Muffen und gehäufte Stromausfälle in Deutschland

Leser68 @, Samstag, 18.07.2015, 01:19 vor 3838 Tagen 6047 Views

Mehr durch Zufall bin ich gerade auf ein Problem gestossen, dass anscheinend gerade gehäuft in Deutschland auftritt. Das könnte eigentlich in die Fefesche Serie der Infrastrukturapokalypse passen, aber auch in die Serie "Einstürzende Neubauten" erweitert um Brücken, Strassen und jetzt anscheinend eben auch Stromkabel.

Hier sind zwei Beispiele:

Dunkle Serie: Stromausfälle in Südbaden seit Jahresbeginn
von: Oliver Huber, Fr, 17. Juli 2015
Plopp. Kaffeemaschine aus. Plopp. Computer aus. Immer wieder ist plötzlich der Saft weg. Die Menschen in Südbaden haben mit einer Serie von Stromausfällen zu kämpfen. Eine Blackout-Auswahl.

http://www.badische-zeitung.de/dunkle-serie-stromausfaelle-in-suedbaden-seit-jahresbeginn

Gelistet sind etwa 32 Ereignisse, nur in Südbaden seit Januar diesen Jahres, die jeweils das gleiche Ereignis umfassen, aber mehrere Stadteile oder auch Orte umfassen. Am schlimmsten war ein Stromausfall am 12. Mai bei Rheinfelden, der sich Abends ereignete und bei dem erst am nächsten Morgen alle Haushalte wieder Strom hatten.
Schuld waren anscheinend oft sogenannte defekte Muffen, d.h. Verbindungen zweier Erdkabel in der Erde. Und dabei ist wiederum anscheinend ein Typ besonders fehleranfällig.
Experten für Stromnetztechnik können da sicher mehr sagen.

Beim zweiten Beispiel geht's um Bremen. Aber auch da sind jeweils defekte Muffen mit schuld.

Stadtteil Osterholz 16 Stunden ohne Strom Warum gibt es in Bremen derzeit so viele Stromausfälle?
von Antje Stürmann 07.07.2015

http://www.weser-kurier.de/bremen/bremen-stadtreport_artikel,-Warum-gibt-es-in-Bremen-d...

Wenn man nach "Stromausfälle Muffen" sucht, findet man jede Menge Artikel.

Irgendwie habe ich so das Gefühl, dass die Stromnetze einfach nicht mehr die Leistungen bzw. die Dauerbelastungen verkraften, der sie aufgrund der ständig steigenden Leistungsdichte in Ballungsräumen Dank moderner Technik ständig ausgesetzt sind (ständig steigende Rechnerpower von Desktop-PCs für Computerspiele, immer mehr PCs oder Laptops, Netbooks etc. gleichzeitig in einem Haushalt im Einsatz (auch wenn Laptops nur etwa ein fünftel der Leistung eines normalen Desktop-PCs haben), immer mehr Fernseher in einem Haushalt im Einsatz, immer mehr Klimaanlagen oder Wärmepumpen in Häusern im Einsatz etc.

Verteuerbare Energien verursachen Muffen-Sausen?

CrisisMaven ⌂ @, Samstag, 18.07.2015, 08:09 vor 3838 Tagen @ Leser68 4668 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 18.07.2015, 08:50

Schuld waren anscheinend oft sogenannte defekte Muffen, d.h. Verbindungen zweier Erdkabel in der Erde. Und dabei ist wiederum anscheinend ein Typ besonders fehleranfällig.

Das Problem ist, dass Erdkabel eigentlich kurzfristig (!) hoehere Ueberlast aushalten koennen, als Freiluftkabel.

Die Hauptgefahr beim Versagen sind ansonsten -neben externer Beschaedigung durch Bagger bei Bauarbeiten- eben jene Muffen:

"Eine Schwachstelle von Kabelstrecken liegt in den Verbindungsstellen der einzelnen Kabelabschnitte (Muffen). Dort können in der Frühphase des Betriebs durch Montagefehler gehäuft Ausfälle auftreten. Ist diese 'Kindersterblichkeit'nach der Inbetriebnahme überwunden, kann davon ausgegangen werden, dass erst zum Ende der Lebensdauer gehäuft Ausfälle auftreten werden (Badewannenkurve) ..." (Ausbau elektrischer Netze mit Kabel oder Freileitung unter besonderer Berücksichtigung der Einspeisung Erneuerbarer Energien).

Das Problem ist aber m.E. in den genannten Faellen ein anderes: Sowohl Suedbaden wie das Osterholz-Viertel in Bremen, in dem u.a. auch die Anti-Atom-Juso/Gruenen-Fraktionen der Bremer Sozis und Gruenen wohnen, duerften ueberproportional stark und ueberproportional schnell mit Photovoltaik-Paneelen ausgeruestet worden sein.

Ohne die Zahlen zu kennen, duerfte dabei je nach Sonneneinstrahlung schubweise mehr elektrische Energie eingespeist werden, als der normalen Spitzenbelastung frueher durch reinen Verbrauch entsprach. @smiths74 hat es schon vor langer Zeit gut beschrieben, warum das Konzept nichts taugt.

Aber, das macht dann am Strompreis auch nicht mehr viel aus, wenn man nun auch noch die Muffen sukzessive austauscht.

--
Mit 40 DM pro Kopf begann die Marktwirtschaft, mit 400.000 Euro Schulden pro Kopf wird sie enden.
Atomkraft | in English

Harren wir der Dinge, die bald aus Frankreich zu uns herüberwehen

Leser68 @, Samstag, 18.07.2015, 11:43 vor 3837 Tagen @ CrisisMaven 4438 Views


Ohne die Zahlen zu kennen, duerfte dabei je nach Sonneneinstrahlung
schubweise mehr elektrische Energie eingespeist werden, als der
normalen Spitzenbelastung frueher durch reinen Verbrauch entsprach.
@smiths74 hat
es schon vor langer Zeit gut beschrieben, warum das Konzept nichts
taugt
.

Das ist allerdings auch ein interessanter Gedanke.

Das steht auch so in dem Artikel über die Bremer Ausfälle:
Das sagt der Experte: Arnim von Gleich glaubt nicht, dass die Außentemperaturen etwas mit den Kurzschlüssen zu tun haben. Viel öfter komme es vor, dass in Umspannhäuschen ein Tier zwischen die Pole gerate und für eine Störung sorge, sagt der Professor im Bereich Stabilität von Energiesystemen an der Universität Bremen. Er bestätigt jedoch, dass Erdbewegungen zu Rissen in der Ummantelung von Kabeln und somit zu Kurzschlüssen führen können. Eine andere Ursache könnten starke Schwankungen der Stromspannung sein, die beim Einspeisen von Strom aus Photovoltaik- und Windkraftanlagen entstehen.

So gut durchgelesen hatte ich den Artikel heute früh gar nicht mehr. Im Artikel der Badischen Zeitung dagegen wissen die Experten angeblich nicht, was es sein könnte:

5. Juli 2015: Müllheim, Badenweiler und Schweighof
In Müllheim, Badenweiler und Schweighof kommt es kurz vor 18 Uhr zu einem Stromausfall. Nach rund 40 Minuten ist der größte Teil der Innenstadt Müllheims wieder am Netz. Ursache für den Ausfall sind vier defekte Kabel in Müllheim. Auch in Bad Krozingen ereignet sich fast gleichzeitig ein Stromausfall. Ob die Häufung von Stromausfällen auch mit Hitze zusammenhängt, können die Experten nicht sagen.

3. Die Förderung ist völlig überzogen, und verursacht riesige Fehlallokationen. Landwirte bauen schon Scheunen, (die sie nach eigenem Bekunden gar nicht brauchen), nur um PV-Module darauf zu installieren, sitzen aber in einem komplett unsanierten Wohnhaus.

Hier in der Eifel habe ich solche Minimalgebäude für die Platzierung von PV-Modulen schon öfters gesehen. Die stehen z.T. einfach so, ohne irgendwelche sonstigen benachbarten Gebäude herum. Es gibt in der Nähe meines Wohnortes aber auch drei Windkraftanlagen, eine davon mit abmontiertem und am Boden abgelegten Rotor (vermutlich schon mindestens ein Jahr), die einfach so stillstehen, seit längerem schon. Ein Spaziergänger meinte, dass dies wegen zuviel anderer Windkraft sei.

Zitate aus smiths74 Beitrag:

Es fehlen auch Höchstspannungsnetze von Ost nach West (Thüringer Wald), da in Brandenburg extrem viel Windleistung installiert ist, die dort aber gar niemand braucht!

9. Wir sollten den Fokus auf Speichertechnologien legen! Da ist das technische Nadelöhr! Keine Energiewende ohne Speichertechnik!!!

Ich schreibe mir schon seit Jahren im Internet die Finger wund, dass es dafür eine einfache Lösung gibt, aber irgendwie sind einfache Lösungen nicht gefragt - k.A. warum nicht. Weil in Deutschland alles immer kompliziert sein muss?

Es wäre weder nötig Nord-Süd-Trassen zu bauen, noch Ost-West-Trassen, höchstens kurze Trassen im Osten von den Windparks nach Berlin zum Beispiel. Die Lösung heißt Heizpatronen. Das sind quasi Tauchsieder die in Warmwasserspeicher eingebaut werden können. Diese Tauchsieder werden mit einem Empfänger-Modul für Rundsteuertechnik ausgestattet, so wie seit Jahrzehnten die Elektrospeicherheizungen. Die Energieversorger können dann, wenn es wieder einmal jede Menge Windstrom oder PV-Strom gibt, kombiniert natürlich mit Hilfe einer ausgeklügelten Regelungstechnik, mit Hilfe eines Funksignals in den, nahe bei den Windparks gelegenen, Haushalten die Heizpatronen einschalten.
Solche Heizpatronen werden heute schon als Notheizsystem in manche Heizanlagen eingebaut. Die kosten nicht die Welt, genauso wenig wie das nachträgliche Herstellen eines Loches in den Warmwasserspeicher. Man könnte das Ganze ja auch fördern, also sich die unsinnigen Ausgaben für den großen Trassenausbau sparen und dafür die lokalen bzw. regionalen Stromnetze für den Transport des EE-Stroms zu den Haushalten fit machen und den Einbau von Heizpatronen unterstützen.

So werden mehrere Fliegen mit einer Klappe erledigt:
Überschüssiger Strom aus Erneuerbaren Energien geht nicht verloren, die Netze werden deutlich entlastet und außerdem spart man jede Menge Heizkosten und Energieimporte (Erdgas und Erdöl). Das wäre doch die Lösung, um sich von Russland unabhängig zu machen, wenn dies denn wirklich politisch gewollt wäre.
Ein Politiker aus den neuen Ländern hatte diese Lösung auch schon mal in einem Interview oder so erwähnt, aber das wurde damals glaube ich entweder ignoriert oder mit irgend einem windigen Argument abgeschmettert.

Übrigens Herr Willenbacher, der Ex-Chef von juwi, hat das in seinem Buch "Mein unmoralisches Angebot an die Kanzlerin" auch beschrieben. Er hätte allerdings wohl besser jeglichen Hinweis auf unsere Staatschefin weggelassen, dann wäre er heute noch Chef von juwi - ist meine Meinung.


Ist diese
'Kindersterblichkeit'nach der Inbetriebnahme überwunden, kann davon
ausgegangen werden, dass erst zum Ende der Lebensdauer gehäuft Ausfälle
auftreten werden (Badewannenkurve) ..."[/i]
(Ausbau
elektrischer Netze mit Kabel oder Freileitung unter besonderer
Berücksichtigung der Einspeisung Erneuerbarer Energien
).

Tja diese Badewannenkurve ist auch bei den alten französischen AKWs der Knackpunkt. Dieses nicht ganz unbedeutende Phänomen ist natürlich besonders problematisch bei einer so gefährlichen Technik. Schauen wir mal ob wir die Zeit bis zur Abschaltung des letzten französischen Reaktors etwa im Jahr 2039, falls es mit dem gerade stattfindenden Bau des Reaktors in Flamanville (s. den Artikel der Badischen Zeitung unten) doch nichts wird.
Das ist aber alles nichts gegen den Wahnsinn, den die USA vorhaben: Dort sollen viele Reaktoren, nach einer Entscheidung von vor ein paar Jahren, insgesamt 60 (sechzig!) Jahre laufen. Den Begriff Badewannenkurven habe die dortigen Ingenieure und Professoren aus ihren Büchern wohl nachträglich gestrichen bekommen.


Für Sie als Anhänger der fossilen Energien habe ich noch eine schlechte Nachricht (noch ein Artikel aus der Badischen Zeitung):


Atomkraft im Niedergang
Die erneuerbaren Energien überflügeln in immer mehr Ländern die Kernkraft.
Der Trend hat nicht nur die großen Volkswirtschaften erfasst. Auch in weiteren Ländern tragen Windkraft, Sonne und Biomasse heute mehr zum Strommix bei als die Kernspaltung – in Brasilien, Indien, Mexiko, den Niederlanden und Spanien. In der Summe repräsentieren diese acht Länder mit Ökostrom-Überhang drei Milliarden Menschen, und damit fast 45 Prozent der Weltbevölkerung. Der Anteil der Atomkraft an der Weltstromproduktion liegt nun im dritten Jahr unter elf Prozent; Mitte der 90er-Jahre hatte der Wert noch bei mehr als 17 Prozent gelegen.
...
Weltweit sind laut dem neuen Statusreport 62 Reaktoren im Bau. Das sind fünf weniger als ein Jahr zuvor. Im vergangenen Jahr wurden drei Projekte neu gestartet, im Vergleich zu 15 im Jahr 2010. In 10 der 14 Länder, in denen Reaktoren gebaut werden, seien alle Projekte inzwischen gegenüber den Planungen verspätet, viele davon um Jahre, heißt es in dem gut 200 Seiten starken Bericht.

http://www.badische-zeitung.de/wirtschaft-3/atomkraft-im-niedergang--107920117.html

Seit 18.03.2015, 11:48 hier im Gelben Forum, da muss man noch Nachsicht haben ...

CrisisMaven ⌂ @, Samstag, 18.07.2015, 12:07 vor 3837 Tagen @ Leser68 3854 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 18.07.2015, 12:12

Für Sie als Anhänger der fossilen Energien habe ich noch eine schlechte Nachricht

... aber man koennte sich belesen. So, wie @Hasso auf das "Vierte Windreich", erhebe ich zwar "TM" auf die "Verteuerbaren Energien", aber beileibe nicht, wie ich das o.g. interpretieren muss (?), weil ich Verfechter der Kernkraft waere. Das hat's gar bis in die DGF-Themen geschafft: "Risiken der Atomkraft"

Meine Gedanken gehen in ganz andere Richtung.

Das steht auch so in dem Artikel über die Bremer Ausfälle:
Das sagt der Experte: Arnim von Gleich glaubt nicht, dass die Außentemperaturen etwas mit den Kurzschlüssen zu tun haben.

Nein, koennen sie bei Erdkabeln ja gar nicht.

Viel öfter komme es vor, dass in Umspannhäuschen ein Tier zwischen die Pole gerate und für eine Störung sorge, sagt der Professor im Bereich Stabilität von Energiesystemen an der Universität Bremen.

Das hatte aber jetzt mit den Muffen nix zu tun?

Er bestätigt jedoch, dass Erdbewegungen zu Rissen in der Ummantelung von Kabeln und somit zu Kurzschlüssen führen können.

Das hat auch nix mit den Muffen zu tun.

Eine andere Ursache könnten starke Schwankungen der Stromspannung sein, die beim Einspeisen von Strom aus Photovoltaik- und Windkraftanlagen entstehen.

Wie ich sagte. Das hat u.a. damit zu tun, dass die Muffe ja nicht aus Spass ins Kabel eingefuegt ist, sondern weil hier zwei Kabel mitneinander verbunden werden. Dann kommt die Muffe drueber, weil die Isolation ja an der Anschlussstelle weg ist. An jedem (nicht geloeteten, insbes. an geschraubten) solchen Uebergang treten hoehere Uebergangswiderstaende auf, als im homogenen Kabel. Uebergangswiderstand = Hitze. Haeufige Ursache auch von Kabelbraenden in Wohnungen.

Im Artikel der Badischen Zeitung dagegen wissen die Experten angeblich nicht, was es sein könnte: ...

Das glaube ich denen eher nicht. Oder der Journalist hat keine wirklichen Experten gefragt, sondern die, die sich dafuer ausgaben.

Zitate aus smiths74 Beitrag:

Es fehlen auch Höchstspannungsnetze von Ost nach West (Thüringer

Wald), da in Brandenburg extrem viel Windleistung installiert ist, die dort
aber gar niemand braucht!

Die Lösung heißt Heizpatronen.

Warum ein Problem loesen, das man selber geschaffen hat, statt die Ursache aus der Welt schaffen?

Das Problem des nicht passenden Massanzuges?

Das Ganze liegt an der Planwirtschaft. Heizpatrone = noch mehr Planwirtschaft.

Aber vielleicht kann man den Rundsteuersender ja aus der GEZ-Gebuehr finanzieren ...

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Mit 40 DM pro Kopf begann die Marktwirtschaft, mit 400.000 Euro Schulden pro Kopf wird sie enden.
Atomkraft | in English

Unkomplizierte Lösung

aliter @, Samstag, 18.07.2015, 13:02 vor 3837 Tagen @ CrisisMaven 3295 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 18.07.2015, 13:24

Der Einspeiser bekommt die Stromkosten erstattet, die augenblicklich an der Leipziger Strombörse erhoben werden. Dann würde nur eingespeist werden, wenn Strom gebraucht wird. Was der Anbieter mit seinem Strom zu ungünstigen Zeiten macht, ist seine Sache (hatte ich schon mal gepostet). mfg

Äh, ich verstehe trotzdem nicht ganz

Leser68 @, Samstag, 18.07.2015, 13:55 vor 3837 Tagen @ CrisisMaven 3441 Views

bearbeitet von unbekannt, Samstag, 18.07.2015, 14:03

Seit 18.03.2015, 11:48 hier im Gelben Forum, da muss man noch Nachsicht haben ...

Aber immerhin ist das Forum ja seit Anfang an öffentlich einsehbar, nicht?

Für Sie als Anhänger der fossilen Energien habe ich noch eine schlechte

Nachricht

... aber man koennte sich belesen. So, wie @Hasso auf das
"Vierte
Windreich
", erhebe ich zwar "TM" auf die
"Verteuerbaren
Energien
", aber beileibe nicht, wie ich das o.g. interpretieren muss
(?),
weil
ich Verfechter der Kernkraft waere
. Das hat's gar bis in die
DGF-Themen geschafft:
"Risiken der
Atomkraft
"

Jess, das wußte ich schon vorher. Aber wie sagen Sie so schön: "Ich loecke so gerne gegen den Stachel".

Also Sie sind gegen Windkraft, gegen PV-Anlagen

Dass man dann, wenn man etwas nachdenkt, zum "Ausgleich" und zur "Streckung" dieser immerhin "langzyklischen" Rohstoffe ausgerechnet die Verteuerbaren Energien Photovoltaik und Wind nimmt, die die schlimmstmoegliche, kuerzeste und zudem unvorhersagbare Zyklik aufweisen, das erinnert schon an die Ideen, Staatsanleihen mit immer kuerzerer Laufzeit auszugeben, um Zinsen "zu sparen"

und gegen Atomkraft - vermutlich auch noch gegen Meeresenergie und vielleicht auch Biogasanlagen? Hmm, woher soll denn der Strom in Zukunft kommen? Aus der Steckdose?

Haben unsere Altvorderen, die Bewohner der niederen Landen und die Iberer zuviel Schnaps in der Birne gehabt als sie auf die Idee kamen Windmühlen einzusetzen, um Korn oder Salz zu mahlen, Senken zu Entwässern oder Wasser für die Bewässerung von Feldern hochzupumpen?

Und woher soll der Industriestandort Deutschland in Zukunft dann seinen Strom nehmen, wenn die Braunkohletagebaue alle bis auf 600 Meter unter dem Bodenhorizont (bei Köln-Garzweiler sind es schon 400 Meter drunter) ausgebaggert sind [das war eine kleine Übertreibung, bitte nicht ernst nehmen] und die Kohlevorräte in China, Australien und den USA verbrannt sind - so in ca. 30-50 Jahren?
Wollen Sie Deutschland auch wieder zu einem Agrarland machen, was, genauso wie in den anderen Industrieländern, in meinen Augen für das Überleben der Menschheit das Beste wäre?

Ich habe mich vermutlich nicht richtig ausgedrückt: Mein Ziel ist es NICHT ganz Deutschland mit WKAs und PV-Anlagen zuzupflastern, um damit dann in allen Haushalten die Wärmeenergie für Heizen und Warmwasser herzustellen. Diese Idee mit den Heizpatronen soll den JETZIGEN Irrsinn mit der Abschaltung von bereits vorhandenen WKAs und dem Bau neuer großer Stromtrassen verhindern und eine Übergangslösung darstellen bis man große und günstige Stromspeicher entwickelt hat.
Die Wärme wird selbstverständlich am Besten z.B. über Solarwärmekollektoren gewonnen.

Zu Wuestenbildung und Versteppung fuehrende Abholzungen fuehren auch nur zu kurzen Energiegewinnen.

Richtig! Das Problem ist aber, dass weltweit die Abholzungen munter weiter gehen. Da kann man noch so viel CO2-Einsparungen durchführen wie man will, wenn die Bäume weg sind, dann ist für die Menschheit ziemlich schnell Schicht im Schacht, weil dann auch der Regen wegbleibt und das nicht nur in Kalifornien.

Langfristig ist es auch nicht moeglich, auf der Erde messbar mehr als der eingestrahlten Solarkonstante entspricht, zu verbrauchen, ohne die Erde aus der langfristigen klimatischen "Komfortzone" hinauszukatapultieren (hat mit der angeblichen CO2-Problematik nichts zu tun, im Gegenteil, gilt gerade fuer "free energy" und Fusions-Groessenwahn).

Woher sollte denn diese zusätzliche Energie, die über die eingestrahlte Solarkonstante hinausgeht, kommen?
Diese "Freie Energie" ist meiner Meinung nach einfach nur die Nutzung dieser Solarenergie in großem Umfang. Das Problem ist nur, dass die Menschheit noch nicht bereit ist mit Energie in solchem Umfang umzugehen. Sie kann noch nicht einmal mit der jetzt schon zur Verfügung stehenden Energie richtig umgehen.

Photovoltaik-Anlagen, die nur wenige Stunden Strom liefern und ihrerseits nur zwanzig Jahre halten,

Die Solarzellen an sich sind ja eigentlich nichts anderes als Steine bzw. Glas und halten auch dementsprechend lange würde ich sagen. Das Problem sind wohl die Leitungsbahnen auf den Modulen, die Rahmen, falls vorhanden, und die Verbindungen zu den Dachleitungen.

, dass aber die thermische Effizienz der Kollektoren drei- bis fuenfmal hoeher ist als der der Photovoltaik-Anlagen (hoechstens 20% und das auch nur bei direktem Sonnenschein - thermische Kollektoren funktionieren auch bei Bewoelkung, sogar im Dunkeln ... wenn noch genuegend Waermestrahlung unterwegs ist),

Darf ich Sie darauf hinweisen, dass auch PV-Anlagen bei Bewölkung Strom produzieren? Aber ansonsten haben Sie natürlich Recht damit, dass Solarkollektoren heute unglaublich unterschätzt werden. Und dass diese besser geeignet sind Wärme für Brauchwasser und Heizung zu erzeugen als PV-Anlagen.
Wo also bleibt die starke Förderung von Solarwärmekollektoren und die große Förderung von saisonalen Speichern?
Das ist wohl eine gute Frage. Aber wenn ein Ölkonzern in Deutschland die Pflanzenölbranche kaputt machen lassen kann, zumindestens die private praktisch komplett, wie soll da in Zukunft eine größere Menge Solarwärme in Deutschland den Weg in die Warmwasserspeicher finden?

Ja, es geht auch anders:

Ein Wohnhaus (fast) ganz aus Stroh entsteht in Ettenheim
Sa, 30. August 2014
Holz, 60 Zentimeter starke Strohballen und eine Haut aus Lehm: Tobias Obert baut in Ettenheim-Wallburg ein Haus, das eine Alternative zur herkömmlichen Bauweise sein soll.
Mit einer Motorsäge werden die Strohballen – einer wiegt immerhin 250 Kilogramm in Form gebracht. Sind die Wände fertig, werden die Leitungen verlegt – auch für die Wandheizung, die ihre Energie aus einem Biomeiler bezieht. Obert hat ein Wochenendseminar besucht, um zu lernen, wie man das macht.

http://www.badische-zeitung.de/ettenheim/ein-wohnhaus-fast-ganz-aus-stroh-entsteht-in-e...


Übrigens diese Methode Biomeiler, die auch hier im Forum schon mal ab und zu erwähnt wurde, ist DIE Möglichkeit eine zusätzlichen bisher ungenutzen Anteil der Biomasse für die Wärmeversorgung sinnvoll zu verwenden - zusätzlich zu Solarwärmekollektoren. Aber natürlich wäre eine Senkung des Bedarfs oder wenigstens mal ein Stoppen des Bedarfsanstiegs (immer mehr Wohnraum pro Person) genauso sinnvoll wenn nicht noch sinnvoller vor der Nutzung zusätzlicher Energiequellen.


Aber vielleicht kann man den Rundsteuersender ja aus der
GEZ-Gebuehr
finanzieren ...

Das tolle ist ja wie schon gesagt, dass diese Rundsteuertechnik, und damit auch die Sender, schon seit Jahrzehnten existiert. Man müsste bloß noch die Regionalisierung hinbekommen, um die regionalen Windspitzen mit den dortigen Wärmespeichern in Einklang zu bringen.

Was bliebe von den Stromspitzen im Netz durch die zehntausenden von PV-Anlagen übrig, wenn der überschüssige Strom im Haus direkt entweder in den großen Wärmespeicher fließen würde oder für den Antrieb der Wärmepumpe genutzt würde?

Das würde zum Hinweis von aliter passen mit der Anpassung der PV-Förderung an den Börsenstrompreis.

@Leser68: So ist das tatsächlich ...

Meierding @, Sonntag, 19.07.2015, 18:38 vor 3836 Tagen @ Leser68 2583 Views

Gesegnet sei der Nachtspeicherofen in der kleinen Wohnung meiner Mama :-).

Wenn die Stadtwerke wollen, laden die da auch am Tage Strom ab.
Nachtspeicherofen sind sicher doof (Strom in Wärme umsetzen ist abartig) aber in einem kleinem Umfang sind die sehr sinnvoll.

Ebenso sehe ich das mit dem Warmwasser, ich würde gerne im Sommer meine Gasheizung abschalten und mit Strom Warmwasser produzieren, weil die Gasheizung im Sommer völlig überdimensioniert ist.
Da würde sich sogar ein Strompreis von 10 cent pro KWh noch gut rechnen, weil der Verschleiß der Heizung entfällt, fast 100% Wirkungsgrad beim Strom ... .
Geht nicht bla bla - Unfähiges Politikerpack, lieber verschenken die den Strom.

Ich guten Andenken steht noch immer mein 20/30 Liter Warmwasserspeicher, die Wunschmenge für das duschen wurde da alle 3 Tage eingestellt, nach 30 Min war es warm, nicht zu viel, nicht zu wenig.

Wunschmenge? - Man mischte halt dies Wasser, bei viel WW = 95 Grad, bei wenig nur 60 Grad. Die verbrauchte Energie für WW hält sich in engen Grenzen.

Zu den Muffen:
Vielleicht wurden die nicht richtig montiert.

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