Da:

Geminus @, Hessen, Montag, 17.08.2015, 12:58 vor 3811 Tagen @ DT 5319 Views

Nein, die Stelle ist es nicht. Es ist - plusminus 500m - da:
39° 2' 24.05" N
117° 44' 8.64" E
Gruß,
G.

--
---
wer nur einen Hammer hat, sieht überall nur Nägel

Dankeschön! Dort sind aber keine Hunderte von Containern. (mT)

DT @, Montag, 17.08.2015, 13:07 vor 3811 Tagen @ Geminus 5596 Views

bearbeitet von unbekannt, Montag, 17.08.2015, 13:16

Meiner Meinung nach muß der Krater durch die Explosion von mindestens 1000 Tonnen, wenn nicht noch mehr, Ammoniumnitrat, ausgelöst worden sein.
Das ganze in Containern verpackt, 40 Tonnen pro Container. Das wären 25 Container.

Interessante Frage. Das Oklahoma City Bombing 1995 war von ca 1 Tonne ANFO ausgelöst worden, auf der Ladefläche eines Kleinlasters. Reichen also 25 große Container mit ANFO aus, um solch ein Loch zu sprengen? Vor allem, bremsen die Containerhüllen und die Stückelung das ganze nicht ab?

https://en.wikipedia.org/wiki/Oklahoma_City_bombing

[image]

Nein, das bremst nicht ab, das "feuert an" - Verdaemmung ... [edit]

CrisisMaven ⌂ @, Montag, 17.08.2015, 13:19 vor 3811 Tagen @ DT 5735 Views

bearbeitet von unbekannt, Montag, 17.08.2015, 13:34

Sprengstoffe, die man einfach so ausbreitet, "verpuffen" meist nur.

Vor allem, bremsen die Containerhüllen und die Stückelung das ganze nicht ab?

"Pyrotechnische Sätze, wie z. B. ein Wasserfallsatz, können bei freier Anzündung unter Flammenbildung abbrennen, während es unter Einschluss (Verdämmung) zu einer heftigen Deflagration oder bei einigen Substanzen, z. B. beim Blitzknallsatz, zu einer Detonation kommen kann.
Unter bestimmten Voraussetzungen kann es aber auch ohne Fremdeinschluss zu einer Verdämmung kommen. Man spricht hier von der sog. Eigenverdämmung, ..."
(Wikipedia Verdämmte Ladung)

Wikipedia Detonationsgeschwindigkeit: "Muss bei langsamen Sprengstoffen wie Schwarzpulver durch Verdämmung erst ein Druck aufgebaut werden, der mit Platzen der Verdämmung dann schlagartig seine Energie freisetzt, was auch als Knall zu hören ist, ist dieses bei Sprengstoffen hoher Detonationsgeschwindigkeit (höher als die Schallgeschwindigkeit) im Prinzip nicht mehr notwendig. Druckunempfindlichere brisante Sprengstoffe (beispielsweise TNT) werden trotzdem in feste Umhüllungen geladen. Ohne diese Hülle würde eine bis zu mehrere Millimeter dicke Außenschicht von der Ladung abgesprengt ohne zu detonieren, was die Wirkung vermindern würde." (Hervorhebung CM)

"Massenexplosiv bedeutet, dass ein Sprengstoff bei einer bestimmten Menge nicht mehr verdämmt werden muss, sondern in jedem Fall auch ohne Verdämmung explodiert und nicht nur abbrennt. Bei Schwarzpulver liegt diese Grenze zur Massenexplosivität z. B. bei ca. 1 kg. Dieser Effekt entsteht, weil der Sprengstoff sich durch sein Eigengewicht verdämmt."

Weitere Links:

Sprengstoffe - Konstruktion und Destruktion

Sprengstoff (uni-protokolle)

Und die Richtlinie, die hier in China missachtet wurde:

Richtlinie für das Zuordnen sonstiger explosionsgefährlicher Stoffe zu Lagergruppen - SprengLR 011

Wir werden es nie mit letzter Gewissheit erfahren. Auch nicht, ob es ein Anschlag war, der sich die Verhaeltnisse vor Ort zunutze macht - aber kein Terrorist oder fremder Dienst haette bei chaotischer Lagerung genau wissen und vorausberechnen koennen, wie es ausgeht.

Fuer mich spricht alles dafuer, dass das passiert, was passiert, wenn man ueber Jahre des Wirtschaftswachstums immer groessere logistische Zentren mit immer mehr Zeug anfuellt ...

[Edit:]

So schaut's aus, wenn man nicht durchschaut ...

Industrieunfälle: Explosionen

Vom Explosionsszenario zur Bemessungslast

Hat Stauffenberg zu wenig Sprengstoff für das Attentat benutzt?

Sicherheitsfachwirt (FH) Frank D. Stolt MSc. MSc, MA, CFEI, CFII, CCFI-C

Mit 1.000 kg zünden die Italiener wieder eine Quetschmine, die aber wegen zu schwacher Verdämmung verpufft und beim Gegner keinerlei Schäden hinterläßt.

Umsetzungsarten und Wirkungen von Explosivstoffen

"Das heisse und breiige TNT musste unter intensivem Rühren mit Holzstöcken von Hand in die angelieferten Bomben und Granathülsen eingefüllt werden, damit keine Lufteinschlüsse entstanden. Diese hätten den Sprengstoff zu wenig verdämmt und somit die Zerstörungskraft gemindert." (Ehemalige NS-Sprengstoffabrik Clausthal-Zellerfeld, Deckname "Werk Tanne")

"Eine maximale Sprengwirkung kann weder durch eine Faltung des Pappkartondeckels - wie von Mousli beschrieben - noch durch eine geringere Verdämmung erreicht werden." Sachverständiger Dr. Ibisch in Sprengstoffprozess

--
Mit 40 DM pro Kopf begann die Marktwirtschaft, mit 400.000 Euro Schulden pro Kopf wird sie enden.
Atomkraft | in English

Das sollte sich anhand dieses Bildes gut bewerkstelligen lassen

zip @, Montag, 17.08.2015, 13:18 vor 3811 Tagen @ DT 5200 Views

bearbeitet von unbekannt, Montag, 17.08.2015, 13:34

Hallo DT, hier:

[image]

Ich habe schon eine leise Vorahnung, auf was du hinaus bist. [[top]]

Beste Grüße vom

--
.zip

Da kommt leider kein Bild. Kannst Du es nochmal posten bitte? (oT)

DT @, Montag, 17.08.2015, 13:30 vor 3811 Tagen @ zip 4638 Views

Vielen Dank!

Hallo DT, hier:

[image]

Ich habe schon eine leise Vorahnung, auf was du hinaus bist. [[top]]

Beste Grüße vom

Kein Problem

zip @, Montag, 17.08.2015, 13:32 vor 3811 Tagen @ DT 5637 Views

Vielen Dank!

Hallo DT, hier:

[image]

Ich habe schon eine leise Vorahnung, auf was du hinaus bist. [[top]]

Direktlink:

http://i.imgur.com/3fr8D62.jpg


Beste Grüße vom

--
.zip

Dieser Krater in Tianjin hat mindestens einen Durchmesser von 100 Metern und (mT)

DT @, Montag, 17.08.2015, 13:53 vor 3811 Tagen @ zip 5472 Views

eine Tiefe von 20m. Die herumliegenden Container sind 40-Fuß Container, also 12 Meter lang. Das entsprach damals in Oppau locker 4500 Tonnen Ammoniumnitrat. Das wären mindestens 100 Container voll.

Unglaublich!

Der Rueckschluss von der Ammonium-Nitrat/Sulfat-Mischung in Oppau/BASF auf Tjanjin ist m.E. nicht zulaessig ...

CrisisMaven ⌂ @, Montag, 17.08.2015, 14:14 vor 3811 Tagen @ DT 5280 Views

... wie ueberhaupt die meisten Spekulationen hier immer nach demselben Prinzip ablaufen:

a) "Ich weiss genau, was und wie es war" und

b) "Darum schliesse ich ..."

Aber a) ist eben falsch (und meist mangels Kenntnis auch noch b)!). Wir wissen nichts bis wenig, jedenfalls bei weitem nicht genug!

Die herumliegenden Container sind 40-Fuß Container, also 12 Meter lang.

Das heisst nur, dass da Container liegen. Ob diese oder andere, die man angeblich nicht mehr sieht, weil sie angeblich selbst detoniert sind oder zerstoert wurden auf andere Weise, ueberhaupt da waren - all das wissen wir nicht!

Das entsprach damals in Oppau locker 4500 Tonnen Ammoniumnitrat.

Das ist so auch nicht richtig.

I) Es gibt andere Schaetzungen, wonach die Explosion in Oppau 1921 nur von ca. einem ZEHNTEL der Menge verursacht wurde, also ca. 500 Tonnen.

II) War es ein "schlechtes" Gemisch aus mindestens 50% Sulfat-Beimengung, zudem feucht.

Selbst wenn I) nicht zutraefe und es doch 4.500 Tonnen waren, so war der Sprengwert deutlich gemindert gegenueber reinem trockenem Ammoniumnitrat, evtl. noch inklusive Verdaemmung. Da reichen (vielleicht) schon 20 Tonnen; vielleicht.

WENN es Ammoniumnitrat ueberhaupt war!!!

Das wären mindestens 100 Container voll.

WENN es Container waren, wenn es Ammoniumnitrat war usw. usf.

Noch unglaublicher waere die Sprengwirkung, wenn es Schweizer Kaese gewesen waere!!!

--
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Atomkraft | in English

4500 versus 500 - ??

nereus @, Montag, 17.08.2015, 15:05 vor 3811 Tagen @ CrisisMaven 5120 Views

Hallo CrisisMaven!

In einem früheren Beitrag zitiertest Du zu Oppau: "Im Gebäude ... waren 4500 Tonnen Ammonsalpeter gelagert. Dort kam es am 21. September 1921 um 7:30 Uhr zu einer schweren Explosion. Sie kostete 561 Menschen das Leben, mehr als 2000 wurden verletzt.
..
Die Ursache der Explosion konnte trotz umfangreicher Ermittlungen nicht aufgeklärt werden, ... eine verheerende Kettenreaktion mündete. Die 4500 Tonnen des explodierten Düngemittelgemisches entsprachen der Explosivkraft von ungefähr ein bis zwei Kilotonnen TNT ..." (Hervorhebungen CM)

Entweder bezog sich @DT auf diesen Beitrag oder bezog sich direkt auf den Wikipedia-Eintrag.
In diesem Text liest man auch nichts von einer anderen Lagermenge.

Als @DT nun auf diese Angabe verweist, konterst Du mit:

Es gibt andere Schaetzungen, wonach die Explosion in Oppau 1921 nur von ca. einem ZEHNTEL der Menge verursacht wurde, also ca. 500 Tonnen.

Dazu verlinkst genau auf Deinen früheren Beitrag, bei dem man aber nach der Angabe von 500 Tonnen vergeblich sucht.
Nun kann es ja sein, daß es irgendwo alternative Angaben dazu gibt, obwohl die Differenz schon sehr erstaunlich wäre, denn es wäre dann nur noch ein Neuntel von den 4.500 Tonnen.

Das Wenige fand ich auf die Schnelle dazu:

4500 Tonnen Ammonsulfatsalpeter rissen an Stelle der Lagerhalle einen 130 x 90 m großen und 20 m tiefen Krater.

Quelle: http://www.oppau.info/e87206445/explosionskatastrophe-1921

Wie Tage nach der Explosion festgestellt wurde, war ein Silo, in dem 4000 Tonnen Ammoniaksulfatsalpeter gelagert waren

Quelle: http://www.lha-rlp.de/index.php?id=447

Die Explosion von 4500 Tonnen Ammoniaksulfatsalpeter hatte einen 125 Meter langen, 90 Meter breiten und knapp 20 Meter tiefen Krater ins Erdreich gerissen

Quelle: http://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/infoline_nt/thema_nt/article115410885/Die-Chemie-K...

Am Morgen des 21. September 1921 flog bei einer Routinesprengung ein ganzer Silo mit 4500 Tonnen Ammoniakdünger in die Luft.

Quelle: http://www.redaktor.de/texte/1921-09-21-BASF.html

So kam es zur Explosion, auf die eine verheerende Kettenreaktion folgte. Die Menge des Düngemittelgemisches betrug 4500 Tonnen und entsprach der Explosivkraft einer kleinen Atombombe von ungefähr ein bis zwei Kilotonnen TNT.

Quelle: http://www.chemie.de/lexikon/Explosion_des_Oppauer_Stickstoffwerkes.html

Die Menge des Düngemittelgemisches betrug 4500 Tonnen und entsprach somit der Explosivkraft einer kleinen Atombombe von ca. 1-2 Kilotonnen TNT-Äquivalent.

Quelle: http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Chemiekatastrophen.html

THE directors of the Badische Anilin- und Sodafabrik state in the Zeitschrift für Angewandte Chemie for October 4 that the explosion at the nitrogen fixation works at Oppau on September 21 took place in a store containing about 4500 tons of ammonium sulphate nitrate.

Quelle: http://www.nature.com/nature/journal/v108/n2713/abs/108278a0.html

Dürfte man freundlicherweise erfahren warum Du Deine ursprüngliche Angabe um immerhin acht Neuntel reduziert hast, obwohl es dafür offenbar wenig bis keine Quellen gibt?
Und wenn es diese gibt, könntest Du bitte den interessierten Lesern diese Quelle mitteilen?

mfG
nereus

Hallo Nereus (mT)

DT @, Montag, 17.08.2015, 15:15 vor 3811 Tagen @ nereus 5156 Views

bearbeitet von unbekannt, Montag, 17.08.2015, 15:22

CM hat sicherlich recht, daß es sich damals im Jahr 1921 um ein Gemisch von Ammoniumsulfat und Ammoniumnitrat (sogn. Ammonsulfatsalpeter) gehandelt hat. Bei einer Beimischung von 45% Sulfat dachten die Chemiker der BASF, daß es
ungefährlich sei, ihn mit Dynamit zu lockern, weil sie vorher eine Versuchsreihe angestellt hatten. Das wird auch in den verschiedenen Artikeln,
die oben verlinkt sind, zitiert. Ich habe auf den Bildern von damals keine 4000 Tonnen übriger Dünger mehr gesehen, aber wer weiß schon, aus was der Wall um den Krater bestand.

Was mich vor einigen Jahren im Rahmen von Atombombentests gewundert hat, wie beständig Erde ist, wenn es um den Schutz von Bunkern geht.

Hier eine Tabelle, welche Sprengkraft welche Kraterdurchmesser erzeugt:

https://de.wikipedia.org/wiki/Explosionskrater

Sprengkraft: 20 kt 100 kt 500 kt 4,5 Mt
Bombentyp: Typ Nagasaki-Bombe GB/USA Trident II GUS SS-25, SS-27 China DF-5a
Zielpunktabweichung: mehrere Kilometer 90 m 350 m 500 m
Kraterdurchmesser: 45 m 73 m 118 m 228 m
Bunker zerstört: 56 m 91 m 147 m 285 m

Allerdings wird dann auch hier zitiert:
"Diese Werte für den Kraterdurchmesser gelten für die Detonation auf trockenem und festem Untergrund, wobei der größte Teil der Energie oberirdisch als Luftdruckwelle und Wärmestrahlung abgegeben wird (Prinzip des geringsten Widerstands); unterirdische Explosionen führen zu weitaus größeren Kratern. So ist einer der größten Explosionskrater der Krater des Sedan-Experiments der Operation Plowshare vom 6. Juli 1962 auf dem Nevada-Testgelände. Die Sprengung war Teil eines Programms zur friedlichen Nutzung von Atomwaffen für Erdbewegungsarbeiten.

[image]
Sedan-Explosionskrater in Nevada (1962)

Der Sprengkopf hatte eine Sprengkraft von 104 kt und wurde als Untergrunddetonation in 193 m Tiefe gezündet. Die Explosion bewegte 12 Millionen t Erdreich, verursachte ein künstliches Erdbeben der Stärke 4,75 auf der Richter-Skala und hinterließ einen hochradioaktiv kontaminierten Krater mit 390 m Durchmesser und einer Tiefe von 97 m, also wesentlich größer als der Tabellenwert. Ähnliches gilt auch für Impaktkrater."

Edward Teller und andere wollten ja Atomexplosionen benutzen, um Arbeiten zB beim Kanalbau (Suez, Panama etc) oder in Tagebauen effizienter zu machen. 104 kT IN 193m TIEFE führten zu einem Krater von 390 m Durchmesser und 97m Tiefe. In Tianjin war sicherlich eine oberirdische Detonation im Spiel, für die die oberen Tabellenwerten gelten. Bei 118m Kraterdurchmesser und 147 m tiefe Zerstörung eines Bunkers waren 500 kT nötig.

In Zürcher Tagesanzeiger werden heute 21 Tonnen (keine kT) TNT für Tianjin angegeben, was mir sicherlich als zu wenig erscheint, wenn man bedenkt, daß
1921 bei der BASF ein Äquivalent von 2 kT im Spiel war, um einen ähnlich großen Krater zu erzeugen.

http://www.tagesanzeiger.ch/wissen/21-tonnen-tnt-explosive-energie-im-vergleich/story/2...

DT

Gut dokumentierte 500t TNT Explosion

CalBaer @, Montag, 17.08.2015, 19:10 vor 3811 Tagen @ DT 4835 Views

bearbeitet von unbekannt, Montag, 17.08.2015, 19:16

Filmaufnahme von einem nicht-nuklearen Test der US-Navy. Leider laesst sich nicht bestimmen, welcher Test es von den drei durchgefuehrten war. Alle sollen aber mit jeweils 500t TNT durchgefuehrt worden sein.
https://www.youtube.com/watch?v=o3bQE2FYcKs

Der Krater ist ca. 50 m vom Durchmesser, allerdings resultiert er von zwei Explosionen am selben Ort. Heutiges Luftbild des Kraters: http://binged.it/1hj3rPB

Die geopferten Schiffe waren ca. 150m lang, muessen sich nach meiner Abschaetzung nur wenige Hundert Meter von der Sprengladung entfernt befunden haben. Die Schiffe sollen die Tests recht gut ueberstanden haben, keines ist gesunken, lediglich Stahlwaende wurden verbogen sowie ein paar Antennen und Masten hat es weggeknickt.

Operation Sailor Hat:
https://en.wikipedia.org/wiki/Operation_Sailor_Hat
(mit Foto vom Krater)

Mehr Infos gibt es hier:
http://www.globalsecurity.org/wmd/ops/sailor-hat.htm

An den sichtbaren Folgen der Explosionen in China gemessen scheinen die angegebenen 21t TNT weit zu gering.

--
Ein ueberragender Teil der Oekonomen, Politiker, Banker, Analysten und Journalisten ist einfach unfaehig, Bitcoin richtig zu verstehen, weil es so revolutionaer ist.
Info:
www.tinyurl.com/y97d87xk
www.tinyurl.com/yykr2zv2

Wir koennen nur raten, aber es fuehrt nur in begrenztem Umfang zur "Wahrheit" ...

CrisisMaven ⌂ @, Montag, 17.08.2015, 19:45 vor 3811 Tagen @ DT 4582 Views

bearbeitet von unbekannt, Montag, 17.08.2015, 20:03

Bei einer Beimischung von 45% Sulfat dachten die Chemiker der BASF, daß es ungefährlich sei, ihn mit Dynamit zu lockern, weil sie vorher eine Versuchsreihe angestellt hatten.

Ja, aber, wie das so mit Laborversuchen ist, sind sie nur bedingt uebertragbar auf die Realitaet. So koennen z.B. Verunreinigungen in der Realitaet katalytisch wirken, etwa Stiefelabrieb, die man im Labor nicht mit beigemengt und daher nicht untersucht hat (das ist ein fiktives Beispiel, so etwas kommt aber immer wieder vor).

Was mich vor einigen Jahren im Rahmen von Atombombentests gewundert hat, wie beständig Erde ist, wenn es um den Schutz von Bunkern geht.

Atombomben wirken vor allem durch den erzeugten "Wind", und der wirft Gebaeude um. Einen Bunker von aussen mit Kernwaffen anzugreifen, ist eine ganz andere Nummer und erfordert u.U. die hundert- bis tausendfache Sprengkraft, die noetig waere, normale Buerohaeuser oder Wohnhaeuser dem Erdboden gleichzumachen. Direkt unter der Hiroshima-Bombe blieb ja eine Gebaeude nahezu unversehrt - aus eben diesem Grunde. Haette es nur 50 m seitlich versetzt gestanden, waere es zerstoert worden.

"Diese Werte für den Kraterdurchmesser

Solche Tabellen sind m.E. wenig einschlaegig fuer, wie in Tjanjin, "ungeplante" nicht "arrangierte" Explosionen.

Im Zürcher Tagesanzeiger werden heute 21 Tonnen (keine kT) TNT für Tianjin angegeben, was mir sicherlich als zu wenig erscheint, wenn man bedenkt, daß 1921 bei der BASF ein Äquivalent von 2 kT im Spiel war, um einen ähnlich großen Krater zu erzeugen.

Ja, die Diskrepanzen kommen eben daher, ob der Sprengstoff "ideal" positioniert ist. In Oppau konnte der Grossteil des Sprengstoffes nicht an der Kraterwirkung teilnehmen, jedoch sehr wohl den "Sturm" erzeugen (s.o., Atombomben), der alle umliegenden Gebaeude zerstoerte und in Muenchen und Frankfurt noch zu hoeren war.

Drum ist auch bei journalistischen "Ermittlungen" hier Vorsicht geboten.

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Atomkraft | in English

Quelle: "According to some descriptions, only 450 tonnes exploded, out of 4,500 tonnes of fertilizer stored in the warehouse"

CrisisMaven ⌂ @, Montag, 17.08.2015, 19:28 vor 3811 Tagen @ nereus 4438 Views

bearbeitet von unbekannt, Montag, 17.08.2015, 23:12

In diesem Text liest man auch nichts von einer anderen Lagermenge.

Stimmt, in meinem Vorbeitrag "BASF 1921: Explosion des Oppauer Stickstoffwerkes ..."

hatte ich den englischen Wikipedia-Eintrag nicht verlinkt, s. Zitat im Titel.

Dürfte man freundlicherweise erfahren warum Du Deine ursprüngliche Angabe um immerhin acht Neuntel reduziert hast, obwohl es dafür offenbar wenig bis keine Quellen gibt?

Hiermit geschehen.

Aber, wie auch heute bei Explosionen und Natuereignissen, gab und gibt es auch bei der Oppauer Explosion eben Verschwoerungstheorien, etwa, dass es sich um ein geheimes deutsches Waffenlager gehandelt habe (Deutschland war aufgrd. des Versailler Vertrages ja nur eine minimale Bewaffnung gestattet, die Deutschland permanent unterlief, indem es eine "schwarze Reichswehr" unter Fahnen hielt und diese in der Sowjetunion heimliche Manoever abhielt - Parteien von ganz links bis ganz rechts hielten damals dicht, was zur Vermutung fuehren darf, dass die offizielle Geschichte der Weimarer Republik nicht die ganze, d.h. wahre, ist).

Hinzu kommt, dass Fritz Haber, dessen chemischer Prozess dazu fuehrte, dass man Ammoniumnitrat in industriellem Massstab als Ersatz-Duenger herstellen konnte, auch an anderen Ruestungsprojekten beteiligt war.

Dass eine solche Explosion fremde Geheimdienste auf den Plan rief und bis heute Zweifelsfragen bleiben, ist daher nicht verwunderlich.

Jedenfalls bleibt aber zu bemerken, wenn es um den Vergleich mit Tjanjin geht: das Oppauer Gemisch war nach hergebrachter Meinung nicht explosionstauglich, was sich dann zwar als Irrtum erwies, aber fuer einen Sprengstoffexperten ist eben klar, dass man denselben Effekt mit reinem Ammoniumnitrat erzielen kann, wenn man wesentlich weniger Material nimmt!

Und somit ist ein Schluss von Oppau darauf, "wieviel" in Tjanjin gelagert habe und explodiert sein muesse, wissenschaftlich falsch.

Im Uebrigen weiss man es aber noch nicht einmal, was genau da explodierte, denn: Ammoniumnitrat wird zu Gas (Wasserdampf, Stickstoff, Ammoniak, ein paar nitrose Gase usw.) - es laesst sich nach der Explosion nicht mehr nachweisen.

Dass es Ammoniumnitrat war, ist m.E. eine vielleicht begruendete, aber nicht bewiesene Vermutung.

Auch andere Explosivstoffe, etwa TNT, Nitroglycerin, Nitropenta etc., sind hinterher so gut wie weg, ebenso tausende andere industriell genutzte Substanzen, meist Zwischenprodukte, die man zwar nie zu Sprengungen verwendet, die aber unter geeigneten Umstaenden, insbesondere bei geeigneter Initialzuendung, "hervorragende" Sprengstoffe abgeben.

Ich vermute mal, dass bei den weitraeumigen Zerstoerungen sogar die Ladepapiere und die Computersysteme in den Lagerhaeusern zerstoert wurden, so dass man kaum je das genaue Stoffgemisch erfahren wird.

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vieles ist möglich

nereus @, Dienstag, 18.08.2015, 07:47 vor 3810 Tagen @ CrisisMaven 4431 Views

Hallo CM!

Danke für die nachgelieferte Info.

Du schreibst: Im Uebrigen weiss man es aber noch nicht einmal, was genau da explodierte, denn: Ammoniumnitrat wird zu Gas (Wasserdampf, Stickstoff, Ammoniak, ein paar nitrose Gase usw.) - es laesst sich nach der Explosion nicht mehr nachweisen.
Dass es Ammoniumnitrat war, ist m.E. eine vielleicht begruendete, aber nicht bewiesene Vermutung.

So ganz unklar scheint es mittlerweile aber nicht mehr zu sein, siehe hier:

Die gefährlichen Chemikalien bei den Explosionen in einem Lagerhaus in Tianjin konnten identifiziert werden.
Wie das Tianjiner Amt für Sicherheitsüberwachung bekannt gab, hätten sich die gefährlichen Chemikalien, die die Explosionen verursachten, hauptsächlich in der Lade- und Ankunftszone des Lagerhauses befunden. Die Chemikalien seien identifiziert worden. Demnach seien unter anderem
Natriumchlorat, Kaliumnitrat, Cyclohexylamin und Cyannatrium für die Explosionen verantwortlich gewesen.

Quelle: http://german.china.org.cn/china/2015-08/16/content_36320614.htm

Dass eine solche Explosion fremde Geheimdienste auf den Plan rief und bis heute Zweifelsfragen bleiben, ist daher nicht verwunderlich.

Eben, ausschließen sollte man so etwas grundsätzlich nicht, wenn man den Blick in alle Richtungen frei haben will.
Es wäre schließlich nicht die erste verheerende Explosion, die von Nachrichtendiensten gesteuert wurde.

Eine der Fragen ist, wie die Firma Ruihai International Logistics CoLtd eine so große Menge an gefährlichen Chemikalien im Lagerhaus lagern konnte, einige davon sogar außerhalb der Halle. Southern Metropolis Daily hat berichtet, dass die Firma 700 Tonnen hochgiftiges Natriumcyanid außerhalb der Halle lagerte, als sich die Explosion ereignete. „Die erste Frage ist, wie es der Firma erlaubt werden konnte, eine so große Menge giftiger Chemikalien zu lagern“, sagte Dong Wengeng, ein Professor für Sicherheitsarchitektur an der Hebei University of Science and Technology.

Der Zeitungsbericht sagte, die Firma hätte die Erlaubnis für die Einlagerung von ungefähr 10 Tonnen Natriumcyanid gehabt. Die Webseite der Firma sagte, man könne Lagermöglichkeiten für sechs Kategorien an gefährlichen Chemikalien anbieten. Nach Ansicht von Experten für Chemie ist der Mix an Chemikalien in dem Lagerhaus hochgradig unprofessionell. „Man kann niemals sechs unterschiedliche Kategorien an Chemikalien in derselben Einrichtung unterbringen, da sie bei einer Vermischung eine Explosion ergeben könnten“, sagte Dong. „Es macht die Arbeiten für die Feuerwehrleute auch extrem schwierig. Im Falle eines Feuers können einige Stoffe bei Kontakt mit Wasser explosionsartig reagieren. Man müsste diese also mit Trockenpulver löschen, was wiederum andere Stoffe zur Explosion bringen kann.“

Quelle: http://german.china.org.cn/china/2015-08/17/content_36328238.htm

Offenbar ist es also auch in China nicht üblich so fahrlässig mit Explosivstoffen umzugehen.
Daher sind also verschiedene Szenarien denkbar.

Totaler Leichtsinn bei Ruhai Logistic wegen Unkenntnis oder Geldgier.

Ein anonymer Insider der Tianjiner Stadtplanungsbehörde sagte, dass Tianjin die chemische Industrie in den letzten Jahren zu stark entwickelt hätte, was eine Abweichung vom ursprünglichen Plan dargestellt habe, berichtete die National Business Daily.

Quelle: http://german.people.com.cn/n/2015/0815/c209052-8936661.html

Eine Umschreibung für Kohle machen um jeden Preis.
Andererseits kann ein Dienst solch bösen Lücken nutzen, um ein Zeichen zu setzen.

Zunächst geriet der durch die Explosionen verletzte und sich in Polizeigewahrsam befindende Chef des Logistikunternehmens, Zhi Feng, in den Fokus der Diskussionen. Ihm wurden wegen seines in China seltenen Familiennamens verwandtschaftliche Beziehungen mit dem stellvertretenden Bürgermeister von Tianjin, Zhi Shenghua, nachgesagt. In China mehren sich jedoch die Gerüchte, wonach Zhi Feng nur ein kleiner Fisch in den Verstrickungen rund um Ruihai Logistics sei. Es gibt gar Vermutungen, mit den Explosionen hätten die Täter Spuren verwischen wollen. Um welche es sich dabei genau handelt, bleibt wie so vieles im Verborgenen.

Jenseits der Spekulationen um Zhi Feng sorgt nun die Gesellschafterstruktur von Ruihai Logistics für Stirnrunzeln. Offiziell hat das Unternehmen mit Li Liang und Shu Zheng zwei Teilhaber; Li hält 55% der Anteile, Shu die restlichen 45%. Von Letzterem ist ein Interview aufgetaucht, in dem er gesteht, er halte die Anteile nur für einen Freund, dessen Namen er nicht nennen wolle. Der Unbekannte habe die Identität des 32-jährigen Shu benötigt, um Ruihai Logistics registrieren zu lassen. Er selbst sei beim Staat angestellt, fügte Shu zu seiner Entlastung an, und habe nie für das Logistikunternehmen gearbeitet oder Verträge unterzeichnet. Allein diese Verschwiegenheit und die Rolle des Staatsbediensteten Shu, die Anteile von Ruihai Logistics nur zum Schein zu halten, werfen Spekulationen über die Person auf, die hinter den Machenschaften steht.

Quelle: http://www.nzz.ch/wirtschaft/wirtschaftspolitik/die-dubiosen-machenschaften-in-tianjin-...

Wie gesagt, vieles ist denkbar.

mfG
nereus

Ist auch das denkbar? (Chinas Ex-Regierungs-Chef)

Leser23 @, Dienstag, 18.08.2015, 11:46 vor 3810 Tagen @ nereus 4271 Views

bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 18.08.2015, 11:52


Wie gesagt, vieles ist denkbar.

mfG
nereus

Wenn Du von Vielem redest, dann darf das nicht fehlen:

http://www.epochtimes.de/Insider-Exklusiv-zu-Tianjin-Explosion-Weil-er-Chinas-kuenftige...

(Link in dieser Zusammenfassung gefunden:)

https://homment.com/China-Tianjin-Explosion-mindestens-3000tTNT-nuklear-nicht-21t

wenngleich es sehr mysteriös klingt!

--
Mahatma Gandhi:
"Ziviler Ungehorsam wird zu einer heiligen Pflicht, wenn der Staat den Boden des Rechts verlassen hat."

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Wandere aus, solange es noch geht.