Warum Landwirte keinen Kunstdünger und keine Spritzmittel brauchen - letzter Teil 3

Leser68 @, Dienstag, 11.08.2015, 12:48 vor 3817 Tagen 4109 Views

bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 11.08.2015, 12:53

Dies ist der dritte und letzte Teil meiner Serie zur biologischen Landwirtschaft.

Auch im Boden geht es wie auf der Erde bzw. im sonstigen Tierreich um fressen und gefressen werden. Aber auch im Boden hat alles seinen Sinn. In den letzten beiden Teilen ging es um den Nachweis einer ausreichenden Menge an Mineralien für lange Zeit auch bei ständiger Ernte ohne externe Düngung sowie um die Fähigkeiten von Mikroorganismen, die im Boden ausreichend vorhandenen Mineralstoffe aus Sandkörnern und Steinen zu lösen.
Jetzt kommt noch der entscheidende Teil nämlich wie diese gelösten Mineralien in die Pflanzen kommen.
Auch etwa die Forscher Raoúl Francé und seine Frau Annie Francé-Harrar haben diese Entdeckungen schon Anfang des letzten Jahrhunderts gemacht, wenn sie dies auch nicht so deutlich herausgearbeitet haben (s. z.B. das Buch "Die letzte Chance" von Annie Francé-Harrar).

Dazu jetzt ein entscheidendes Dokument über die Arbeit von Dr. Elaine Ingham:

"Published on 7 Dec 2006 by Energy Bulletin.
Soil food web - opening the lid of the black box
by Bart Anderson
...
Plants can release through their roots as much as 20% of their photosynthetic production. (Figure from Science; Ingham quotes higher figures.[in ihrem Vortrag "Root of your profits" nennt sie 50%])
...
Among the services that bacteria and fungi provide for plants:

- Building soil structure. Bacteria glue together small aggregates (clumps of soil); fungi glue them into larger aggregates.

- Storing nutrients and releasing them in forms plants can use. A "microbial sponge" Moldenke calls the phenomenon. One way micro-organisms do this is by incorporating nitrogen and other nutrients in their own bodies - a much less leachable form than if the nutrients were in their inorganic forms

- Protecting plants against diseases and pests. Beneficial bacteria and fungi out-compete pathogens and occupy potential sites of infection on the plant."
http://www.resilience.org/stories/2006-12-07/soil-food-web-opening-lid-black-box

Bakterien nehmen also die Mineralien, die sie von den Sandkörnern und Steinen nehmen in sich auf, erzeugen eine Art Klebstoff mit dem sie sich, Sandkörner und Biomasse zusammenkleben und so Mikroklumpen bilden. Pilze verbinden diese Mikroklumpen zu größeren Klumpen (die gute Bodenstruktur eines humosen Bodens).
Der entscheidende Punkt ist jetzt, dass Bakterien, Algen und Pilze, die Mikroorganismen, die für die Zersetzung von Biomasse und die Auflösung von Gestein und damit die Freisetzung von Mineralien sorgen, diese Mineralien und Biomassebestandteile in sich aufnehmen - quasi als Lebensmittel. Durch dieses In-sich-Aufnehmen dienen die Mikroorganismen zum einen als Mineralspeicher zum anderen aber auch als Auswaschungsverhinderer (auch Dank der Verklebung). Von den aufgenommenen Mineralien bestreiten sie ihr Wachstum und ihre Fortpflanzung - zudem liefert die Pflanze einen großen Teil der dafür nötigen Energie in Form von Kohlehydraten und Proteinen. Wie auf dem Boden auch, gibt es im Erdboden wiederum sogenannte Räuber, die sich von Mikroorganismen ernähren. Diese Räuber sind z.B. Mikronematoden und Protozoen (räuberische Einzeller). Diese werden wiederum von Mikroarthropoden oder Makronematoden gefressen. Diese Nahrungskette geht bis hin zu Vögeln, Regenwürmern oder Maulwürfen.
Wenn Bakterien, Algen oder Pilze gefressen werden, wird der größte Teil der Mineralien, aus denen diese Mikroorganismen aufgebaut waren, von den Räubern ausgeschieden - idealerweise in einer für Pflanzen leicht verfügbaren Form. Da die Mikroorganismen jeweils in enger Symbiose mit den Pflanzen leben, die diese mit Zucker und Stärke, also den pflanzlichen Stoffwechselprodukten als Wurzelausscheidungen (Wurzelexsudate) versorgt, leben die Mikroorganismen direkt bei oder sogar in (arbuskuläre Pilze) den Wurzeln. Durch das Gefressenwerden werden also die Mineralien in direkter Umgebung der Wurzeln frei und umgehend von den Wurzeln aufgenommen. Dazu muss man aber noch ergänzen, dass Pilze, speziell die arbuskulären Pilze, direkt mit den Wurzeln verbunden sind und über die Pilzfäden Nährstoffe und Wasser von weit her zu den Pflanzen bzw. Wurzeln bringen und eben im Austausch Kohlehydrate oder Proteine bekommen.
Durch Bodenbearbeitung werden vor allem die vielen Pilzfäden im Boden zerstört, die quasi ein zusätzliches Wurzelwerk für Pflanzen sind - mindestens noch einmal so groß. In dem folgenden Vortrag kann man dazu einige überwältigende Bilder sehen (z.B. bei 20:10):

Dr. Christine Jones - An Australian perspective on managing rangelands for drought (1h1min)
https://www.youtube.com/watch?v=salOtdeYE6k

Durch die optimale Ausstattung des Bodens mit Mikroorganismen sind laut Frau Ingham z.B. keine Fruchtwechsel mehr nötig. Die Wasserspeicherfähigkeit wird um ein Vielfaches höher. Man benötigt eben keine Dünger und keine Spritzmittel mehr, weil alles, was die Pflanze braucht, über die Symbiosen geliefert werden. Allerdings braucht es eine gewisse Zeit bis die Symbiosen voll ausgebildet sind. In ihrem Vortrag "The root of your profits" erwähnt Frau Ingham allerdings, dass nach Anwendung von Injektionen in den Boden mit Mikroorganismen-Lösungen eine Wiese/Weide innerhalb von ein paar Wochen sehr fruchtbar wurde.

Das ist nicht voellig falsch.

Dragonfly @, Dienstag, 11.08.2015, 18:26 vor 3816 Tagen @ Leser68 2951 Views

Auch eine Flechte (Symbiose zwischen Pilz und Alge) waechst auf Steinen. Das Problem ist die Wachstumsgeschwindigkeit, bzw. im Fall des Landwirts, die Ausbeute pro Zeit pro Quadratmeter. [[freude]]

Ist es denn nicht so, dass

Leser68 @, Mittwoch, 12.08.2015, 11:27 vor 3816 Tagen @ Dragonfly 2455 Views

z.B. Bakterien ein exponentielles Wachstum an den Tag legen, wenn die Umgebungbedingungen (Wasser, Wärme, Nährstoffe) stimmen?

Die chemische Reaktionsgeschwindigkeit verdoppelt sich übrigens alle 10°C. Aber das wusstest Du sicher schon.

Ansonsten kann ich nur wieder einmal auf das Video bzw. den Vortrag von Dr. Elaine Ingham verweisen:


The Roots of Your Profits - Dr Elaine Ingham, Soil Microbiologist, Founder of Soil Foodweb Inc
https://www.youtube.com/watch?v=x2H60ritjag

Diese Frau ist keine Bildzeitungsjournalistin und auch keine Höhlenforscherin, sondern seit Jahrzehnten mit der Erforschung des Bodens beschäftigt.

Die stimmen bei Dir aber nicht.

Dragonfly @, Mittwoch, 12.08.2015, 11:47 vor 3816 Tagen @ Leser68 2509 Views

z.B. Bakterien ein exponentielles Wachstum an den Tag legen, wenn die
Umgebungbedingungen (Wasser, Wärme, Nährstoffe) stimmen?

Ja. Die Bedinungen stimmen aber bei Dir nicht, weil Du ja nicht duengen willst.

Die chemische Reaktionsgeschwindigkeit verdoppelt sich übrigens alle
10°C. Aber das wusstest Du sicher schon.

Nein, aber ich weiss, dass dies falsch ist. Das ist eine Daumenregel fuer biologische Systeme, die nix mit Chemie zu tun hat. Und selbst bei biologischen Systemen stimmt sie nur auesserst begrenzt. Das gibt ne Kopfnuss wenn Du das einem Chemiker erzaehlst.

Hier zu den Flechten:

Das Wachstum von Flechten ist sehr langsam. Einheimische Baumflechten wachsen nur 1-4 mm im Durchmesser pro Jahr. Noch viel langsamer wächst die Landkartenflechte (Rhizocarpon geographicus), die es gerade auf 4 mm in 100 Jahren bringt.

Hmm, irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich bei Dir völlig umsonst schreibe

Leser68 @, Mittwoch, 12.08.2015, 12:18 vor 3816 Tagen @ Dragonfly 2435 Views

z.B. Bakterien ein exponentielles Wachstum an den Tag legen, wenn die
Umgebungbedingungen (Wasser, Wärme, Nährstoffe) stimmen?


Ja. Die Bedinungen stimmen aber bei Dir nicht, weil Du ja nicht duengen
willst.

Falls Du meine beiden letzten Beiträge aufmerksam gelesen hättest, würdest Du das nicht schreiben.
Der Boden bzw. die darin lebenden Organismen SIND der Dünger!
Auch Stickstoff kann von Organismen produziert werden. Das sind die diazotrophen Bakterien. Bitte nachschauen im Netz, falls Interesse besteht.

Die chemische Reaktionsgeschwindigkeit verdoppelt sich übrigens alle
10°C. Aber das wusstest Du sicher schon.


Nein, aber ich weiss, dass dies falsch ist. Das ist eine Daumenregel fuer
biologische Systeme, die nix mit Chemie zu tun hat.

Wovon die Reaktionsgeschwindigkeit abhängt
3. Abhängigkeit von der Temperatur
Erhöht man die Temperatur, so wird der Anteil der schnellen und damit energiereichen Teilchen größer. Es erhöht sich dadurch auch die Anzahl der wirksamen Zusammenstöße. Die Reaktionsgeschwindigkeit nimmt zu.
Eine Erfahrungsregel sagt: Bei vielen Reaktionen führt eine Temperaturerhöhung um 10 °C zu einer Verdopplung der Reaktionsgeschwindigkeit.
Dies ist die sog. Reaktionsgeschwindigkeits-Temperatur-Regel, kurz RGT-Regel genannt.

http://www.chemieunterricht.de/dc2/katalyse/wovon-v.htm

Dies sind also Infos aus der Chemie, nicht der Biologie.

Ganz genau wird die Reaktionsgeschwindigkeit über diese Regel bestimmt, aber mit meiner Faustformel, die ich noch vom Chemieunterricht in der Schule von vor 30 Jahren im Kopf hatte, lag ich ja einigermaßen richtig:


https://de.wikipedia.org/wiki/RGT-Regel


Hier zu den Flechten:

Das Wachstum von Flechten ist sehr langsam. Einheimische Baumflechten
wachsen nur 1-4 mm im Durchmesser pro Jahr. Noch viel langsamer wächst die
Landkartenflechte (Rhizocarpon geographicus), die es gerade auf 4 mm in 100
Jahren bringt.

Schon komisch, oder? Da gibt es auf Bäumen und auf Felsen keine Bodenschicht und trotzdem wachsen Flechten so langsam! Wie kommt das blos?
Vielleicht sollte man die mit so Dünger aus dem Baumarkt öfters mal übergießen?

Das "Minimum-Gesetz" von Sprengel

Dragonfly @, Mittwoch, 12.08.2015, 12:53 vor 3816 Tagen @ Leser68 2503 Views

irgendwie habe ich das Gefühl, dass ich bei Dir völlig umsonst schreibe -

Vielleicht solltest Du einfach weniger Bloedsinn schreiben?

Falls Du meine beiden letzten Beiträge aufmerksam gelesen hättest,
würdest Du das nicht schreiben.
Der Boden bzw. die darin lebenden Organismen SIND der Dünger!
Auch Stickstoff kann von Organismen produziert werden. Das sind die
diazotrophen Bakterien. Bitte nachschauen im Netz, falls Interesse
besteht.

Jung. Ich habe das studiert, ich muss da nichts nachschauen. Stickstoffixierende Bakterien sind bekannt und selbst hier im Forum ein alter Hut. Interessant ist die Einbrindung von Stickstoffixierenden Genen aus MO in Pflazen. Das ist hier aber nicht das Thema.

Ich weiss jetzt nicht, wie ich es Dir erklaeren soll. Vielleicht ein Diagram zeichnen? Nochmal

JA, PFLANZEN KOENNEN OHNE DUENGER LEBEN UND STICKSTOFF, U.A. DURCH SYMBIOSE MIT STICKSTOFFBASIERTEN BAKTERIEN AUFNEHMEN. DAS DAUERT ABER VIEL ZU LANGE UND DIE AUSBEUTE IST ZU GERING. DESWEGEN NIMMT DER LANDWIRT ___DUENGER___. [[freude]]

RGT-Regel genannt. [/i]
http://www.chemieunterricht.de/dc2/katalyse/wovon-v.htm

Dies ist eine Regel fuer in erster Linie biologische Systeme und auch dort nur in engen Grenzen. Das brauchst Du mir als promovierten Chemiker nicht zu erkaeren und ist ausserdem fuer Deine Argumentation voellig unrelevant.

Schon komisch, oder? Da gibt es auf Bäumen und auf Felsen keine
Bodenschicht und trotzdem wachsen Flechten so langsam! Wie kommt das blos?

Weil Sie Naehrstofflimitiert wachsen? Was ich Dir die ganze Zeit versuche zu erklaeren?

Vielleicht sollte man die mit so Dünger aus dem Baumarkt öfters mal
übergießen?

Genau. Wobei ich mir nicht sicher bin, dass dies bei einem so komplexen System wie einer Flechte funktionieren wuerde. Fuer den Pilz waere das kein Problem, fuer die Alge in der Flechte vermutlich schon.

Ja. Du kannst ohne Duenger Landwirtschaft betreiben. Ueberhaupt kein Problem. Nur Deine Ausbeute wird viel viel geringer sein.


C&P aus Wikipedia

Das "Minimum-Gesetz" von Sprengel

Jede Pflanze benötigt die Nährstoffelemente in einem bestimmten Mengenverhältnis, wie oben anhand der typischen Zusammensetzung der Biomasse gezeigt wurde. Das Minimumgesetz von Carl Sprengel, 1828 veröffentlicht, 1855 von Justus von Liebig popularisiert,[1] besagt: Dasjenige Element, das im Vergleich mit dem benötigten Mengenverhältnis in der minimalen Menge verfügbar ist, bestimmt über das maximal mögliche Wachstum der Pflanze.[2] Es kann kein Nährelement durch ein anderes ersetzt werden. Daher gleicht der Überschuss eines Elements nicht die Unterversorgung mit einem anderen Nährelement aus.

Als bekanntes Vergleichsbild wird oft ein offenes Fass aus unterschiedlich langen Dauben dargestellt (Minimum-Tonne), welches mit Wasser gefüllt wird. Die Dauben repräsentieren dabei die vorhandene Mengen je eines Nährstoffes. Das Fass kann nur bis zum Niveau der kürzesten Daube mit Wasser gefüllt werden.

Große Bedeutung hat das Gesetz vom Minimum beim Düngen. Hier wird versucht, die Nährstoffe möglichst genau im Verhältnis ihres Bedarfs zur Verfügung zu stellen. Deshalb müssen vorher durchgeführte Bodenanalysen zeigen, von welchen Elementen um wie viel aufgestockt werden sollte.

Geschmacklose Früchte und die alten Ägypter

Leser68 @, Mittwoch, 12.08.2015, 12:23 vor 3816 Tagen @ Leser68 2698 Views

In Zusammenhang mit der Lösung von Mineralien bzw. Spurenelementen aus Sandkörnern und Steinen im Boden durch die Mikroorganismen mit Hilfe starker Säuren sollte einem eigentlich klar werden, dass die heutigen Früchte (Gemüse und Obst), die mit Hilfe der Agrarindustrie in den Supermärkten angeboten werden, normalerweise einen Mangel an Mineralien/Spurenelementen haben dürften. Denn es werden zwar inzwischen, wie es Frau Dr. Ingham in ihrem Vortrag erläutert, einiges mehr an Nährstoffen/Spurenelementen in die Dünger mit dazugetan, weil man erkannt hat, dass eine Pflanze nicht nur N(Stickstoff), P(Phosphor) und K(Kalium) braucht, sondern mindestens 40 (in Worten: vierzig) verschiedene Elemente. Aber das Problem ist, dass ohne entsprechendes Bodenleben, das die Nährstoffe Dank ihrer organischen Aktivität im Boden halten kann (so dass sie nicht ausgewaschen werden), kaum etwas davon bei den Pflanzen, d.h. deren Früchten, ankommt.
So sind dann die inzwischen relativ geschmacklosen oder sogar schlecht schmeckenden Früchte (z.B. Gurken und Karotten) zu erklären.
Bei Gurken ist es z.B. so, dass diese beim Schälen teilweise sogar stinken. Dies hängt mit dem hohen Nitratgehalt zusammen, den diese aufweisen. Die dunkelgrüne Farbe der Gurken weist daraufhin, so wie man dies auch bei Getreidefeldern im April oder Mai sehen kann, wenn die Halme ein erstaunliches Dunkelgrün oder gar ein dunkles Blaugrün aufweisen. Dies kommt von übermäßigen Stickstoffgaben (Nitrate = Salze und Ester der Salpetersäure).

Dazu ein Zitat aus einem Kapitel eines Buches von Annie Francé-Harrar:

Chemie des Bodens
Daß unsere Gemüse in der überwiegenden Hauptsache so bereit sind, die künstlichen Salze, die man ihnen verabreicht, zu verwerten, hat seinen ganz besonderen Grund. Sie stammen nämlich fast ausschließlich von Halophyten ab, denn man hat sie aus der salzliebenden Strandvegetation herausgezüchtet. Das gilt für Spinat, Salat, Kohlarten, Lauch, Rüben, auch für die Zuckerrübe. Sie sind also verhältnismäßig unempfindlich gegen die Schädigungen aller Bodensalze, die ja auch durch das Meerwasser im Ufersand einsickern.

aus "Die letzte Chance"


Was mich etwas wundert ist, warum all die Früchte, die von den Äckern oder aus den Industrie-Gewächshäusern kommen, trotz all ihrem Mangel an Nährstoffen trotzdem noch so wie normale, gesunde Früchte aussehen, d.h. eine Tomate sieht aus wie eine normale Tomate genauso wie eine Paprika etc.

Die alten Ägypter waren laut Geschichtsbüchern ja immer auf die alljährlichen Frühjahrshochwässer des Nils angewiesen, weil dieser den fruchtbaren Schlamm aus den Ländern oberhalb von Ägypten brachte.
Mit dem heutigen Wissen kann man sagen, dass die alten Ägypter, die doch so erstaunliche Dinge wie etwa die Pyramiden zu Wege brachten, nur wenig Ahnung von Biologie hatten. Denn es hätte keiner Nilfluten bedurft, um genügend gute Nahrung im Land, genauer in jedem(!) Land, produzieren zu können. Einzig das Wasser, d.h. die Nilfluten, ist natürlich auch damals schon eine sehr wichtige Lebensquelle in dieser trockenen Gegend gewesen.
Aber auch hier gibt es natürliche Abhilfen wie ich demnächst zeigen werde. Ein Vorabhinweis schon mal: Bäume.

Bäume und Wasser

modesto, Mittwoch, 12.08.2015, 12:49 vor 3816 Tagen @ Leser68 2619 Views

Bei uns im trockenen Süden pflanzten und pflanzen die Kleinbauern und Privaten, die nur ihren eigenen Clan damit ernähren, Gemüse zwischen die Reihen der Olivenbäume.

Zum einen gibt es einen lichtdurchbrochenen Schatten, zum anderen ziehen die Wurzeln aus großer Tiefe Wasser nach oben.

Und große Freude herrscht bei Auskennern hier, wenn ein erworbenes Grundstück auch felsige Inseln hat. Genau dort werden Obstbäume gepflanzt.
Die Felsen schwitzen unterirdisch und versorgen die Wurzeln der jungen Bäume mit.

Lese sehr gern mehr zum Thema Wasser & Bäume!

Gruss modesto

Hier ist schon mal ein Teil der Lösung (mit Bäumen gegen Dürren)

Leser68 @, Freitag, 14.08.2015, 16:00 vor 3813 Tagen @ modesto 2407 Views

Hallo Modesto,
das folgende Bild zeigt einen Teil der Lösung:

Weizen unter Pappeln
[image]

Von hier:
http://www.aftaweb.org/latest-newsletter/temporate-agroforester/94-2006-vol-14/april-no...

Hier in groß: http://www.agroforst.de/grafiken/afs2.jpg

Von hier:
http://www.agroforst.de/4-safe.html

Es zeigt glaube ich ein Versuchsfeld des SAFE-Projekts des französischen Instituts INRA (L'Institut national de la recherche agronomique), also einem französischen Landwirtschaftforschungsinstituts, in Montpellier:

http://www.montpellier.inra.fr/


Das Bild ist ein gutes Beispiel für das Prinzip Agroforstwirtschaft, d.h. Landwirtschaft und Forstwirtschaft kombiniert.

Speziell im Süden sind die schattenspendenden und windbremsenden Eigenschaften von Bäumen sehr wichtig. Dadurch wird jeweils die Verdunstung reduziert. Gleichzeitig wird durch den Laubfall jedes Jahr Kompost bzw. Düngergrundlage, also Nahrung für das Bodenleben zusätzlich zu den Dreschresten, geliefert.
In Kalifornien dagegen sieht man in den großen Anbaugebieten des Central Valley und des Imperial Valley weit und breit keinen Baum oder Strauch, der etwas Schatten spenden könnte trotz der großen Hitze und der zum teil starken Winde dort (= Föhnprinzip).

Pflügen und Wurzeln?

bulla @, Freitag, 14.08.2015, 16:11 vor 3813 Tagen @ Leser68 2175 Views

Landwirtschaft und Forstwirtschaft kombiniert.

Speziell im Süden sind die schattenspendenden und windbremsenden
Eigenschaften von Bäumen sehr wichtig. Dadurch wird jeweils die
Verdunstung reduziert. Gleichzeitig wird durch den Laubfall jedes Jahr
Kompost bzw. Düngergrundlage, also Nahrung für das Bodenleben zusätzlich
zu den Dreschresten, geliefert.

Hi,

ich bin zwar Laie, was mit allem zusammenhängt, dessen Farbe Grün ist, aber wie begegnet man hierbei dem Wurzeltrieb der Bäume? Wiki sagt über Pappeln, dass sich diese horizontal ausbreiten sowie recht lang und dünn sind, zudem auch nach oben austreiben zwecks Vermehrung; daher würde ich mich als erstes fragen, wie man verhindert, dass sich im Pflug, in 20-40cm Tiefe, Wurzeln verheddern oder rasiert werden?

Pflügen, Wurzeln und Agroforstwirtschaft

Leser68 @, Samstag, 15.08.2015, 02:22 vor 3813 Tagen @ bulla 2001 Views

Hallo,


ich bin zwar Laie, was mit allem zusammenhängt, dessen Farbe Grün ist,
aber wie begegnet man hierbei dem Wurzeltrieb der Bäume?

Wenn ich mich richtig erinnere, dann werden die Wurzeln seitlich jeweils abgeschnitten, so dass die Wurzeln dann mehr in die Tiefe und nicht mehr in die Breite wachsen. Das passiert wohl bei jungen Bäumen.
Genaueres können sicher die Wissenschaftler vom INRA erzählen.

In der Nähe von Avignon sind jede Menge Felder inzwischen auf diese Art der Bewirtschaftung eingerichtet.

Ertrag

Domac @, Freitag, 14.08.2015, 21:26 vor 3813 Tagen @ Leser68 2469 Views

Hallo Modesto,
das folgende Bild zeigt einen Teil der Lösung:

Weizen unter Pappeln
[image]

Von hier:
http://www.aftaweb.org/latest-newsletter/temporate-agroforester/94-2006-vol-14/april-no...

Hier in groß: http://www.agroforst.de/grafiken/afs2.jpg

Von hier:
http://www.agroforst.de/4-safe.html

Es zeigt glaube ich ein Versuchsfeld des SAFE-Projekts des französischen
Instituts INRA (L'Institut national de la recherche agronomique), also
einem französischen Landwirtschaftforschungsinstituts, in Montpellier:

http://www.montpellier.inra.fr/


Das Bild ist ein gutes Beispiel für das Prinzip Agroforstwirtschaft, d.h.
Landwirtschaft und Forstwirtschaft kombiniert.

Speziell im Süden sind die schattenspendenden und windbremsenden
Eigenschaften von Bäumen sehr wichtig. Dadurch wird jeweils die
Verdunstung reduziert. Gleichzeitig wird durch den Laubfall jedes Jahr
Kompost bzw. Düngergrundlage, also Nahrung für das Bodenleben zusätzlich
zu den Dreschresten, geliefert.
In Kalifornien dagegen sieht man in den großen Anbaugebieten des Central
Valley und des Imperial Valley weit und breit keinen Baum oder Strauch, der
etwas Schatten spenden könnte trotz der großen Hitze und der zum teil
starken Winde dort (= Föhnprinzip).

Oder nutzt mein einfach nur den Platz zwischen den Reihen, weil sonst die betriebswirtschaftliche Seite komplett ins Minus gerät?

Erträge bei biologischer Landwirtschaft

Leser68 @, Samstag, 15.08.2015, 03:18 vor 3813 Tagen @ Domac 4342 Views


Oder nutzt mein einfach nur den Platz zwischen den Reihen, weil sonst die
betriebswirtschaftliche Seite komplett ins Minus gerät?

Ich verstehe die Frage nicht.

In diesem Beitrag
http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=350328

hatte ich etwas zu den Erträgen der biologischen Landwirtschaft, aufgrund eines Vortrages des Biobauern Friedrich Wenz, geschrieben:


In diesem Film (ab Minute 1:45) kann man gut erkennen wie schnell sich biologische Ackerbaumethoden auf die Pflanzengesundheit auswirken: Ein lange Jahre konventionell bearbeitetes Feld wird umgewandelt in ein biologisch bearbeitetes Feld:

moderner biologischer Landbau Teil 3 (Vortrag von Friedrich Wenz auf einem Landwirtschaftstreffen in Magdeburg(?) in 2011(?))
https://www.youtube.com/watch?v=Bvcln-Le_7o

Grobe Arbeitsweise aus Film über Feldumwandlung ab 2002:
1. Jahr wird Klee gesät (März? April?) und es kann alles wachsen was wachsen will. "Unkräuter" wachsen nur dann wenn ein entsprechender Keimimpuls da ist, wenn etwas zu tun ist bzw. wenn es entsprechende Wachstumsmöglichkeiten (verarmter, vernässter, überdüngter Boden etc.) gibt. 1. Mahd im Juni, Mahd bleibt liegen. Insgesamt wird drei bis viermal gemäht. Im Herbst wird Getreide (Winterweizen) in Direktsaat gesät. 2. Jahr soll es keinen total üppigen Weizenbestand geben, für den Boden soll es eine Klee-"Gras"-Mischung sein, es ist nur ein Aufbaujahr. Heute sind mit verbesserten Methoden die Weizenbestände schon im zweiten Jahr "sauber" (vorher voll konventionell?). Erträge sind bei 2-3 Tonnen (/Hektar), aber Input dafür nur 8 Liter Diesel und 20-30 Minuten Zeitaufwand pro Jahr und Hektar (keine Handarbeit, kein Striegeln, kein zusätzlicher Dünger)!
Interessant ist dann das Jahr 3 (2004): Der Klee wird umgebrochen. Dann wird eingeebnet und im Herbst gesät. Im nächsten Jahr dann keine Distel und kein Ampfer mehr zu sehen.
Zum Vergleich gab es direkt neben dem neuen Feld ein Feld eines konventionell arbeitenden Kollegen. Dieses sah im Frühjahr sehr gut aus. Dann kam eine ausgeprägte Trockenphase => hoher Pflanzenstress, hoher Blattlausbefall, auf neuem Feld nur etwa 10% der Blattlausmenge des Nachbarn, aber zusätzlich jede Menge Marienkäfer. Nach der Trockenzeit kam eine feuchtwarme Witterung. Danach: neues Feld mit goldgelber Farbe wie man sich ein Weizenfeld im Hochsommer vorstellt. Konventionelles Feld nebendran hatte massive Probleme mit Ährenfusarien, der Bestand ist dort zusammengebrochen, die Ähren sind meistens schwarz, viele Kümmerkörner, Körner nicht richtig ausgebildet.
Es ist insgesamt weniger eine Frage der Quantität des Humus, sondern vor allem die der Qualität des Humus.

In südlichen Ländern ist nicht zuwenig Sonne ein Problem, sondern zuviel Sonne. D.h. wenn man dort irgendwie Schatten nutzen kann, ist es vorteilhaft für die Pflanzen - in vielerlei Hinsicht, auch in Bezug auf die Erträge.

"Was mich etwas wundert ist"

Dragonfly @, Mittwoch, 12.08.2015, 13:06 vor 3816 Tagen @ Leser68 2482 Views

Was mich etwas wundert ist, warum all die Früchte, die von den Äckern
oder aus den Industrie-Gewächshäusern kommen, trotz all ihrem Mangel an
Nährstoffen trotzdem noch so wie normale, gesunde Früchte aussehen, d.h.
eine Tomate sieht aus wie eine normale Tomate genauso wie eine Paprika
etc.

Auf die Idee, dass Deine Grundthese "Mangel an Nährstoffen" falsch ist, bist Du noch nie gekommen?

Anderer Geschmack liegt uebrigens in erster Linie an der Zuechtung.

Tonminerale

Domac @, Freitag, 14.08.2015, 21:14 vor 3813 Tagen @ Leser68 2138 Views

1. warum soll ein gedüngtes Nährelement nicht bei den Pflanzen ankommen
2. alle 40 Nährelemente sind auswaschungsgefährdet, oder nur Nitrat und Schwefel?
3. Tonminerale und Anlagerung von Ladungsträgern- schonmal gehört?

Kunstdünger und seine Auswaschung

Leser68 @, Samstag, 15.08.2015, 02:45 vor 3813 Tagen @ Domac 2041 Views

1. warum soll ein gedüngtes Nährelement nicht bei den Pflanzen ankommen

Natürlich kommen gewisse Mengen Nährelemente bei den Pflanzen an, aber eben nur zum Teil. Nitratproblem im Grundwasser - schon mal gehört?
Wie gesagt die Nährelemente werden meistens wohl in Form von Salzen ausgebracht. Da sind Auswaschungen ganz natürlich.

2. alle 40 Nährelemente sind auswaschungsgefährdet, oder nur Nitrat und
Schwefel?

Google ist Dein Freund - 7.tes Ergebnis bei Suche nach "Kunstdünger Auswaschung Schwefel":

Merkblatt
Schwefeldüngung in Thüringen
...
Bedeutung von Schwefel in der Pflanzenernährung
In der Vergangenheit war die S-Ernährung der Pflanzen insbesondere auf grund des hohen S-Eintrages aus der Luft aber auch infolge des hohen Anfalls von Wirtschaftsdüngern und der Anwendung S-haltiger Mineraldünger zumeist gesichert.
S-Dynamik im Boden
Die Pflanzen nehmen Schwefel vorwiegend als Sulfation (SO4 2- ) aus dem Boden auf. Sulfat ist analog zu Nitrat sehr gut wasserlöslich. Mit dem Sickerwasser wird es schnell in tiefere Bodenschichten verlagert und steht dann den Pflanzen nicht mehr zur Aufnahme zur Verfügung.

http://www.tll.de/ainfo/pdf/sdun1108.pdf

Glaubst Du, dass ich Google nicht bedienen kann?

Zuviel Schwefel kann schädlich und teuer sein
Beitrag von Dr. Frank Eulenstein
Die Schwefelzufuhr zu landwirtschaftlichen Kulturen muss sich am Bedarf der Kulturen und nicht am Stickstoffpreis des Düngers orientieren. Überhöhte Schwefelzufuhr kann zur erheblichen Erhöhung der Calcium-(Kalk)-Auswaschung und zur Bodenversauerung führen. Diese kann zur irreversiblen Zerstörung von Tonmineralen führen. Dünnsäure gehört nicht auf den Acker.

http://www.effizientduengen.de/files/newsletter.php?id=429

3. Tonminerale und Anlagerung von Ladungsträgern- schonmal gehört?

Jepp. Und Du hast gelesen, dass Bakterien und Pilze selbst sehr starke Verbindungen mit Hilfe von Säuren auflösen können?
Und außerdem: Warum muss ständig gedüngt werden, wenn doch aufgrund früherer Düngungen noch so viel im Boden ist?

wenn Wärme und Wasser und Faulheit zusammenkommen..

modesto, Mittwoch, 12.08.2015, 12:31 vor 3816 Tagen @ Leser68 2854 Views

bearbeitet von modesto, Mittwoch, 12.08.2015, 12:35

Hallo Leser68,

leider bin ich des Englischen nicht allzu mächtig, reicht nicht für die Reportage.

Doch die Erfahrung zeigt, dass in faulen Zeiten, also ohne Bodenbearbeitung mit der Fräse, Tomaten und anderes bei mir genauso dick werden wie mit Bodenbearbeitung.

Wir haben durch unser mediterranes Klima und genügend Wasserzufuhr, (Brunnen), wohl gute Voraussetzungen.
Man muss nur rechtzeitig im Frühjahr pflanzen, bevor die Sonne unbearbeiteten Boden zu Granit macht.
Meine Herzdame mulcht - alles organische Material aus Haushalt und Gartenpflege kommt direkt zwischen die Pflanzen und darf dort verrotten bzw. vertrocknen.
Darunter kreucht und fleucht es wie in einem guten Minikomposthaufen.

Gedüngt haben wir noch nie und gegen Schädlinge setzen wir Duftkräuter zwischen die Gemüsepflanzen.
Allerdings erhalten die Obst- und Olivenbäume die Asche von der Verbrennung der Gartenabfälle, was man ja in Deutschland nicht darf.

Unsere Obstbäume tragen im 3. Jahr nach Pflanzung als wurzelnackte Holzstöckchen schon schwer, da wir nicht alles verarbeiten können bleibt es liegen und vertrocknet sofort in der Sonne, sofern sie nicht von Tieren gefressen werden.
Auch Äpfel und Birnen sind im Juni/ Juli/ August reif, so dass es nicht zum Faulen kommt - keine Chance bei der Witterung.

Gemüse und Kräuter dürfen auch abblühen und säen sich zum Teil erfolgreich aus für das nächste Jahr. Manchmal an den unmöglichsten Stellen.

Auch mehrere Obstbäume, wohl aus Kernen des Fallobstes, sind schon dabei zu wachsen, gerade Mandeln und die Baumerdbeere Celzo. Die trägt sogar im 1. Jahr schon kleine Früchte.

Wenn man nicht aus Einnahmen aus dem Verkauf angewiesen ist, kann man im mediterranen Klima mit genügend Wasserzufuhr den Garten weitestgehend sich selber überlassen.
Man muss nur lernen, mit Unkraut zu leben. Wobei davon bei uns das meiste essbar ist.
Der Rest wird grob rausgezogen und kommt als Mulchmaterial wieder in den Kreislauf zurück.

Wenn wir keine Lust haben, Wintergemüse anzupflanzen, lassen wir das kleine Feld, welches direkt neben dem Haus ist, einfach links liegen.
Wir haben dann von November bis Februar eine bunte, natürliche Blumenwiese mit schmackhaftem Wildgemüse, bevor im März spätestens wieder angebaut wird.

Fazit: man darf ruhig faul sein, zu Essen gibts auch genug, wenn man die Natur einfach in Ruhe ihr Ding machen lässt.
Allerdings ist das nichts für geradlinige "Kiesbeet-Ästheten".

Und ich stelle es mir in nördlichen Gefilden eher schwierig vor, in der kurzen Wachstumsperiode ohne entsprechende Wärme für die Bodenbakterien erfreuliche Ergebnisse zu erreichen?

Vielen Dank für das interessante Thema!

Grüsse von modesto

edit: wie immer ein Rechtschreibfehler

Verfügbarkeit

Domac @, Freitag, 14.08.2015, 21:23 vor 3813 Tagen @ Leser68 2151 Views

Durch die optimale Ausstattung des Bodens mit Mikroorganismen sind laut
Frau Ingham z.B. keine Fruchtwechsel mehr nötig.

Das man Fruchtwechsel u.a. wegen Wurzelexudaten und einem erhöhten Krankheitsdruck durchführt- schonmal gehört?

Die
Wasserspeicherfähigkeit wird um ein Vielfaches höher.

Ok, weiß ich.
Wasser ist zeitweise ein wesentlicher Mangelfaktor.

Man benötigt eben
keine Dünger und keine Spritzmittel mehr, weil alles, was die Pflanze
braucht, über die Symbiosen geliefert werden.

Spritzmittel auch? Und die werden dann auch auf der Pflanze verteilt?

Und Dünger wirklich nicht, alles Symbiose? Luftstickstoff, Luftphosphat und Luftkali wird gebunden, oder wie?

Allerdings braucht es eine
gewisse Zeit bis die Symbiosen voll ausgebildet sind.

Das ist auch jetzt schon bei den Knöllchenbakterien so.

Oder meinst Du, dass Bakterien bestimmte Nährstoffe im Boden erst verfügbar machen? Ok, dann müssen sie aber grundsätzlich erstmal vorhanden sein, wenn auch in ungünstiger Bindungsform für die Pflanzen.

In ihrem Vortrag "The
root of your profits" erwähnt Frau Ingham allerdings, dass nach Anwendung
von Injektionen in den Boden mit Mikroorganismen-Lösungen eine Wiese/Weide
innerhalb von ein paar Wochen sehr fruchtbar wurde.

Hm, fruchtbar? Oder hat nur das Wachstum stark zugenommen weil es endlich geregnet hat und die Eisenphosphate verfügbar wurden?

Verfügbarkeit und Pflanzenstandorte

Leser68 @, Samstag, 15.08.2015, 03:02 vor 3813 Tagen @ Domac 2051 Views

Durch die optimale Ausstattung des Bodens mit Mikroorganismen sind laut
Frau Ingham z.B. keine Fruchtwechsel mehr nötig.


Das man Fruchtwechsel u.a. wegen Wurzelexudaten und einem erhöhten
Krankheitsdruck durchführt- schonmal gehört?

Hast Du den Film "Roots of your profits" schon mal angeschaut? Oder was glaubst Du warum ich hier jeweils Links angebe?

Wurzelexsudate sind laut Frau Ingham vor allem Stärke, Zucker und Proteine. Was ist an solchen Stoffen gefährlich?
Bäume in Wäldern stehen z.T. seit Jahrhunderten am selben Platz und wachsen trotzdem ständig munter vor sich hin - im übrigen sogar je schneller je älter sie sind.
Genauso ist es in der Natur an vielen Standorten mit vielen Pflanzen: Z.B. Brombeeren wachsen ständig am gleichen Platz. Wie kann das sein wo sie doch ständig jede Menge Wurzelexsudate und vor allem immer die gleichen Wurzelexsudate abgeben?

Warum werden Pflanzen denn eigentlich wirklich krank?
Hinweis: Schwache und kranke Pflanzen werden in der Natur genauso entfernt wie kranke oder schwache Tiere.

Man benötigt eben
keine Dünger und keine Spritzmittel mehr, weil alles, was die Pflanze
braucht, über die Symbiosen geliefert werden.


Spritzmittel auch? Und die werden dann auch auf der Pflanze verteilt?#

Man benötigt keine Spritzmittel bei gesundem Boden und gesunden Pflanzen.


Und Dünger wirklich nicht, alles Symbiose? Luftstickstoff, Luftphosphat
und Luftkali wird gebunden, oder wie?

Luftstickstoff: diazotrophe Bakterien
Phosphat, Kali etc.: Aus dem Boden mit Hilfe von Säuren. Vorkommen im Boden über Jahrhunderte gesichert...Weltweit(in Worten: weltweit!). Wie und warum habe ich in meinen ersten beiden Beiträgen erklärt.

Allerdings braucht es eine
gewisse Zeit bis die Symbiosen voll ausgebildet sind.


Das ist auch jetzt schon bei den Knöllchenbakterien so.

Ich muss mich da korrigieren. In einem guten Boden sind alle möglichen Mikroorganismen auch noch in sehr tiefen Bodenschichten (geschätzt > 40cm) vorhanden. So kann eine Symbiose zwischen Mikroorganismen und Pflanzen sehr schnell passieren. Am Anfang ist eine Pflanze klein (nur Sproß, dann kleines Blatt etc.) so dass sie nicht viel an Nährstoffen braucht. Genaueres kann Frau Ingham sicher sagen, aber man muss eventuell eine Mail mehrmals schicken, weil sie täglich hunderte Mails kriegt.


Oder meinst Du, dass Bakterien bestimmte Nährstoffe im Boden erst
verfügbar machen? Ok, dann müssen sie aber grundsätzlich erstmal
vorhanden sein, wenn auch in ungünstiger Bindungsform für die Pflanzen.+

s.o.

In ihrem Vortrag "The
root of your profits" erwähnt Frau Ingham allerdings, dass nach

Anwendung

von Injektionen in den Boden mit Mikroorganismen-Lösungen eine

Wiese/Weide

innerhalb von ein paar Wochen sehr fruchtbar wurde.


Hm, fruchtbar? Oder hat nur das Wachstum stark zugenommen weil es endlich
geregnet hat und die Eisenphosphate verfügbar wurden?

s.o.

Brombeeren...... was kann man gegen "triebhafte" Brombeeren tun?

Olivia @, Samstag, 15.08.2015, 15:30 vor 3812 Tagen @ Leser68 2008 Views

Brombeeren wachsen ständig am gleichen Platz. Wie kann das sein wo sie
doch ständig jede Menge Wurzelexsudate und vor allem immer die gleichen
Wurzelexsudate abgeben?

...............

Meine wachsen leider nicht ständig am gleichen Platz, sondern verbreiten sich über den ganzen Garten. Überall guckt wieder eine aus dem Boden. Was kann ich tun? Die Brombeeren sind natürlich super, ohne jegliche "Behandlung". Aber ich will ja auch noch ein Stückchen Garten für mich behalten (und für andere Pflanzen). Hilfe wird sehr dankbar entgegen genommen.

--
For entertainment purposes only.

Brombeeren

Rybezahl, Samstag, 15.08.2015, 15:50 vor 3812 Tagen @ Olivia 2078 Views

Brombeeren wachsen ständig am gleichen Platz. Wie kann das sein wo sie
doch ständig jede Menge Wurzelexsudate und vor allem immer die

gleichen

Wurzelexsudate abgeben?

...............

Meine wachsen leider nicht ständig am gleichen Platz, sondern verbreiten
sich über den ganzen Garten. Überall guckt wieder eine aus dem Boden. Was
kann ich tun? Die Brombeeren sind natürlich super, ohne jegliche
"Behandlung". Aber ich will ja auch noch ein Stückchen Garten für mich
behalten (und für andere Pflanzen). Hilfe wird sehr dankbar entgegen
genommen.

Hallo Olivia!

- Pflanze mit dem Spaten großzügig abstechen (bilden Ausläufer).
- Die Triebe vom Boden fernhalten (schlagen Wurzeln).
- Sonstige Erscheinungen ausbuddeln.

--
Dieses Schreiben wurde elektronisch erstellt und enthält deshalb keine Unterschrift.

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