Was ist Kultur?

Falkenauge @, Freitag, 24.07.2015, 11:48 vor 3835 Tagen 1829 Views

bearbeitet von unbekannt, Freitag, 24.07.2015, 12:11

Mal etwas mehr in die Tiefe Gehenderes als die alltäglichen Konflikte.
Was liegt der Kultur des Menschen, seinem kulturellen Streben eigentlich zugrunde?

Im politischen und wirtschaftlichen Leben ist der Mensch primär der Gestaltung seines äußeren, physischen Lebens zugewandt, das der materiellen Wohlfahrt seines körperlichen Daseins dient. Im kulturell-geistigen Leben befasst er sich mit den Fragen seiner inneren Existenz, seines seelisch-geistigen Wesens, mit dem Woher und Wohin, dem Sinn seines Lebens, den Erkenntnisfragen des Daseins und seines rätselhaften Zusammenhanges mit einer höheren weisheitsvollen Welt, aus der alles wie aus einem unsichtbaren Hintergrund hervorzugehen scheint.

Indem sich der Mensch im Wirtschaftsleben um die Sicherung und den Komfort seiner physischen Existenz bemüht, unterscheidet er sich in seinem Verhalten nicht prinzipiell von dem des Tieres, sondern nur durch die ungeheure gedankliche Raffinesse, durch die er seine Bedürfnisse zu befriedigen sucht. Während sich das Leben des Tieres aber in der Sicherung seiner irdischen Existenz erschöpft, bildet das Wirtschaftsleben des Menschen erst die Grundlage, um darauf sein eigentliches Menschsein, seine seelisch-geistige Entwicklung, entfalten zu können. Die geistige Höhe eines Volkes hängt davon ab, wie stark dieses seelisch-geistige Leben als das Wesentliche im Bewusstsein der Menschen lebendig ist. Wird ihr Bewusstsein weitgehend vom äußeren politischen und wirtschaftlichen Leben beherrscht, wird es an die materielle Außenseite des Lebens gefesselt und von seinen inneren Quellen abgeschnitten. Der Mensch führt dann im Grunde das Dasein eines mit Verstand begabten Tieres.

Weitere Überlegungen hier.

Kultur ist die Summe aller kollektiven Eingriffe des Menschen in die Natur, um zu überleben

Mephistopheles @, Datschiburg, Freitag, 24.07.2015, 14:57 vor 3834 Tagen @ Falkenauge 1415 Views

Das setzt voraus, dass der Mensch, oder Teile der Menschheit, aus der Natur heraus nicht überleben kann.

Menschen, die aus der Natur heraus überleben können, haben somit keinen Anteil an der Kultur, sie gehören zu den Unkultivierten.

Kultur kommt von lat. colere = pflegen, verehren, bebauen, bewirtschaften, anbauen, ausbilden, bewohnen und ann man als Summe der menschlichen Aktivitäten bezeichnen, womit Menschen die Natur in ihrem Sinne umändern, um damit ihre Überlebensbedingungen zu verbessern.

Niemals kann ein Mensch alleine die Natur verändern, die Kultur entsteht immer aus einem Kollektiv von Menschen.
Jedes Kollektiv erfordert eine Hierarchie, und eine Organisation, um auf Dauer bestehen zu können.

Die Menschheit gliedert sich dabei in eine Menge verschiedener Kollektive = verschiedener Kulturen.

So weit mal zum Anfang.


Gruß Mephistopheles

--
Wenn wir nicht das Institut des Eigentums wiederherstellen, können wir nicht umhin, das Institut der Sklaverei wiederherzustellen, es gibt keinen dritten Weg. Hillaire Belloc

Natur - Kultur

Falkenauge @, Freitag, 24.07.2015, 16:41 vor 3834 Tagen @ Mephistopheles 1359 Views

Das setzt voraus, dass der Mensch, oder Teile der Menschheit, aus der Natur
heraus nicht überleben kann.

Menschen, die aus der Natur heraus überleben können, haben somit keinen
Anteil an der Kultur, sie gehören zu den Unkultivierten.

Kultur kommt von lat. colere =
pflegen, verehren, bebauen, bewirtschaften, anbauen, ausbilden,
bewohnen
und ann man als Summe der menschlichen Aktivitäten
bezeichnen, womit Menschen die Natur in ihrem Sinne umändern, um damit
ihre Überlebensbedingungen zu verbessern.

Der Kampf um die physischen Existenzgrundlagen fordert den Menschen zu erhöhten Verstandesleistungen heraus, mit denen er sich aber noch im Wirtschaftsleben bewegt. Natürlich sind das geistige Fähigkeiten, die er der Natur hinzufügt und diese verändert; insofern sind sie im weiteren Sinne auch kulturelle Leistungen. Sie stehen aber im Dienste des kreatürlichen, natürlichen Lebens seines Leibes, der der Natur angehört.

Kultur im engeren Sinne entsteht aus den Bedürfnisse seines seelisch-geistigens Wesens, das in einem natürlichen Leibe lebt, mit ihm aber nicht identisch ist. Daraus entstehen alle wissenschaftlichen, künstlerischen und religiösen Bestrebungen des Menschen, die zur Natur etwas Höhres hinzufügen, was in ihr nicht enthalten ist.


Niemals kann ein Mensch alleine die Natur verändern, die Kultur entsteht

immer aus einem Kollektiv von Menschen.
Jedes Kollektiv erfordert eine Hierarchie, und eine Organisation, um auf
Dauer bestehen zu können.

Die Menschheit gliedert sich dabei in eine Menge verschiedener Kollektive
= verschiedener Kulturen.

Klar, der Mensch ist auf Gemeinschaft angewiesen, die aber nicht prinzipiell einer Hierarchie bedarf. Diese steht historisch am Anfang, hat sich verändert und mit Abschwächungen bis in die heutigen Gesellschaften erhalten. Hierarchie setzt aber voraus, dass oben Menschen stehen, die höhere Erkenntnismöglichkeiten haben als die anderen und denen sagen müssen, wo es lang geht.

Mit der im antiken Griechenland entstehenden seelischen Fähigkeit des begrifflichen Denkens erwachte aber in immer mehr Menschen ein wachsendes Selbstbewusstsein, das sich darauf stützte, die Wahrheit im eigenen Denken selbst erkennen und danach handeln zu können, ohne auf die Autorität von Herrschern und Priestern angewiesen zu sein. Dies bedeutete die Geburt der inneren Freiheit und des Strebens nach äußerer Freiheit von aller politischen, religiös-kulturellen und wirtschaftlichen Macht und Bevormundung bis heute. In der Erkenntnisfähigkeit ist die Freiheit gegründet.
Und in der Freiheit ist die Gleichheit gegründet. Gleichheit ist die Freiheit aller.

Gleichheit und Freiheit ebnen die Hierarchie prinzipiell ein. Die Gesellschaftsform dafür muss erst noch entwickelt werden. Jedenfalls liegt sie nicht rückwärts in alten Hierarchie-Mustern.

Soweit mal als Antwort.

Gruß
Falkenauge

Die Verstandesleistungen haben halt leider nachgelassen - deswegen gibt es ja die Kultur

Mephistopheles @, Datschiburg, Freitag, 24.07.2015, 17:36 vor 3834 Tagen @ Falkenauge 1326 Views

bearbeitet von unbekannt, Freitag, 24.07.2015, 17:41

Der Kampf um die physischen Existenzgrundlagen fordert den Menschen zu
erhöhten Verstandesleistungen heraus, mit denen er sich aber noch im
Wirtschaftsleben bewegt. Natürlich sind das geistige Fähigkeiten, die er
der Natur hinzufügt und diese verändert; insofern sind sie im weiteren
Sinne auch kulturelle Leistungen. Sie stehen aber im Dienste des
kreatürlichen, natürlichen Lebens seines Leibes, der der Natur angehört.

Tja, die Verstandesleistungen haben halt leider nachgelassen, und der Mensch ist nicht mehr fähig, in der Natur zu überleben.
Es geht da dem Menschen überhaupt nicht anders als den domestizierten Tieren, die durchweg üer weniger Intelligenz verfügen als ihre wilden Artgenossen.
Wobei es müßig sein dürfte, zu fragen, was zuerst war: Das Nachlassen der Verstandesleistungen, das dann zur Kultivierung führte als Survival-Strategie; oder die Kultivierung, die zu einem Verschwinden der intelektuellen Fähigeiten führte, da zum Überleben nicht mehr notwendig.

Kultur im engeren Sinne entsteht aus den Bedürfnisse seines
seelisch-geistigens Wesens, das in einem natürlichen Leibe lebt, mit ihm
aber nicht identisch ist. Daraus entstehen alle wissenschaftlichen,
künstlerischen und religiösen Bestrebungen des Menschen, die zur Natur
etwas Höhres hinzufügen, was in ihr nicht enthalten ist.

Seelisch-geistiges Wesen, blablabla. Seele und Geist verschwinden, wenn sie erst mal in begriffliche Kataster gepresst werden.
Es ist zwar nicht belegbar, aber sehr wahrscheinlich, dass "Wilde" mehr Seele und Geist hatten als alle Kultur-Banausen.

Klar, der Mensch ist auf Gemeinschaft angewiesen, die aber nicht
prinzipiell einer Hierarchie bedarf. Diese steht historisch am Anfang, hat
sich verändert und mit Abschwächungen bis in die heutigen Gesellschaften
erhalten. Hierarchie setzt aber voraus, dass oben Menschen stehen, die
höhere Erkenntnismöglichkeiten haben als die anderen und denen sagen
müssen, wo es lang geht.

Oh doch. Ein hierarchielose (Hierarchie = Herrschaft der Heiligen) Gemeinschaft bringt nur Unheil und Chaos.

Mit der im antiken Griechenland entstehenden seelischen Fähigkeit des
begrifflichen Denkens erwachte aber in immer mehr Menschen ein wachsendes
Selbstbewusstsein, das sich darauf stützte, die Wahrheit im eigenen Denken
selbst erkennen und danach handeln zu können, ohne auf die Autorität von
Herrschern und Priestern angewiesen zu sein. Dies bedeutete die Geburt der
inneren Freiheit und des Strebens nach äußerer Freiheit von aller
politischen, religiös-kulturellen und wirtschaftlichen Macht und
Bevormundung bis heute. In der Erkenntnisfähigkeit ist die Freiheit
gegründet.

Kennst du den psychologischen Begriff der Rationaslisierung? Du hast jedenfalls soeben ein schönes Beispiel dafür abgeliefert.

Und in der Freiheit ist die Gleichheit gegründet. Gleichheit ist die
Freiheit aller.

Gleichheit ist die Freiheit der Gleicheren.

Gleichheit und Freiheit ebnen die Hierarchie prinzipiell ein. Die
Gesellschaftsform dafür muss erst noch entwickelt werden. Jedenfalls liegt
sie nicht rückwärts in alten Hierarchie-Mustern.

Ja, aber nur in deiner Vorstellung. In Wirlichkeit sieht man das nirgendwo.

Soweit mal als Antwort.

Soweit, so schlecht.

Gruß Mephistopheles

--
Wenn wir nicht das Institut des Eigentums wiederherstellen, können wir nicht umhin, das Institut der Sklaverei wiederherzustellen, es gibt keinen dritten Weg. Hillaire Belloc

Idee und Wirklichkeit

Falkenauge @, Freitag, 24.07.2015, 20:03 vor 3834 Tagen @ Mephistopheles 1271 Views

Tja, die Verstandesleistungen haben halt leider nachgelassen, und der
Mensch ist nicht mehr fähig, in der Natur zu überleben.
Es geht da dem Menschen überhaupt nicht anders als den domestizierten
Tieren, die durchweg üer weniger Intelligenz verfügen als ihre wilden
Artgenossen.
Wobei es müßig sein dürfte, zu fragen, was zuerst war: Das Nachlassen
der Verstandesleistungen, das dann zur Kultivierung führte als
Survival-Strategie; oder die Kultivierung, die zu einem Verschwinden der
intelektuellen Fähigeiten führte, da zum Überleben nicht mehr
notwendig.

Eine arme sozialdarwinistische Ideologie vom Menschen, die nur in der Vorstellung existiert.

Seelisch-geistiges Wesen, blablabla. Seele und Geist verschwinden, wenn
sie erst mal in begriffliche Kataster gepresst werden.
Es ist zwar nicht belegbar, aber sehr wahrscheinlich, dass "Wilde" mehr
Seele und Geist hatten als alle Kultur-Banausen.

Wie können "Wilde" wahrscheinlich mehr Seele und Geist gehabt haben als alle Kultur-Banausen, wenn Seele und Geist doch Blablabla und - ins begriffliche Kataster gepresst - verschwunden sind?

Woraus bestehen deine Gedanken? Aus Holz? Du kannst sie nicht anfassen und nicht sehen, sondern nur seelisch-geistig erfassen. Und doch geben sie dir Bewusstsein und die Gewissheit, dass die Welt so sei, wie du denkst.

Oh doch. Ein hierarchielose (Hierarchie = Herrschaft der Heiligen)
Gemeinschaft bringt nur Unheil und Chaos.


Ist das begründet gedacht oder geglaubt?

Kennst du den psychologischen Begriff der
Rationaslisierung?
Du hast jedenfalls soeben ein schönes Beispiel dafür abgeliefert.

Diese Art der Rationalisierung mag es geben. Meine Worte als solche zu bezeichnen zeugt nur von völliger geschichtlicher Unkenntnis der Ideenentwicklung. Es ist immer merkwürdig, über etwas abfällig zu schwadronieren, von dem man offensichtlich keine Ahnung hat.

Gleichheit ist die Freiheit der Gleicheren.


Sophistische Leerformel, die wohl witzig sein soll.

Gleichheit und Freiheit ebnen die Hierarchie prinzipiell ein. Die
Gesellschaftsform dafür muss erst noch entwickelt werden. Jedenfalls

liegt sie nicht rückwärts in alten Hierarchie-Mustern.

Ja, aber nur in deiner Vorstellung. In Wirlichkeit sieht man das
nirgendwo.


Nein, nicht in meiner Vorstellung, sondern in der Logik der Begriffe. Dass man das in der Realität nirgends sieht, habe ich ja gesagt. Aber in den Begriffen liegt es und kann realisiert werden.
Das wäre die Aufgabe der Kultur.

Gruß
Falkenauge

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