Freiheit hast du vergessen in deiner Aufzählung, insbesondere in der
Zusammenstellung von
Freiheit und Gerechtigkeit.
Schon eine kurze Überlegung ergibt, dass beides absolute Widersprüche
sind.
Die größtmögliche Freiheit führt zur größtmöglichen
Ungerechtigkeit,
und
die größtmögliche Gerechtigkeit führt zur größtmöglichen
Unfreiheit.
Richtig müsste es als heißen:
Freiheit oder Gerechtigkeit!
Hallo, Mephisto,
da stimme ich Dir voll zu.
Freiheit und Gerechtigkeit, die ja mit der Gleichheit zusammenhängt, dürfen nicht nebeneinander auf dem selben Lebensfeld Geltung haben. Dann schließen sie sich aus. Freiheit geht aus der von inneren und äußeren Beeinflussungen unabhängigen Erkenntnis des Menschen hervor, die er seinen Handlungen, seiner Fähigkeitsentfaltung zugrunde legt. Das bedeutet Selbstbestimmung, die frei sein muss von gesellschaftlicher Fremdbestimmung.
Gleichheit und Gerechtigkeit sind dagegen Begriffe des Rechts. Der Respekt vor der menschlichen Würde des Anderen, der mit mir gleich ist, führt zu entsprechend wechselseitigem Verhalten, das durch das Recht geregelt wird. Ihm liegt die Gleichheit aller freien Geister zugrunde. Gegenseitigkeit ist die Formel der Gerechtigkeit, sagte der mittelalterliche Philosoph Thoman von Aquin. Keiner darf dem Anderen etwas zufügen, das er selbst an sich nicht dulden würde, weil es ihn in seiner Integrität und Würde verletzt.
Greift die Freiheit in das Rechtsgebiet über, entsteht Willkür, das "Recht des Stärkeren", das die Gerechtigkeit und damit die Gleichheit aufhebt.
Greift die Gleichheit in das Gebiet des freien Handelns beispielsweise im kulturellen Leben über, wird die Freiheit erstickt und die fruchtbare Vielfalt zur Einförmigkeit eingeebnet.
Gruß
Falkenauge