Hallo Konstan,
Danke noch mal für den Tipp. Schad, dass keiner reagiert.
Hierzu:
Die Theorie des Wehrgeldes gefällt mir.
vgl.
https://de.wikipedia.org/wiki/Wergeld
Dadurch wird beschrieben woher der Maßstab kommt!
U. a. hier ist zu lesen, wie die "Buchungseinheiten" gestalten waren, die man aus Wehr-, aka Mann- aka Bußgelder (Buße, so wurde früher vielfach abgegrenzt, geht an den Geschädigten, als eine Art Schadensersatz, im Gegensatz zu einer Strafe oder Verfahrenskonsten, welche es auch schon früher gab).
Unterschieden werden Körper- und Ehrverletzungen:
https://de.wikipedia.org/wiki/L%C3%B3g_n-enech#Der_.E2.80.9EEhrenpreis.E2.80.9C
Siehe auch hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_inselkeltischer_Mythen_und_Sagen#Spr.C3.BCche-Samml...
Bretha Crólige Entscheidungen betreffs Blutvergießen -
Bußtaxen bei Verwundungen, 3. Teil des Senchas Már
"Bretha Crólige zählt die genauen Bußtaxen auf, die für blutende Verwundungen zu entrichten sind. Als Rechnungseinheit diente dabei der Wert einer Sklavin (cumal ['kuval]), eine im keltischen Bereich übliche Berechnungsgrundlage - auch für Abgaben, Strafen, Reparationszahlungen und anderes.
So sind für die Verwundung eines Königs (rà [ri:]) oder Provinzkönigs (rà rurech ['ri 'rur'eχ]) – später auch eines Bischofs – vierzehn, für Personen edler Abstammung je nach Rang (aire ard ['ar'e 'a:rd] „hoher Adliger“, aire déso / forgill / túise ['ar'e de:so / 'forgil' / 'tu:ʃe] „Adliger“, fer fothlai ['fer 'foθli] „niederer Adliger“) elfeinhalb bis sieben, für einen viehbesitzenden Bauern oder freien Mann (bóaire ['bo:'ar'e]) drei und für einen Unfreien (betagh [b'i:ataχ]) zwei cumal zu entrichten. Die Druiden (druà [dri:]), Dichter (fili ['fili]) und andere „Leute mit Fähigkeiten“ (áes dána [ois 'da:na]), zu denen auch die Gelehrten zählten, wurden manchmal zu den edlen, manchmal nur zu den freien Männern gezählt. [1]
Dementsprechend wird auch der Stand der Adligen (grád flatha ['gra:δ'laθa]), der Freien (grád féne ['gra:δ'e:ne]) und der Unfreien (sen-chléithe ['ʃen'χle:θe]) unterschieden. Eine andere Benennung der Einteilung ist soÃr oder sóer („Gut-Freie“) und doÃr oder dóer („Schlecht-Freie“).[1]
Die Verwundung einer Frau wurde üblicherweise nach der gesellschaftlichen Stellung ihres Mannes taxiert,.."
Das gibt es auch in anderen Rechtkulturen, auch mehrfach in alten Rechtsbüchern in Deutschland.
"Die lex salica bestand überwiegend aus einem Katalog, der die an das Opfer oder seine Familie zu zahlenden Bußen für verschiedene Delikte enthielt (= Privatstrafrecht). Z.B. war als Wergeld für die Tötung eines freien Mannes eine Summe zu leisten, die in etwas dem Preis von 200 Rindern entsprach."
http://lexexakt.de/index.php/glossar?title=salischesgesetz.php
http://lexexakt.de/index.php/glossar?title=wergeld.html
http://lexexakt.de/index.php/glossar?title=salischesgesetz.html
"Die Artikel befassen sich mit allen möglichen Rechtsfällen, wobei der Schuldige – sofern er freien Standes war – fast immer eine Geldbuße entrichten musste. Unfreie dagegen wurden mit Körperstrafen wie Hieben oder Rutenschlägen und in wenigen Fällen sogar mit dem Tod bestraft.
Dabei unterschieden sich die Strafen, je nachdem wer geschädigt wurde und wer der Täter war, so dass anhand der unterschiedlichen Strafmaße die Standesunterschiede der damaligen Gesellschaft deutlich werden. Beispielsweise stand auf Ermordung eines „Römers“, das heißt eines zur Provinzbevölkerung gehörenden Galloromanen, eine Geldstrafe in Höhe von 100 Schillingen aus, während die Tötung eines freien Franken in doppelter Höhe mit 200 Schillingen geahndet wurde. Wiederum höher stand die Gruppe der galloromanischen „Tischgenossen“ (Mitglieder des Hofes) des Königs mit 300 Schillingen, während das höchste Sühnegeld von 600 Schillingen für die Tötung von Mitgliedern des unmittelbaren Gefolges des Königs zu entrichten war. Fast modern mutet an, dass sogar Geldbußen für Beschimpfungen vorgesehen wurden, wobei das Wort „Hure“ mit 45 Schillingen am höchsten bestraft wurde."
https://de.wikipedia.org/wiki/Lex_Salica#Rechtsinhalt
Siehe weiter: https://de.wikipedia.org/wiki/Asegabuch
"Das Asegabuch (Erste Rüstringer Handschrift) ist eine Sammlung altfriesischen Rechts aus dem 13. bis 15. Jahrhundert."
V. Die allgemeinen Bußtaxen (1. Teil) - in Geld:
http://www.rzuser.uni-heidelberg.de/~cd2/drw/t/t7224.htm
(dort auch u. a., und das ist auch etwas für dottore: XVI. Münzwerte:
http://www.rzuser.uni-heidelberg.de/~cd2/drw/t/t7247.htm
sowie: XVII. Kirchliche Strafe für Verwandtenmord
XVIII. Die Rüstringer Priesterbußen (2. Teil)] usw. )
Ebenso in der altfriesischen „Fivelgoer“ Handschrift, wo die Kataloge der Bußtaxen auch etwa eine Drittel des Textes einnehmen.
(Kurzer Grundriss der germanischen Philologie bis 1500, Band 1, Seite 171 )
Zur Geschichte des Schmerzensgeldes: http://www.just-seeboth.de/rechtsinfos/zivilrecht/schmerzensgeld.html , auch nach dem römischen Recht.
Es gibt da viele weitere Quellen, wie viel Verletzungen und Tötungen kosteten.
Siehe aber auch das hier:
"Geschichte
Bereits während der Zeit der Kiewer Rus gab es unter der Bezeichnung Griwna/Hrywnja eine allgemeingültige Geldeinheit, die knapp einem Pfund Silber (400 g) entsprach.
Eine Theorie besagt, dass das Wort „Hrywnja“ von den goldenen und/oder silbernen Schmuckstücken stammt, die um den Hals (Griwa, Zagriwok) getragen wurden. Es wurden auch kleinere Währungseinheiten benutzt: Nogata (Bär oder Wolf), Kuna (Nerz oder Zobel), Wekscha (Eichhörnchen). Es galt: 1 Hrywnja = 20 Nogata = 25 Kuna = 100 Wekscha.
Im 11. Jahrhundert wurde Griwna als Maßeinheit benutzt. Im 12. Jahrhundert entsprach eine Silbergriwna einem Gewicht von ca. 204 Gramm.
Später war Hrywnja als Bezeichnung für Kupfermünzen (2,5 oder 3 Kopijok), oder Hrywenik (гривеник) für eine Silbermünze im Wert von 10 Kopijok gebräuchlich. Bis in sowjetische Zeiten hielt sich diese traditionelle Benennung."
https://de.wikipedia.org/wiki/Hrywnja#Geschichte
Auch die von Pfalz zu Pfalz usw. umherziehende deutsche Kaiser hatten Kataloge für Etliches. U. a. was ihnen und dem Hofstaat zu liefern war (und so ein Hof und Tross, also das Gefolge, waren gewaltig groß: https://de.wikipedia.org/wiki/Gastungspflicht ), aber auch, wie Angreifer für Schäden aufzukommen hatten. Auch dabei gab es Abstufungen nach Stand usw. der Geschädigten.
Deutschland damals: https://de.wikipedia.org/wiki/Personenverbandsstaat
Siehe auch hier: Mathias Schmoeckel, Verlag bohlau, Auf der Suche nach der verlorenen Ordnung: 2000 Jahre Recht in Europa - ein Überblick
Wergeld: 63 f., 90, 147, 295,
Wergeldkatalog: 68.
Daraus lassen sich natürlich auch Auskünfte über die Zusammensetzung der Gesellschaften ableiten.
(Nachtrag auch: Es gibt neben der Fehde, mit denen früher Konflikte gelöst wurden, und die u. a. als früher Rechtsinstitut ausgestalten und rechtliche geregelt war, auch das hier:
https://de.wikipedia.org/wiki/Gerichtskampf
>> https://de.wikipedia.org/wiki/Holmgang - im Grund genommen ein geregeltes Duellieren
Siehe auch:
https://de.wikipedia.org/wiki/Urteilsschelte
Und: was ebenso Freiheiten sicherte, war von Lehensherren unabhängiges Privatgut: https://de.wikipedia.org/wiki/Handgemahl#Hausgut
Siehe auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Sch%C3%B6ffenbarfrei
https://de.wikipedia.org/wiki/Semperfrei )
Viele freundliche Grüße
azur
PS: Gewere ist das mittelalterliche Wort für viele Abwehrrechte.
https://de.wikipedia.org/wiki/Gewere
Nachtrag @Zara, @Konstantin:
Zara, hast immer wieder auf den Energiebedarf von Menschen hingewiesen. In frühzeitlicher Subsistenz, spielten u. a. die Haselnüsse eine starke Rolle, die lebensnotwendige Öle bieten, sehr energiereich sind und lagerungsfähig gemacht werden konnten.
"Bereits im frühen Mesolithikum steuerte die Haselnuss einen wichtigen Beitrag zur Ernährung bei.[25] Die enorm schnelle Ausbreitung in diesem Zeitalter wird mit der Ausbreitung des Menschen in Verbindung gebracht, der durch die Anlage von Haselnussvorräten die Vermehrung der Haselnuss bewusst oder unbewusst förderte.[26] Dies könnte die erste Kultivierung eines Nahrungsmittels in Europa sein, was allerdings nicht nachweisbar ist."
https://de.wikipedia.org/wiki/Mittelsteinzeit#Ern.C3.A4hrung
Siehe auch hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Duvensee_%28Mesolithische_Wohnpl%C3%A4tze%29#Haselnussnut...
Das liest man auch an anderen Stellen.
Ebenso von der früher weit verbreiteteren Niederwaldnutzung. Niederwälder wachsen, relativ gesehen, schnell nach und sind durchgängiger nutzbar, weil man eben nicht den ganzen Baum fällte, sondern Teile erntete: https://de.wikipedia.org/wiki/Niederwald#Nutzung
Auch dort wird auf die Hasel verwiesen.
2) Stabile Bevölkerungszahlen dort, wo nicht mehr Bevölkerung aus dem Land leben können, durch: https://de.wikipedia.org/wiki/Polyandrie
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