Guten Morgen DT,
bin kein spanischer Experte, aber vielleicht ist mein Senf doch zu etwas Nutze.
Bei uns sind in den letzten Jahren einige Paare aufgeschlagen, die es vorher entweder in Spanien versucht haben oder sich zumindest umgesehen haben zwecks Investition in Betongold, um Miete zu erzielen und auch selber zu nutzen in den Ferien, Altersruhesitz oder Fluchtburg.
Wir kennen daher nur die paar Leute, die sich dann anders entschieden haben.
Ein Paar aus München wollte Land erwerben, bauen und einen Brunnen bohren.
Der wäre nicht erlaubt worden von den Behörden, also war das Projekt gestorben. Brunnen darf nicht jeder und überall bohren, da muss man sich vorher in Spanien genau absichern!
Ein anderes Paar, unverheiratet im vorgerückten Alter - sie ist Witwe und besaß eine Wohnung in Spanien, die ihr die Pflicht einbrachte, eine Steuererklärung zu machen, Steuern auf imaginären Gewinn durch Vermietung (hat nie vermietet, stand leer bis auf ihren eigenen Urlaub), zu zahlen und auch ihr deutsches Vermögen zu deklarieren.
Spanien scheint da gut zuzuschlagen bei ausländischen Immobesitzern.
Zu den Preisen:
Malle erlebt seit geraumer Zeit einen Hype, befeuert durch das Fernsehen.
Wenn wir im Winter oder abends mal zappen, sehen wir dauernd Luxusmakler auf Malle, Auswanderer auf Malle, Prominente auf Malle etc.
Das treibt die Preise!
Zum Vergleich stelle ich mal ein Baugrundstück in unserer Gegend rein.
Zur Gegend kurz: Gallipoli wird von den deutschen Insidern gern "das Sylt Italiens" genannt.
Dort macht das Geld Norditaliens Urlaub, viele investieren und bereichern sich geradezu an Vermietung in der Hochsaison.
Es ist eben noch sehr ursprünglich, das ionische Meer ist wirklich dort glasklar und der Fisch genießbar.
Außerdem ist man von München nach Brindisi in einer Stunde geflogen und hat dann noch ca. 50 Minuten Autofahrt, also gut erreichbar. Zur Not auch nur per Festland immer an der Adria entlang und dann 30 km rüber zur anderen Küstenseite.
Entsprechend sind die Preise auch nicht ohne, fertige Häuser für deutsche Verhältnisse aber erschwinglich und Bauland auch noch.
Auf Bauland im außerörtlichen Bereich gibt es bei uns - und in Spanien sicher genauso - einen Bauindex.
Der liegt bei uns bei 1 % der Grundstücksfläche plus zusätzlich "technische Räume" wie Heizraum, Waschküche, Garage.
Du schreibst von angemessenen 0,50 - 1,00 €/m² für Ackerland, auf dem man dann aber in Spanien und Italien bauen darf.
Der Vergleich mit Deutschland hinkt hier ein wenig, denn auf Ackerland darf man in D. nicht mal einen Holzschuppen stellen, bekommt als Nicht-Bauer keinen Stromanschluss, darf keinen Tiefbrunnen bohren etc..
Näher kommt man dem Ziel, wenn man sich anhand des Bauindex ausrechnet, was Bauland kosten würde.
Z.B. darf Dein Freund angenommen 150 m² bauen.
Reines Bauland würde 200 € auf den QM kosten.
Dazu dann die Restfläche Ackerland zu einem Euro - vielleicht kommt man so dem geforderten Preis näher, so wäre es realistisch.
Mal ein Beispiel bei uns um die Ecke:
20.000 Quadratmeter Grundstück mit Obst und einem Trullo zum Sanieren, gebaut werden darf ein Haus von 200 m² + technische Räume.
Strom liegt in der Straße, Trinkwasserbrunnen darf gebohrt werden und kostet nochmal ca. 9.000 Euro (Felsbohrung).
Der Preis von 65.000 € ist mehr als angemessen, denn schon die 200 m² Bauland für das Haus würden 40.000 € kosten.
Verbleiben also für 19.800 m² fruchtbares Land in bester Ortsrandlage 25.000 €.
Wie man sieht, sind solche Grundstücke eine Mischkalkulation.
Hier mal das Beispiel:
http://casamare.npage.ch/baugrundstuecke/20000m-trullo-oliven-u8.html
Und mal ein Preisbeispiel für ein bescheidenes Landhaus am Meer mit Trinkwasserbrunnen und Abwasser:
http://casamare.npage.ch/rohbau-wasser-abwasser.html
Der Freund Deines Schwagers könnte sich nach den Preisen für reines Bauland erkundigen, sich genau informieren, wie der Bauindesx für die Finca wäre und dann mal zusammenrechnen, was noch für den restlichen "Acker" zu zahlen wäre.
Immens wichtig ist meiner Erfahrung nach, sich genau abzusichern, wie es mit der Baugenehmigung und dem Brunnen funktioniert.
Und sich dann peinlichst genau an alles zu halten, was die Behörden vorschreiben.
Inzwischen betreue ich für Freunde diverse Baumaßnahmen hier und kann sagen, dass es nur so gut klappt und reibungslos läuft, weil ich mit dem neuen Bürgermeister und seinen Eltern seit Kindesbeinen befreundet bin.
Und somit habe ich nach 6 Monaten eine hieb- und stichfeste Baugenehmigung durch samt Brunnengenehmigung.
Auch lebenslustige, südländische Handwerker spuren oft nur, wenn man ihnen ständig auf die Finger schaut und den Abgabetermin im Auge behält.
Man bedenke, dass auch für Spanien und Italien Fertigstellungsfristen gelten.
Sind diese überschritten, erlischt die Baugenehmigung.
Hat auch dort den Hintergrund, dass ab Fertigstellung Grundsteuer fällig werden, Müllabfuhr etc.
Sicher hat Dein Bekannter dort einen guten Kontakt oder wirklich genug Geld, anders würde er das Wagnis nicht eingehen.
Edit: Dein Bekannter soll sich erkundigen, wie es mit dem Stromanschluss aussieht, wo der nächste Verteilermast ist, was auf ihn zukommt an Wartezeit und Kosten, die er dafür selber zu tragen hat.
Südeuropa ist bekannt dafür, dass es mit der Anbindung ans Stromnetz nicht so funktioniert wie man es von Deutschland her kennt, Jahrelange Wartezeiten sind keine Seltenheit!
Wünsche alles Gute - auf jeden Fall ist's auf Malle abseits des Trubels sicher wunderschön. Ich persönlich kenne Cala DÓr und Cala Ratjada aus früheren Zeiten, als ich noch ein schmucker Kerl war
Einen angenehmen Tag ohne Hitze wünscht
modesto