2% oder 3%? Oder sagen wir mal, - 5 %, wenn man hoch greifen will.
Interessanterweise wird aber von vielen erst gar nicht über diesen Prozentsatz diskutiert, - nein, es sind ja von Haus aus alles Asylanten, alle sind Hilfsbedürftige.

Die meisten schlagen alle in diese Kerbe, sei es die Regierung, die Parteien, sei es die Gewerkschaft, die kirchlichen Verbände, Amnesty oder auch die anderen Organisationen wie Pro Asyl oder die Caritas. Niemand hinterfragt, was so manche dieser Organisationen durch den Zustrom der „Asylanten“ (so ganz nebenbei) an Geld macht. Von „verdienen“ möchte ich in diesem Zusammenhang, schon aus Respekt vor den Leuten, die sich täglich abmühen, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, hier nicht sprechen.

Nun wird die Verdummung der Bevölkerung auf die Spitze getrieben. Man veröffentlicht Umfragewerte, die niemand nachkontrollieren kann, wonach der Prozentsatz derer, die davon überzeugt sind, dass Deutschland mit diesem Flüchtlingsproblem fertig wird, stetig steigt. Andere Meinungen werden ignoriert oder diskreditiert, wie z.B. Pegida und andere Erscheinungen. Wenn sich Leute gegen irgendwelche Asylantenheime zur Wehr setzen, die man, meist über Nacht, ohne jemanden zu fragen, ihnen vor die Tür setzt, dann sind das immer die Nazis. Die Unverbesserlichen, die Fremdenhasser, usw.

https://helmutmueller.wordpress.com/2015/08/02/vorbildliche-zivilcourage-eines-oesterre...

Wie wunderbar funktioniert immer noch die braune Keule, auch 70 Jahre nach Kriegsende. Ich – für meine Person – habe das immer abgelehnt, und werde mich auch niemals davon beeindrucken lassen; - schon einfach deshalb, weil ich nach dem letzten Krieg geboren wurde. Es fällt mir auch nicht ein, meine Freunde aus Frankreich dafür zu Verantwortung zu ziehen, weil man seinerzeit Ludwig den 16. geköpft hat. Aber diesen dummen Gutmenschen fällt meist nichts anderes ein, als ihre nicht zu begründende Anschauung rhetorisch mit anderen Argumenten darzustellen als mit dem Argument der Nazifizierung.

Fangen wir mit dem aktuellen Effekt, - oder sogar mit der finalen Zielrichtung - an:
Wir werden von Fremden überschwemmt, die eine andere Kultur, eine andere Sprache, eine andere Religion und vieles anderes mehr – eben anders – haben. Wo dabei das Problem liegt? Wir verlieren unsere Identität, unsere Kultur, unsere Tradition, letztlich uns selbst. Was derzeit vorgeht, das ist ein „kalter Genozid“. Den heißen kennen wir z.B. von der Nazi-Diktatur und von den Ukrainern mit den Juden, von den Amerikanern mit den Indianern, und – um auch aktuelle Beispiele zu bringen – von den Israelis mit den Palästinensern.

Auf diese Art kann man ein Volk, selbst wenn es seit Jahrhunderten existiert und sich immer wieder behauptet hat, mit Erfolg und vor allem nachhaltig ausrotten. Ich erinnere mich an einen Spruch am Stadthaus zu Eger (heute Cheb in Tschechien), der da hieß:

„Das höchste Gut des Mannes ist sein Volk,
das höchste Gut des Volkes ist sein Recht,
des Volkes Seele lebt in seiner Sprache.
Dem Volk, dem Recht, und seiner Sprache treu,
fand uns der Tag, wird jeder Tag uns finden.“

Was passiert heute? Das Volk, das Recht, die Sprache, - alles wird heute mit Füßen getreten, alles soll über kurz oder lang kaputt gemacht werden. Das ist das Ziel. Aktuell dazu ein Bericht:

http://pro-theol.blogspot.de/2015/08/hurra-in-deutschland-werden-wieder.html

Aber das ist nur die ideologische Seite, - es gibt auch noch die wirtschaftliche. Kommt denn niemand auf die Idee, dass das nicht gut gehen kann, wenn man bereits die Einheimischen mit Hungerlöhnen abspeist, die von Zeitarbeitskräften bis zu H4-Empfängern in den niedrigsten Kategorien vorhanden sind, wie man sie vielleicht noch aus den ersten Jahren der Nachkriegszeit kennt? Dann soll man Millionen von „Neuzugängen“ finanziell derart ausstatten, dass sich die H4- Bezieher wünschen, dass sie besser als Asylanten auf die Welt gekommen wären? Wie lange kann denn das ein Staat, dessen traditionelle Absatzmärkte zunehmend zurückgehen, verkraften?

Seehofer hat es erst beim Namen genannt: „Wie sollen wir nun die Asylanten finanzieren, woher das Geld nehmen? Was sollen wir nun beim Haushalt kürzen? Sollen wir bei den Subventionen für die Bauern beginnen?“ Ich frage mich, - wer macht sich denn ernsthaft Gedanken darüber?

Das, was jetzt passiert, kann nicht gutgehen. Entweder wird die ganze Gesellschaft dadurch umgekrempelt, die Schicht der kleinen Hausbesitzer sowie derjenigen, die sich ein Leben lang was auf die Seite gelegt haben, wird auf die andere Schicht runterdividiert, die nichts gespart haben und in Miete wohnen, oder es stehen kurz vor Torschluss noch welche auf, die sich mit Gewalt dagegen stellen, weil Argumente schon lang nichts mehr bewirken, und es kommt zum Bürgerkrieg.

Ist es das, was man eigentlich will? Wo bleibt der Schwur, „Schaden vom deutschen Volk abzuwenden“? Es gab Zeiten, z.B. die 60er Jahre, wo man Fremde ins Land geholt hat, um damit die Wirtschaftskraft zu erhöhen. Hauptsächlich aus den südeuropäischen Ländern, aber auch aus der Türkei oder Marokko. Gab es da Probleme? Ich kann mich kaum an derartiges erinnern. Aber diese Leute kamen gezielt zum Arbeiten und nicht, um von einer sozialen Unterstützung zu profitieren. Weiß gar nicht, ob einer von denen überhaupt Anspruch auf Unterstützung gehabt hätte, wenn er einen Antrag gestellt hätte.

Wir müssen uns doch über die Unterschiedlichkeit der neuen Zuwanderer im Klaren sein und dürfen doch nicht alles in einen Topf werfen. Da gibt es die Schicht der politisch Verfolgten z.B. aus Syrien oder Afghanistan, oder dem Irak. Das ist die geringste Schicht, - da sind sicher Leute dabei, die Unterstützung verdienen. Aber gerade unter diesen ist auch eine Schicht, die sehr schnell begriffen hat, dass man sich mit dem Zauberwort „Asyl“ ein bequemes Leben machen kann, - vorausgesetzt, man kommt in eines der „gelobten“ Länder. Wie viele von diesen „Neuzugängen“ dabei ideologisch unterwandert sind, - bleibt eine Dunkelziffer. Nach den ersten Anschlägen auf irgendwelche Einrichtungen in Deutschland wird man es dann zugeben müssen, - vorher nicht.

Daneben gibt es die Schicht der Schwarzafrikaner, die laut offizieller Darstellung allesamt verarmt sind, nichts mehr zum Leben haben und deshalb übers Mittelmeer schippern. Dass eine Überfahrt mit den Schleppern so zwischen 4 T und 10 T € kostet, dürfte mittlerweile bekannt sein. Keiner fragt sich, was man in einem der Länder, woher diese Leute kommen, denn mit so einer Summe anfangen könnte. Interessanterweise handelt es sich dabei vorwiegend um junge, kräftige Burschen so zwischen 18 und 28 Jahren. Logischerweise hat fast jeder von denen bereits bei der Ankunft sein Ipad oder Smartphone bei sich.

Dann gibt es noch die Schicht der Roma, die vorwiegend aus dem Osten kommen, sei es aus Albanien, dem Kosovo resp. den ehemals jugoslawischen Ländern, aber auch aus Rumänien, Bulgarien und der Slowakei. Ich als einer derjenigen, die in Rumänien mit solchen Leuten zusammenleben, weiß es authentisch, wie das funktioniert. Es sind durchorganisierte Vorgehensweisen, wobei die Betroffenen direkt aus dem Heimatland nach Deutschland (Duisburg, Frankfurt, etc.) verbracht werden, wo sie bereits von ihren Landsleuten erwartet werden. Letztere gehören der Organisation an, verschaffen ihnen (völlig überteuerten) Wohnraum, eigene Anwälte kümmern sich um die Antragstellung und den notwendigen Papierkram, damit Geld kommt, und kümmern sich letztlich auch darum, dass der vereinbarte Anteil des in Deutschland „erwirtschafteten“ Geldes monatlich wieder zurück ins Heimatland fließt.

Aber nicht zu den Angehörigen der betreffenden Familien, sondern zu den Chefs der jeweiligen Roma-Clans, die damit ihr kärgliches Leben fristen. Wie das aussieht, kann man an einem der Beispiele erkennen, wenn man in ein Dorf kommt, wo ausschließlich diese Clanchefs ihr Zuhause haben.

https://www.youtube.com/watch?v=GHTBPhQcXCY

Wenn dann jemand den Gemeinbegriff „Asylanten“ oder „Flüchtlinge“ verwendet, dann kommt mir der gerechte Zorn auf. Obwohl, - wenn ich ehrlich bin – ich um jeden froh bin, der aus Rumänien abhaut, weil es sich naturgemäß um Zeitgenossen handelt, die mit Arbeit kaum was am Hut haben.

Bleiben wir bei Rumänien. Fragt sich denn niemand, wie es denn nur kommt, dass es in Rumänien kein Asylantenproblem gibt? Kommt denn niemand drauf, dass es doch nur um die Penunzen geht, und nicht um die Sicherheit des Lebens vor einer Verfolgung?

Bleiben wir nochmal bei den Schwarzafrikanern. Die meisten haben das Geld nicht für die Überfahrt. Stellt sich die Frage, wie das dann geht. Die Kerle unterschreiben Schuldscheine, und müssen dann nach erfolgreichem Eintreffen in Europa das irgendwie zurückzahlen. Glaubt aber jemand, dass die Schlepper sich mit Schuldscheinen zufrieden geben? Die wollen Kohle sehen. Dann stellt sich die Frage, wer denn das alles vorfinanziert. Wer hat denn ein Interesse daran, dass Europa destabilisiert wird? Dieselbe Macht, die genauso in der Ukraine Aktionen finanziert, sowie in anderen Krisenherden der Welt. Eine Macht, die ihre heimischen Zustände auch gerne in Europa sehen würde:

https://www.youtube.com/watch?v=1XO5Oe6sSHc

Zur Durchsetzung der hegemonialen Ziele ist natürlich jedes Mittel recht, - da ist man auch bei neutralen Staaten nicht zimperlich:

http://www.krone.at/Oesterreich/Bewaffnete_US-Soldaten_in_Wien-Schwechat_gestoppt-Flug_...

Natürlich kommt man leicht auf die USA, wenn man nach dem „Cui bono?“ – Prinzip fragt. Was kann denn dem kämpfenden, hoch verschuldeten Dollar sowie der amerikanischen Wirtschaft am meisten schaden? Ein starkes und einiges Europa sowie ein starker Euro, ist doch klar. Aus dem bereits hier genannten Zitat von Egon Bahr geht es mit andern Worten klar hervor:

"In der internationalen Politik geht es nie um Demokratie oder Menschenrechte. Es geht um die Interessen von Staaten. Merken Sie sich das, egal, was man Ihnen im Geschichtsunterricht erzählt." Das war am 3. Dezember 2013 vor Schülern in der Ebert-Gedenkstätte Heidelberg.

Unter diesem Gesichtspunkt bin ich sehr unsicher, welche Meinung man zu der ganzen Griechenland-Sache einnehmen soll, - zumal man als Ausländer kaum Zugang zu direkten Informationen hat. Erst hat Tsipras mit Varoufakis eine demonstrative Kontrastellung eingenommen, was ich angesichts der Geldverteilung auf die Konzerne und die Banken auch für gut befunden habe. Warum er dann plötzlich umgeschwenkt ist, wobei Varoufakis in meinen Augen einer der fähigsten Macher war, weiß ich nicht. Hat man ihn gezwungen, oder eingeschüchtert? Aber womit? Nun tanzt er nach der Pfeife Brüssels, und versucht, seine Position durch die Neuwahl zu zementieren.

Das Volk bleibt dabei auf der Strecke. Aber nun kommt die andere Seite: Ein Abspringen Griechenlands könnte auch der Anfang vom Ende von dem Weg sein, den Portugal, Spanien und Italien gehen könnte. Vom Euro gar nicht zu sprechen. Klar bin ich auch der Meinung, dass in Brüssel vieles schief läuft, und noch viel mehr gehört eigentlich geändert. Aber deshalb riskieren, dass alles kaputt geht, sowohl der Euro und auch Europa? Und damit den Amis in die Hände arbeiten?

Gerade die Amis haben ja diese Flüchtlingsströme provoziert, besser gesagt, sie sind dafür verantwortlich. Es begann mit dem Irak, dann mit Tunesien, Libyen, Ägypten, Syrien, usw. Klar gings um die Sicherung der Rohstoffe, sowie um die Sicherung des politischen Einflusses sowie dessen Beschneidung bei den Russen. Es ist kaum zu erwarten, dass die Amis soweit gedacht haben, um als Sekundäreffekt mit den Flüchtlingsströmen Europa in die Knie zu zwingen. Aber die vielen Särge der eigenen Soldaten, die nach Hause geschickt wurden, brauchen ihren Tribut. In den zerbombten Ländern, wo man verbrannte Erde hinterlassen hat, -und so ganz nebenbei die ISIS -, können sie keinen Boden mehr gut machen.

Auch sonst sind sie wirtschaftlich in einer sehr schwierigen Lage, auch bei der Technologie. Nicht einmal zur Weltraumstation können sie mehr aus eigener Kraft. Also muß man was produzieren, was die Massen ablenkt.

Derzeit schauen alle auf Europa, - wie rigoros die USA oder auch Australien selbst mit diesem Einwanderungsproblem umgeht, - das juckt keinen. Vom Verursacherprinzip her müssten alle Flüchtlinge direkt in eine große Boeing gesetzt werden, mit einem Ticket - nur für den Hinflug – in die USA. So aber sieht man von drüben über den großen Teich und freut sich daran, wie man sich in Europa zerfleischt.

Die jahrzehntelange US-Buckelei zahlt sich jetzt aus, - leider nicht für Europa. Wie rückständig wir in manchen Bereichen im Vergleich zu anderen Staaten sind, die wir hochnäsigerweise meist als „Dritte-Welt-Staaten“ bezeichnen, davon haben wir keine Ahnung, weil wir aus Klein-Hudeldorf nicht herauskommen und das Hamsterrad uns auch jede Möglichkeit dazu nimmt. Grade vor kurzem ist wieder ein Freund aus dem Urlaub aus Malaysia zurückgekommen und hat mir Dinge erzählt, die ich schon von anderen z.B. über Thailand gehört habe.

Beispiel Kommunikation. Was die dort noch in entlegenen Bergdörfern als Alt-Technologie herumliegen haben, das wird in Europa als letzter Schrei angeboten. Wir haben gar keine Ahnung davon, wie wir im internationalen Vergleich da zurück geblieben sind. Gerade erst dieser Tage musste ich was verschicken, das etwas mehr als 1 GB hatte. Dauerte fast 12 Stunden. Da lachen die nur da drüber, geht mit deren Technologie in einer Minute. Von der Infrastruktur erst gar nicht zu sprechen, - schon gar nicht vom ÖPNV.

Nein, es sind Interessen da, die das europäische Gefüge zum Einsturz bringen sollen, - es wird immer transparenter. Diejenigen, die mitten drin im Sumpf leben, kriegen das vielleicht gar nicht so mit, - weil es evtl. abstumpft. Aber Leute wie ich, die schon seit langem in einem anderen Land leben, wo es sowas Chaotisches mit den illegalen Einwanderern nicht gibt, aber trotzdem mit Interesse alles verfolgen, was in Österreich oder Deutschland vor sich geht, - die sehen das sehr wohl.

Schließlich danke ich meinem Schöpfer, dass er mir den Verstand gegeben hat, zur Erziehung meines Jüngsten von Deutschland wegzugehen. Gut, es hat mir keine Reichtümer gebracht, dafür umso mehr Schwierigkeiten, - aber das Resultat meines Jüngsten kann sich sehen lassen, - im Vergleich zu Gleichaltrigen in Deutschland oder Österreich. Und genau das wars, was ich eigentlich erreichen wollte.

Interessant ist aber meine Beobachtung, dass ich nicht alleine so denke; - in einer mittelgroßen Stadt in Siebenbürgen vergeht nicht eine Woche, ohne dass man nicht ein neues Gesicht sieht, entweder aus Deutschland, Österreich oder auch aus der Schweiz. Leute, die sich einfach beruflich hier niederlassen. Und keiner liegt hier dem Staat auf der Tasche, jeder kommt auch finanziell hier zurecht. Soll es dahin gehen, dass man das Land der Dichter und Denker zunehmend den Chaoten überlässt? Nimmt der Spruch „Wandere aus, solange es noch geht“ immer konkretere Formen an?

Um ehrlich zu sein, - ich lebe hier bedeutend ruhiger, - viele fragen mich auch, warum ich mich überhaupt aufrege. Aber, ob ich will oder nicht, - ich mache mir so meine Gedanken. Alle meine Kinder wurden dort geboren, den fundiertesten Teil meiner beruflichen Ausbildung habe ich dort erfahren, von dem ich heute noch profitiere, meine glücklichsten Jahre habe ich dort verlebt, - und da soll einem alles egal sein? Ich schließe mit dem Satz, mit dem ich begonnen habe:
Manchmal bin ich schon geneigt, - so wie es bereits andere tun - das Handtuch zu werfen.
Tut aber irgendwie auch weh. Fiducit, Deutschland!

Ein großes Dankeschön an Dich und alle anderen...

Köpi @, Berlin, Samstag, 22.08.2015, 00:27 vor 3807 Tagen @ helmut-1 3900 Views

...
die uns hier Ihre persönlichen Gedanken und Erfahrungen aus aller Herren Länder
mitteilen.

Ich lese Eure Berichte immer wieder gern
auch wenn ich nicht immer etwas dazu sage.

herzliches Dankeschön
&
Gruß in die Nacht

Ganz genau meine Meiniung

Köbs @, Vancouver Island, Kanada, Samstag, 22.08.2015, 07:03 vor 3806 Tagen @ helmut-1 3450 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 05.03.2016, 19:02

Hallo Helmut,

vielen Dank fuer Deine Ausfuehrungen. Kann dem nur zustimmen.

Genau die gleichen Gedanken/Gefuehle habe ich auch.
Vor vielen Jahren hab ich mich schon mit dem Auswandern befasst.

Hab damals schon gesehen oder besser gesagt befuerchtet (infiziert durch den Gelben Virus),
wie sich die Lage in Deutschland entwickeln koennte.
Wollte das ganze auch nicht noch mit den abgepressten Steuergeldern mitfinanzieren...

Hab auch damals versucht, meine Gedanken im Freundeskreis (alles keine dummen Leute) zu besprechen.
Ausser Kopfschuetteln und mitleidiges belaechelt werden ist da nichts dabei rausgekommen.
Das hab ich dann auch recht schnell wieder sein gelassen. Es hatte einfach keinen Sinn...keiner wollte
unbequeme Gedanken hoeren...geschweige denn mal darueber nachdenken.

Dass es jetzt jedoch so krass und mit solch einer Dynamik ablaueft, hab ich mir aber damals,
als alter Schwarzmaler, auch nicht vorgestellt.
Vor acht Jahren hab ich mich dann vom Acker gemacht.....
Mir geht es hier eigentlich recht gut und ich koennte das Leben relativ relaxt angehen....doch wenn ich die Ereignisse
in Deutschland so mitverfolge, werde ich immer mehr verzweifelt und ratlos. Hin und her gerissen eben...

Hier bleiben oder zurueck gehen?
Doch was soll ich gegen das Chaos dort tun? Mit wem?
Nicht mal unsere eigenen Kinder und Eltern wollen mit meinen Gedanken und Ueberlegungen "belaestigt" werden.
Die Eltern hoffen ihre restlichen Tage noch einigermassen ueber die Runden zu kommen, nach dem Motto; fuer uns
wird es schon noch reichen und die Kinder haben "coolere Sachen" im Kopf...

Ich sehe keine machbare Loesung und hab auch keine Hoffnung auf einen guten Ausgang der Geschehnisse.
Da hilft nur ein Wunder oder besser gleich mehrere.
Aber die sind ja leider sehr selten.


Denk ich an Deutschland in der Nacht......oder, der Koerper lebt hier aber das Herz schlaegt in der Heimat.

In diesem Sinne

Herzliche Gruesse und alles Gute nach Siebenbuergen
Köbs

Zustimmung

Kaladhor @, Münsterland, Samstag, 22.08.2015, 15:01 vor 3806 Tagen @ Köbs 2283 Views

Hallo Köbs,

Hab auch damals versucht, meine Gedanken im Freundeskreis (alles keine
dummen Leute) zu besprechen.
Ausser Kopfschuetteln und mitleidiges belaechelt werden ist da nichts
dabei rausgekommen.
Das hab ich dann auch recht schnell wieder sein gelassen. Es hatte einfach
keinen Sinn...keiner wollte
unbequeme Gedanken hoeren...geschweige denn mal darueber nachdenken.

Das kenne ich zu Genüge. Wie schnell man doch als Spinner abgetan wird von Leuten, die man seit dem Kindergarten kennt, wenn man mal eine etwas andere Sichtweise hat. Ich sehe das als Folge der jahrelangen Indoktrination in unserem Bildungssystem, und wer keinen starken eigenen Willen hat, wird davon komplett weich gespült und verliert die Fähigkeit des eigenen Denkens.

Das es jetzt jedoch so krass und mit solch einer Dynamik ablaueft hab ich
mir aber damals,
als alter Schwarzmaler, auch nicht vorgestellt.

Das ist in meinen Augen das wirklich Erschreckende, dass die von einem selbst ausgemalten Schreckensbilder schließlich von der Realität noch um Längen übertroffen werden.
Auch wenn es sich jetzt vielleicht seltsam anhört, aber ich beschäftige mich in meiner Freizeit viel mit der europäischen Prophetie. Nach 1990 konnte ich mir lange Zeit nicht erklären, warum es Prophezeiungen gibt, die einen Vorstoß russischer Truppen nach Mitteleuropa darstellen (speziell wenn nebenher Drohnen und SmartPhones beschrieben werden!). Seit 2014 weiß ich, wie schnell man doch recht gute, nachbarschaftliche Verhältnisse auf Staatenebene umkehren kann. So etwas hätte ich mir niemals auch nur im Entferntesten vorstellen können.

Gruß
Kaladhor

--
Ich bin nicht links, ich bin nicht rechts, ich kann noch selber denken!

Danke - und dazu aus Italien:

modesto, Samstag, 22.08.2015, 09:09 vor 3806 Tagen @ helmut-1 3812 Views

bearbeitet von modesto, Samstag, 22.08.2015, 09:22

Lieber Helmus-1,

Deine Worte treffen direkt ins Herz.

Und so wie Du in Rumänien beobachtest, dass Auswanderer ankommen aus Deutschland, der Schweiz und Österreich, so beobachten wir das auch hier.

Vor einigen Jahren klagte mein Herzdame, dass sie nie mit jemandem in ihrer Muttersprache einfach nur Quasseln konnte.
Heute sind wir weiträumig von Menschen umgeben aus den verschiedensten Regionen Deutschlands.
Manche bauen, andere sanieren, wiederum andere haben nur Land gekauft, einen Brunnen gebohrt, eine Minisickergrube gesetzt und einen Wohnwagen stehen.

Alle haben eines gemeinsam - sie liegen Italien nicht auf der Tasche und ernähren sich selbst.
Sogar zwei Rentner haben sich mit einem Wohnwagen niedergelassen, mutig in dem Alter. Aber sie sind nicht alleine, andere Deutsche und Schweizer werden ihre Häuser beziehen und man ist füreinander da.

Auch Deinen inneren Zwiespalt - "Geh ich zurück nach D. oder bleibe ich?" - kann ich lebhaft nachvollziehen.

Denn alles strebt nach der "idealen Fluchtburg", ich habe sie, Du hast sie.
Und um uns herum entstehen immer mehr Fluchtburgen, ganz klein, mittel und auch recht groß. Jeder wie er kann.

Alle, die hier ankommen, haben diesselbe Wellenlänge in wichtigen Bereichen und würden Dein Posting direkt unterschreiben.

Bei Dir in Rumänien gibt es das Problem der Eindringlinge nicht, denn sie haben dort nichts zu gewinnen.
Hier bei mir im tiefen, ruhigen Süden Italiens gibt es das Problem nicht, denn sie kommen über Lampedusa an, ihre Route nach Norden geht nicht über unseren Stiefelabsatz und können in Italien gehen wohin sie wollen.

Hier gibts nichts zu holen. Also konzentrieren sie sich auf den überfüllten Norden und dort auf die großen Städte.
Denn der Süditaliener auf dem Dorf ist zwar herzlich und offen, aber auch mißtrauisch und sehr konservativ - und wehrhaft.
Persönlich kenne ich fast nur Männer mit Waffenschein und zumindest Gewehren, die Fuchsjagd ist so verbreitet, dass es einen in der Jagdsaison schon annervt, wenn Hinz und Kunz überall herumlaufen und ballern.
Offiziell übrigens, um die Hühner und Gänse vor dem Fuchs zu schützen.

Es gibt hier nichts zu mausen und keine Sozialleistungen, die Frauen sind nicht zugänglich und die Töchter werden bewacht bis zur Heirat.

Nebenbei - ein deutscher Mann ist das Größte, was sich die jungen Damen hier vorstellen können, so einen guten Ruf genießen sie hier ;)
Fleiß, Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit - das sagt man den Deutschen nach.
Meine kleine beglaubigte Dolmetscherin, die ich für notarielle Dinge, die Deutsche brauchen, buche, hat meine Herzdame letztens angesprochen, ob sie nicht einen netten, jungen Mann kennt..
Die junge Frau ist eine Schönheit, gebildet und humorvoll - aber ein deutscher Mann, der sicher auch über die hier üblichen 1,65cm herausgewachsen ist, wäre ihr Traum :D

..

Der Gedanke, Europa könnte zerbrechen, wirft sofort Fragen auf bezüglich des eigenen Lebensplans.
Ich kann nicht für Deine Gegend sprechen.
Aber hier gingen die Uhren immer langsam.

An der Küste zeugen Miniwehrtürme davon, dass man im Krieg das Meer beobachtete, ob Feine angeschippert kommen.
Sie kamen aber nie.
Denn es gibt bis heute keinen großen Hafen. Es gibt keine Autobahn, um Kriegsgerät zu transportieren. Die Autobahn hört 60 km vor uns auf.
Es gibt keine Industrie, die es sich zu zerstören lohnen würde.
Die Menschen leben von ihrem regionalen Konsum, den Feldern, dem Wein, der Vermietung an Touris und dem Handwerk.

So haben alle damals vom Krieg gehört, aber nichts mitbekommen.
Man ging aufs Feld, in den Wein, in den Ziegenstall und aufs Meer fischen.
Und so ist es noch heute, nur dass der Individualtourismus dazugekommen ist als Einnahmequelle. Und der "Export" begehrter, unverfälschter Erzeugerlebensmittel in den Norden. Da sei vor allem Pecorinokäse genannt, Produkte aus Feigen, Obst und Gemüse, Wein und die spezielle apulische Pasta Orecchiette, die in rauhen Mengen von hier weggefahren wird.

Auch der durch den Euro anfangs forcierte, kreditfinanzierte Bauboom ist hier nie angekommen, so dass ein Zerbrechen des Euros auf den Immobiliensektor keine Auswirkung hätte.
Häuser mit mehr als 2 Etagen waren und sind verboten, wenn gebaut wird, dann klein mit viel Land ringsherum, der Bauindex liegt bei 1% - bei einer Grundstücksgröße ab 5.000m².
So beschaulich wie es war - so bleibts.

Die Renten sind so winzig, es sei denn, man arbeitete für Vadder Staat, dass die Menschen es gewohnt sind, mit wenig auszukommen und ein Großteil ist seit Jahrzehnten Selbstversorger in puncto Obst und Gemüse, Olivenöl, Wein und Hühner.

Wo es vor einiger Zeit noch schien, dass die Jugend sich von der Landwirtschaft abwendet, ist eine Trendwende eingetreten. Inzwischen verkaufen die Jungen kaum noch das Feld der Alten zum Bebauen, sie halten das Land und etliche bewirtschaften es auch weiter.
Vielleicht dem Umstand geschuldet, dass die Jugend sich über Internet informiert und die Entwickung verstanden hat - Erde und Trinkwasserbrunnen in diesen Zeiten bringen doch langfristig mehr als eine einmalig Einnahme in immer wertloser werdenden Euros.

Bricht also der Euro auseinander, wird es chaotisch - aber für die Verwaltung in Italien ist das der Normalzustand.
Schätze, dass Du davon in Rumänien auch Lieder singen kannst.
Mal gereicht es einem zum Vorteil, denn es birgt auch Freiheiten, die in Deutschland unmöglich sind, einmal gereicht es zum Nachteil und man lässt gut Nerven.

Aber auch ein Zerbrechen der Eurozone, (nicht Europas, das bleibt ja), auch einen Krieg in Europa, würde meine verschlafene Ecke hier in der ionischen Meeresbucht, verkraften. Wenn man das überhaupt spüren würde.

Schwarz sehe ich wie Du für den Norden, nicht nur die "reicheren" Länder wie Deutschland, in denen der Reichtum aber so ungerecht verteilt ist, dass es sich schon ohne unkontrollierte Zuwanderung zum gesellschaftlichen Sprengstoff entwickelt.
Genauso in Italien in den Metropolen wie Rom und Milano und anderen.
Wir haben wir jeden Sommer Zigtausende Touristen aus dem Norden. Alle singen dasselbe Lied: Man kann kaum noch aus dem Haus gehen.

Dort bevölkern ganze Horden Illegaler die Parks, Drogenhandel auf offener Straße. Die Rumänen sind vor allem im Bereich Raub und Prostitution unterwegs und besetzen ganze Straßenzüge.
Die Camps, die sie sich selber errichten, führen im Umland zum Wegzug der Einheimischen, wenn es sich die Bewohner leisten können.
Das Fernsehen ist voll von klagenden, wütenden Menschen, die tagtäglich damit leben müssen: Vermüllung, Vergewaltigung, Straßenraub, Straßenstrich, Drogen.

Die Polizei kommt nicht hinterher, No-Go-Areas gehören zu den Städten schon länger als in Deutschland.

Die Politik?
Renzi klopft viele Sprüche, nichts passiert.
Italien ist als erster Anlaufpunkt völlig überfordert und kann seit langem nur noch durchwinken. Auf dem Weg nach Norden bleiben dann einige in den italienischen Großstädten hängen, der Großteil kommt nach Deutschland.

Sicher wird sich in unglaublich kurzer zeit in Europa vieles zum Negativen ändern, wir sind schon mittendrin - und ich sehe kein Licht am Ende des Tunnels.
Es kommt wohl nur noch drauf an, wie man selber positioniert ist - und die Sicherheiten schwinden.
Wie Du schreibst - das eigene Haus und die Ersparnisse fürs Alter sind wohl eine trügerische Sicherheit.
Sei es durch immer neue diktatorische Gesetze im Bereich "energetische Sanierung" und neue Vorschriften und Auflagen, die es einem kaum ermöglichen, das Haus auch im Alter zu erhalten, sei es durch die Bereicherung um die Ecke.

Du und ich und andere, die sich schon verkrümelt haben, sollten wohl dankbar sein für den Umstand, dass wir eine Wahl haben.
oder zumindest die Chance, den großen Bumm irgendwo auszusitzen.

Denn ich bin überzeugt, dass es so nicht mehr unendlich weitergeht, da braut sich was zusammen. Und wenns rummst, danke ich dem Herr, wenn er mir hier statt meiner großen eine kleine Hütte lässt und die Möglichkeit, den Nachwuchs herkommen zu lassen.

Aber vielleicht sehe ich auch zu schwarz und es geht noch lange, lange nach unten. Der deutsche Gutmensch ist sehr leidensfähig und badet gern in seiner "unendlichen Schuld".

Dazu noch ein Satz:
Hier sind die Leute patriotisch, feiern ihr "bell paese" mit Fahnen und Hymne.
Und aus diesem selbstverständlichen Patriotismus heraus sind sie eben auch offen und gastfreundlich Fremden gegenüber, solange die sich selber ernähren.
Meine Gute hat nur positive Erfahrungen im Privaten gemacht als Deutsche.

Dass dem Deutschen der Patritismus verboten wird, er als Nazi beschimpft wird, entfacht erst recht die Wut und das Bedürfnis nach Identifikation über seine Nationalität.
Je mehr Überfremdung, je mehr political correctness, desto mehr werden sich die Menschen auf sich und ihre Nationalität besinnen und versuchen, darin noch Halt und Zusammenhalt zu finden.
Mal schauen, ob die Gesinnungsdiktatur sich so durchsetzt, wenn wir auf deutschen Straßen die Prophezeiung erfüllt sehen, dass man auf der Straße die Menschen, die einem begegnen, nicht mehr versteht.

Dir und Deinen Lieben wünsche ich von Herzen alles Gute!

modesto

edit: der obligatorische Schreibfehler

Ich möchte für die Kommentare danken

helmut-1 @, Siebenbürgen, Samstag, 22.08.2015, 09:46 vor 3806 Tagen @ helmut-1 2998 Views

Es ist sehr interessant für mich, zu sehen, wie andere das empfinden. Natürlich respektiere ich auch Leute, die das alles in Ordnung finden, was derzeit im nördlichen Teil Mitteleuropas abgeht.

Vielleicht kommen noch andere Meinungen, noch andere Kommentare.

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Wandere aus, solange es noch geht.