Ich musste das Video leider bei der Grinsekatze abschalten.
Griechenland war schon immer ein notorischer Schuldner. Aus Ottos Zeiten haben die Bayern immer noch Geld zu kriegen. Nach dem Krieg wurden sie erst von Großbritannien, dann von den USA finanziert. Jetzt ist die Eurogruppe dran.
Nach der Aufnahme in den Euro bekamen sie verstärkt Kredit von französischen und deutschen Banken und Versicherungen. Deren Forderungen wuchsen besonders rasant von 2000-2008 auf 95 Mrd, Löwenanteil F mit 60 davon. Diese Entwicklung kann man sich schön auf den Schaubildern des parlamentarischen Schuldenberichtes anschauen, den @Mabraton hier unten verlinkt hatte, zB p15:
http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=358015
Als sich 2010 plötzlich zeigte, dass GR diese Schulden nicht mehr BEDIENEN kann (nicht tilgen, das sowieso nicht), beschlossen Merkel und Sarkozy, die Schulden GRs ihren eigenen Banken abzunehmen, indem sie auf öffentliche Gläubiger übertragen wurden, anstatt GR in den Staatsbankrott gehen zu lassen und dann ihre Banken zu retten (rekapitalisieren). Letzteres traute man sich wohl nicht dem Volk zu vermitteln; dass kurz nach 2008 schon wieder Bankenrettung in großem Stil nötig ist.
Seit 2010 hat es praktisch keine weiteren Kredite an GR gegeben, es wurde nur mehrmals auf andere Gläubiger umgeschuldet.
Um nichts anderes geht es jetzt wieder, die in den nächsten drei Jahren fälligen Staatsanleihen und sonstigen Schulden auf andere Gläubiger zu verlagern, jetzt auf den ESM. Letzterer wurde ja extra dazu geschaffen.
Man sieht auf p15 wie sich der Anteil der europäischen Banken an den Schulden über die letzten Jahre vermindert hat und auf p22, dass von 312 Mrd Staatsschuld 2015, also heute, ca 243 Mrd von anderen europ. Ländern und öffentl. Institutionen gehalten werden.
Dh erstens, die gr. Staatsschulden sind seit 2009 nicht mehr gewachsen, sondern nur auf andere Gläubiger gelegt worden.
Und natürlich zweitens, dass der Zufluss von Kapital von außerhalb in den Jahren 2000-2008, an den sich GR gewöhnt hatte, jetzt einfach fehlt. Das ist leider bei Schuldenfinanzierung immer so, dass einem irgendwann die Gläubiger ausgehen für frisches Geld.
Sehr schön auch auf p13 die gegenläufige Entwicklung von Staatsausgaben und Steuereinnahmen in der goldenen Zeit.
Das ist eigentlich alles, das ganze Austeritätsgerede ist Quatsch, es gibt keinen Anspruch GRs an das Ausland, es permanent zu finanzieren. Das wurde bis 2008 zwar gemacht, warum auch immer, aber jetzt halt nicht mehr.
Über den Bailout GR vs. Bailout Gläubigerbanken kann man sich streiten, gerettet hätte der Staat auf jeden Fall.
Die Griechen sind halt außerdem sauer, weil sie bei einem Staatsbankrott die Schulden los gewesen wären, jetzt hängen sie ihnen ewig an, auch wenn sie gerollt werden.