Wenn man sich ein realistisches Bild von der Demokratie machen möchte, kommt man um französische Quellen nicht herum. Die anderen kann man von wenigen Ausnahmen abgesehen in die Tonne treten.
Wenn mich nicht alles täuscht, war Louis-Ferdinand Céline einer der ersten, die das innerste Wesen der angloamerikanischen Demokratie erkannt haben.
Vor allem der Zeitpunkt ist so interessant. Alle Zitate stammen aus 1936/37, als Adolf Hitler, so die Lehre, dabei war, den Ausrottungskrieg vorzubereiten, um nach der Eroberung Europas die ganze Welt zu unterjochen.
Ich finde es mehr als überraschend, daß ausgerechnet beim Erbfeind manche Boche-Hasser einen ganz anderen Eindruck hatten und ihr Urteil revidierten.
*Die Demokratien wollen den Krieg. Die Demokratien werden den Krieg letztendlich bekommen*, (Ecole des Cadavres, 1937).
*Dieses mal bleibt man staunend, bescheiden stotternd vor dem infernalischen Leviathan gigantischer Proportion des aktuellen antifaschistischen amerikanischen Bacchanals, der amerikano-jiddischen, kriegsgeilen, selbstgerechten, apostolischen, kreuzzugsmäßigen Propaganda, immer auf's Ganze gehend (aber mit unserer Haut), furioso-demokratisch, interventionistisch bis zur Raserei, anti-deutsch, anti allem, was verhindern könnte, das unser europäisches Fleisch ohne Verzögerung in sehr flammende Öfen endloser Kriege geschoben wird.
Um unseren Tod geht es, unseren Tod als Europäer, von Frankreich und Deutschland, und wunderbare, vom Himmel gesandte Bestellungen, die von der amerikanischen Industrie fiebrig vorweggenommen werden, die seit zwanzig Jahren vor sich hin dümpelt*, (Ecole des Cadavres).
*Die faschistischen Staaten wollen keine Krieg. Sie haben in einem Krieg nichts zu gewinnen. Alles zu verlieren. Sollte der Frieden noch drei oder vier Jahre anhalten, werden alle europäischen Staaten faschistisch geworden sein, völlig einfach und spontan. Warum? Denn die faschistischen Staaten realisieren vor unseren Augen, unter Arieren, ohne Gold, ohne Juden, ohne Freimaurer das berühmte sozialistische Programm, das Jidden und Kommunisten dauernd im Munde führen, aber nie realisieren*, (Ecole des Cadavres).
Louis-Ferdinand Céline 1936 über die volldemokratische UdSSR:
*Kein Plakat ohne Stalin. Kein Glück ohne Henker.*
Hinter dem demokratischen Glück, oder was die Staatspropaganda als solches ausgibt, steht der Mann mit dem Hackebeilchen. Die Blödkartoffeln werden's bald lernen.
*Es gibt keinen fundamentalen, unheilbaren Haß zwischen Franzosen und Deutschen. Was es gibt, ist eine permanente, unerbittliche judäo-britische Machination, um mit allen Mitteln zu verhindern, daß sich Europa um einen Block, eine französisch-deutsche Einheit neu bildet wie vor 843,* (Ecole des Cadavres).
Mir fällt natürlich auch auf, daß die Zitate mit Ausdrücken gespickt sind, die heute, wo wir viel freier und demokratischer sind als damals, natürlich nicht nicht mehr akzeptiert würden.
Aber so steht es nun mal da und man kann doch nicht Texte verstümmeln, nur weil einem die eine oder andere Stelle nicht gefällt.
Am sinnvollsten wird eh sein, die eigene Empörung erst einmal verrauchen zu lassen und dann zu fragen, ob Céline Blödsinn geschrieben hat oder überraschende Einsichten zu Papier brachte?
Monterone