"Griechen-Soli"?!?!?
Glaubt ihr wirklich, das würde sich ein einziger Politiker zu fordern trauen?
Freilich spielt die Volksmeinung in unserer parlamentarischen Demokratie eine Rolle. Das bedeutet aber nichts Hochtrabendes, sondern birgt eine Menge Probleme mit sich, die diverse Interessensgruppen auszunutzen versuchen.
Zunächst einmal muss eine politische Forderung, die Wählergunst bringen soll, "satisfaktionsfähig = zustimmungsfähig" sein.
Der Karamellkern der Erklärbäressenz zu diesem Thema liegt darin, dass man nicht sich, sondern die breite Masse in ihrem aktuellen Aufgeklärtheitsgrad als Maßstab nimmt. Wie wirken politische Forderungen auf die Spitze der Gaußschen Normalkurve in der Meinungsbandbreite?
Wer nicht beispielsweise in den Bahnen der Wissensmanufaktur denkt, also fernab der Geldwertdebatte, sondern eher auf Interessensgruppenebene:
Griechenlands „Geldgeber“: die verdeckten Geldnehmer - Andreas Popp
https://www.youtube.com/watch?v=zu131UnCBWw
...dem schwillt schlichtweg der Kamm, beim Gedanken eines Griechen-Soli. Das ist einabsolutes Unding. Absolut nicht zustimmungsfähig. Politiker, die das fordern würden, wären politische Selbstmörder.
Wenn also ein Schäuble-Berater so etwas in die offentliche Debatte bringt, muss das massenspychologisch betrachtet werden.
Das Grundschema dahinter ist die Lasswell-Formel:
Wer sagt was zu wem über welchen Kanal mit welchem Effekt?
Der Effektist, dass den Leuten eingetrichtert wird, dass es hier um echtes Geld geht, welches den Arbeitnehmern auf der monatlichen Gehaltsabrechnung fehlen wird. Der Folgeeffekt ist, dass Schäubles harte Position gestärkt wird.
Meine eigene Position lautet, dass ich hin und hergerissen von den vielen Positionen im Diskurs bin. Ich arbeite noch an einem klaren Standpunkt.
![[image]](http://inselblog.com/wp-content/uploads/2014/07/i-have-no-idea-what-im-doing-dog.jpg)
Aber nach der Lasswell-Formel dürfte der Griechensoli vor allem ein massenspychologischer Kampfbegriff sein, keine echte politische Option, die real auf dem Tisch liegt.
Gruß, Bernadette