Neuvorstellung und Gedanken zum Weltgeschehen
bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 16.08.2015, 20:17
Guten Tag, wertes Forum,
Sie brauchen sicherlich nicht noch mehr Mitglieder, die keine Ahnung von der Börse haben. Dennoch bat ich den Chef, mich freizuschalten. Hier sind jede Menge wirklich kluge Köpfe anwesend und eigentlich bin ich viel zu schüchtern, um mich wirklich zu beteiligen.
Aber weil ich hier, wie an anderen Stellen, die Suche nach dem Kern der Dinge vermisse, nehme ich nun meinen Mut zusammen und sage Ihnen: Sie schauen nicht weit genug.
Ich sage das nicht, weil ich Sie angreifen will, sondern weil ich den Wunsch verspüre, dass Menschen sich wieder mehr in die Tiefe des Seins einfinden. Diese Oberflächlichkeit, die in Verbindung mit der immer größer werdenden Informationsflut um sich greift, macht mir persönlich echte Bauchschmerzen.
Je mehr Information es gibt, desto schwerer fällt es dem Einzelnen, ein umfassendes Bild herzustellen. Und desto leichter fällt es den „Oberen“ uns zu trennen. Je kleiner und unbedeutender die schlecht riechenden Winde sind, über die man sich heutzutage aufregt, desto mehr Energie kosten sie. Energie, die wir alle nun wirklich besser gebrauchen könnten.
Ich denke viel über die Zukunft der Menschen nach. Wahrscheinlich zu viel. Allein, es lässt sich nicht ändern. Man muss schon sehr blind und taub sein, um das Getöse ignorieren zu können.
Nehmen wir das aktuelle Flüchtlingsdrama. Und ja, es ist ein Drama. Menschen werden von A nach B geschoben, wie Figuren auf dem Schachbrett; nie ist mir das Bild deutlicher geworden, als dieser Tage, in denen zig tausende sich auf einen Weg machen, der uns allen letztendlich nur Schaden wird.
Ich will überhaupt kein Wort über die üblichen pro- und contra-Argumente verlieren, das tun Sie hier schon zur Genüge und streiten sich um Dinge, die doch allesamt nur als Symptome gekennzeichnet sind. Mir ist es hingegen so, als befänden wir uns unmittelbar vor dem Absturz einer „Hochkultur“. Wir hier im Westen lebten die letzten Jahrhunderte definitiv über jedes vernünftige Maß hinaus. Wir nahmen die halbe Welt in Besitz und beuteten sie gnadenlos aus. Sicher, wir haben jede Menge Sachen erfunden, große technische Fortschritte gemacht. Aber, zu welchem Preis, Damen und Herren, zu welchem Preis?
Vielleicht ist es schlicht an der Zeit, Europa bezahlen zu lassen. Europäer haben den amerikanischen Kontinent überrollt, Europäer haben die Welt in Kolonialgebiete unterteilt, Nachfahren von Europäern haben den afrikanischen Kontinent gebrochen und ein Sklavenlager draus gemacht.
Jedes Imperium fällt irgendwann. Vielleicht ist es jetzt einfach so mit dem Westen. Dann ist das ein ganz normaler Akt im Theaterstück einer Kultur, wie es sie schon hundertfach gegeben hat und wohl immer geben wird. Dann bekommen wir es hier in den nächsten Jahren einigermaßen ungemütlich und irgendwann gibt es entweder neue Grenzen oder neue Ländernamen oder vielleicht gar keine Grenzen mehr und alle haben sich zusammen gerauft. Es wird vielleicht blutig werden, und katastrophal unkomfortabel aber wir werden es überleben und vielleicht gewachsen daraus hervorgehen. Vielleicht steigt aber auch der rote Drache auf, gemeinsam mit dem Bären und der gefiederten Schlange. Und wir im Westen werden diejenigen sein, die Entwicklungshilfe bekommen.
Womöglich mischt sich der Rest der Welt aber ebenfalls so miteinander, wie es in Europa gerade passiert und wir werden schlichte Weltenbürger. Ohne Nationen, ohne Grenzen, wir werden einfach Erdenmenschen sein.
Oder, als zweite Möglichkeit:
Hinter all dem steckt der Wunsch, eine Menschenform zu etablieren, in der alle ehemals vorhandenen Traditionen zu einem undefinierbaren Brei vermischt sind, die sich durch einen eher mäßigen IQ auszeichnet und daher leicht zu führen sein wird. - Merken Sie etwas? Das ist das gleiche Szenario wie im obigen Absatz. Mit dem einen Unterschied, dass es zwanghaft durchgeprügelt wird, ohne Rücksicht auf Verluste. Während die Menschen im ersten Teil einfach machen, was sie immer machen, nämlich sich schlagen und vertragen, ihre liebsten Dinge behalten und ihr Geist vielleicht noch wächst, kommen wir nun zur Menschheit vom Reißbrett.
Natürlich ist auch unter den „Eliten“ ein Hauen und Stechen im Gange, kann gut sein, dass es auch sehr reiche Menschen gibt, die Fürsprecher der Armen sind, dennoch muss man eins mal sehen, auch wenn es schmerzhaft ist:
Unter Umständen ist der Pyramidenspitze einfach nur bewusst, dass unser Leben nicht mehr lange so weitergeht wie bisher. Die Welt wird immer schmutziger, die Müllberge immer größer, Rohstoffe dagegen immer schwerer zu erreichen, Ackerböden sind bis an die Grenzen ausgelaugt, die Menschheit wächst munter weiter und jeder will was vom Kuchen abhaben.
Das führt, laut vermuteten Ängsten bei der „Elite“ in eine gigantische Katastrophe oder in eine gleichgeschaltete und voll rationalisierte Menschheit. Individualität und Freiheit sind anscheinend nicht zu vereinbaren mit einem immer enger werdenden Lebensraum. Und da man mit unserer Art zu leben bedauerlicherweise nicht alle auf das Wohlstandsniveau der Deutschen, als Beispiel, heraufheben kann, muss man das Pferd andersrum aufzäumen und die reichen Länder den armen Ländern anpassen. Man kann uns hier aber nicht einfach so alles wegnehmen. Oder vielleicht geht es nicht schnell genug. Aber Millionen „Flüchtlinge“ werden das „Schiff schon schaukeln“. ^^
Uns den Weltraum nutzbar zu machen, sind wir offensichtlich zu blöd, also müssen wir ganz primitiv jedem soviel wie möglich wegnehmen, damit das „Wohl der gesamten Menschheit“ nicht gefährdet ist. Inzwischen hat man vielleicht seinen „Kader“ versammelt, die geistigen Höhenflieger, die in ihren Thinktanks an der „Menschheit 2.0“ brüten, nun kann man die Bunker verschließen, den Urwald „Mensch“ großflächig roden und anschließend ein paar neue, wohldurchdachte Pflänzchen aussetzen.
Ich gebe zu, das sind Worst Case Gedanken. Definitiv. Aber sie wollen ernst genommen werden, Menschen ansich sind viel zu leichtsinnig und verdrängen die meisten unbequemen Dinge bis es einfach viel zu spät ist.
Sie und ich, die wir hier auf der Erde leben, wir haben das größte Geschenk überhaupt bekommen; wir dürfen LEBEN. Und ich finde einfach, dass man sich das viel zu selten bewusst macht.
Nur die Schule an und mit sich selbst kann dafür sorgen, dass der Mensch besser wird.
Keine Kultur, kein Geld, kein Wissen, keine Gesetze; nichts kann einen Menschen formen, als die Arbeit an seiner geistigen und charakterlichen Beschaffenheit.
Und so hoffe ich, das Sie einen kleinen Schritt zurücktreten, aufhören, sich gegenseitig an die virtuelle Gurgel zu gehen und wenigstens für sich persönlich versuchen, einen wie auch immer gearteten Frieden zu finden. Es gibt uns jetzt schon seit einer Million Jahre, wir haben entsetzliche Dinge überlebt, wir haben wunderschöne Dinge geschaffen und alles in allem denke ich, sind wir gar nicht so verkehrt. Auf jeden Fall haben wir das Potential, die Herausforderungen unserer Zeit zu meistern. Aber eben nur dann, wenn wir nun lernen, uns als das zu sehen, was wir sind; winzig kleine Individuen, die nur zusammen die Menschlichkeit und das schöne Gesicht der Erde erhalten können.
Viele Grüße und bleiben Sie standhaft
Blue

.![[[rofl]]](images/smilies/rofl.gif)
. Aber sie halten es mit dem Schweinefleisch nicht so genau, genausowenig mit dem Alkohol. Es gibt auch viele Mischehen, wobei in den Ehen verschiedene Religionen zu finden sind, also der eine Partner nicht gezwungen ist, die Religion des andern Partners zu übernehmen.
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