Lieber pigbonds,
meinte der Dottore da nicht eher Schuldentstehung->Schuldtilgung - und weniger das "Kaufen/Verkaufen" auf bestimmten Plätzen.
Alles richtig, doch ein Markt benötigt ein Framework, z.B. "Kaufen
und Verkaufen",
existiert nur, wo Verträge existieren, und Verträge können nur
existieren, wenn
sie durchgesetzt werden können.
Der "natürliche" Markt benötigt nur Framework Natur.
Nur mercatus braucht das Framework der organisierten Gewalt, bzw. ist ein Derivat von ihr.
https://de.wikipedia.org/wiki/Markt
Verträge basieren auf Zwang.
Es wird zwar gern das Gegenteil behauptet - ich sehe es aber so.
https://de.wikipedia.org/wiki/Vertrag
Bei Verträgen hat die organisierte Gewalt/ Zentralmacht ihre klebrigen Hände schon lange, lange im Spiel.
Bin ich oder der Partner nicht in einer Zwangslage dank der Existenz einer etablierten Zentralmacht, müssen wir keinen Vertrag abschließen.
Dann bin ich im Stamm und halte mich mehr oder weniger freiwillig an Sitte, Regeln und Normen aber nicht an Verträge.
Erst die sich historisch ausbildende Zentralinstanz macht Verträge notwendig.
Sowas sage ich nicht einfach daher, sondern ist in der Vergangenheit wie
Gegenwart
immer wieder anzutreffen:
Schutzherr
des Marktes in Bremen
Du sagst nie etwas einfach so daher, bist aber gerade schon mitten drin in der Tragödie.
Gerade durch PCM/@dottore wird aufgezeigt, dass die Vorstellung "des
Marktes" als ein
Ort, wo sich ein paar Bossler treffen, um frei zu tauschen, äusserst naiv
ist.
Richtig, bei "mercatus".
Nicht aber bei dem imaginären Debitismus-Markt wo Schuldner und Gläubiger eifrig und optimal Schulden aus der Welt schaffen durch Tilgung, Vergeben oder Vergessen.
Sobald Abgabe gefordert und Schuld dokumentiert wird (Dank Zentralmacht, Zahl und Schrift) ist es aus mit der optimalen Entschuldung.
Deshalb beweist PCM ja auch, dass weder Kapitalismus, noch mercatus noch Vertrag funktionieren.
Da kann man noch so lieb und fair starten…im Zeitablauf exponentiell wachsend droht Entartung mit Raub, Mord und Totschlag rundherum.
Der vermeintliche Vorteil „Zeitgewinn für Einige mehr oder weniger Viele“ wird zu teuer erkauft durch die 100% ige Sicherheit einer finalen Überschuldung mit Zusammenbruch aller.
Was natürlich nichts daran ändert, dass Produktion möglichst privat
sein sollte.
Produktion (producere ‚hervor führen)‘ ist immer privat (privare-rauben).
Wird aber im Stamm produziert wird nur gegen Fressfeinde und Fressbares privatisiert.
Das macht jedes Lebewesen.
Wird allerdings gewirtschaftet – dann geht’s sofort gegen den eigenen Organismus, den Stamm, die eigene Art .
Im EWF und im DGF wird ja nicht in der Mitte der Menschheitsgeschichte angefangen, wo sich die Zentralmachthalter schon längst und stabil zentralmachthaltend an vielen Orten der Welt fest eingenistet haben und wo einfach nur noch, je nach inneren und äußeren Bedingungen diese Zentralmacht evolutioniert durch Wechsel der Halter, Wechsel der Bedingungen, Wechsel des Vorgehens, Wechsel des Stabilisierungsmechanismen, Wechsel der Form – das Wesen (Eigen-schaft) bleibt. Zentristisches Streben nach Zentralmacht. Diese Grundprinzip wird bis heute über die Jahrtausende nicht mehr berührt. Das Zentralmachtphänomen hat sich für viele als „Segen“ und für viele als Fluch etabliert und wird ständig angepasst und optimiert, den einen schenkt es Zeit, den anderen raubt sie es, denn Lebenszeit = guter Zugriff auf alles, was die Basalbedürfnisse befriedigt. Was der Eine zu viel verheizt fehlt dem anderen.
@Zara und Du haben da schon viele wichtige Aspekte benannt, @Ashitaka u.a. aber auch.
Wertschöpfung (= BIP schaffen) leisten nur Unternehmer, Arbeiter, Bauern usw.
Diese Wertschöpfung ist aber nichts Anderes als eine Privatisierung von Bestandteilen der Allmende ( eben das „privare“) in einem Framework der Zentralmacht. Der Unternehmer greift im vorgegebenen Framework der Zentralmacht durch Vorfinanzierung, Fleiß, Mut, Klugheit und Glück Teile aus der Allmende heraus wie eine Antilope Gras frisst, welches das Gnu auch haben will, ein Affe sich Früchte pflückt, die andere Früchtefresser auch brauchen oder der Löwe die Antilope reißt, die die Hyänen auch gerne hätten.
Damit der Unternehmer sein "privare" durchziehen und dessen Erfolg gegen die anderen "Interessenten" an den Früchten seiner Privatisierung (es war schließlich eben gerade noch Allmende) für sich behalten kann, muss er selbst verteidigen…mit Wall oder Waffe (Mauer, Kraft, Grips, Lüge, Drohung, Fluch, Tools, Kampfwaffen usw. = aneignen + im Eigentum halten („umfassendste Sachherrschaft, welche die Rechtsordnung an einer Sache zulässt“ und vorwärts verteidigen.
Das ist aber nur nötig, wenn eine Zentralmacht überhaupt etabliert ist, die alle zu diesem denken und handeln zwingt – zentristisch zwingt (der ganze Rattenschwanz mit Kredit, Steuer, Geld, Vertrag, Recht, Vorfinanzierungsproblem und Nachschuldnerherbeizerren usw..)
Dann könntest Du doch aber besser sagen:
Produktion muss immer! privat sein,
weil das Wörtchen „möglichst“ die Tür zum Wirtschaften aufstößt und damit in endlicher Zeit zum völligen Systemzusammenbruch führt.
So wie es auch einen Nachtwächterstaat nicht geben kann und darf.
Ist das zu kompliziert/falsch gedacht?
Ich habe halt Eure Diskussion über Prof. Heinsohns Kunstgriff „Start von der Mitte der Laufstrecke“ noch nicht verdaut.
Liebe Grüße
Silke