Die verkannte Freiheit

Falkenauge @, Mittwoch, 29.07.2015, 08:05 vor 3831 Tagen 2291 Views

Vor etwa einer Woche erschien auf "Alles Schall und Rauch" ein interessanter Artikel mit dem Titel "Warum viele Menschen keine Freiheit wollen". Darin wird zu recht beklagt, dass viele Menschen Sicherheit der Freiheit vorziehen. "Sie wollen lieber in einem Staat leben, der sich um alles kümmert, der sie versorgt und umsorgt, der ihnen alle Entscheidungen abnimmt, der ihnen sagt, was sie zu tun haben, der ihnen Vorschriften macht und die Wahlmöglichkeit einschränkt. Oder sie wollen beides, Freiheit und Versorgung, was sich aber widerspricht."

"Was ist Freiheit? Es ist die Wahlmöglichkeit zu haben, das oder jenes zu tun. Es ist das Gegenteil von Bevormundung. Es ist die Entscheidung treffen zu können, was gut oder schlecht für einen ist. Diese Entscheidungsmöglichkeit haben viele freiwillig an die Obrigkeit abgegeben, die meint es besser zu wissen, denn der Staat macht sich angeblich Sorgen um unsere Sicherheit. Fast alle Freiheitseinschränkungen werden vom Staat mit Sicherheit begründet, dabei geht es nur um Macht und Kontrolle."

Ich halte das für das zentrale Thema der menschlichen Gesellschaft, sehe aber Freiheit als Wahlmöglichkeit zu kurz gegriffen. Sie betrifft mehr die äußere Bedingung der Freiheit, die primär eine Frage der inneren Freiheit ist. Wird die Freiheit im Inneren nicht erlebt, wird sie auch im Äußeren nicht vermisst und gesucht. Ich bin daher dem Thema der Freiheit hier etwas nachgegangen.

Freiheit ist ...

politicaleconomy @, Donnerstag, 30.07.2015, 01:17 vor 3830 Tagen @ Falkenauge 1209 Views

... wenn eine Großbank frisch und frei heraus sagt:

"Die Gewinne streiche ich ein, bei Risiken und Verlusten kann ich leider nicht selber haften, da ich sonst das ganze System mit in den Abgrund reiße.

Das muß schon der Steuerzahler übernehmen. Ich bin so frei. Und übrigens, hohe Staatsschulden sind gar nicht gut, kürzt bitte die horrenden Renten."

Freiheit WOVON nochmal genau?

eben nicht

Falkenauge @, Donnerstag, 30.07.2015, 11:06 vor 3830 Tagen @ politicaleconomy 1003 Views

... wenn eine Großbank frisch und frei heraus sagt:

"Die Gewinne streiche ich ein, bei Risiken und Verlusten kann ich
leider nicht selber haften, da ich sonst das ganze System mit in den
Abgrund reiße.

Das muß schon der Steuerzahler übernehmen. Ich bin so frei. Und
übrigens, hohe Staatsschulden sind gar nicht gut, kürzt bitte die
horrenden Renten."

Freiheit WOVON nochmal genau?

Die Bankster handeln eben in Wahrheit innerlich ebenso wenig frei wie irgend ein anderer Gangster frei handelt, sondern unter dem unbewussten inneren Zwang ihrer egoistischen Habsucht. Sie sind innerlich nicht frei, sondern getrieben.

Und äußerlich haben sie die Möglichkeit so frei zu handeln, das man aber richtiger willkürlich nennen muss, weil ihnen der Staat rechtlich die Möglihkeit des Unrechtes einräumt, also ein Gangster dem anderen hilft. Willkür im Rechtsleben führt zur Aufhebung der Gleichheit und zur Ausbeutung. Und damit haben wir es ja in großem Maße zu tun.

Man muss also immer zwischen innerer und äußerer Freiheit unterscheiden. Freiheit ist immer Freiheit von innerem oder von äußerem Zwang. Das habe ich in dem verlinkten Artikel herauszuarbeiten versucht.

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