Langfr. Auswirkungen der Mietpreisbremse

Dieter, Montag, 27.07.2015, 17:00 vor 3831 Tagen 2709 Views

bearbeitet von Dieter, Montag, 27.07.2015, 17:28

Hallo,
inzwischen wurde von der grün-roten Landesregierung auch für meine Nachbarstadt eine Mietpreisbremse eingeführt:

http://www.welt.de/regionales/nrw/article143342668/Ab-heute-gilt-in-NRW-die-Mietpreisbr...

Also: Nicht mehr Angebot und Nachfrage bestimmen den Mietpreis, sondern die jeweils politisch herrschende Oligarchie.

Nun kenne ich derartige Mietbindungen aus Portugal, Lissabon, die vor Jahrzehnten von linken Regierungen beschlossen wurden, inzwischen zwar größtenteils wieder aufgehoben, aber die Folgen der damaligen Politik sind noch heute erlebbar. Nämlich in der Weise, daß an sehr attraktiven Standorten ganze Straßenzüge verkommen, einfach weil die Eigentümer nicht das geringste Interesse für Reparaturen, Modernisierungen etc. haben. Dann wartet man lieber ein paar Jahrzehnte, bis die letzten Mieter aufgrund der mangelhaften Bausubstanz trotz sehr niedriger Miete geflüchtet sind, oder man gibt den letzten eine dicke Abfindung zwecks Auszug, um nach neuer Gesetzeslage zu modernisieren und neu zu vermieten ohne Preisbindung.

Wenn ich mir die politische Lage in Deutschland anschaue mit ihrem viel höheren Anteil an Mietern als Wähler als in jedem anderen europ. Land, dann erwarte ich eher, daß die Parteienoligarchie sich mehr und mehr auf deren Seite schlägt mit exakt den Folgen, die ich aus Portugal kenne.

Wenn nicht schon aus anderen Gründen, dann aber aufgrund der Mietpreisbindungen ist in entspr. Städten spätestens in 20 Jahren mit heruntergekommener flächendeckender Bausubstanz zu rechnen.

Gruß Dieter

Wenn unsere Straßen schon so aussehen wie in der "Zone",

Domac @, Montag, 27.07.2015, 20:23 vor 3830 Tagen @ Dieter 1903 Views

dann ist es nur konsequent, die Gebäude auch anzupassen.

GrüßeD

Gar nicht so schwer

Brauer @, Montag, 27.07.2015, 21:01 vor 3830 Tagen @ Domac 1749 Views

bearbeitet von unbekannt, Montag, 27.07.2015, 21:05

Jeder, der wie ich, einen Grundkurs in BWL zu bewältigen hat, obwohl man doch lediglich etwas über die Führung eines Betriebes wissen wollte...
weiß, dass eine solche Preisobergenze die Produzentenrendite schmälert, aber dafür aber die Konsumentenrendite erhöht.
Aber: "Langfristig, hä, wie?!?!"
Deshalb beeinhalten die meisten Studienfächer eben genau diesen "Grundkurs" (und zeigen den Vogel ggü. den Studenten).
Alle anderen "vertiefen" den Blödsinn dann halt noch einige Jahre.
Und man darf nicht vergessen: Der Akademiker, der da heilen Geistes raus kommt, wird freiwillig niemals nicht bedeutsam wirken.
Hat das eigentlich mal jemand volkswirtschaftlich durchgerechnet?
Also, dass jedes System die Leute die es durchschaut haben, ohne (besonderen) Nutzen verwaltet?

Zwar wird das mit der BWL Klausur eher nichts, aber ich ich weiß:
Diese Rechung ist ohne die (Wohnungs-)Produzenten gemacht, die sich, wie du sagst, so lange nicht kümmern, bis es sich für beide Marktteilnehmer wieder "rentiert", also auf dem "vorgegebenen" Preisniveau.
Dabei wird halt der vorher dagewesene Lebensstandard aufgegeben werden müssen.
Ist der Preis sogar dafür zu niedrig, gibt es halt Leerstand.
Oder auch nicht, weil in aller (ausgebombten) Welt Leute sind, die diese auch zum Selbstverwaltungspreis akzeptieren würden. Jedenfalls bis die Wohungen hin sind. Dann werden die Bewohner solange nach Steuergeld des Nachbarn fragen, bis es da statt Steuergeld nur noch andere "Gutmütigkeiten" abzuholen gibt.

Das soll übrigens kein Apell an die Hausbesetzer sein.
Diese kritisieren ja gerade, dass so etwas auftritt (wegen böser Kapitalisten, die nichts verdienen wollen). Im Unterschied zu staatlich gelenkten Wirtschaften tritt das Problem aber außerhalb dieser weniger(!) auf.
Schaut euch mal Halle an.

Zudem hält es die Inflationsrate im Zaum

Domac @, Freitag, 31.07.2015, 19:15 vor 3826 Tagen @ Brauer 1154 Views

(Mieten lassen sich nicht so einfach mittels Hedonik oder andere Sperenzchen "anpassen") und ist damit gut für die Wohlstandsstatistik.

GrüßeD

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