Nahezu kostenlose Wärme aus dem Garten

Leser68 @, Freitag, 31.07.2015, 15:21 vor 3829 Tagen 16836 Views

bearbeitet von unbekannt, Freitag, 31.07.2015, 15:46

Hier im Gelben wurde der Begriff Biomeiler schon ab und zu mal erwähnt. Was er aber wirklich bedeutet, wurde bisher leider nicht wirklich klar.
Ein Biomeiler ist quasi eine bisher noch völlig ungenutzte Energiequelle, die auf Biomasse beruht.

Der Begriff ist eine Anlehnung an den Begriff Holzkohlemeiler, mit dem früher aus Holz, das tage- oder wochenlang in einem Schwelbrand vor sich hin schwelte, Holzkohle gemacht wurde, als noch kaum Braun- oder Steinkohle genutzt wurde.
Der Unterschied ist, dass in einem Biomeiler nichts brennt und auch praktisch keine Wärme ungenutzt verstreicht. Die meisten kennen wahrscheinlich das Problem der Selbstentzündung eines feuchten Heuhaufens. Genau das gleiche Phänomen kann man sich zu Nutze machen, um alle mögliche Biomasse, vor allem Grünschnitt und Holzhackschnitzel dazu zu bringen, Wärme zu erzeugen und diese zu ernten. Am Ende, wenn der Meiler nicht mehr genügend Wärme bringt, stellt das verrottete Material einen hervorragenden Kompost dar, den man entweder selber nutzen oder auch verschenken oder verkaufen kann.

Kurz die wichtigsten Daten:

Aus etwa 10 cbm Biomasse (vor allem Grünschnitt und Holzhackschnitzel) können etwa 1 kW Dauer-Wärmeleistung für mindestens 12-15 Monate mit einer Temperatur von ca. 35-60°C (auch mehr möglich) gewonnen werden. Allerdings ist diese Dauer-Wärmeleistung nicht wirklich rund um die Uhr gegeben. Es ist quasi der Tagesschnitt (ca. 8 Stunden pro Tag wird Wärme á ca. 3 kW abgegeben, d.h. 24 kWh pro Tag = 1 kW im Schnitt).


Kurze Erklärung des Prinzips Biomeilers aufgrund eines Projekts der Gemeinschaft Schloss Tempelhof (in der Nähe von Dinkelsbühl, zwischen Ulm und Würzburg) - mit vielen Bildern:

Biomeiler
http://www.linaria-ev.de/de/biomeiler/

Bauanleitung Biomeiler 1.0 (mit einigen Daten zu Abmessungen, Material- und Werkzeugliste für Biomeiler mit ca. 130 cbm Material):
http://www.linaria-ev.de/wp-content/uploads/2013/12/Biomeiler-1.0.pdf

Eine ausführlich bebilderte Bauanleitung im 1-Mann-Do-it-yourself-Verfahren:

Kreis Unna, Holzwickede, Projekt Biomeiler !
http://www.tragschrauberrundflug-nrw.de/14.html


Das Buch (englisch) des leider schon verstorbenen Forstwirts und Entdeckers der Methode Biomeiler, Jean Pain:

Another Kind of Garden – The Methods of Jean Pain
http://www.linaria-ev.de/another_kind_of_garden-the_methods_of_jean_pain.pdf

Ein Seminar zum Thema Biomeiler von der in Deutschland federführenden Firma Native Power:

Ausführliche Einführung zum Biomeiler "NP" nach Walter Witte, Seminar Mitschnitt (32min48)
Veröffentlicht am 10.03.2013
www.youtube.com/watch?v=NrAI1O4emmY

Eine alte Doku über den Entdecker Jean Pain:

Biomeiler Jean Pain (14min31)
https://www.youtube.com/watch?v=7Wh5wvrUVp4

Ansonsten gibt's noch jede Menge weitere gute Videos bei Youtube zum Stichwort Biomeiler.

Sonstige wichtige Infos:
Verwendet wird, aus Kostengründen, ein PE-Rohr, das aber nicht geruchssicher und sauerstoffdiffusionssicher ist. D.h. man muss für den Anschluss an die Heizung einen Wärmetauscher dazwischen schalten. Das Häckselmaterial sollte möglichst fein gehäckselt sein (Messerhäcksler) und sehr gut gewässert werden beim Aufbau der Materialschichten. Optimalerweise ist etwas (ca. 10%) Tiermist (Kuh, Schwein, Huhn) dabei, sehr gut gemischt.
Gesamtkosten dürften für einen 50 cbm Meiler unter 1000 Euro liegen. Theoretisch kann man mit dessen Wärmeleistung (ca. 5 kW) den Wärmebedarf eines Hauses (100-150 qm) decken (5kW á 24h á 365 Tage = 43800 kWh = 4380 Liter Heizöl). Das geht aber nur mit einem entsprechend großen Puffer-/Wasserspeicher und wenn kein Wärmetauscher dazwischen geschaltet ist (geht auch mit aluminiumbeschichten PE-Rohr, das aber einiges teurer ist, ca. 4 €/m). Genutzt werden können alle Bioabfälle, aber es sollten mindestens ca. 70% Holzschnitzel sein und da auch vor allem Laubholz. Anfallen tut Grünschnitt bei privaten Gärtnern und bei Grün- und Baumschnittarbeiten von Straßenmeisterein, die das Häckselmaterial allerdings bisher meistens wohl einfach an den Straßenrand blasen.
Die PE-Rohrlagen haben einen vertikalen Abstand von ca. 40-70 cm, bei einem horizontalen Abstand des Rohres von den Außenwänden von mindestens ca. 40 cm (wegen der Isolierung im Winter). Man benötigt einen Biomeiler von mindestens etwa 30 cbm (dabei am Besten kreisförmiger Grundriss), damit dieser auch im Winter noch Wärme liefern kann.

Kombination mit Trockentoilette, kontinuierliche Anlage?

CalBaer @, Freitag, 31.07.2015, 20:38 vor 3828 Tagen @ Leser68 6352 Views

Vielen Dank fuer den Beitrag und die Links. Die Waermeentwicklung wird auch als thermophile Kompostierung beschrieben, die zur Wirkung hat, Pathogene in Kot und Urin, also Viren, Bakterien, Pilze und Wuermer abzutoeten. Somit ist der enstehende Kompost auch bedenkenlos zur Duengung von Boeden zur Nahrungsmittelproduktion geeignet. Damit die Kompostierung der Trockentoilette nichtig funktioniert, muss sowieso Biomasse (vor allem Holzschnitzel, Saegemehl, Pflanzenreste) dazugegeben werden. Ich hatte hier schon mal auf das Buch Joseph C. Jenkins verwiesen, der das alles untersucht, wissenschaftlich belegt und selbst Trockentoiletten seit Jahrzehnten einsetzt: http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=357093

So einen Kompostierungsmeiler muesste man noch als kontinuierliche Anlage aufbauen, wo man oben staendig nachfuellt und unten den Kompost entnehmen kann (bei den Beispielen habe ich das nicht gesehen).

--
Ein ueberragender Teil der Oekonomen, Politiker, Banker, Analysten und Journalisten ist einfach unfaehig, Bitcoin richtig zu verstehen, weil es so revolutionaer ist.
Info:
www.tinyurl.com/y97d87xk
www.tinyurl.com/yykr2zv2

Das ist ein Platzproblem, ein kulturelles Problem, ein Konstruktionsproblem ...

CrisisMaven ⌂ @, Freitag, 31.07.2015, 20:54 vor 3828 Tagen @ CalBaer 6467 Views

So einen Kompostierungsmeiler muesste man noch als kontinuierliche Anlage aufbauen, wo man oben staendig nachfuellt und unten den Kompost entnehmen kann (bei den Beispielen habe ich das nicht gesehen).

Wie alles (oder das Meiste) liesse sich das loesen. Aber dazu bedarf es mehr Platz, um all die Schraegen und Rutsch- und Fallhoehen zu planen und einzubauen, die fuer eine wartungsfreie Kompostanlage noetig waeren.

Die meisten leiden daher unter diskontinuierlichen Prozessen, vor denen sich dann zudem noch ihre Besitzer und Nutzer ekeln und sie daher die genuegend aktive, regelmaessige Wartung unterlassen, verzoegern, hinausschieben, bis es sich eben staut.

Besonders das Platzproblem ist

a) bei nachtraeglichem Einbau

und auch

b) bei heutigen Grundstuecks- und Baupreisen

nicht so einfach zu loesen.

Man braeuchte entweder Hanglage oder duerfte erst im zweiten Stock sch.....en gehen.

Das Gefaelle stattdessen durch eine Grube herzustellen, fuehrt wieder zum o.g. Wartungsproblem: jemand muss die Grube entleeren. Regelmaessig.

Die Nutzer muessen -moeglichst bei jedem Toilettengang- die "Bioschnippsel" hinterherkippen. Es muessen Urin und restliche Faekalien getrennt werden. Grundwasserprobleme dabei beachten. Usw. usw. usw. Eines Buches wert und solche Schriften gibt es auch vereinzelt.

Das ist ein Raum-, ein Konstruktions- und ein Erziehungsproblem, welches in unserer Kultur erst dann geloest wird, wenn wirklich gar nichts mehr geht. Aber auch dann nicht. Dann machen die Leute einfach irgendwo hin.

--
Mit 40 DM pro Kopf begann die Marktwirtschaft, mit 400.000 Euro Schulden pro Kopf wird sie enden.
Atomkraft | in English

Bei Jenkins ist die ganze Problematik sehr ausfuehrlich erklaert

CalBaer @, Freitag, 31.07.2015, 22:18 vor 3828 Tagen @ CrisisMaven 6069 Views

bearbeitet von unbekannt, Freitag, 31.07.2015, 22:27

Besonders das Platzproblem ist

In Mehrfamilien- oder Reihenhaeusern ist das natuerlich kaum machbar, in einem EFH mit groesserem Garten aber kein Problem.

Man braeuchte entweder Hanglage oder duerfte erst im zweiten Stock
sch.....en gehen.

Nicht unbedingt notwendig, da sich die Kompostierungsanlage ausserhalb des Hauses befindet. Man muss natuerlich den Behaelter regelmaessig rausbringen (muss man mit dem Muelleimer ja auch), aber man spart sich dafuer das laestige Putzen der Kloschuessel.

Die Nutzer muessen -moeglichst bei jedem Toilettengang- die
"Bioschnippsel" hinterherkippen.

"Spuelung" mit Pellets (herstellbar aus Holzresten, Altpapier oder anderen geeign. organischen Material) per Knopfdruck moeglich, dafuer gibt es bereits Loesungen.

Es muessen Urin und restliche Faekalien
getrennt werden.

Nein, es ist ein Irrglaube, dass Urin von Kot getrennt werden muss. Fuer die Kompostierung bringt es keinen Vorteil und Urin ist sogar vorteilhaft, denn es hindert die Geruchsentwicklung. Wir (5 Personen) selbst setzen so ein Klo auf Camping-Touren ein. Das stinkt genausowenig oder -soviel wie ein normales Klo. Sobald die Exkremente mit organischen Material abgedeckt sind, riecht nichts mehr, auch nach einer Woche. Nach ein bis zwei Wochen setzt allerdings die Fermentierung ein, was zur Geruchsentwicklung fuehrt, aber da sollte man sowieso geleert haben.

Grundwasserprobleme dabei beachten. Usw. usw. usw. Eines

Die Trockentoilette loest das Grundwasserproblem, weil nichts im Boden versickert. Es kann zwar am Komposthaufen unten leicht suppen, aber das laesst sich mit einer wasserdichten Schicht leicht auffangen und notfalls wieder nach oben pumpen.

Trockentoiletten schuetzen sogar unser Grundwasser, da weniger Wasser verbraucht und mit Pathogenen verschmutzt wird, welches dann durch Lecks von Kanalisation, Jauche- und Sickergruben wieder ins Grundwasser gelangen kann.

Buches wert

Das hat Jenkins alles ausfuehrlich geklaert schoen beschrieben (Buch kostenlos verfuegbar, folge meinen Links). Er holt auch sehr weit aus, es beschreibt nicht nur seine Anlage, sondern er vergleicht alle moeglichen Anlagen als auch die Entsorgung in anderen Kulturen.

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Wird so sein, wie Du sagst, denn Jenkins habe ich noch nicht gelesen ...

CrisisMaven ⌂ @, Freitag, 31.07.2015, 22:53 vor 3828 Tagen @ CalBaer 5925 Views

... sondern mich mit mehreren unterschiedlich konzipierten, industriell in Serie gefertigten solchen Toiletten-Systemen befasst.

All diese waren dysfunktional bis auf eine, wo dann aber die Benutzer gefordert sind, mit Eimer raustragen und so.

Nicht unbedingt notwendig, da sich die Kompostierungsanlage ausserhalb des Hauses befindet. Man muss natuerlich den Behaelter regelmaessig rausbringen (muss man mit dem Muelleimer ja auch), aber man spart sich dafuer das laestige Putzen der Kloschuessel.

Das ist dann halt wieder diskontinuierlich und die meisten wollen das nicht.

Nein, es ist ein Irrglaube, dass Urin von Kot getrennt werden muss.

Ja, in sauber aufgebauter Kompostierung nicht, in der Natur ja auch nicht. Aber in den diskontinuierlichen,

a) mit dem von Dir beschriebenen Eimer sieht das so aus:

1) Entweder der Urin wird ueber die normale Abwasserleitung entsorgt, oder

2) der Eimer schwappt und wird zu schwer

3) oder die Benutzer muessen den viel oefter ausleeren, als den Muelleimer.

b) Wenn a 1) - Abwasserleitung/d.h. Trennsystem: die Abwasserleitung neigt zur Verstopfung durch Urinstein, da ja eben nicht gespuelt wird. Wird zusaetzlich wegen allein des Urins gespuelt, hat man beinahe denselben Wasserverbrauch wie vorher und nur den Kot getrennt.

Fuer die Kompostierung bringt es keinen Vorteil und Urin ist sogar vorteilhaft, denn es hindert die Geruchsentwicklung. Wir (5 Personen) selbst setzen so ein Klo auf Camping-Touren ein. Das stinkt genausowenig oder -soviel wie ein normales Klo. Sobald die Exkremente mit organischen Material abgedeckt sind, riecht nichts mehr, auch nach einer Woche. Nach ein bis zwei Wochen setzt allerdings die Fermentierung ein, was zur Geruchsentwicklung fuehrt, aber da sollte man sowieso geleert haben.

Ja, das ist halt ein diskontinuierliches System. Das stoesst auf wenig Gegenliebe, insbesondere bei Frauen. In unserer Kultur sind Faekalien wesentlich staerker mit Tabu und Schamgefuehl belegt als der Hausmuell.

Ich rede nicht von Theorie, ich habe da Erfahrungen ...

Wenn ich Menschen Hygiene erklaere und sage, dass ich mir lieber mit einer in Domestos desinfizierten Klobuerste als mit meines Badnachbars Zahnbuerste die Zaehne putzen wuerde, hoere ich im Hintergrund immer unterdrueckte Kotzgeraeusche ...

Grundwasserprobleme dabei beachten. Usw. usw. usw. Eines

Die Trockentoilette loest das Grundwasserproblem, weil nichts im Boden versickert. Es kann zwar am Komposthaufen unten leicht suppen, aber das laesst sich mit einer wasserdichten Schicht leicht auffangen und notfalls wieder nach oben pumpen.

"Nach oben pumpen" - = nicht wartungsfrei und diskontinuierlich.

Trockentoiletten schuetzen sogar unser Grundwasser, da weniger Wasser verbraucht und mit Pathogenen verschmutzt wird, welches dann durch Lecks von Kanalisation, Jauche- und Sickergruben wieder ins Grundwasser gelangen kann.

Ja, aber diskontinuierlich mit geringer Akzeptanz in der Normalbevoelkerung. Natuerlich wird ein "Ueberzeugungstaeter" das alles machen. Ich suche aber stets nach Loesungen, die am Ende auch in der Breite zum Einsatz kommen (koennen).

KEINES der von mir studierten Konzepte taugt dazu bisher.

Buches wert

Das hat Jenkins alles ausfuehrlich geklaert schoen beschrieben (Buch kostenlos verfuegbar, folge meinen Links). Er holt auch sehr weit aus, es beschreibt nicht nur seine Anlage, sondern er vergleicht alle moeglichen Anlagen als auch die Entsorgung in anderen Kulturen.

Ich habe den schon auf meiner Leseliste. Nur fuerchte ich, dass ein Umsteuern nur gelingt, wenn die Durchschnittsmenschen nichts mehr mit dem weiteren Verlauf zu tun haben.

In frueheren Zeiten war das so. Das war zwar diskontinuierlich, aber es gab Interesse seitens der Industrie, u.a. am Urin. In Grossbritannien kam regelmaessig der "Piss Willy" und hat den Urin abgeholt - fuer Gerbereien und zur Harnstoffgewinnung usw. Ich habe als Kind noch vereinzelt diese Klohaeuschen erlebt und die Tankwagen, die die Grube auspumpten (hier ohne Trennsystem).

Seitdem das alles synthetisch gemacht wird (Erdoel als Energieengpass, aber scheint noch kein Engpass zu sein...), ist das Interesse schlagartig erloschen.

Fuer die Durchschnittsbuerger muessten also wieder Dienstleister zur Verfuegung stehen, die die "Drecksarbeiten" uebernehmen. Die sehe ich derzeit nicht. Selbst am Bau macht sich keiner mehr gerne die Haende schmutzig.

D.h. ich streite nicht ab, dass es als Problem technisch exzellent geloest ist. Damit steht die Loesung fuer alle die einwandfrei zur Verfuegung, die so naturverbunden sind, das zu wollen. Aber alle anderen, und das sind schaetzungsweise 99% der westlichen Bevoelkerung, werden den Weg nicht mitgehen.

Selbst die Passiv- und Nullenergiehaeuser ... was haben die (meist) - Klospuelung! Man sollte doch wenigstens bei dieser Klientel was anderes erwarten.

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Zum kontinuierlichen System, Aufwand, kulturell bedingtem Ekel

CalBaer @, Freitag, 31.07.2015, 23:54 vor 3828 Tagen @ CrisisMaven 5841 Views

Damit bezog ich mich auf die Kompostierungsanlage, also oben rein und unten raus, nicht auf die Trockentoilette.

Aber in den diskontinuierlichen,
a) mit dem von Dir beschriebenen Eimer sieht das so aus:
2) der Eimer schwappt und wird zu schwer

Da schwappt nichts. Es wird immer ausreichend organisches Material dazugegeben, die alle Fluessigkeit aufsaugt. Es wird zu einer etwas feuchten Masse, die aber kaum klumpt. Wenn man kompostierbare Tueten in den Eimern verwendet, bleibt das Leeren auch noch eine sehr hygenische, geruchsfreie Angelegenheit.

Und das Gewicht haengt immer von der Groesse ab.

3) oder die Benutzer muessen den viel oefter ausleeren, als den
Muelleimer.

Ja schon. So ein Eimer ist bei uns (2 Erw., 3 Kinder) immer nach ca. 3 Tagen voll. Der Betrieb erfordert natuerlich mehr koerperlichen Einsatz. Es ist letztendlich genauso wie beim Atomstrom, das Wasserkloset ist zwar bequem zu benutzen und billig, nachfolgende Generationen bezahlen es aber teuer.

Ja, das ist halt ein diskontinuierliches System. Das stoesst auf wenig
Gegenliebe, insbesondere bei Frauen. In unserer Kultur sind Faekalien
wesentlich staerker mit Tabu und Schamgefuehl belegt als der Hausmuell.

Ja leider, die "Kot-Phobie" in unserer Kultur sind das groesste Hindernis. Deswegen hat entsprechendes Vokabular auch immer abschaetzige Bedeutung im allgemeinen Sprachgebrauch. In China dagegen gilt menschlicher Kot traditionell als Wertstoff, eine "Kot-Phobie" ist kulturell nicht vorhanden. Wenn man dort jemand als "Scheisskopf" o.ae. bezeichnet, ist das keine Beleidigung.

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Das erinnert mich daran *lol*

Mephistopheles @, Datschiburg, Samstag, 01.08.2015, 16:20 vor 3828 Tagen @ CrisisMaven 5429 Views

Ich rede nicht von Theorie, ich habe da Erfahrungen ...

Wenn ich Menschen Hygiene erklaere und sage, dass ich mir lieber mit einer
in Domestos desinfizierten Klobuerste als mit meines Badnachbars
Zahnbuerste die Zaehne putzen wuerde, hoere ich im Hintergrund immer
unterdrueckte Kotzgeraeusche ...

In irgend so einem Seminar - Frauen total feminierend (dominierend geht ja wohl schlecht) - gingen eines Tages die Kaffeefilter aus.
Jeder, der einmal an einem Seminar teilgenommen hat, ist klar: Seminar ohne Kaffee ist ein Ding der Unmöglichkeit.

Also große Ratlosigkeit.
Bis ich *selberaufdieSchulterklopf* auf die glorreiche Idee kam, einfach Toilettenpapier von der Rolle zu verwenden.

Du wirst es nicht glauben, ich und die anderen männlichen Teilnehmer waren tatsächlich die einzigen, die den Kaffee getrunken haben. [[lach]]

Gruß Mephistopheles

--
Wenn wir nicht das Institut des Eigentums wiederherstellen, können wir nicht umhin, das Institut der Sklaverei wiederherzustellen, es gibt keinen dritten Weg. Hillaire Belloc

Du haettest Ihnen noch sagen muessen, dass ...

CrisisMaven ⌂ @, Samstag, 01.08.2015, 18:14 vor 3827 Tagen @ Mephistopheles 5438 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 01.08.2015, 18:19

Du wirst es nicht glauben, ich und die anderen männlichen Teilnehmer waren tatsächlich die einzigen, die den Kaffee getrunken haben. [[lach]]

Doch, glaube ich sofort.

Echte Kerle halt. Mir hat auch ein Ire in einer Bootswerft beigebracht, dass man Teetassen nie spuelen muss. Der erste Schluck Tee wird kochendheiss eingegossen, umgeschuettelt und weggegossen - dann ist desinfiziert. Recht hat er.

Kannte einen, der machte Mayonnaise mit dem Verputzer-Ruehrstab am Boschhammer: ein paar Packungen Eier in den Zementeimer, ein paar Flaschen Speise-Oel, Packung Salz und hoechste Drehzahl. Was dann so zwischen den Zaehnen knirscht, sind Spurenelemente. Der war auch niemals beim Arzt.

Auch fuer das Spielen im Dreck habe ich als Mitbegruender einer Kindertagesstaette immer nur Naseruempfen erhalten. Der Sandkasten mit dem ausgetauschten Sand ist aber, solange Katzen Zugang haben (und die koennen halt klettern) schon wenige Tage nach dem Austausch wieder so infektioes wie ehedem. Nix gegen Austausch - da ist auch Laub drin usw., was das "Kuchenbacken" stoert. Die Katzenkacke haelt aber das Zeug zusammen, sonst faellt der Sand so schnell aus dem Foermchen.

(Andererseits traf mich der Schlag, dass ["abba die Kinner misse doch raus!"] an den Tagen nach Tschernobyl dieselben Muetter mit den Kindern im frisch verregneten Sandkasten sassen, zur Radontherapie. Davor, Kinder raus zu lassen, hatte sogar die Bundesregierung gewarnt, ausnahmsweise mal nicht ich.)

Du haettest Ihnen noch sagen sollen:

a) "Was glauben Sie denn, warum die 'gesunden' ungebleichten Kaffeefilter immer so braun sind?"

und

b) "Glasfilter? Silizium, Quarz, sind das nicht die Faekalien der Supernovae?"

--
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Kompostklo und Biomeiler sind separat zu betreiben! Habe Erfahrung seit über 20 Jahren!

Konstantin ⌂ @, Waldhessen, Freitag, 31.07.2015, 23:48 vor 3828 Tagen @ CalBaer 7267 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 01.08.2015, 15:28

Hallo,

seit über 20 Jahren baue ich Biomeiler und benutze Kompostklos.
Aus meiner Erfahrung ist dies nicht zu kombinieren.
Ein Biomeiler funktioniert nur dann gut, wenn er innerhalb kurzer Zeit (zB 1 Tag) aufgebaut wird und dann nichts mehr oben drauf kommt.
Ein Biomeiler funktioniert gut mit 30 % Mist. Bei 10 m³ Gesamtvolumen sind das immerhin 3 m³ Mist (größere Biomeiler sind besser). Da müsste man schon viele Freunde einladen, um so viel menschlichen Mist innerhalb eines Tages haben zu können... [[zwinker]]

Besser ist es, z.B. von Hühnerhaltern ein paar Kubikmeter Mist zu holen und mit kohlenstoffhaltigem zB Hackschnitzel zu mischen.

Gerne ergänze ich den Beitrag von Leser68:

Die umfassende Webseite von und mit Heiner Cuhls gehört genannt: www.native-power.de
(der Vortragsredner von diesem Film: www.youtube.com/watch?v=NrAI1O4emmY)

Im Übrigen hat Heiner die Basis seiner Biomeiler-Ausbildung von mir erhalten.
Mittlerweile hat er so viel weiter entwickelt, dass ich bei ihm lerne...
[[top]]

Ein Biomeiler nach Witte ist super geeignet, um sehr hochwertigen Kompost herzustellen mit hohem Humusanteil. Jedoch ergibt ein "Witte-Biomeiler" weit weniger Wärme als ein "Jean-Pain-Meiler". Je mehr Kohlenstoff im Humus gebunden wird (Ziel von Witte), um so weniger Wärme wird frei. Je mehr Kohlenstoff bei der Verrottung umgewandelt wird zu CO2 und damit gasförmig freigesetzt wird (CO2 ist dann wieder wertvolles Pflanzendünger-Gas), um so mehr Wärme produziert der Meiler und umso mehr Wärme kann man für das Haus nutzen.

Das Jean Pain Buch "Ein anderer Garten" gibt es auch in deutscher Sprache, allerdings nur für einem angemessenen Kostenbeitrag, weil es sehr aufwändig war (jahrelange Suche), ein deutsches Exemplar zu bekommen, um es dann scannen zu können:
www.waldgartendorf.de/shop/artikeldetails/product/methode-jean-pain-ebook.html

Viele Grüße
Konstantin

--
"Die wichtigsten Bücher für Herz und Seele: Anastasia"

Danke fuer die Info

CalBaer @, Freitag, 31.07.2015, 23:56 vor 3828 Tagen @ Konstantin 5838 Views

Ein Biomeiler funktioniert nur dann gut wenn er innerhalb kurzer Zeit (zB
1 Tag) aufgebaut wird und dann nichts mehr oben drauf kommt.

Gut zu wissen. Sind Dir dennoch Ansaetze bekannt, einen Biomeiler als kontinuierliches System zu betreiben?

--
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Biomeiler kontinuierlich? Nee, nicht wirklich. Es gibt eine bessere Idee!

Konstantin ⌂ @, Waldhessen, Samstag, 01.08.2015, 00:14 vor 3828 Tagen @ CalBaer 6759 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 01.08.2015, 15:25

Gut zu wissen. Sind Dir dennoch Ansaetze bekannt, einen Biomeiler als
kontinuierliches System zu betreiben?

Hallo CalBaer,
in einem Votrag von Herrn Witte hat er eine Überlegung angestellt, in langen Beton-Silo-Kammern der Landwirte, einen Biomeiler zu bauen der in der Länge Stück für Stück gebaut wird, dann heizt der sich auch nacheinander (nebeneinander) auf. Dummerweise müsste man den Wärmetauscher innerhalb des immer länger werdenden Haufens verschieben...

Was ich als praktikabel ansehe, wären Seefrachtcontainer, mit eingebauten Belüftungssystemen für optimale Kompostierung und eingebauten Wärmetauschern. Man müsste oben aufmachen können zum Befüllen und seitlich zur Entnahme des Kompostes. Als wärmebedürftiger Kunde bestellt man einen fertig gefüllten Biomeiler-Container, der wird neben das Haus gestellt und an die Heizung angeschlossen. Nach entsprechender Zeit (zB ein Jahr), auf jeden Fall sobald die Wärme nachlässt, wird der Container ausgetauscht. Das geht auch im Abo... Der Wechsel der Container sollte nicht länger dauern als das Befüllen eines Heizöltanks.

Die Biomeiler-Container-Firma leert den "verbrauchten" Container und füllt ihn neu. Der Kompost wird für eine Nachrotte nochmal liegen gelassen und später als guter Humus verkauft.

Hinweis: Sollte jemand dieses Konzept umsetzen wollen, ist eine angemessene Beteiligung des Gewinns für mich (bzw. unseren Verein) zu zahlen, damit ich ganz entspannt weitere kreative Ideen entwickeln kann. [[herz]]

Viele Grüße
Konstantin

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"Die wichtigsten Bücher für Herz und Seele: Anastasia"

Klasse Idee

CalBaer @, Samstag, 01.08.2015, 00:27 vor 3828 Tagen @ Konstantin 5927 Views

[[applaus]] Das wuerde den industriellen Kompostierern Platz sparen. Zudem ist die Nutzung der Abwaerme in laendlichen Gegenden auf Grund der Entfernungen zu den Verbrauchern nicht machbar. Das ist quasi eine Fernwaermeloesung ohne Leitungen. Wenn Du das Konzept marktreif hast, wuerde ich mich gerne als Franchise-Nehmer fuer die Region USA empfehlen. [[zwinker]]

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Info:
www.tinyurl.com/y97d87xk
www.tinyurl.com/yykr2zv2

Für "Biomeiler-to-Go" brauchen wir noch einen "Macher" dazu

Konstantin ⌂ @, Waldhessen, Samstag, 01.08.2015, 00:35 vor 3828 Tagen @ CalBaer 6162 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 01.08.2015, 15:31

Wenn Du das Konzept marktreif hast,
wuerde ich mich gerne als Franchise-Nehmer fuer die Region USA empfehlen.
[[zwinker]]

Hallo CalBaer,

mein Beitrag sind meist grundlegende Ideen. Davon entwickele ich sehr viel mehr, als ich alleine marktreif machen kann. Daher können noch weitere Partner mit ins "Boot". Wer sich angesprochen fühlt: Ganz einfach Kontakt aufnehmen! Ich lade Heiner Cuhls mit ein, wir treffen uns in gemütlicher Runde, und eine neue Geschäftsgelegenheit wächst heran.

Als Ideengeber im Hintergrund kann ich so eine StartUp-Firma gerne begleiten.

Viele Grüße
Konstantin

--
"Die wichtigsten Bücher für Herz und Seele: Anastasia"

Eine Art Bauplan findest du hier

Ulli Kersten, Heinsberg, Samstag, 01.08.2015, 10:15 vor 3828 Tagen @ CalBaer 5895 Views

[[applaus]] Das wuerde den industriellen Kompostierern Platz sparen. Zudem
ist die Nutzung der Abwaerme in laendlichen Gegenden auf Grund der
Entfernungen zu den Verbrauchern nicht machbar. Das ist quasi eine
Fernwaermeloesung ohne Leitungen. Wenn Du das Konzept marktreif hast,
wuerde ich mich gerne als Franchise-Nehmer fuer die Region USA empfehlen.
[[zwinker]]

Zwar keine fertige Anlage zum Importieren und das Projekt ist aus Geldmangel eingestellt, aber der Entwickler hat die Infos alle noch online:

http://autark-heizen.blogspot.de/p/heizen-mit-biomasse-die-details.html

--
Impf-frei und gesund

autarke Heizung bei großflächigem Stromausfall?

Konstantin ⌂ @, Waldhessen, Samstag, 01.08.2015, 10:38 vor 3828 Tagen @ Ulli Kersten 5759 Views

Zwar keine fertige Anlage zum Importieren und das Projekt ist aus
Geldmangel eingestellt, aber der Entwickler hat die Infos alle noch
online:

http://autark-heizen.blogspot.de/p/heizen-mit-biomasse-die-details.html

Hallo Ulli,

danke für den Link. Der Schreiber scheint als einer der wenigen erkannt zu haben wo die echten Probleme liegen:

Zitate von dieser Seite:
http://autark-heizen.blogspot.de/p/warum-ich-nun-doch-netzstrom-nehme.html
In den ersten Erläuterungen hatte ich erklärt, dass ich anstrebe, Methoden zum vollkommen autarken Heizen zu entwickeln und dazu möglichst auch keinen Netzstrom zu verwenden.

Man lernt dazu, und ich bin inzwischen zu der Überzeugung gekommen, dass es einen flächendeckenden und langen Stromausfall nicht geben wird - und darf. [Hervorhebung durch Konstantin] Sollte es diesen großen Blackout aber doch geben, haben wir alle ganz andere Sorgen, und die Freude darüber, dass unsere autarke Heizung auch ganz ohne Strom läuft, dürfte diese Sorgen nicht ausgleichen.

Dann kommen einige Beschreibungen und Verweise was alles passieren dürfte bei einem länger andauernden und großflächigen Stromausfall.

Und dann sein Fazit:
Auf Grund dieser Szenarien scheint es nicht besonders wichtig, eine autarke Heizung vom Stromnetz unabhängig, da ein entsprechender Vorteil im Ernstfall nicht genutzt werden kann.

Dann schreibt er noch, dass es schon die Autarkie vom Stromnetz anstrebt.

Es freut mich sehr, dass der Schreiber erkannt hat wie groß die Abhängigkeit vom Strom schon geworden ist. Mein Kommentar dazu: Zuerst muss die Erkenntnis von der (Drogen-)Abhängigkeit da sein bevor die Therapie greifen kann.

Viele Grüße
Konstantin

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"Die wichtigsten Bücher für Herz und Seele: Anastasia"

Autarke Heizung durch Holzvergaser und Rocket Mass heater

Heiner @, Samstag, 01.08.2015, 13:23 vor 3828 Tagen @ Konstantin 6211 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 01.08.2015, 13:55

Tja ........ die Droge Strom ist schon ein Kapitel für sich.
Schaut mal nach dem Merlin Holzvergaser Ofen, der bringt einen Raum von 20m² in einer halben Stunde von 19 auf 40 Grad, hat also reichlich Kapazität um auch größere Räume zu beheizen. Das kleine Ding in der Größe eines Feuerlöschers brennt 2-3 Std mit Pellets und mit Reisig, Tannenzapfen und sonstigem ab einer 1/2-1,5 Std.

Der Merlin brennt Kohlenmonoxid-frei und kann in Räumen ohne Schornstein genutzt werden. Ein Messgerät/Warngerät sollte allerdings mit aufgestellt werden, gibt es für kleines Geld. Damit hat man es zunächst mal warm.
Zum Strom wie gesagt eine Mini-Biogasanlage, mit einer Stellfläche von 1m² liefert dann auch noch den Strom, sofern man genügend Biomasse zum Füttern hat; so um die 8-16kg pro Woche braucht man, um ständig einen Gastank von 2m³ gefüllt zu haben. Der reicht dann für 20 Std Kochen oder 4kW Strom am Tag.

Lieber Gruß
Heiner

Entsteht Wasser bei der Verbrennung?

Prophet @, Samstag, 01.08.2015, 15:40 vor 3828 Tagen @ Heiner 5443 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 01.08.2015, 16:04

Tja ........ die Droge Strom ist schon ein Kapitel für sich.
Schaut mal nach dem Merlin Holzvergaser Ofen, der bringt einen Raum von
20m² in einer halben Stunde von 19 auf 40 Grad, hat also reichlich
Kapazität um auch größere Räume zu beheizen.


Frage: Wie viel Wasser wird bei der Verbrennung freigesetzt? - Wie sieht die chemische Reaktion bei dem Teil aus? - 2 CO + O2 = 2 CO2?

Ohne Abzug durch den Kamin hätte ich ehrliche Bedenken, das Teil in geschlossenen Räumen zu Heizzwecken zu betreiben.

Es gibt auch Leute, die sagen: "Wenn die Heizung ausfällt, stelle ich dreißig Teelichter auf, und heize damit meine Wohnung". Das Einzige, was passiert, ist: Wohnung wird unheimlich feucht, und es gibt hohe Entzündungsgefahr, weil alle Teelichter gleichzeitig mit einer riesigen Stichflamme abfackeln können. Saugefährlich sowas.

Grüße,
Prophet

PS: Achso ja: Okay, der Ofen heizt vielleicht die LUFT auf 40°C auf. Bis das Gemäuer aber durchwärmt ist, dauert es viel länger. D.h. wenn der Ofen ausgeht, ist nach 10 Minuten wieder das Zimmer eiskalt. So kenne ich das jedenfalls. Da braucht man wahrscheinlich einen Dauerbetrieb, um die Bude vernünftig warm zu bekommen, oder? -

Fernleitungen sind doch nicht nötig

Leser68 @, Samstag, 01.08.2015, 12:24 vor 3828 Tagen @ CalBaer 5491 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 01.08.2015, 14:45

Hallo CalBaer,
wenn doch alle Bewohner ländlicher Gegenden, die ein bisschen Platz hinter dem Haus haben und nicht ganz auf den Kopf gefallen sind, ihren eigenen Biomeiler aufbauen, dann ist doch schon unglaublich viel gewonnen bzw. Energie gespart!

In einem Youtube-Video wird der Aufbau eines Biomeilers in einer Garage erklärt. D.h. es geht anscheinend auch so halb in Häusern drinnen.

Biomeiler im Container und sonstiges von Native-Power.de

Heiner @, Samstag, 01.08.2015, 13:07 vor 3828 Tagen @ Leser68 6458 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 01.08.2015, 14:35

Hallo Zusammen,
ein Biomeiler braucht Licht von oben, wenn er in einem Raum steht, müssen wenigstens 30 % der Dachfläche Tageslicht an den Biomeiler lassen.
Da wir seit 2010 als Verein mit unseren Workshopteilnehmern rund 80 Biomeiler aufgebaut haben, hat sich einiges Wissen angesammelt. Auch den Bau in einem Container haben wir umfassend geprüft. Da gibt es so einige Feinheiten zu beachten, ein Konzept dazu haben wir bereits, nur nicht das Kleingeld, es mal auszuprobieren.

Zur kontinuierlichen Befüllung bzw. Nutzung gibt es nur eine Anmerkung, "geht nicht". Der biochemische Prozess lässt das nicht zu. Also 1x Aufbau mit 2 Leuten und einem Teleskoplader an einem Tag und 12 bis 18 Monate später dann einen Tag Abbau. Besser geht's nicht und das sind ganz verträgliche Kosten für die Kompostenergie, die man in der Zwischenzeit erhält.

Wir bauen Biomeiler zum Duschen ab 1 m³ bis hin zu Biomeilern von weit mehr als 300 m³. Die Biomeiler können auch in Clustern aufgesetzt werden, bis hin zu 1 MW Leistung.

Das Hotel und Restaurant zur Moorhexe in Ottersberg bei Bremen hat bereits den 3. Biomeiler, je Biomeiler wurden in je 18 Monaten Laufzeit rund € 6.000 an Energiekosten gespart.
Wir bauen neuerdings auch Mini-Biogasanlagen für den Hausgebrauch, sehr kleine Standfläche und täglich Gas, um 20 Std zu kochen oder 4 Std einen 1 kW Generator laufen zu lassen.
Schaut mal auf die zahlreichen Videos unter YouTube: Biomeiler Native-Power.de

Lieber Gruß
Heiner

Gute Idee. - Wäre toll, wenn es funktioniert. (oT)

Olivia @, Samstag, 01.08.2015, 07:07 vor 3828 Tagen @ Konstantin 5500 Views

- kein Text -

--
For entertainment purposes only.

Eine Frage zu den Jean Painschen Versuchen und zum Kohlenstoff

Leser68 @, Montag, 03.08.2015, 11:34 vor 3826 Tagen @ Konstantin 5011 Views

bearbeitet von unbekannt, Montag, 03.08.2015, 12:29

Hallo Konstantin,
Du hast Recht, ich hätte auf jeden Fall noch die Webseite von Native Power mit reinnehmen müssen.

Könnte es sein, dass der/die Biomeiler, die Jean Pain gebaut hatte, nicht die optimale Abwärmenutzung hatten?

Er hatte seine Kunststoffschläuche ja um einen dicken Kern herum, vertikal übereinander, gewickelt. Ich nehme an, dass dadurch doch einiges an Wärme ungenutzt verlorgen ging, weil an vielen Stellen im Biomeiler der Abstand zwischen Material und Schläuchen zu groß war, weil das Häckselmaterial, auch wenn es gut gewässert ist, doch noch einen hohen Wärmeleitwiderstand hat.

D.h. die in seinem Buch (S. 49) angegebene Wärmeleistung von etwa 14 kW für einen Biomeiler von 50 Tonnen (gewässert?) hätte sehr wahrscheinlich um einiges gesteigert werden können.

Je mehr Kohlenstoff im
Humus gebunden wird (Ziel von Witte), um so weniger Wärme wird frei. Je
mehr Kohlenstoff bei der Verrottung umgewandelt wird zu CO2 und damit
gasförmig freigesetzt wird (CO2 ist dann wieder wertvolles
Pflanzendünger-Gas) um so mehr Wärme produziert der Meiler und umso mehr
Wärme kann man für das Haus nutzen.

Wenn ich die Texte, die ich bisher zum Thema Biomeiler gelesen habe, und die Videos, die ich dazu gesehen habe, richtig deute, dann ist die anaerobe Kompostierung DIE Methode, um diesen Humus zu erzeugen, oder?
In den Bauanleitungen und auch in den Videos wird aber immer darauf hingewiesen, dass man zusätzlich zum Wässern das Häckselmaterial bei jeder neuen Lage auch verdichten soll. Dies führt doch aber gerade zu diesen anaeroben Zuständen und damit zu einer geringeren Wärmleistung?
Auch der Einbau eines Biomeilers zwischen Betonwände verhindert doch eine ausreichende Belüftung?

Was ich dabei auch nicht ganz verstehe, ist, wieso ausgerechnet die obere Fläche, die Dachfläche, möglichst unbedeckt sein soll. Dass man den Regen nutzt, der durch den Biomeiler wandert und den Meiler schön feucht und aktiv hält, ist mir klar, aber wieso wäre UV-Licht so wichtig, wenn doch ca. 80-90 % des Meilers eh keinen Kontakt zur Sonne haben?


Man sollte auch noch hinzufügen, dass der "Brennwert" der Biomasse durch die Verwendung eines Biomeilers höher ist als bei der reinen Verbrennung, so sind zumindestens die Erfahrungen von Native Power, oder?
Und noch ein weiterer Hinweis zum Thema Biomasse in Treibstoff umwandeln: Wie ich in einem vorherigen Beitrag gezeigt habe, ist es selbst in Mitteleuropa möglich, Pflanzenöl UND Getreide GLEICHZEITIG auf dem gleichen Feld wachsen zu lassen und das Pflanzenöl ZUSÄTZLICH zum normalen Getreideertrag zu ernten. D.h. es gehen keine Nahrungsmittel verloren, wenn man Biotreibstoffe nutzt, im Gegenteil. Beim Getreide wird sogar die Qualität besser!

Dazu passend: Holzvergaser für unterwegs

Reffke @, Sonntag, 02.08.2015, 14:14 vor 3827 Tagen @ Leser68 5300 Views

...oder als "Retter in der Not" (demnächst in diesem Theater!) [[top]]
Auch ein cleveres Teil:
Holzvergaser "Solo Stove"
Gibt es in drei Größen [[zwinker]]

Das Prinzip wurde hier einfachst erklärt:
Löwenzahn mit Peter Lustig und der Holzvergaser

--
Die Lüge ist wahrer als die Wahrheit, weil die Wahrheit so verlogen ist. André Heller
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==> Fundgrube zur Lage: www.paulcraigroberts.org

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