Bin gespannt, wie die Meinungswächter "Ukrainian Agony" zerreden wollen (und dabei scheitern) werden...

Bernadette_Lauert, Freitag, 07.08.2015, 23:50 (vor 3820 Tagen)3625 Views
bearbeitet von Bernadette_Lauert, Samstag, 08.08.2015, 00:21

Die Doku "Ukrainian Agony" ist bereits in ersten Kinos angelaufen, bevor der Streifen später ins Netz gestellt wird.
Hier eine kurze Zusammenfassung, worum es geht und wie der Stand der Dinge ist.

"Ukrainian Agony - Der verschwiegene Krieg" ist eine Kriegsdoku über den Ukraine-Konflikt eines Deutschen, der als Reportagenjournalist nach Donezk zog, um zu dokomentieren. Mark Bartalmai fand wie so viele andere die Medienberichterstattung einseitig und kriegstreiberisch.

Im Juli 2014 zog Mark Bartalmai nach Donezk - genau in die Region der Ukraine, wo ein blutiger Bürgerkrieg tobt.
Er ging mit seiner Kamera direkt an die Kriegsfront.

TEASER: https://www.youtube.com/watch?v=SubXCeT3MO4&feature=youtu.be (10m33s)

Am Samstag, 18. Juli ging es los. Das Babylon mit der einzigen Kino-Orgel Deutschlands öffnete die Pforten Der Dokumentarfilm "Ukrainian Agony - der verschwiegene Krieg" erreichte erstmals deutsches Publikum.

Das Filmemacher-Team beantwortete im Anschluss an die Vorführung die Fragen des interessierten Publikums. Dieses war begeistert - obwohl es auch kritische Anmerkungen gab. "Ist euer Film nicht auch nur Propaganda?" fragte eine junge Ukrainerin, welche sich den Film trotz fehlender Sprachkenntnisse bis zum Schluss ansah. Die Antwort von Filmemacher Höfer war knapp: "Ja - denn es gibt gar keinen objektiven Journalismus"

Oder wie hat es Grimme-Online-Award-Preisträger Tilo Jung mal so treffend formuliert hat: "Journalisten sollten Aktivisten für die Wirklichkeit sein."

Also wenn ich nicht völlig bescheuert bin, sind das zwei intelligente und sehr differenziert denkende Echtjournalisten. Mit vernünftigen Positionen.

Es wird schwer werden, das zu zerreden, als Nazitum, Leichenschändung, Sodomie oder antisemitisch.

Es klingt einfach kreuzvernünftig, was die beiden zu sagen haben. Hier, die Diskussion mit dem Publikum steht schon im Netz:
https://www.youtube.com/watch?t=260&v=wmStY-f7YWg (40m43s)

Jedenfalls sorgt der Streifen bereits für eine öffentliche Debatte und Aufmerksamkeit. Ein Gesellschafter des Kölner Odeons zeigte sich mit der Entscheidung des Geschäftsführers wegen der "sehr zweifelhafte pro-sowjetischen Grundhaltung" nicht einverstanden.
Hier komplett:
http://www.odeon-koeln.de/inhalt/odeon/liste#1990
Der Geschäftsführer antwortete daraufhin:
[image]

Morgen läuft der Film im Kino "3001" in Hamburg.

Der Dokumentarfilm entstand aus Videomaterial, welches über Monate an verschiedensten Orten aufgenommen wurde, ist 102 min lang und wird in drei verschiedenen Sprachen erscheinen - Deutsch, Englisch und Russisch.

Es wird auch eine DVD geben. Für die Produktion der drei Fasssungen (DE, EN, RU) wird noch finanzielle Unterstützung gebraucht. Beim Erreichen des Spendenziels, wird der Film nach den Aufführungen dann komplett frei verfügbar im Internet veröffentlicht.

FAZIT: Ich glaube Ukrainian Agony hat dank der Macht der Bilder das Zeug dazu, die Sensibilität für die Sinnlosigkeit dieses Krieges zu erhöhen. Zudem wird der antirussische Medienkonsens in Deutschland gut begründet in Zweifel gewogen. Dieser Film bedeutet noch mehr Stress im Meinungs- und Empörungsmanagement der transatlantisch eingenordeten NATO-Medien mit Karrieretransatlantiker Chefredakteuren und fragwürdigen Leitlinien.
"Ukrainian Agony" - wenn über diesem Film in Zukunft harte Urteile gefällt werden oder irgendweilche Argumentativ-Totschlagkeuten vorgetragen werden. Ich will nur gesagt haben: Einfach mal die anderen Meinungen auch anhören und am besten den Film für sich sprechen lassen.

Gruß, Bernadette


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