So ist es, aber...

Marco Feiten, Donnerstag, 16.07.2015, 08:36 (vor 3839 Tagen) @ Mephistopheles1888 Views

Ich habe mich damit ebenfalls bereits mehrfach auseinandergesetzt:

"Blog-Autor Cullen Roche (http://pragcap.com) sieht keine Gefahr und weist – wie auch hinsichtlich den USA – darauf hin, dass Japan im Gegensatz zu Griechenland selbst die Währung ausgibt. „The truth is, Japan can never run out of Yen.“ Eine Schulden- bzw. Finanzierungskrise sei demnach gar nicht möglich. Denkbar sei eine Hyper-Inflation durch zu exzessive Yen-Ausgabe im Verhältnis zur Produktionskapazität, aber dies würde „eindeutig nicht passieren“. Japan kämpfe immer noch mit der Deflation."

Auszug aus: Japan vor Schuldenkrise?

"Kurzfristig rechne ich wie hier beschrieben mit einer Erholung des Yen und damit einhergehend rückläufigen Börsen. Mittelfristig dürfte sich die Nikkei-Hausse fortsetzen, der Yen weiter nachgeben und die Inflation in Japan nun langsam beginnen zu steigen. Die Ironie wird demnach sein, dass anfänglich das von Premierminister Shinzo Abe gestartete Vorgehen wie ein Erfolg aussehen, sich in zwei bis drei Jahren jedoch als ruinös herausstellen wird."

Auszug aus: Japan auf dem Weg in den Ruin

"Und genau hier liegt das Problem: die japanische Geld- und Fiskalpolitik kann daran nichts wesentlich ändern. Im Gegenteil: Jeder Konsum in höherem Alter belastet künftigen Konsum, ohne dass „Ersatz“ nachkäme. Die Demografie-Kurve Japans weist unerbitterlich und klar in eine einzige Richtung: abwärts.

Ich bin daher davon überzeugt, dass Quantitative Easing in Japan scheitern wird. Mehr noch: der anhaltende Versuch, Japans Wirtschaft wieder in Gang zu setzen („Abenomics“), wird einen „Infarkt“ bzw. Kollaps auslösen. Man stelle sich mal vor, man würde einem betagten 65-Jährigen ständig Anabolika spritzen, damit er wieder so schnell läuft und so stark wird wie ein 20-Jähriger. Das mag eine Zeit lang scheinbar klappen. Doch es braucht nicht viel Verstand um einzusehen, dass man damit eher ein Risiko verstärkt denn eine Chance schafft.

Wie mehrfach hier auf kaufkraftschutz.de beschrieben wird Japan im Ruin enden. Und ich glaube, es wird eine Art von Ruin sein, die wir lange Zeit nicht vergessen werden. Konkret erwarte ich, dass sich Japans Staatsverschuldung so lange weiter aufblähen wird, bis der Glaube an den Yen und die Macht von Regierung und Zentralbank vollkommen erodiert ist – insbesondere bei der eigenen Bevölkerung. Sobald dieser psychologische Wendepunkt erreicht ist, wird irgendein Auslöser – z.B. ein stärkeres Erdbeben, ein Crash in China, ein lokaler Krieg – zu einer Panik führen, den keine Notenbank und kein Staat der Welt mehr aufhalten können wird. Kapital wird aus Japan abrupt fliehen und die Wirtschaftsleistung in einer Schockstarre geradezu zum Erliegen kommen – ähnlich wie 2008, nur noch wesentlich dramatischer."

Auszug aus: Quantitative Easing in Japan wird scheitern und zum Kollaps führen

Beste Grüße
Marco Feiten


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